splittet-illussions
28. Januar 2013 Lesezeit ~ 3 Minuten

Von Plastikfolien und Sequenzen

Die Serie, die ich Euch heute vorstelle, trägt den Namen „Splitted Illusion“ und ist eine meiner freien Arbeiten aus dem Jahr 2012. Das Erste, was mir durch den Kopf schoss, als ich diese Serie plante, war: „Splittet Illusion soll anders sein.“ Ich wollte weg von diesem eindeutigen Stil, den mir die Leute nachsagen.

Mein Bestreben war es, Chaos und Ordnung zu verbinden. Ich wollte dem Betrachter einen Freiraum seiner persönlichen Sichtweise über die Serie bieten, ihm aber trotzdem noch eine gewisse Ordnung geben.

Ich persönlich bin ein Mensch, der es absolut nicht leiden kann, wenn einem eine Interpretation von etwas „vorgesetzt“ wird. Kunst ist für mich die absolute Freiheit und diese will ich mir persönlich nicht nehmen und ebenso auch niemand anderem.

Die Serie sollte einen chaotischen, aber zugleich auch klaren und ordentlichen Charakter bzw. Ausdruck haben. Man kann mit Chaos und Ordnung wunderbar spielen, jedoch müssen sie sich meiner Meinung nach die Waage halten.

Mein Kopf sehnte sich einfach danach, sich austoben zu können. Ich wollte nicht die ganze Zeit über irgendein besonderes Konzept nachdenken müssen oder an eine Vorgabe gebunden sein. Ich hatte die Vorstellung in meinem Kopf und das war für mich absolut ausreichend.

Um es auf den Punkt zu bringen: Ich wollte so viel Freiraum für meine persönliche Kreativität sowie auch für die Kreativität meines Teams schaffen, das aus dem Hairstylisten Alexander Pressler und der Visagistin Ines Kehrer besteht.

Um mit Chaos und Ordnung spielen zu können, bediente ich mich der Blitzsynchronisation. Diese schien mir für mein Vorhaben und das Erreichen des gewünschten Ausdrucks der Serie in Verbindung mit einer PhaseOne die beste Wahl zu sein.

Hierbei wird meiner Erfahrung nach am besten die kleinstmögliche Blende gewählt und mit einer Verschlusszeit von etwa einer Sekunde kombiniert. Als nächstes wird die gewünschte Sequenz, die die Anzahl der Blitzauslösungen während der gewählten Verschlusszeit angibt, gewählt.

Zu guter Letzt habe ich ein Intervall angegeben, das die verstrichene Zeit zwischen den Blitzauslösungen angibt. Anders als bei einer Mehrfachbelichtung habe ich mit der Blitzsynchronisation mehr Kontrolle und Flexibilität.

Außerdem mussten tolle Klamotten her. Ich wollte allerdings keine normale Kleidung, sondern etwas Ausgeflipptes. Als ich irgendwann gemütlich eine Kippe rauchen wollte und die Plastikfolie von meiner Schachtel abmachte, fiel mir auf, wie toll sich das Licht darin spiegelt. Sofort rief ich Gina Adler an, eine talentierte Designerin aus dem Raum Stuttgart.

Ich schilderte ihr meine Idee und fragte sie, ob es möglich sei, aus Plastikfolie eine Art Kleid zu kreieren. Sie fand die Idee super und sicherte mir ihre Mitarbeit zu.

Die Sache mit der Plastikfolie war mir aber noch etwas zu neutral. Um den Bildern noch etwas mehr Leben einzuhauchen, entschied ich mich dafür, einfach Farbfolien zu verwenden.

Inzwischen liebe ich es, mit Farbfolien zu arbeiten. Es ist Wahnsinn, wie viel sie ausmachen können. Besonders bei diesem Shooting ist mir das klar geworden.

Ich hoffe, dass Euch die Bilder zusagen und bin gespannt auf Eure Meinung.

Model: Maya Stepper @ S-Models

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16 Kommentare

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  1. Ohne die Sequenzen also einfach Belichtungen würde ich die Serie absolut spitze finden. Die Idee mit der Folie finde ich spitze, gerade im Zusammenhang mit dem Hintergrund. Durch die Mehrfachbelichtung geht mir zu viel von den scharfen Strukturen der Folie und der Modelle verloren. Das zweite Bild, wo die Frau nach rechts schaut finde ich sehr gut, der Rest ist nicht so mein Ding.
    Gruß
    Oli

  2. Hammer!!!! Ich würd mir sowas direkt in die Wohnung hängen!!!
    Endlich mal wieder was mit “echten” Farbfolien und kein reines rumgeshoppe :)
    Weiter so und viel Erfolg, dass Du Deinen Lebensunterhalt mit Fotografie bestreiten kannst.