13. September 2014 Lesezeit: ~3 Minuten

Plastik-Pazifik

Auf den ersten Blick sind es spannende Wesen, Tiere Unterwasser, die in Schwärmen durch das klare Blau ziehen. Auf den zweiten Blick erkennt man aber, dass es sich um Müll handelt – kunstvoll arrangierten Plastikmüll. Die Australierin Kim Preston hat eine ästhetische Serie erschaffen, um zum Nachdenken anzuregen und auf ein sehr ernstes Problem aufmerksam zu machen.

Wenn anstelle von Fischen Plastiktüten, statt Quallen Badehauben durch die Meere schwimmen und Strohhalme und Gummihandschuhe die großen Korallenriffe ersetzen, ist es längst zu spät. Diese düstere Zukunftsvision zeigt die Fotoserie „Plastic Pacific“ von Kim Preston. Die Idee zu dieser Serie kam ihr auf Reisen durch Südost-Asien.

Plastiktüten im Meer

Auf einer kleinen Insel in Indonesien, erinnere ich mich, gab es diese riesigen Berge im Landesinneren aus Plastikflaschen, Beuteln und kaputten Plastikstühlen, welche die Rasenflächen und Straßen der Wohngegenden bedeckten. Ich wusste, dass das alles irgendwo hin muss und das dieses Wohin oft das Meer ist.

Ich reise, um zu entdecken, aber das machte mir auch das ganze Ausmaß meiner eigenen Schuld an diesem Problem bewusst. Ich wollte, ohne Panikmache zu betreiben, etwas erschaffen, das den Betrachter zu der selben Erkenntnis führt.

Plastiktüte treibt im Wasser.Badehauben im Wasser.

Täglich werden wir mit unnützem Plastikmüll konfrontiert. Im Supermarkt laufen wir an in Folie verpackten Bio-Bananen vorbei, kaufen Produkte, die doppelt und dreifach verpackt wurden und bekommen an der Kasse eine Tragetüte in die Hand gedrückt, die auf dem Heimweg schon kaputt geht und direkt in der Tonne landet. Kim macht das traurig.

Diese übertriebene Nutzung von Kunststoffen als Verpackung von Konsumgütern ist eine tägliche Quelle der Frustration für mich. So vieles davon ist völlig unnötig, aber die Folgen unserer Verschwendung sind enorm. Ich glaube, dass wir in den westlichen Gesellschaften (und darüber hinaus) zu selbstgefällig sind und dass, wir die wahren Ergebnisse unserer Handlungen in der Art, wie wir unseren Müll sammeln, nicht sehen.

Strohhalme im Wasser.

Technisch entstand die Serie mit einfachsten Mitteln. Kim fotografierte sie in ihrem Hinterhof mit einer Nikon D5000, einem 85mm f/1.8 Nikkor-Objektiv, einem Nikon SB600 Blitzgerät und einer Softbox. Die Objekte hingen von einem Kleiderständer mit verlängertem Arm und als Hintergrund diente ein blauer Stoff. Angelschnur und starkes Gewebe-Klebeband kamen zum Einsatz.

Ursprünglich wollte Kim die Serie Unterwasser in einem großen Aquarium fotografieren, aber ihr geringes Budget zwang sie kreativ zu werden. Nachträglich fügte sie dem blauen Hintergrund in Photoshop noch künstliche Pinselstriche hinzu, um die Illusion von Wasser zu erzeugen.

Einkaufstüten Im Wasser.

Wenn meine Serie jemanden zum Nachdenken anregt und zu Veränderungen veranlasst, wäre es fantastisch. Aber ich denke es ist wichtig, dass die Menschen von selbst darauf kommen. Ich möchte nicht predigen, geschweige denn vorschreiben, was zu tun ist.

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8 Kommentare

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  1. Seher schön in Szene gesetzt! Bei dem Anblick „graut“ es mir fast schon vor der Zukunft. Aber es stimmt, wir verwenden viel zu viel Kunststoff. Ich würde auch gern eher darauf verzichten, aber es ist irgendwie gar nicht so einfach… aber schön auf diese Art und Weise so kreativ hinzuweisen!

    Grüße
    Mathias

  2. Wirklich toll in Szene gesetzt.
    Es ist wirklich erschreckend welches Ausmaß an Zerstörung dieser Plastikkonsum mit sich bringt. Ich persönlich nehme Stofftaschen und Rucksack zum Einkaufen und versuche dort wo es geht auf Produkte in Gläsern auszuweichen, z.B. bei Marmelade, keine Plastikflaschen, Joghurt etc.

    Es ist nicht viel was ich mache, aber wenn ich sehe welche Berge an Plastikflaschen sich die Leute beim Einkaufen in den Wagen legen könnte ich schreien. Und wenn die Erde schreien könnte dann hätten wir wohl alle einen Hörschaden.

  3. Blogartikel dazu: Sport und Fitnessblogs am Sonntag, 14.09.14

  4. Wunderschöne Arbeit und eine gesunde Intention. Das Monochrome fasziniert. Ich hoffe aber auch, dass jeder, der die Bilder sieht, nicht nur vom Ästhetischen fasziniert ist, sondern auch zum Nachdenken angeregt wird.

    Viele Grüße,
    Jens

  5. Blogartikel dazu: #381: London, sechsunddreißigster Tag [256/365] | Gedanken-Notizblog