06. April 2020 Lesezeit: ~4 Minuten

52 Wochen – Thema 14: abstrakt

Na, wie geht’s Euch? Die Situation ist zwar ganz anders als wir es gedacht hätten, als Katja mit der 52-Wochen-Herausforderung das Jahr begonnen hat, trotzdem interessiert uns natürlich, was Eure Gedanken zum Projekt sind, nachdem wir nun die ersten drei Monate mit so vielen fotografischen Themen gemeinsam „geschafft“ haben.

Da wir uns in der letzten Woche mit dem Thema „gewohnter Anblick“ bereits aufgewärmt haben, um im Altbekannten das Besondere zu finden, schließt das heutige Thema – „abstrakt“ – in gewisser Weise daran an und Ihr könnt den nun schon gut trainierten Blick weiter verfeinern.

© Julian Schulze; ebenso Titelbild

Wahrscheinlich habt auch Ihr eine intuitive Vorstellung davon, was „abstrakte Fotografie“ bedeutet. Da die Fotografie im Gegensatz etwa zur Malerei immer etwas real Existierendes abbildet, können wir beim Betrachten der Bilder zumeist identifizieren, um welche Objekte es sich handelt.

Lässt sich das nicht sagen oder muss man ein Foto längere Zeit eingehend untersuchen, quasi eine Spurensuche betreiben, um dem Abgebildeten auf die Schliche zu kommen, qualifiziert sich das Bild als „abstrakt“. Bleibt noch die Frage: Wie kommt man zu abstrakten Fotos und wann sind sie besonders spannend?

Ein Ansatz kann sein, einen Ausschnitt zu wählen, sodass der erklärende Kontext entfällt. Nur einen Teil eines Gegenstands abbilden oder etwas aus einer sehr ungewohnten Perspektive zeigen. (Daher wirken Drohnenaufnahmen von Landschaften oft abstrakt: Wir kennen diese Ansicht nicht gut.)

Die Makrofotografie bietet sich also an bzw., wenn es sich um größere Objekte handelt, ihnen einfach näher auf die Pelle zu rücken als man es sonst tun würde, wenn man sie beschreibend abbilden möchte. Dadurch ergibt sich oft schon die Reduktion auf Farben, Formen, Strukturen oder bloße Kontraste.

Probiert gern einmal aus, wo genau die Grenze zur Abstraktion liegt. Wie viel darf ein Bild maximal zeigen, bevor es wieder gegenständlich wird? Welche Objekte sind gänzlich ungeeignet für abstrakte Bilder, weil sie etwa ganz charakteristische Formen oder Strukturen aufweisen, anhand derer man sie immer erkennen kann?

Es gibt übrigens auch das Genre der Abstrakten Fotografie, unter der man eine Strömung versteht, die weitestgehend auf Fotoapparate verzichtet und stattdessen bildgebende Verfahren wie Fotogramme oder Chemogramme verwendet. Als kleine Wochenaufgabe für alle eher nicht geeignet, doch wer von dieser Idee angefixt ist, darf sich auch gern daran versuchen.

Inspiration

Interessanterweise haben wir im Magazin eine ganze Kategorie für Abstraktes, doch selbst beim Stöbern dort war ich überrascht, wie gegenständlich vieles doch ist, wenn man auf der Suche nach wirklich abstrakten Bildern ist, die einen nur rätseln lassen, um was es sich handelt.

Daher gibt’s hier heute zur Abwechslung einmal eine kleine Bildstrecke, von der Ihr Euch inspirieren lassen könnt. Ein Klick auf die Links in den Bildunterschriften bringt Euch jeweils zum ursprünglichen Artikel, aus dem das Bild stammt, wo Ihr meist mehr darüber erfahrt, wie die Fotos entstanden sind oder was sie tatsächlich zeigen.

Ablauf

Ihr habt eine Woche Zeit, ein Foto zu dem Thema zu erstellen. Ihr könnt diese kleine Hausaufgabe ganz für Euch selbst machen, sie aber auch sehr gern mit uns teilen. Verlinkt Euer Bild in den Kommentaren, nutzt den Hashtag #kwerfeldein52 oder schickt uns Euer Foto ganz einfach bis zum Dienstag, den 14. April 2020 per E-Mail. Wir zeigen jeden Samstag eine Auswahl der Einreichungen.

Auch wenn das Projekt „52 Wochen“ heißt, könnt Ihr jederzeit mit einsteigen, nur jede zweite Woche mitmachen oder wann es Euch zeitlich oder thematisch am besten passt. Aber bitte reicht keine Archivbilder ein, auch wenn sie perfekt zum Thema passen. Das Projekt soll eine Herausforderung sein, Neues zu kreieren!

Ähnliche Artikel


24 Kommentare

Schreib’ einen Kommentar

Netiquette: Bleib freundlich, konstruktiv und beim Thema des Artikels. Mehr dazu.

    • Wieder ein interessantes Thema, einige der Beispiele erscheinen mir aber eher konkret, als abstrakt, gerade die mit geometrischen Formen. Bei speziellen abstrakten Fotografie, die durch Fotogramme ganz konkrete Formen hervorbringt, bezieht sich die Abstraktion ja weniger auf das Bild, sondern auf den Verzicht des Gegenstandes Fotoapparat. Bin gespannt auf die Interpretationen.

  1. Glatt gelutscht, keine Kanten mehr, Gleiche unter Gleichen, einfach so mitschwimmen im verschwommenen Format. Lieber nicht auffallen, möglicht nichts preisgeben. Am Besten abstrakt bleiben. Hier mein Ergebnis dazu:
    https://image.jimcdn.com/app/cms/image/transf/dimension=1920×400:format=jpg/path/sda4a5dcfa0fb98b4/image/i1a9ef8d1d4910e89/version/1586284831/image.jpg

    Der komplette, sehr abstrakte Beitrag, steht in meinem FOTO-Blog… ;-)

    https://www.dt-classics.de/2020/04/07/52-wochen-thema-14-abstrakt/

    Danke für´s Reinschauen!

  2. Blogartikel dazu: 52 Wochen Kreativ – kwerfeldein – bewegte-werke

  3. Hallo,

    ich habe die ganze Woche an dem Thema rumgewerkelt und mich jetzt für das abstrakteste Bild entschieden. Die Realität soll ganz aufgelöst sein und eine total neue Idee im Kopf entstehen, die mit dem fotografierten Gegenstand überhaupt nichts mehr zu tun hat.

    Hier ist mein Bild:
    https://flic.kr/p/2iPyHBT

    Schöne Ostern noch und bleibt gesund
    Monika

  4. oh ich will auch noch ganz schnell! nachdem Stefan ja meinte er sei zu spät, ist mal kurz der Stress ausgebrochen – dabei hätte ich ja bis morgen noch zeit gehabt… ;-)
    bei mir sind es dieses mal mehr als ein foto geworden – ich wusste gar nicht für welches ich mich entscheiden soll…. naja – das ist es geworden:
    https://www.instagram.com/p/B-7Uo88prb-/
    die anderen findet ihr auf meiner webseite…

  5. Und noch Einer in letzter Minute…

    Rückblickend auf das Archiv der letzten 14 Wochen stelle ich freudig-erstaunt fest, wie doch so kleine Miniserien entstanden. Eine Woche Freelensing, eine Woche gewohnter Anblick, eine Woche abstrakte Motive. Meine Lernkurve bei diesem Projekt ist enorm hoch, nicht zuletzt durch die Inspirationen von euch Allen. Danke! Diese Woche entschied ich mich für das gegenstandsloseste Motiv aus der Serie.

    https://www.instagram.com/p/B-7on65qxTI/
    http://www.sternchenbilder.de/52/14_Abstrakt_Gegenstandslosigkeit.jpg