Frau im roten Bademantel sitzt in ihrem Bett
29. Mai 2018 Lesezeit: ~3 Minuten

Look, I’m wearing all the colours

Im Jahr 2005 trifft der Fotograf Rikard Österlund die Künstlerin Zara Carpenter und verliebt sich sofort in sie. Eine lange Beziehung folgt, 13 Jahre teilen sie ihr Leben miteinander – und mit einem dritten, stummen Partner: Einer chronischen, unsichtbaren Krankheit.

„Look, I’m wearing all the colours“ handelt von der Liebesgeschichte der beiden – einer modernen Liebesgeschichte über das Leben mit Krankheit, Schmerz und Depression, verpackt in wunderschöne Bilder. Nur noch bis zum Freitag, den 1. Juni, läuft die Crowdfunding-Kampagne auf Kickstarter.

Rikard ist professioneller Fotograf und möchte mit seinen Bildern Geschichten erzählen. Er beginnt, seine Beziehung mit Zara zu dokumentieren, um sie und ihre Umstände zu verstehen, damit klarzukommen und auch, um seine Reaktionen darauf nachvollziehen zu können. Zara leidet an Fibromyalgie, chronischem Schmerzsyndrom, Zwangsstörungen, Hypermobilität und Depression.

Unterleib einer Frau mit großem blauen Fleck auf dem Oberschenkel

 Portrait einer FrauFrau, die eine Treppe hinaufsteigt

Zara sagt über das Projekt:

Ich denke, es war wichtig, Rikard zu erlauben, unser gemeinsames Leben fotografisch festzuhalten, unser Leben zu zeigen, wie es wirklich ist – das Schwierige, das Wundervolle und das Lächerliche. Vor allem aber die Liebe. Krankheit ist ein „Gleichmacher“; jede*r wird früher oder später im Leben krank oder kennt jemanden, der von einer Krankheit betroffen ist. Es ist bizarr, dass es eigentlich eine Sache ist, die wir alle gemeinsam haben, gleichzeitig verstecken wir sie oder schämen uns für sie.

Eine schwarz gekleidete Person sitzt im Schneekahler Baum

Das Ergebnis der fotografischen Dokumentation ist ein Fotobuch geworden, ein zutiefst intimer Einblick in eine Beziehung, die mit unsichtbarer Krankheit geführt wird. Eine Bandbreite verschiedener Fotografien erzählt diese Geschichte im Buch; sowohl Bilder, die stark medizinisch geprägt sind, als auch solche, die ungestellte Momente der Freude und Vertrautheit zeigen.

Frau mit Zigarette im Mund, die mit einer Wasserpistole schießt

Das größte Problem mit einer unsichtbaren Krankheit ist eben genau, dass sie unsichtbar ist. Einer von drei Menschen im Vereinigten Königreich lebt mit solchen nicht sichtbaren Einschränkungen. Leider gibt es in der Gesellschaft nur wenig Verständnis oder Unterstützung für das Unsichtbare.

Rikard Österlund denkt, dass das Geschichtenerzählen dabei helfen kann, die soziale Veränderung voranzubringen. Denn indem es hinter die Maske blickt, die der Öffentlichkeit gezeigt wird, wirft das Fotobuch Licht auf das, was normalerweise im Verborgenen bleibt. Auch wenn es sich um eine ganz persönliche Geschichte handelt, hofft Rikard, dass sich auch andere Menschen angesprochen fühlen.

Es fällt mir schwer, bestimmte Dinge in Worte zu fassen, deshalb war die Fotografie immer ein Weg für mich, die Welt einzufangen und sie zu verstehen, vor allem wenn es um Angelegenheiten geht, die für mich schwer zu verarbeiten sind. Diese Fotografien lassen mich zurückschauen und über unser Leben in und mit diesen Umständen reflektieren.

Ansicht eines aufgeschlagenen Fotobuches

Ansicht eines aufgeschlagenen Fotobuches

Ansicht eines aufgeschlagenen Fotobuches

Noch bis Freitag, den 1. Juni 2018, könnt Ihr die Realisierung von Rikard Österlunds Fotobuch „Look, I’m wearing all the colours“ auf Kickstarter unterstützen. Neben dem Buch gibt es auch weitere mit Liebe gemachte Dankeschöns wie Postkarten und limitierte Fotodrucke.

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2 Kommentare

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  1. wieder ein ergreifender Beitrag hier.

    Rikard, wie du es schaffst, diese Bilder anzusehen, ist mir unbegreiflich!

    Ich kann auch heute nach mehr als einem halben Jahr nicht nur die letzten Bilder, die ich von meiner Frau (nach 13 Jahren ALS) gemacht habe, sondern auch die Bilder, die ich gemacht habe, als sie fröhlich war und auf den meisten Bildern gelacht hat, nicht ansehen, ohne dass es in mir alles zuschnürt…..

    Glückwunsch, dass du es so verarbeiten kannst.
    Und von mir alles Mitgefühl!
    LG dierk