Doppelbelichtung eines Mannes
12. September 2014

Von Menschen und Tieren

Schaue ich in das Portfolio des armenischen Fotografen Arthur Sakhkalyan, sehe ich vor allem Portraits. Portraits von Menschen und von Tieren.

Seine Bilder bestechen durch eine charmante Unperfektheit. Hier stimmt rein technisch gesehen nicht alles: Belichtungsfehler, abgeschnittene Gesichter, Portraits von hinten – unten – oben, ein verwirrender Fokus oder eine verrutschte Doppelbelichtung.

Doch wenn man sich auf Arthur Sakhkalyans Fotografien einlässt, stimmt wieder alles, denn seine Portraits transportieren vor allem eines: Nähe. Das Suchen vermeintlicher Fehler in seinen Aufnahmen sind für ihn nur Anzeichen, dass wir eine fehlerhafte Denkweise in der Fotografie haben.

Ich fotografiere so, wie ich mich in dem Moment fühle. Ich bewerte nichts, noch versuche ich irgendwas Spezielles zu zeigen, es geht nur um die Präsenz des Moments. Und ja, es gibt diese Momente, da bevorzuge ich ein halbes statt ein ganzes Gesicht.

Warme, intensive Aufnahmen von Menschen, die nicht nach Katalog oder Werbung aussehen, sondern nach besonderen Persönlichkeiten. Die sitzen und rauchen, lachen, sich die Augen reiben und einfach lebendig sind.

Tiere, die nicht in einem Studio ins rechte Licht gerückt werden oder wild und exotisch sind, sondern einfach auf der Weide stehen, Fliegen in den Augen haben und sich auch mal wegdrehen. Egal ob Mensch oder Tier, Arthur zeigt ihre Natur.

Eine Frau im Portrait mit abgeschnittener Stirn

ein weißes Pferd schaut zur Seite

Doppelbelichtung eines Mannes mit Zopf

Kuh mit Fliegen an den Augen und Belichtungsfehler

Frauenhals mit abgeschnittenem oberen Gesichtsteil

Ein weißes Pferd ganz nah

Ein Mann mit roten Wangen

Ein Mann fasst sich mit der Hand über die Augen

Eine helle Kuh seitlich

Ein Mann raucht eine Zigarette

Eine junge Kuh von der Seite

Ein Pärchen-Portrait

Ein Mädchen mit Dreadlocks seitlich fotografiert

Ein weißes zotteliges Pferd sehr nah.

Eine Frau mit nacktem Oberkörper von hinten

Arthur Sakhkalyan fotografiert seit über elf Jahren. Er benutzt hauptsächlich Polaroid-Land-Kameras oder seine Mamiya RZ 67. Weitere Portaits und Landschaftsbilder sind in seinem Flickr-Portfolio zu finden.

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4 Kommentare

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  1. wenn man nicht den Anspruch hat, super perfekte bilder zu machen sondern eher aus seinem bauch heraus handelt, dann wird das fotografieren gleich entspannter. wenn dann noch das ergebnis so schön ist, dann passt alles.

    • „Perfekt“, was soll das bitte heißen. Irgendein Maßstab, an den man sich halten soll. Warum soll man? Das ist eine Dogmatik, welche keinerlei Begründung findet – woher sollte diese auch kommen – und deshalb auch gleich verworfen werden kann.