Eine nackte Frau steht mit dem Gesicht zur Wand.
25. März 2015 Lesezeit: ~ 4 Minuten

Etwas Persönliches

Das erste Selbstportrait habe ich 2012 im Rahmen einer Schulaufgabe gemacht und danach habe ich angefangen, immer mal wieder sporadisch solche Fotos für mich zu machen. Aber erst 2014 habe mich getraut, sie zu veröffentlichen.

Ich habe mich immer für meinen Körper geschämt und mich sehr unwohl in der eigenen Haut gefühlt. Es hat sich nie so angefühlt, als könne ich meine Selbstportraits zeigen, weil ich eben so aussehe wie ich aussehe. Aber 2014 habe ich dann dieses eine Bild gemacht, auf das ich sehr stolz war und habe dann zu mir selbst gesagt: Scheiß drauf!

Eine nackte Frau steht in einer Schneelandschaft.

Seitenansicht einer nackten Frau.

Warum sollte ich mich selbst als Fotografin einschränken nur aufgrund meines Gewichtes? Und ich bin immer noch heilfroh, dass ich es einfach getan habe. Selbstportraits sind für mich eine Möglichkeit geworden, wieder Kontrolle über meinen Körper zu bekommen. Das Gefühl, meinen Körper zu benutzen, um etwas Schönes zu erschaffen, hat mir mehr Freude und Selbstbewusstsein gegeben, als ich es mir jemals vorstellen konnte.

Eine nackte Frau sitzt auf einem Bett.

Ich habe in den letzten Jahren für eine Modelagentur in Norwegen gearbeitet und in der Zeit unglaublich viele Bilder von schönen Mädchen geschossen. Und ich denke, gerade deswegen haben meine Selbstportraits bei vielen Leuten, die mich kennen oder meiner Arbeit folgen, einen Schock ausgelöst.

Sie sind so komplett anders als das, was ich sonst mache. Als ich die Fotos veröffentlicht habe, ist mir eigentlich nie in den Sinn gekommen, dass es eine „Gegenposition“ zu den Modellen ist, um die es in meinen sonstigen Bildern geht.

Denn wenn ich auf alle meine Bilder schaue, sehe ich eigentlich nie nur die Person; ich sehe alles, was das Foto und seine Schönheit ausmacht: Licht, Komposition, Bearbeitung. Es ging mir dabei nie um Selbstvertrauen in meinen Bildern, sondern um eine Neudefinierung, was für Menschen Schönheit bedeuten könnte.

Nackte Frau steht hinter einem Fenster.

Nackte Frau steht hinter einem Fenster.

Für mich ist Schönheit das Glänzen in den Augen einer Person, etwas, das sie besonders und einzigartig macht. Und wenn Du nichts Schönes in Dir drin trägst, ist es schwierig, von außen schön zu sein. Als Fotografin bin ich vielen Menschen begegnet, die die meisten Menschen in die Kategorie „normal“ einsortieren würden. Aber wenn ich sie vor meiner Kamera stehen habe, leuchten sie und haben so viele Emotionen und so viel Seele. Das ist Schönheit für mich.

Schwarzweißportrait einer Frau mit geschlossenen Augen.

oberschenkel eines nackten Person.

Schwarzweißfoto einer liegenden nckten Frau.

Als ich meine Selbstportraits das erste Mal veröffentlichte, habe ich zuerst gar nicht über mögliche Reaktionen nachgedacht, weil ich die Bilder in erster Linie für mich gemacht hatte. Es war ein großer Schritt von der Aufnahme bis zu dem Moment, als ich sie mit der ganzen Welt geteilt habe. Es war wirklich ein so befreiendes Experiment, die Fotos zu veröffentlichen und ich habe so viel unglaubliches Feedback bekommen, es war wirklich überwältigend.

Aber wie es immer im Leben ist, kommt mit dem Guten auch das Schlechte, denn es gab natürlich auch einige negative Reaktionen. Viele der negativen Kommentare gingen gegen meine Fettleibigkeit und dass es anscheinend nicht richtig ist, dass ich so viel gutes Feedback und Aufmerksamkeit erhalte, dass ich mich nicht positiv bestätigt fühlen soll, so dick zu sein.

Schwarzweißbild einer nackten Frau in einer Dusche.

Schwarzweißfoto einer duschenden Frau.

Dabei möchte ich mit meinen Bildern niemanden dazu anspornen, dick zu werden, weil es mir durchaus bewusst ist, dass ich übergewichtig bin und dass das nicht gesund ist. Aber ich denke, trotzdem es ist wichtig, dass unabhängig von Maßen und Körper, es Dir erlaubt sein sollte, Dich in Deiner eigenen Haut wohlzufühlen. Dich nicht darum kümmern zu müssen, was die Leute sagen und die Freiheit und das Selbstbewusstsein zu haben, genau der Mensch zu sein, der man sein möchte.

Nackte Frau dreht sic schwungvoll um.

Für mich ist es so absurd, wie eng unsere physische Erscheinung mit unserem Glücklichsein verknüpft ist. Wenn wir uns über unser Gewicht als Mensch definieren lassen, nur weil man es uns so beigebracht hat, dann ist mit unserer Gesellschaft irgendetwas absolut nicht in Ordnung.

Dieser Artikel wurde von Anne Henning für Euch aus dem Englischen ins Deutsche übersetzt.

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72 Kommentare

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  1. Ich finde die Bilder wunderschön. Wie du mit Licht arbeitest, ist beeindruckend. Diese Bilder haben für mich eine bedeutend stärkere Aussage, als das 1000. perfekt retuschierte Bild eines Modells mit makellosem Körper. Deine Aufnahmen sind echt und roh und ja auch sehr mutig. Da mein eigener Körper lange auch nicht der gesellschaftlichen Norm von “Schön” entsprach, kann ich deine Gedanken zu diesem Projekt sehr gut nachvollziehen.

  2. Einfach wunderschöne Bilder, ohne langweilig glattgeleckt zu sein wie viele andere Selbstporträts, die meist ja doch nur dazu dienen, die eigene Eitelkeit zu befriedigen.

    Und ich stimme zu: Es ist absurd, Glück mit physischer Erscheinung zu verknüpfen, so als dürften die Menschen, deren Aussehen nicht der allgemeinen Norm der Schönheit entsprechen, nicht glücklich sein. Genauso absurd ist es, Leuten das Recht abzusprechen, solche Fotos zu machen, nur weil sie nicht schön sind. Jeder hat das Recht, sich in seiner Haut wohlzufühlen.

  3. Sehr gute Serie!
    Spannender Text und außergewöhnliche Fotos.

    Allgemein zu Selbstportraits:
    Das müssen ja keine Aktaufnahmen sein.
    (Obwohl Akt am meisten Aufmerksamkeit auf sich zieht!)
    “Portrait” und “Akt” sind ja eigendlich verschidene Genres
    Ja ich weiß, es gibt auch das Aktportrait aber naja das ist meiner
    Meinung geschummelt.

    Wen man den Mut hat Selbstportraits zu veröffentlichen ist das klasse.
    Wenn das noch Aktaufnahmen sind und diese nicht dem “spießigen”
    Ideal entsprechen, dass in der Werbug propagiert wird, gefällt mir das noch besser.

    Körpergefühl und Foto würde ich aber trennen.
    Ob man sich im eigenen Körper wohl fühlt muss jeder selber wissen.
    Genau wie jeder selbst entscheiden
    kann, ob die Fotos gefallen oder nicht.

    Mir gefallen die Fotos.
    Die inzenierung ist zwar nicht aussergewöhnlich, dadurch das die Fotos eben nicht
    gewöhnlichen 0815 Aktfotos sind oder auf “träumerisch” gemachten
    Selbstportraits, gewinnt die Serie in meinen Augen ungemein!

  4. Vielleicht unterscheidet uns nicht das von anderen Menschen, von welchem wir glauben, dass es uns unterscheidet. Das Gemeinsame, vermutete, wie zum Beispiel der Begriff vom Schönen, er trennt die Menschen soweit, dass sie sich an anderer Stelle sehr viel näher sind, als sie es vermuten dürfen.

  5. Ich bin unsicher und hin- und hergerissen. Einerseits der Mut, sich einer Öffentlichkeit so zu präsentieren wie man ist und dabei zu wissen, dass man dem gängigen, physischen Schönheitsideal nicht entspricht. Andererseits macht Marteline Nystad genau dieses Spiel eines Primats flüchtiger Schönheitsideale mit, auch wenn sie sich bewusst als Gegenpol zeigt und inszeniert. Darf man als Betrachter äußern, dass einem die Fotos nicht gefallen ohne sich dem Vorwurf auszusetzen, voreingenommen, oberflächlich und überheblich zu sein? Schwierig…

    • Ich denke mal, man darf…auch wenn ich selbst die Fotos toll finde und sie mich in der Ganzheit der Geschichte sehr berühren und froh machen, MUSS es meiner Meinung nach erlaubt sein, sie auch eben nicht schön zu finden. Ich finde ja auch nicht automatisch jedes Foto von schlanken Personen schön, nur weil dort Schlanke abgebildet sind. Ich finde nicht mal jede/n Schlanke/n schön :o).
      Ist halt so. Geschmäcker sind verschieden.
      Für mich ist aber entscheidend, wie man damit umgeht, wenn einem was nicht gefällt – muß man dann denjenigen, dem es gefällt und der es gemacht hat, beleidigen? Leider ist das bei Dicken sehr oft der Fall – dicke Menschen werden beschimpft, beleidigt, verachtet, weil sie nicht in die gängige Norm passen. DAS finde ich blöd. Man MUSS Dicke nicht schön finden (s.o.), aber man sollte fair bleiben und nicht beleidigend.
      Man kann in unserer hochgeschätzen Zeitschrift “Brig*tte” nachlesen, wie “eklig” Dicke sind – es ist zum Davonrennen, wenn man das liest – eine Horde hirnloser Damen, die meinen, Dicke sollten sich am betsen gar nicht erst zeigen. Wenn ich sowas lese, werde ich auch inzwischen ausfallend, weil ich wütend bin.
      Sowas lese ich jetzt bei Ihnen nicht raus, im Gegenteil, Sie nähern sich dem Thema auf für mich nachvollziehbare und durchaus respektvolle Weise.
      Also: Sie dürfen…
      :o)

      Viele Grüße, Winterdykchje

      • Danke – und ich ich bin immer noch hin- und hergerissen, wie die Fotos auf mich wirken. Irgendwie funktionieren hier meine üblichen Sichtweisen und Bewertungsmaßstäbe nicht. Dabei spielt es keine Rolle, ob ich übergewichtige Menschen attraktiv finde oder nicht. Ich kann mich auch nicht mit bildgestalterischen Kriterien für die Bildbewertung rausreden. Ich bin wohl durch die radikale Selbstoffenbarung überfordert. Am Ende bedeutet das ja, dass mich die Fotos von Marteline Nystad treffen und beschäftigen. Dann sind es also gute Fotos und zwar unabhängig davon, was Schönheit für mich bedeutet.

  6. Blogartikel dazu: Lesetipp | Kreative Strukturen

  7. Liebe Marteline,
    eine Freundin schickte mir eben Ihre Bilder und ich finde es klasse, was Sie da gemacht haben. Selbst nicht gerade mit “Modelmaßen” “gesegnet”, hätte ich deinen Mut wohl nicht – aber ist es Mut? Eigentlich doch schade, dass es in unserer Welt Mut braucht, sich zu zeigen.
    Ich habe eine Freundin, die mich schon mehrfach als Akt gemalt hat – das war für mich auch eine sehr positive Erfahrung, weil ich plötzlich feststellte, dass sie einen ganz anderen als den bewertenden Blick auf mich hat. Sie muß schauen, wie sie mich aufs Papier bringt und nicht, ob ich an der oder der Stelle zuviel Fett habe oder nicht optimal aussehe. Es ist ein ganz sachlicher und dennoch interessierter Blick ohne Wertung – das kann ich nur jedem empfehlen.

    Und so sehe ich Ihre Bilder auch – einfach etwas darzustellen wie es eben ist. Für viele Menschen wohl sicher unvorstellbar. Man darf auch nicht vergessen, wie viele und gerade Frauen schlicht Angst vor jeglicher Zunahme haben und hoffen, sich diese durch Beleidigungen von Dicken vom Hals zu halten. Sie würden mit sich selbst genauso umgehen wie Sie es mit Ihnen tun, wenn sie Sie beleidigen. Wie traurig. Die weibliche Welt ist ohnehin oft eine schreckliche und gerade Frauen tun sich gegenseitig eine Menge an…

    Naja…ich wünsche Ihnen auf jeden Fall alles Gute und werde Ihre Fotos mit Freude weiter verfolgen. Vielen Dank dafür.
    Ihre Winterdykchje

  8. Wow, Respekt! Ich find’s echt klasse, dass du dich getraut hast, die Bilder zu veröffentlichen. Es braucht wesentlich mehr Mut und Selbstbewusstsein, sich als Mensch vor die Kamera zu stellen, der vielleicht in der Vergangenheit schon viele negative Kommentare über seinen Körper gehört hat, als wenn man Modelmaße hat! Man sollte sich echt nicht verstecken und einfach aus sich rausgehen und stolz auf die Person sein, die man ist, dabei spielt der Körper keine Rolle.

    Liebe Grüße
    Miriam

  9. Na ja, also… auch wenn mir inszenatorisch einiges ganz gut gefällt: ich finde nicht schön, was ich da sehe, weder als Mitmensch, noch als Kunstbetrachter, auch wenn das Gezeigte eine sehr persönliche und harte Wahrheit ist. Ich weiß, wie schwer es ist, im größeren Umfang abzunehmen und dann kann es der leichtere Weg und eine Verlockung sein, die Flucht nach vorne anzutreten und sein Übergewicht zu stilisieren und zu heroisieren. Funktioniert ja auch, wenn ich mir die warmherzigen Kommentare so ansehe.

    Abgesehen, von diesen speziellen Bildern und ihrem Effekt finde ich es persönlich aber ein wenig traurig, dass die Mädchen und Frauen die Fotographie zur Zeit offenbar ganz überwiegend benutzen, um sich mit ihrem eigenen Äußeren auseinanderzusetzen. Der künstlerische Anspruch gerät dann leicht in den Verdacht, die Eitelkeit, die eigene Unsicherheit, die Suche nach Selbstvergewisserung und Selbstverklärung als stärkste Triebfeder für die Bilder verbergen zu sollen. Oder ist das nur bei kwerfeldein so betont ?

    • Weil die Gesellschaft so ist, wie sie ist, setzt man sich als Frau wohl zwingendermassen stärker mit seinem Aussehen auseinander. Auch wenn Frauen – zum Glück – nicht mehr nur als Schmuck gelten, sind sie doch einer stärkeren Beurteilung und vielleicht auch Verurteilung in diesem Bereich ausgesetzt. Wieso sollte frau oder auch man sich also nicht in der Fotografie mit diesem Thema auseinandersetzen?
      Wenn es einem hilft, Frieden mit sich und seinem Körper zu schließen, finde ich dies durchaus positiv. Und wenn dann noch so beeindruckende Fotos entstehen, die berühren und Menschen zum Nachdenken anregen, bietet dies meiner Meinung ein echter Mehrwert, der weit über die fotografische Leistung hinausgeht.

    • Diese Bilder sind stilistisch sehr schön hergestellt worden und erzeugen eine Wirkung. Es sind tolle Bilder, ohne Frage.
      Jedoch zeigen sie nichts Schönes! Das ist auch Fakt und das darf auch so sein. Sofern die Realität als solche dargestellt wird, beabsichtigt als solche hergestellt wurde und auch verstanden werden darf, finde ich das sehr toll. Dann haben die Bilder jeglichen Freiraum an Interpretation verdient.
      Nur eben, wenn man nun aufgrund des fotografischen Könnens des Erstellers gleichzeitig auf seine optische (oder gar mentale) Verfassung bezieht und alles positiviert, tut man der Künstlerin auch nichts Gutes.
      Es mag ihr obliegen, ob sie damit etwaig eine Unzufriedenheit mit sich selbst verarbeiten will oder ein Schönheitsideal proklamieren.
      Stellt ein Künstler ein Bild seiner Hand mit abgetrenntem Mittelfinger dar, um sein Defizit zu verarbeiten, so hilft es nicht ihm zu erzählen, dass er fünf Finger hat!
      Außerdem wären diese Bilder wohl nicht annähernd so interessant, würden sie eine normal-gewichtige Frau oder gar ein Top-Model zeigen.

  10. !

    Einfach nur wunderschöne, so sehr sinnliche Selbstportraits.
    Im Shuffle lief gerade “Slow Down” von The Lumineers. Diese Kombination machte Gänsehaut.

    Das jeder Körper einfach wunderschön ist, sollte außer Frage stehen. Demnach kann ich schlicht nur sagen, wie sehr mich diese Fotos in ihrer Stimmung berühren.

  11. Liebe Marteline,
    eine ganz tolle Serie.
    Jeder Mensch hat das Recht so zu sein wie er ist und sich so zu zeigen wie er mag.
    Wenn jeder Mensch ein wenig mehr Toleranz üben würde, dann bräuchte keiner
    mehr auf dieser Welt Angst vor Diskriminierung in welcher Form auch immer haben.

    Ich wünsche dir weiter viel Freude
    beim Bilder machen
    LG Andrea

  12. Mit aller Achtung vor der Autorin und dem offensichtlich positiven, therapeutischen Effekt: Mit solchen Bildern (wie auch Selfies und anderen Selbstinszenierungen) kann ich wenig anfangen. Es geht hier um die Fotografin und weniger ums Bild.

    • Ich bin bei den Bildern hin- und hergerissen.
      Ich finde, eigentlich sollte es keines Mutes bedürfen, sich so zu zeigen wie man ist. Fotos als Selbsttherapie zu veröffentlichen ist nicht so mein Ding. Die allgemeine Selfie-Wut lässt auf eine arg egozentrische Welt schliessen. Diese Kritik richtet sich aber an all das, was ich übertriebene Selbstdarstellung bzw. -inszenierung empfinde.
      Die Idee, einen Gegenentwurf zu dem Schlankheits- und “Schönheits”-wahn zu gestalten ist allerdings sehr gut und die Umsetzung finde ich gelungen.
      Dort würde ich lediglich das Monothematische bemängeln bzw. anregen, das Thema ruhig etwas weiter zu fassen. Denn in der Model- und Portraitfotographie finden sich Unmengen von Clichés, die sich fotographisch auf die unterschiedlichste Art und Weise thematisieren lassen.

  13. Liebe Marteline, berührende Fotos – VIELEN DANK!
    Ich arbeite selbst gerade an einer Aktserie “mit ganz normalen Menschen in ganz normalen Lichtsituationen” und bin immer wieder konfrontiert mit den Vorurteilen meiner Kollegen, denen sich immer wiederholende stereotype Schlankheit, Schönheit, Jugend + Nabelschau der Möglichkeiten von Photoshop und Co. wichtiger ist, als der Realität liebevoll in die leuchtenden Augen zu schauen.
    Ich freue mich sehr, dass Deine Fotos Dich zeigen, so wie Du bist. Sinnlich, fühlbar, echt! Genieße Deine Schönheit und den Erfolg Deiner Arbeit. Sie wird gebraucht!
    Erik Engelhardt – Photographer

  14. Ich habe tränen in den Augen.

    Wie du bin ich Fotografin (naja zum Beruf konnte ich das leider noch nicht machen, aber immerhin habe ich bei einem Fotografenmeister gelernt ;-) ) und wie du, bin ich sehr übergewichtig.
    Meinen Modellen (keine Profis, sondern die netten Leute von neben an, Leute wie du und ich… ) sage ich immer wieder, das jeder auf seine Weise schön ist und ich meine in meinen Bildern gelingt es mir auch, genau das zu zeigen.
    Ich liebe dieses überraschte Gesicht, wenn das Modell die Bilder zum ersten Mal sieht und staunen sagt: ” Ich seh ja toll aus!” und ja, sie sieht wirklich toll aus. Das macht mich stolz und glücklich, denn ich kann den Modellen, die bis dahin nicht an sich glaubten, zeigen, dass es keine hohle Phrase ist, sondern stimmt. Jeder ist auf seine Weise schön.

    Nur bei mir selbst bin ich noch nicht an diesem Punkt. Portraits ja, da gibt es einige. Extra so geschnitten, dass man nicht sieht, wie breit ich wirklich bin. Oberkörper/ Ganzkörperaufnahmen – Nein das kann und will ich nicht, denn ich schäme mich zu sehr für meinen Fettleibigkeit. Es sieht dir ja keiner an warum du so dick bist und wie sich dieser Kreislauf immer weiter nach oben schraubt. Man sieht nur, du bist fett -also frisst du zu viel.

    Dabei sollte es doch egal sein, das Warum genauso wie dass man dick ist generell. Zählen keine anderen Werte, bin ich nicht trotzdem ein Mensch mit Geist, Witz, Charme, Intelligenz und Gefühlen?

    Du zeigst auf wundervolle Weise, dass man sich keines Wegs verstecken muss und das man trotz aller Äußerlichkeiten Ausstrahlung und Sinnlichkeit zeigen kann. Ich danke dir, dass du auf diese Weise so vielen Mut machst.

    liebe Grüße
    Ute

  15. Zensur! Das macht die ganze Aktion hier ja noch um einiges peinlicher, aber konnte schon erahnen, wie hier mir Kritik umgegangen wird. Schäme dich – mehr als erbärmlich. Wer nicht mit Kritik umgehen kann, der sollte sich überlegen, überhaupt eine Präsents im Internet zu pflegen.
    Pfui…

      • Mein Kommentar, den ich ca. 15.30 verfasst habe und durchaus von kritischer Natur war, wurde einfach gelöscht, was auch mit diesem passieren wird. Da bin ich sicher.

      • Lieber Till, wir haben Deinen Kommentar gelöscht, weil Du beleidigend geworden bist. Wenn Du unter einem solchen Artikel „abstoßend“, „ekelhaft“ und „ich muss brechen“ schreibst, dann löschen wir Deinen Kommentar. Auch in Zukunft. Wir dulden keine Beleidigung unserer Autor_innen. Und das ist nichts Neues. Und nein, Deine letzte Antwort werden wir nicht löschen, auch wenn Du Dir da sicher bist. ;)

        P.S. Du schreibst „schäme Dich“. Wen meinst Du mit „Du“? Falls Du die Autorin meinst, werden wir auch diesen Kommentar löschen. Wenn Du uns damit meinst, dann hast Du Dich offenbar vertan und wir werden ein Auge zudrücken.

      • Ich empfinde abstoßend als keine Beleidigung der Fotografin und am ende schön “ich muss brechen” aus dem Zusammenhang reißen. Yaaay. (Was ekelhaft betrifft, hab ich nicht mehr vor Augen, aber bin mir sicher, dass es angemessen begründet wurde.)

      • Die Person ist gemeint, die hier Kommentare löscht. Ich würde mir nie anmaßen Menschen grundlos Kritik auszusetzen. Ich wusste nicht, wer die Administration übernimmt.

      • Till, ich werde hier jetzt nicht Deinen Kommentar wieder reinschreiben (das Löschen war ja der Sinn der Sache) und auch nicht mit Dir diskutieren. Tipp: In Zukunft einfach ein bisschen auf die Formulierung achten, dann gehen auch Deine kritischen Kommentare durch – wie Du am Beispiel Deiner letzten Kommentare siehst. ;-)

    • Dein Kommentar war keine sachlich-konstruktive Kritik, sondern nach meinem Empfinden einfach eine undurchdachte, wenig einfühlsame und von falschen Schönheitsidealen gelenkte Meinung, die im Ton („abstoßend“, „ekelhaft“, „…seine Fehler…“) derbe daneben war. Dass wir als Redaktion sowas hier auf kwerfeldein nicht tolerieren, weil es Menschen verletzen kann – nicht zuletzt unsere Gastautorin – mag sich dir nicht erschließen. Wir machen es trotzdem. Formuliere nicht angreifend, dann werden deine Kommentare auch nicht gelöscht.

      • Mal eines vorweg – ich empfinde mittlerweile auch glattretuschierte Photoshop-Puppen als künstlich – als befremdlich bis abstoßend. Aber alles hat seine Daseinsberechtigung.
        Die Frage ist doch, wie man seine Kritik äußert. Wenn ‘abstoßend’ schon als beleidigend empfunden wird, dann ‘Gute Nacht’.
        Wenn also einige die Fotos mit ‘mutig’ bewerten, so zeigt es doch nur, dass diejenigen die Bilder – und meinen damit die Protagonistin – ebenfalls als abstoßend empfinden. Denn sonst würden sie es ja nicht als mutig bezeichnen.
        Schon komisch – aber was wird denn hier bewertet – die Gestaltung der Fotos – oder die abgelichtete Person – oder beides ?
        Was mir nur auf den Nerv geht ist die Tatsache, dass wenn man gegen den Strom der allgemeinen Meinung hier schwimmt schon in Rechtfertigungsnot gerät.
        Zu den Bildern und den Selbstporträts fällt mir nur ein, dass ich ebenfalls unter Adipositas leide – mit 50 Kg Übergewicht. Mir kann keiner erzählen, dass er sich mit solch krankhaftem Übergewicht wohl fühlt. Nicht falsch verstehen – nicht jedes Model muss einer gewissen Ästhetik entsprechen – wenn man mit den Bildern vor solch einer Krankheit warnen will – dann ist es damit gelungen. Sie hat es bei mir jedenfalls geschafft, über meine gesundheitliche Situation mal ernsthaft nachzudenken.
        Natürlich soll sie sich wohl fühlen – aber ist dem wirklich so ? Fühlt sich Marteline wirklich so wohl ? Oder ist es eher ein Hilfeschrei ?
        Und die Fotos ? Finde ich klasse gemacht – sie hat sich so fotografiert, wie sie wohl schlanke Models wohl auch fotografiert hätte. Sie gefallen mir außerordentlich gut ! Alles sehr gefühlvoll in Szene gesetzt.
        Ist nur die Frage, ob hier auch alle so geurteilt hätten, hätte man hier Menschen mit Bulimie abgebildet. Aber wie schon anfangs erwähnt – alles hat seine Daseinsberechtigung ;-)

  16. Ihr Lieben, liebe Autorin, liebe Übersetzende, liebe Mitdiskutierende,

    mein Eindruck ist, dass dieser Artikel mit all den Bildern alle berührt und nachdenklich stimmt. Selbt der Kommentierer, der das “eklig” findet und die übliche Zensur-Diskussion vom Zaun gebrochen hat, wird evtl. nochmal nachdenken (ja, ja, ich hab halt ein unverbesserlich positives Menschenbild… :-))

    Dieser Beitrag geht qualitativ über vieles hinaus, was man täglich so sieht und liest. Wer das auch so empfindet, sollte tun, was ich grade tat: 5 Euro per Paypal…

    Wäre doch toll, wenn die kwerfeldein-Verantwortlichen auch die Reaktionen für die Autorin übersetzen könnten – sowas ist aber halt einfach nur ARBEIT. Da hilft eine wohl verdiente Spende sicher sehr!

    Zur Ambivalenz: die empfinde ich auch. Wird da doch ein allgemein als ungesund adipös bewerteter Körper ausgestellt und fotografisch ästhetisiert. Darf das sein? Wie reagiert man darauf? Darf man es sich zugestehen, über den gezeigten Körper zu erschrecken, aber die Bilder und die Aktion toll zu finden?

    Nun will ich Euch erzählen, wie sich bei mir diese “Normaldenke” geändert hat. Etwas Persönliches, genau wie der Blogpost. Ich bin seit langem mit einem Mann zusammen, der ebenfalls den Normen wohlgestalteter Männlichkeit nicht entspricht. Klar, die haben den Vorteil, als “stattlich” durchzugehen, wenn sie auch GROSS sind ein ein bisschen selbstbewusst auftreten…. – aber hey, es bleibt Fakt: der Partner ist echt DICK!

    Was ich lernte: es gibt nicht nur die Werte des Auges! Wir haben fünf, manche meinen sechs oder sieben Sinne – das SEHEN ist zwar sehr alltagsrelevant, aber das sind die anderen Sinne auch. Die Werte der Hände sind andere als die des Auges – wer sich darauf einlässt, wird es erleben und verstehen!

    Dass ich zusammen mit ihm mittlerweile auch etwas “gewichtiger” geworden bin, stört mich lange nicht so, wie es mich früher gestört hätte.
    (Info: vor “absenden” hab ich das “ok” meines Partners eingeholt)

  17. Diese Serie und dieser Artikel rührt mich sehr, berührt mich.
    Das Thema “glücklichsein” gehe ich immer wieder in meinen Gedanken durch und beobachte ich die Gesellschaft, so stimmt es mich sehr traurig, dass es keine Selbstverständlichkeit ist, sich in seiner Haut wohlfühlen zu dürfen.

  18. Sehr schöne Fotos. Es ist leider echt scheisse dass unser Selbstvertrauen so eng mit unserem aussehen verbunden ist. Bin auch selbst Übergewichtig. Wird sich wahrscheinlich nie ändern.

  19. Meiner Meinung nach werden hier 2 Themen miteinander verwurstet …. ich finde es auch nicht gut, daß Menschen nach ihrer Körperfülle bewertet werden (und ich weiß wovon ich rede, da ich selbst dick bin). Und wenn es Marteline hilft sich so zu fotografieren und die Fotos öffentlich zu zeigen – auch gut. Nur deshalb sind doch ihre Fotos nicht per se gut. Ich finde die Fotos langweilig und uninspirierend. Und die Fotos wäre mit einer gertenschlanken Frau um keinen Deut spannender!
    Man kann auch mit natürlichem Licht und einem dicken Menschen spannendere Fotos machen.
    So, daß mußte ich als dicke Fotografin mal loswerden.

  20. Danke für den tollen Beitrag. Beiträge wie diese und auch die Dikussionen darunter liebe ich an Kwerfeldein.

    “Selbstportraits sind für mich eine Möglichkeit geworden, wieder Kontrolle über meinen Körper zu bekommen.”

    Wer hat die Kontrolle über unsere Körper, wenn wir sie anscheinend nicht haben. Körper sind auch immer im Kontext ihrer Gesellschaft zu sehen. Wir leben in einer gewalttätigen, sexistischen, patriarchalen und auf Verwertung ausgerichteten Gesellschaft. In diesem Sinne werden auch Körper bewertet. Die Personen die darunter zu leiden haben müssen damit natürlich alleine klarkommen, es ist aber auch wichtig den Blick nicht von den gesamt gesellschaftlichen Bedingungen zu verlieren.

    Hoffentlich wird es in der Zukunft auch einfach mal (ganz normale) Bilder von Körpern jenseits der Norm geben, welche nicht schwarz weiß und traurig anmuten (was ich im übrigen sehr, sehr schön finde), sondern hochglanz, bunt und happy. Einfach genau wie bei den Topmodels auch. Wenn das dann keinen Aufschrei mehr verursacht, dann haben wir einiges geschafft.

    Wie ich schon geschriebene habe finde ich die Bilder toll. Marteline schreibt aber:
    “Für mich ist Schönheit das Glänzen in den Augen einer Person, etwas, das sie besonders und einzigartig macht.”
    Leider sieht man ihre Augen kaum. Diese Bilder sind toll und erziehlen ihre Wirkung, sind vermutlich auch ein Spiegelbild ihrer selbst zu den jeweiligen Zeitpunkten der Aufnahme. Jetzt freue ich mich aber auch auf Bilder einer lächelnden Marteline, mit strahlenden Augen etc.

  21. Liebe Marteline,

    ein wunderbarer Beitrag! Ich kann förmlich spüren, wie du dich mit jedem Bild ein wenig mehr entdeckst, im wahrsten Sinne des Wortes.

    “Für mich ist es so absurd, wie eng unsere physische Erscheinung mit unserem Glücklichsein verknüpft ist. Wenn wir uns über unser Gewicht als Mensch definieren lassen, nur weil man es uns so beigebracht hat, dann ist mit unserer Gesellschaft irgendetwas absolut nicht in Ordnung.”

    Wie Recht du hast. Ich kenne viele “Essgestörte” und da entscheidet jedes Gramm über Glück oder Unglück. Gesund oder “normal” ist das nicht.

    Danke für diesen Beitrag!

    LG, Conny

  22. Erst dachte ich: mutig… Dann warum eigentlich? Sollte eigentlich gar nichts dabei sein, sich so in Szene zu setzen…. Sagt doch etwas über unsere Gesellschaft aus… mach Dich nicht wegen Deines Körpers verrückt, sei weiter so kreativ

    Was bleibt? Sehr sehr gute Fotost, vor allem in s/w mit kraftvollem Ausdruck… Du kannst wirklich Licht und Schatten wirklich toll in Szene setzen…

    Nur schade, dass Du auf keinem der Bilder lachst, außer in Deinem Profilbild … Das steht Dir nämlich

  23. @ Christian, 25. März 20:18

    >>Die Frage ist doch, wie man seine Kritik äußert. Wenn ‘abstoßend’ schon als beleidigend empfunden wird, dann ‘Gute Nacht’.
    Wenn also einige die Fotos mit ‘mutig’ bewerten, so zeigt es doch nur, dass diejenigen die Bilder – und meinen damit die Protagonistin – ebenfalls als abstoßend empfinden. Denn sonst würden sie es ja nicht als mutig bezeichnen.< 30) nicht sehen. Gar nicht. Man hört oft, dass dicke Menschen unästhetisch aussehen und auffallen. Auf unseren Fotos fällt aber das Gewicht sehr selten auf.
    Woran liegt da?
    Möglicherweise daran, dass er es selbst nicht als Störfaktor wahrgenommen hat, dass er sein Leben genossen hat ohne Gedanken daran zu verschwenden, ob andere über ihn lästern, dass er sich selbst als attraktiv empfunden hat (in den letzen Jahren gab es immer Spiegelkontrollen, Haare und Kleidung wurden zurecht gezupft).
    Aber ja, viele dicke Menschen fallen mir oft als unattraktiv auf.
    Möglicherweise liegt das wirklich auch an deren Selbstwahrnehmung bzw. schlechten Erfahrungen und Angst vor Ablehnung, die sich dann unbemerkt in der Mimik niederschlagen. Je nach Gefühlslage kann ein Mensch gerade im Gesicht extrem dick oder schlank wirken, unabhängig von seinem tatsächlichen Gewicht.
    Dies sieht man bei den hier gezeigtem Bildern im Vergleich mit dem Profilbild, auf dem die Autorin deutlich “schlanker”, jedenfalls attraktiver aussieht.
    Vermutlich, weil die Mundwinkel dort nach oben zeigen!

    • PS
      Irgendetwas ist im obigen Beitrag völlig durcheinander gekommen, bitte nicht beachten oder löschen. Satzteile und ganze Absätze fehlen oder sind durcheinander geraten, keine Ahnung, warum!

  24. Ich finde die Fotos auf jeden Fall
    sehr mutig und sie zeugen von viel
    Selbstbewußtsein.
    Habe selbst Gewichtsprobleme und mag deshalb nicht mal Fotos mit Bekleidung von mir.
    Bin deshalb nicht sicher ob mir diese Fotos gefallen. Das liegt aber daran, dass ich mich selbst unbekleidet nicht gern ansehe .

  25. Wer möchte schon langweilige Photos von gefühlt tausendmal gesehenen Motiven sehen? Es geht hier um gute Photographie, von der berührenden Geschichte dahinter ‘mal abgesehen! Man schaut sie interessiert an, die Frau als Motiv ist ungewöhnlich, das Spiel mit Licht und Schatten schmeichelt dem Auge des Betrachters.

    Ich wünschte mir, die Fixierung unseres Schönheitsempfindens würde mehr aufgebrochen, auch wenn ich selbst nicht frei davon bin. Und Marteline Nystad trägt dazu bei, vielen Dank dafür!

  26. Liebe Martline,

    Dein Artikel und die Bildserie sind wunderbar!

    Ob wir Menschen und Dinge als schön empfinden, oder nicht, mag Geschmackssache sein. Was sich allerdings der Frage des Geschmacks und damit dem subjektiven Empfinden eines jeden einzelnen entzieht, ist, dass ausnahmslos jeder Mensch ein Recht darauf hat, dass seine Würde nicht angetastet wird. Das ist nicht nur der Grundstein unserer Verfassung, sondern die Basis einer funktionierenden modernen Gesellschaft!

    Marteline hat ihre Bilder und Innenansichten mit großer Würde präsentiert. Mich hat die Arbeit sehr berührt und ich werde sie ganz bestimmt als etwas Besonderes in Erinnerung behalten!

    Beste Grüße

  27. Eine Freundin hat mir Ihre Seite empfohlen, weil ich mich viel mit dem Thema Körperakzeptanz auseinander setze.
    Wirklich ein tolle Tipp! Ich mag das Bild mit den fliegenden Haaren am liebsten:-)
    Ich finde es großartig, dass Sie sich zur Veröffentlichung entschieden haben!

  28. Schön finde ich diese Bilder nicht. Sie sprechen mich auf die gleiche Weise an, in der ich künstlerisch inzinierten Bildern von Menschen im Allgemeinen begegne, ich erkenne die Einzigartigkeit an und versuche das Wesen in ihnen zu ergründen. Ich sehe aber kein Glänzen in den Augen. Ich sehe eine junge Frau, die mit leerem Blick in einem abgedunkelten Zimmer sitzt, die mit dem Gesicht zur Wand steht, die in gebückter Haltung unter der Dusche steht und ihren Körper durch Detailaufnahmen defragmentiert. Das ist die gleiche Bildsprache, die bei Produktionen mit magersüchtigen Models ernstblickende Frauen ohne Emotionen zeigen, nur dass diese meistens den Mund offen stehen haben und in steifen Posen ausharren. Selbstbewusstsein heißt für mich nicht, dass ich mutig bin mich nackt zu zeigen, egal welche Körperform ich habe. Ich hätte gerne eine Frau gesehen, die-ob nackt oder nicht- ein Leuchten in den Augen hat und Emotionen zeigt die sagent: ich bin ich, ich muss mich nicht zur Schau stellen. Ich mache es trotzdem, weil ich eine Selbstverständlichkeit für einen Körper wie meinen wecken möchte, die wir dringend brauchen. Das alles sehe ich in den Bildern nicht.

  29. Die Bilder sind phantastisch! 1 A Arbeiten! Und wieso solltest Du Dich nicht so zeigen dürfen, wie Du bist? Wer hat das Recht jemanden zu diktieren, ob er sich zeigen darf oder nicht? Mach weiter! Deine Bilder sind so toll!
    Ich wünschte, ich könnte mich selbst auch so annehmen, wie ich bin. Vielleicht schaffe ich das eines Tages… auf jeden Fall machst Du anderen damit Mut!
    Danke Dir dafür! <3

  30. Habe deinen Blog über einen Bericht bei FB gefunden! Darf ich sagen, dass es mir sehr gut gefällt? Gratuliere dir! Ich male sehr gern…dich würde ich gern malen, ich hoffe, du erlaubst mir diese Anmerkung. Nehme dein Magazin unbedingt in meine Blogroll auf! Sabina | Oceanblue Style

  31. Ganz toller Beitrag, gefällt mir richtig gut!

    Was ist mich beim Lesen gefragt habe, woher bekommt ihr als Redaktion eigentlich immer eure Gastautoren, also melden sie sich bei euch oder findet ihr die zufällig, auf Empfehlung, oder was ist da die geheime Quelle? :) Würde mich echt mal interessieren!

  32. Es ist schon interessant, diese Bilder zu betrachten, abseits des normierten mitteleuropäischen Einheitsgeschmacks. Außergewöhnlich sind sie dennoch nicht – immerhin gibt es so einige Gegenden auf diesem Planeten, wo “dick als chic” gilt. Gerne denke ich an so mache Maori-Frau, die mir auf meinen Neuseeland-Reisen begegnet ist. Allein unsere hochglänzenden Werbepostillen suggerieren allermeistens ein konträres Ideal.
    Leider klingt auch ein gewisser Narzissmus aus den Bildern. Da sie nicht von einer befreundeten Fotografin sondern als “Selfie” angefertigt wurden, entspringen sie dem zeitgeistigen Drang nach Beachtung und Anerkennung.

  33. Blogartikel dazu: Logbuch am Samstag #1

  34. Da ich selber sehr stark übergewichtig bin, mit denselben Problemen – “Ich bin nicht schön”, “Ich hasse meinen Körper”……., kann ich Dir garnicht genug danken für diese wunderschönen Fotos von Dir und Deinem nackten Körper.
    Es ist für mich eine Wohltat endlich mal einen “normalen” und “unretuschierten” Körper sehen zu dürfen bei diesem ganzen Schlankheits- und Schönheitswahn, den andere bestimmen – letztendlich nur um Geld zu machen.
    Du bist wunderschön – vorallem auch von innen.
    Ich danke Dir für Deinen Mut.

    • Zitat von Christian:
      “Wenn also einige die Fotos mit ‘mutig’ bewerten, so zeigt es doch nur, dass diejenigen die Bilder – und meinen damit die Protagonistin – ebenfalls als abstoßend empfinden. Denn sonst würden sie es ja nicht als mutig bezeichnen.”
      Falsch! “Mutig” ist es auch einfach, sich selbst nackt online zu präsentieren. Wieviele Fotografen zeigen denn sich selbst nackt im Internet?! Oder tut Ihr das?! “Mutig” kann man es durchaus auch deshalb nennen, wenn man bedenkt, dass es im Internet genug Leute gibt, die sich über dicke Menschen (leider!) lustig machen. Bei so einer öffentlichen Darstellung besteht immer die Gefahr von Spott, Beleidigungen und Mobbing. Sich dieser möglichen Gefahr zum Trotz dennoch so zu zeigen, zeugt schon von Mut, finde ich. Wenn hier also Leute schreiben, dass sie das mutig finden, sagt das zuerst mal absolut gar nichts darüber aus, wie sie persönlich nackte übergewichtige Menschen (und deren Abbildungen) finden. Ansonsten finde ich den Kommentar von Christian sehr gut, bzw. ich stimme voll zu :-)

      Zitat von RK:
      “Leider klingt auch ein gewisser Narzissmus aus den Bildern. Da sie nicht von einer befreundeten Fotografin sondern als “Selfie” angefertigt wurden, entspringen sie dem zeitgeistigen Drang nach Beachtung und Anerkennung.”
      Auch das halte ich für total falsch. Das sind keine Selfies! (Unweigerlich drängt sich da bei mir die Frage auf, wie alt RK ist… Ab einem gewissen Alter und Bildungsstand sollte man wissen, was Selbstportraits sind!) Diese Fotos sind im weitesten Sinne Selbstportraits (wobei nicht bei jedem Foto –da man das Gesicht nicht sehen kann- von Portrait gesprochen werden kann.) Wir haben hier eine Fotografin, die sich selbst portraitiert hat und sich auch selbst als Fotomodell genommen hat. Mit Narzissmus, bzw. einer übertrieben krankhaften Selbstwahrnehmung haben weder diese Fotos noch Selbstportaits im Allgemeinen irgendwas zu tun! (Wenn jemand hunderte Selfies von sich ins Internet stellt oder sogar als Buch verkaufen will …wie Kim Kardashian… erst dann kann man wohl von Narzissmus sprechen.) Aber Selbstportraits gibt es schon so lange wie es Menschen gibt, die ihre Welt abbilden. Immerhin haben schon die Neandertaler sich selber auf Höhlenwände gezeichnet. Und dann all die berühmten Maler!… und nun natürlich auch die Fotografen / Fotografinnen. Hätte es von solchen Künstlern wie z.B. Rembrandt und Renoir keine gemalten Selbstportraits gegeben (oder z.B. von J.S. Bach und Mozart kein Portrait) dann wüssten wir heute überhaupt gar nicht, wie diese Leute ausgesehen hätten. Portraits sind wichtig, und warum sollte ein Künstler bzw. hier eine Fotografin nicht das Recht haben, SICH SELBST abzubilden?… Das hat nichts mit Narzissmus zu tun, und ich kann auch sonst in der Art der Darstellung (wie sich die Fotografin in ihren Fotos präsentiert) nichts erkennen, was man als Narzissmus bezeichnen könnte.

      “Narzissten benötigen die Bewunderung ihrer Umgebung zeitweise zur psychischen Stabilisierung.”
      Ahm ja, das wäre z.B. Kim Kardashian, besonders mit ihrem Selfie-Buch.

      “Dieser Tatbestand scheint mir durchaus erfüllt zu sein.”
      Nein, ist er nicht. Ich glaube nicht, dass die Fotografin diese Fotos online gestellt hat, um bewundert zu werden. Selbstakzeptanz und die Hoffnung, auch von den anderen mehr akzeptiert zu werden –das kann durchaus sein. (Und das ist auch absolut okay!) Und wohl auch der geglückte Versuch, anderen dicken Menschen hmm mehr Kraft zu geben. Aber der Versuch, Bewunderung zu erhaschen, sehe ich hier in diesen Fotos absolut nicht!

      Deshalb tendiert diese Art der Darstellung meiner Meinung nach auch eher in Richtung “Selfie” als zum Porträt.
      Nochmal: Das sind keine Selfies. Mir scheint, RK weiß nicht, was richtige Selfies und richtige Narzissten sind.

      Über das (starke) Übergewicht der Fotografin möchte ich sagen: Ich glaube, dass das ungesund ist, und ich glaube auch, dass man mit so viel Übergewicht bei körperlich anstrengenden Tätigkeiten nicht so leistungsstark sein kann, wie jemand der nicht so viel Körperfett hat. Ich befürworte es also durchaus, dass ein sehr übergewichtiger Mensch versucht, Körperfett zu reduzieren. (Und ich glaube: das geht, auch auf eine gesunde Art und Weise.) ABER: für noch wichtiger als das halte ich es, dass man sich auch als sehr übergewichtiger Mensch eben NICHT SELBST HASST, verabscheut oder eklig findet. Ich finde, man kann sich grundsätzlich akzeptieren, und dennoch versuchen, gesünder zu leben/essen, und übermässiges Körperfett zu bekämpfen. Seltsam, mir kommt es beim Lesen der Kommentare so vor, als würde es in den Köpfen der Leute nur noch diese beiden Extreme geben: Entweder sehr übergewichtig, oder Magermodell+Photoshop! Was ist los, gibt’s nichts mehr dazwischen! :-/

      Die Fotos gefallen mir recht gut, denn sie sind hmm stimmungsvoll, und ich habe den Eindruck, dass die Fotografin recht gut ihre Gefühle während dieser (Aufnahme)Zeit vermitteln kann. Ich empfinde die Bilder, besonders die schwarz-weißen, als recht düster (aber das passt wohl zur damaligen Situation der Fotografin) und ja: auch ich würde gerne fröhlichere, buntere Selbstportraits der Fotografin sehen, auch mit einem Lächeln! Zu den sehr übergewichtigen Menschen möchte ich nur sagen: Liebt euch (trotz Übergewicht) – aber schaut auch, ob es möglich ist, etwas gegen das viele Übergewicht zu tun. (Ich glaube, dass das geht.) Und bis dahin: liebt euch einfach weiter. Das Wichtigste ist sowieso: Einen netten Charakter und Liebe…