18. März 2013 Lesezeit: ~4 Minuten

Die Redaktion stellt sich vor: Normen Gadiel

Normen Gadiel hatte zwei Artikel bei uns veröffentlicht, als wir uns dazu entschieden, ihn in die Redaktion einzuladen. Zu gut passten seine Fotos und Texte in unser Magazin, um diese Frage offen stehen zu lassen.

Heute ist Normen als freier Redakteur fester Bestandteil der kwerfeldein-Redaktion. Er hat sich eingelebt und bringt immer wieder neue Gedanken in unsere Konferenzen. Auch ist die Qualität seiner Artikel weiter auf hohem Niveau und ich wurde erst kürzlich dazu beglückwünscht, dass wir Normen aufgenommen haben.

Vorbildhaft finde ich, dass Normen sich und seine Art zu Fotografieren regelmäßig hinterfragt und bereit ist, neue Wege zu gehen. Dass er bereits jetzt großartige (Selbst-)Portraits macht, steht außer Frage.

Ich bin gespannt, wie es mit Normen und kwerfeldein weitergeht und übergebe ihm nun das Mikrofon.

Martin Gommel, Herausgeber

Der erste Gedanke an diesen Artikel ließ mich an den Buchtitel „Wer bin ich und wenn ja, wie viele?“ von Richard David Precht denken. Und so wurde mir schnell klar, dass ich mich selber kennenlernen würde, während ich diesen Artikel schreibe.

Bei mir gibt es schon seit Ewigkeiten eine kleine Diskrepanz zwischen „Wer bin ich?“ und „Wer will ich sein?“. Kennt Ihr das? Immer besser sein zu wollen, als man ist? Mein Problem in dieser Fragestellung ist es, dass ich immer möglichst viel machen will und das auch möglichst gut, dadurch habe ich manchmal das Gefühl, dass mir die Zeit wegläuft, andere Dinge zu machen. Aber bevor sich jetzt jemand Sorgen macht – mir geht es sehr gut damit. Ich bin glücklich.

aus der Serie peace of mind

Wofür beanspruche ich Zeit? Neben der Arbeit bei kwerfeldein ist das bei mir noch mein Beruf als Chemietechniker, ein Stadtratsmandat und die eigene Fotografie. Die Zeit für Familie, Freunde und die Partnerschaft darf man natürlich auch nicht vergessen.

Zur Fotografie bin ich gekommen, weil ich schnelle Bewegungen nicht mehr verschwommen aufnehmen wollte. Die Kompakt- wurde gegen eine Spiegelreflexkamera ausgewechselt. Es folgten ein paar Jahre, in denen ich alles fotografierte, was nicht bei drei auf dem Baum war.

Imagine

In die ambitionierte Fotografie stieg ich ein, als ich Fotos von Alex Stoddard sah. Seine Selbstportraits beeindruckten mich so sehr, dass ich Lust bekam, die Fotografie noch weiter zu entdecken. Es war der Start in eine Zeit, in der ich keinen Tag ohne einen Gedanken an die Fotografie verbrachte. Dieser Zeitraum begann vor zwei Jahren und setzt sich bis jetzt fort.

Mein Fokus liegt momentan auf Selbstportraits und Portraits. Portraits mag ich vermutlich besonders, weil ich mir abseits der Fotografie gern Geschichten von Menschen anhöre. Ich liebe es einfach, wenn Menschen Anekdoten erzählen.

coldwinterscene-3x2_960

In meinen Fotos versuche ich, Situationen zu erschaffen, die eine Stimmung vorgeben, jedoch noch genügend Spielraum für die eigene Interpretation bereithalten. Grundsätzlich bin ich der Meinung, dass Bilder, abhängig vom Betrachter, immer ein wenig anders interpretiert werden. Für mich eine schöne Vorstellung und einer der Gründe, warum ich meine Fotos nur selten mit Text unterbaue.

Für kwerfeldein schreibe ich gelegentlich meine Gedanken zur Fotografie in Form eines Essays auf oder führe Interviews mit Fotografen durch. Was natürlich eine tolle Sache ist, weil ich so zum einen Talente präsentiere und zum anderen erfahrenen Fotografen die Fragen stellen kann, auf die ich gern eine Antwort hätte.

Island

Zum Schluss möchte ich noch all den Lesern danken, die mit ihren Kommentaren einen Artikel noch lesenswerter machen. Am Ende ist es immer wieder schön, wenn man nach der Veröffentlichung eine Rückmeldung zum Artikel bekommt.

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5 Kommentare

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  1. Ich fühl‘ mich von den Worten angesprochen und irgendwie „erwischt“. Ich bin auch eher der Typ Mensch, der sich selbst beäugt und kritisch betrachtet und das heißt nicht, dass ich mich nicht mag oder das was ich tue.
    Besonders toll find‘ ich an den Fotos, dass sie alle verschieden sind und zum. für mich kein fester Stil zu erkennen ist, die Welt ist auch viel zu schön und zu vielseitig, um sich auf eine Sache festzulegen ;)

  2. Très sympathique!

    die Fotos von Norman gefallen mir ausnahmslos gut. Manchmal hadere ich mit dem Inhalt, gerade der Selbstportraits, was aber wohlmöglich ein Verständnisproblem ist, das zu lösen ist. Ansonsten: sehr atmosphärisch.

  3. Ja, kenn ich! Ich benutze nun ein Wort dafür, dass mir das Ganze nicht so beengend vorkommt: Ehrgeiz. Finde, dass Precht selbst mehr Journalist als Philosoph ist, so dass mir sein Buchtitel eher populär als aussagekräftig erscheint. Ich mag u.a. deine Selbstportraits und auch das Geschriebene inclusive die permanente Selbstreflexion. Bin auf mehr gespannt, weil ich denke, nicht mit altem Krempel gelangweilt zu werden.