04. Januar 2016

Die 20 wichtigsten Artikel 2015

Wenn wir die Links der Artikel „Vor einem Jahr auf kwerfeldein“ auf unserer Facebook-Page eintakten, denken wir nicht selten: Wow, so lange ist das schon her? Und auch bei anderen Gelegenheiten, die uns ins Archiv führen, bemerken wir oft, dass es Artikel gibt, denen wir gern mehr als nur einen Tag lang die Pole Position auf der Startseite gönnen würden.

Weiter geht’s mit dem nächsten Punkt unserer traditionellen Rückblicke auf das Jahr 2015 auf kwerfeldein: Welche Artikel im Magazin waren bei Euch am beliebtesten? Welche Texte und Bilder liegen der Redaktion selbst sehr am Herzen? Hier kommen sie, die wichtigsten Artikel auf kwerfeldein 2015:

 

Der deutsche Winter nervt Euch? Nach dem Betrachten dieser Bilder von Amos Chapple wird er Euch sehr angenehm vorkommen, denn Amos besuchte für seine Fotoserie den kältesten bewohnten Landstrich der Welt: Jakutien. Temperaturen von -50 °C sind in der Hauptstadt Jakutsk für die über 250.000 Einwohner im Winter völlig normal.

 

Eine Frau mit Narben steht nackt neben einem deformierten Baum.

9. Januar 2015: Geschichten in Haut

Früher wollte ich sein, wie das, was ich überall um mich herum sah. Dünn, glatthäutig, verführerisch. Heute kann ich mich zumindest in vielen guten Momenten lieben (es liegt trotzdem noch ein weiter Weg vor mir) – mit all meinen Narben, die nicht nur von Fehlern, sondern auch von Fortschritten erzählen, mit meinem Körper, der nicht perfekt nach gesellschaftlichen Definitionen, aber dafür einzigartig ist.

 

Ein Mann im Tütü

20. Januar 2015: Das Dunkle in mir

Es gab eine Zeit in meinem Leben, da erschien mir alles geregelt und normal verlaufend. Ich fühlte mich in mir sicher und mein Handeln war souverän. Inzwischen kommt mir das vor wie ein fremdes Leben. Denn plötzlich sollte alles anders kommen und nicht nur diverse Umstände in meinem Leben änderten sich, sondern auch ganz viel an mir. Meine Komfortzone löste sich um mich herum auf.

 

David Catás Arbeiten lassen niemanden unberührt. Von Liebkosungen der Löwenzahnsamen bis zur Brutalität von Stichen reichend, ist sein Werk von einer tiefen Innenansicht geprägt – einem verzweifelten Versuch, Erinnerungen festzuhalten und sich mit dem Schmerz des Vergessens zu konfrontieren.

 

Eine moderne Sichtweise auf Skulptur und eine fotografische Flexibilität, für was sich das Drücken auf den Auslöser überhaupt lohnt, findet man mit ein bisschen Suche auch in den gängigen Fotoportalen. Zugegeben, für wirklich interessante Fotoskupturen muss man schon etwas suchen, da sich die entsprechenden Fotografen irgendwo zwischen Kunst, Dokumentation bildhauerischer Tätigkeiten und Staßenfotografie tummeln. Aber ich habe gesucht und gefunden: Skulpturen, die dem klassischen Kunstbegriff nicht zuzuordnen sind und dennoch eine unglaublich poetische, künstlerische und skulpturale Qualität besitzen.

 

Wir leben in einer Zeit, in der der Durst nach sozialer Anerkennung groß ist. Selbstdarstellungsshows boomen auf allen Kanälen, soziale Netzwerke leben von einer „Like-Sammelleidenschaft“, im Internet platzen Bilderfluten aus allen Ecken und Nischen. Welche psychologischen Prozesse stecken dahinter? Der Wunsch nach Anerkennung ist ein Schlüssel, um diese Frage zu beantworten.

 

Nackte Frau dreht sich schwungvoll um.

25. März 2015: Etwas Persönliches

Warum sollte ich mich selbst als Fotografin einschränken nur aufgrund meines Gewichtes? Und ich bin immer noch heilfroh, dass ich es einfach getan habe. Selbstportraits sind für mich eine Möglichkeit geworden, wieder Kontrolle über meinen Körper zu bekommen. Das Gefühl, meinen Körper zu benutzen, um etwas Schönes zu erschaffen, hat mir mehr Freude und Selbstbewusstsein gegeben, als ich es mir jemals vorstellen konnte.

 

Es ist fast wie ein Videospiel, bei dem eine winzige Version von mir selbst an der Unterkante des Bildschirms herumläuft und dabei kleine Icons fangen muss, die für meine Hobbies stehen: Kamera, Laufschuhe, Computer usw. Aber je mehr ich versuche, sie alle zu fangen, desto schneller wird das Spiel und die Erfolge und Misserfolge werden jeweils größer.

 

Gespiegeltes Dreiviertelportrait einer Frau mit bunten Lichtern.

25. April 2015: Das Spiel mit dem Licht

Ich versuche nicht, eine Erinnerung festzuhalten, ein lebendiges Bild, sondern einen Moment, der gar nicht sichtbar ist. Eine Art parallele Realität, die stattgefunden hat, für das bloße Auge aber nicht sichtbar war. Das Foto muss also mehr als nur die nackte Wahrheit abbilden.

 

In Kolumbien herrscht seit rund 50 Jahren ein komplizierter bewaffneter Konflikt, in dem mehr als 200.000 Menschen getötet wurden. Erst Mitte April kam es wieder zu Auseinandersetzung zwischen Regierungstruppen und Rebellen. Trotzdem ist das Land in den vergangenen Jahren sicherer geworden und zieht zunehmend mehr Touristen an. Der deutsche Fotograf Oliver Schmieg lebt seit 15 Jahren in Kolumbien.

 

Ich bin hauptberuflich als Portraitfotografin tätig, in einer Stadt, in der es von Menschen wimmelt, in all ihren Facetten und Unterschiedlichkeiten. So sehr ich es liebe, mich auf Menschen einzulassen, eine intime und einmalige Stimmung in einer Fotosession aufzubauen, so sehr benötige ich den Ausgleich in Form von Landschaftsaufnahmen. Die Natur verlangt nicht, sie ist groß und allgegenwärtig und urteilt nicht.

 

Aktbild einer Frau vor einem Fenster

6. Juni 2105: Einfach nackt sein

Viele Modelle – ob männlich oder weiblich – fangen mit der sinnlichen Fotografie an, um in sich etwas zu entdecken. Um einen verloren geglaubten Teil wiederzufinden oder eine Selbsterkenntnis zu erlangen, meistens ist diese dann das Selbstbewusstsein. Viele, die auf der stetigen Suche nach sich selbst sind, beginnen irgendwann, ihr tiefstes Inneres zu erforschen. Ohne Mauern, ohne Ketten, einfach nackt zu sein.

 

Ein Kind steht auf einem alten Lastenzug. Sommer.

3. Juli 2015: Sieben Jahre Luxus

„Jeder Fotograf hat sieben Jahre“, sagte eine bekannte Fotografin. Ich wollte fragen, was sie mit den restlichen Jahren ihres Lebens gemacht hat, es hätte aber nach einer provokanten Teenagerfrage geklungen. Ich war schon neunundzwanzig, hatte zwei Kinder und in dem Alter darf man sich nicht mehr weigern, erwachsen zu denken.

 

Ein Fotograf durchläuft im Laufe seines Schaffens verschiedene Phasen. Durch Testen unterschiedlicher Techniken und Ausprobieren aller möglichen Stilarten festigt sich meistens irgendwann ein bestimmter Stil, der der Persönlichkeit und Ausdrucksweise des Fotografen entspricht. In meinem Fall brauchte es durchaus einige Jährchen bis ich soweit war, behaupten zu können, meinen eigenen Stil gefunden zu haben.

 

29. August 2015: True Fiktion

29. August 2015: True Fiktion

Das Bild ihres Großvaters ist vage und nicht greifbar, beladen mit Myriaden von Gefühlen wie das vieler anderer Familiengeschichten in Deutschland und anderswo. Nashalina versucht, ihre eigene Geschichte und gleichzeitig die aller Menschen zu rekapitulieren. Was verbal nicht auszudrücken ist, findet sich in dunkel schimmernden Bildern wieder und fordert den Betrachter auf, seine eigene Geschichte aufzuspüren und zu Ende zu erzählen.

 

Wir schlossen uns einem Konvoi von sieben Autos an und damit begann die Reise ins Ungewisse, in der Hoffnung, Dinge zu sehen, Informationen weitertragen zu können und vor allem – zu helfen. Die Ungewissheit entpuppte sich allerdings als zähe Gefährtin: Immer wieder sahen wir gestrandete Flüchtlinge am Straßenrand. Die ersten an der österreichisch-ungarischen Grenze, bei Nickelsdorf.

 

Antje Kröger ist ein direkter Mensch. Sie nimmt sprichwörtlich kein Blatt vor dem Mund. Wir waren direkt drin – in ihren Geschichten, Bildern, Gefühlen. Sie hat ihre eigene Sprache gefunden, sie ahmt niemanden nach, spricht niemandem nach dem Mund, sie eckt an, fordert heraus, fragt nach und sie erzählt auch gern von sich. Das mag sie, das merkt man und das ist auch gut.

 

Ein tätowierter Mann mit freiem Oberkörper.

20. Oktober 2015: Umeå Hardcore

Es muss irgendwann im Laufe des Jahres 1998 gewesen sein, als ich zum erstem Mal „New Noise“ hörte. Der Song war wie ein Blick in die Zukunft, ein vollkommen neuer Sound – repetitives Gitarrenriff, Elektro-Samples, harte Breaks und exzessiv geschriene Parolen. Seit diesem Tag ist er mein ständiger Begleiter.

 

Nassplatten Bild von einer Person mit einer Feder im Mund

18. November 2015: Im Gespräch mit Denis Krieg

An einem Tag kann ich mich komplett der Chemie widmen, löse mühsam Sandarak-Harz in Ethanol auf, filtere es stundenlang in mehreren Vorgängen, überprüfe den Reinheitsgrad und so weiter. Am nächsten Tag arbeite ich mit Holz und Metall, indem ich eine alte Holzkamera aus dem Jahr 1898 neu lackiere und jede einzelne Messingschraube poliere.

 

Seit 2005 bin ich im Bereich der professionellen Aktfotografie tätig. Da war es nur eine Frage der Zeit, bis ich mir selbst die Frage stellen musste, warum ich eigentlich Akte fotografiere. Das klingt nach einer einfachen Frage, aber eine ehrliche und aufrichtige Antwort darauf zu finden, war gar nicht so einfach.

 

Vom Geschmack der breiten Masse nun zu Dir: Welcher Artikel im Magazin war Dir im letzten Jahr am wichtigsten? Warum hat er Dein Herz berührt, Dich aufgewühlt oder inspiriert wie kein anderer? Nehmt eine Tasse Tee oder Kaffee mit auf den Weg ins Archiv des Jahres 2015 – wir sind gespannt auf Eure Gedanken in den Kommentaren.

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