22. Juni 2020 Lesezeit: ~4 Minuten

52 Wochen – Thema 25: Food

In dieser Wochen widmen wir uns wieder einmal einem ganzen fotografischen Genre: Der Foodfotografie. Viele werden sich mit ihr bisher noch gar nicht beschäftigt haben – sofern wir das schnelle Knipsen einer wunderschön angerichteten Schüssel Bibimbap, um es zwecks Neidischmachen der Mitmenschen in den sozialen Medien zu posten, nicht mitzählen.

Wie andere Fotogenres, die nicht unbedingt zu den Klassikern wie etwa Portrait-, Landschafts- und Straßenfotografie zählen, die fast alle mal ausprobieren, während sie auf der Suche nach ihrer eigenen fotografischen Handschrift sind und noch nicht so genau wissen, welche Sujets sie eigentlich ablichten möchten, lohnt es sich trotzdem, ihr Beachtung zu schenken, um den eigenen Horizont zu erweitern.

© Marit Beer

Je nachdem, ob Ihr Euch schon einmal mit der Foodfotografie beschäftigt habt oder nicht, liegt es nahe, sich in dieser Woche unterschiedlichen Aspekten des Themas zu widmen. Wer zum Beispiel noch nie bewusst Lebensmittel oder Gerichte fotografiert hat, findet erst einmal heraus, wie sie sich ansehnlich arrangieren und beleuchten lassen.

Alle, für die diese Grundlagen ein alter Hut sind, sind aufgerufen, sich in dieser Woche an neuen, kreativen Darstellungsformen in der Foodfotografie zu versuchen. Denn meiner Meinung nach gibt es in diesem Genre ein grundlegendes Problem, über das ich schon vor einigen Jahren gestolpert bin.

© Maggy Melzer

Inspiration

Alte Hasen werden sich erinnern: Im Jahr 2013 gab es hier im Magazin einige Monate lang das Format „Augenschmaus“. Ein wöchentliches Häppchen Foodfotografie mit leckeren Bildern, einem Rezept zum Nachkochen (oder -backen) und dem Fotorezept zum Nachmachen oder Inspirierenlassen. Aber nach nur einem guten halben Jahr war schon wieder Schluss damit.

Warum? Weil mir schien, dass in Sachen Foodfotografie damit schon so gut wie alles gesagt war. Gefühlt gab es eigentlich nur zwei grundlegende Fotorezepte für Foodfotos: Als minimalistische Draufsicht oder Ansicht in „Augenhöhe“ des Gerichts mit in der Unschärfe sich verlierenden Küchenaccessoires, die ums Gericht dekorativ arrangiert worden waren.

© Claudia Gödke

Ein paar davon abweichende Ansätze gab es zwar schon – Marits mit Blumen dekorierte Birnen-Tarte, Claudias animiertes und karamellisiertes Bananeneis, die neugierigen Hände von Maggys Sohn auf der Hühnerbrust und an der Pastinakensuppe, Überreste und ausgekratzte Schüsseln nach Marcels Tofusalat, mein eigener Versuch mit Basilikumzypressen für herzhafte Muffins oder auf dem Dach mit Krautkopf und Kürbisbrötchen – aber, ach!, so richtig revolutionär schien mir das alles nicht und so war dann die Luft raus.

Habt Ihr Lust, mit neuen Ideen zu experimentieren oder seid Ihr einfach mit dabei, in dieser Woche einmal Eure fotografischen Zehen ins Wasser der Foodfotografie zu tauchen? Dann los! Lichtet zum Beispiel Euer Lieblingsgericht ab. Gern auch im alten Augenschmaus-Stil mit Rezept zum Gericht und „Fotorezept“, in dem Ihr ein paar Details zur Aufnahmesituation und der Nachbearbeitung verratet.

© Marcel Pommer

Die technischen Grundlagen für die Stillleben- und Foodfotografie könnt Ihr in zwei Teilen von Susann Probst oder im Gastartikel von Meeta K. Wolff lernen. Und noch mehr Anregungen findet Ihr in unserer Kategorie Food. Okay, es sind nur drei Seiten voller Artikel, da wir viel zu selten etwas in dem Bereich präsentieren, aber immerhin.

Noch drei Extratipps für alle, die die Ärmel hochkrempeln und sich so richtig ins Thema knien möchten: Einmal kulinarisch um die Welt geht’s mit den Lebensmittel-Landkarten von Caitlin Levin und Henry Hargreaves. Michelle Gerard widmete sich den Lieblingsgerichten von Künstler*innen, während Esther Lobo Rorschachbilder aus Lebensmitteln mit geeigneter Konsistenz gematscht hat.

Bunter Nachtisch

© Michelle Gerard

Ablauf

Ihr habt eine Woche Zeit, ein Foto zu dem Thema zu erstellen. Ihr könnt diese kleine Hausaufgabe ganz für Euch selbst machen, sie aber auch sehr gern mit uns teilen. Verlinkt Euer Bild in den Kommentaren, nutzt den Hashtag #kwerfeldein52 oder schickt uns Euer Foto ganz einfach bis zum Dienstag, den 30. Juni 2020 per E-Mail. Wir zeigen jeden Samstag eine Auswahl der Einreichungen.

Auch wenn das Projekt „52 Wochen“ heißt, könnt Ihr jederzeit mit einsteigen, nur jede zweite Woche mitmachen oder wann es Euch zeitlich oder thematisch am besten passt. Aber bitte reicht keine Archivbilder ein, auch wenn sie perfekt zum Thema passen. Das Projekt soll eine Herausforderung sein, Neues zu kreieren!

Das Titelbild stammt von Meeta K. Wolff.

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7 Kommentare

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  1. Wirklich lange beschäftigt hat mich die Frage, warum Leute ihr Essen fotografieren, und diese Fotos dann auch noch überall herumschicken. Im Zeitalter sozialer Medien ist das weit über einen Trend hinaus zum Bestseller geworden. Mittlerweile denke ich, dass die Kernaussage in alledem lauten mag: „Hey, ihr da, mir geht es gerade richtig gut!“
    Mein Beitrag zu Food:
    https://image.jimcdn.com/app/cms/image/transf/dimension=1920×400:format=jpg/path/sda4a5dcfa0fb98b4/image/idbb2bec9c6aa51d5/version/1593357156/image.jpg

    Bisschen Kontext findet sich im BLOG-Beitrag, lieben Dank für euer Interesse!
    https://www.dt-classics.de/2020/06/28/52-wochen-thema-25-food/