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04. Oktober 2012 Lesezeit ~ 3 Minuten

Präzise Abstraktionen – Die Fotografie von Nick Frank

Wenn man die fotografischen Arbeiten des Art Directors und Designers Nick Frank betrachtet, kann man sehr genau erkennen, dass der Münchner ein geschultes Auge für Formen und Bildsprache besitzt.

Nick konstruiert dabei in seinen Bildern sehr genau eine eigene und abstrakte Realität, er arbeitet mit dem Gegebenen – sehr oft mit Ausschnitten aus Gebäuden und Architektur – und setzt sie nach seinen genauen Vorstellungen in Szene.

„Ich dokumentiere nicht, viel mehr geht es mir um Interpretation durch Reduktion. Eine andere Realität, in der Konstruktion, Statik, Masse und Dreidimensionalität keine Rolle mehr spielen. Meine Ausschnitte brechen den Raum auf und lassen neue bildliche Orte entstehen. Prinzipiell arbeite ich als Fotograf und Bildbearbeiter genauso wie ich es in meinem eigentlichen Beruf als Art Director machen würde, ich reduziere so lange, bis das eigentliche Wesen der Sache zu erkennen ist. So erzielt man meiner Meinung nach den größten Effekt.“

Und diese Mühe, das Wesen und den Kern einer Detailansicht zu erfassen, erkennt man deutlich in seinen Werken, die nicht mehr abbilden, sondern selbst formen.

Aus diesem kreativen Prozess zieht Nick auch Inspiration und Kraft für den Rest seines Berufslebens: „Fotografie gibt mir Kraft, ich lasse mich treiben, bin schwerelos. Sonntagmorgen um 6:30 Uhr an einem verlassenen Platz zu stehen, menschenleer – für mich immer wieder ein schönes Erlebnis. Daraus ziehe ich die Energie, die ich für eine stressige Woche brauche.“

Die Schnittmengen zum Design sind dabei in Nicks Architekturbildern nicht zu übersehen: Klare Formen und Linien formen in den oft quadratischen Bildern eine ganz eigene minimalistische und klare Ästhetik, wie sie auch in modernem und zeitlosem Design überall wiederzufinden ist. Die Herangehensweise ist für Nick aber doch eine andere:

„Als Fotograf arbeite ich aus einem inneren Drang heraus. Natürlich kann man das nicht so trennscharf sehen und es gibt in den beiden Feldern immer Grenzüberschreitungen, beide Bereiche inspirieren sich und beschäftigen sich mit dem Zeitgeist auf ihre Weise. Das eine braucht das andere. Brillant wird es immer dann, wenn man innovativ ist, neu denkt und Bestehendes weiterentwickelt – im Design wie auch in der Fotografie.“

„Mein Stil hat sich über die letzten beiden Jahre hinweg entwickelt, dazu war Übung nötig, ein kritisches Auge und eine gute Portion Durchhaltevermögen. Ich würde nicht behaupten, schon wirklich angekommen zu sein, befinde mich aber auf einem guten Weg“, sagt Nick und man kann ihm zustimmen.

Seine Fotografien bilden, vor allem, wenn man sie in der Reihe betrachtet, eine sehr eigene und klare Sprache. Linien und Flächen, Formen und Farben sind so montiert, dass auch aus alltäglichen Objekt wie einer Tür an einem Lagerhaus ein kleines Puzzle von Nicks Bilderkosmos wird.

In seinem Job als Art Director ist Nick Frank ein Zahnrad in einer großen Maschine. In der Fotografie, so sagt er, „weiß ich genau, wer dafür verantwortlich ist“, nämlich nur er selbst. Seine Philosophie für seine eigenen künstlerischen Projekte? „Niemals aufgeben. Für die eigenen Ideen kämpfen. Hart an den Zielen arbeiten, dann wird alles gut… fast immer.“

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21 Kommentare

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  1. Prinzipiell sehr schöne Bilder (wobei Artikelbild 2 mit der gelben Wand für mich ein wenig abfällt). Trotzdem beschleicht einen das Gefühl, dass die Fotografie eines Raumes / Gebäudes mit räumlicher Tiefe fast schon etwas exotisches wird. Die Abstraktion in der Architektur nimmt, wenn man “Ich-war-da-Knipsbilder” mal aussen vorlässt, eigentlich mittlerweile den Hauptteil von Blog-, Foren- und Communitybeiträgen ein.

  2. Ja, das sind durchaus schöne Bilder. Aber alles schon gesehen. Passt gut in ein Büro, in ein Wartezimmer oder ähnlichem.
    Ist Geschmackssache, ich mag gerne Bilder die Leben, Emotionen und eine Aussage haben.

    Trotzdem ist natürlich zu erkennen, das viel darauf geachtet wurde (und das kostet nicht selten auch viel Geduld) das alles im Schnitt passt und ausgerichtet ist.

    Weiter so … :)

    • “Ist Geschmackssache, ich mag gerne Bilder die Leben, Emotionen und eine Aussage haben.”

      Leben, Emotionen und Aussage sind nicht Teil des Bildes, sondern Interpretationen des Betrachters.

      • Leben, Emotion und Aussage sind Interpretationen des Betrachters, genauso wie die Reduktion aufs Wesentliche, denn was ist das schon. Also gehupft wie gesprungen, wenn man so will, denn letztlich jeder Bildinhalt, jede Vermittlung nur Interpretation.

  3. Abstrakte Bilder nehmen immer mehr Platz in der Fotografie ein. Ich mag sie recht gern, da sie die Dinge aus einem alternativen Blickwinkel zeigen – einem Blick, den man als Passant in der entsprechenden Szenerie nicht hat.
    Trotzdem freue ich mich, wenn dann auch mal wieder das große, nicht-abstrakte Ganze auf einem Foto ist.

  4. ^
    _ HI _ ! _

    _ GANZ _ EHRLICH _ JETZT _ : _

    _ N E T T _!_
    _ MEHR ABER AUCH NICHT _._
    _ FÜR _ M I C H _!_

    _ @DANIEL _ : _

    _ I C H _ M U S S _ DIR _ RECHT _ GEBEBN _ : _
    _ ALLES _ IN _ DIESER _ ART _ SCHON _ 100TE _ MAL _ GESEHEN _!_
    _ FACHZEITSCHRIFTEN _ /_ BLOGS _/_ UND_UND_UND _ . . . _ SIND _ VOLL _ DAVON _!_

    _ DIES _ IST _ ABER _ NUR _ M E I N E _ MEINUNG _ ! _

    _ SCHMÄLERT _ ALLERDINGS _ NICHT _ M E I N E N _ RESPEKT
    _ VOR _ DER _ ARBEIT/AUFWAND _ WELCHEN _ NICK _ BETREIBT _ ! _ ! _ ! _

    _ WIEDERSCHAUN _ , _ REINGEHAUEN _ ! _

    _ EUER _ lichtbildwerfer _

  5. ” … Sonntagmorgen um 6:30 Uhr an einem verlassenen Platz zu stehen, menschenleer …” Das Kontemplative dieser morgentlichen Spaziergänge ist in den Bildern sehr schön zu sehen und zu spüren. Das sind für mich keine Architekuturbilder, sondern ein Erspüren von Form und Farbe.

  6. Mag die Bilder auch sehr. Wobei ich lieber morgens um 6:30 Uhr ganz alleine im Wald bin als in der menschenleeren Stadt :-)

    Im Gegensatz zu Daniel finde ich das “gelbe Bild” am schönsten, weil mit der Tonne noch etwas Leben hinein kommt.
    Beim Bild mit der Spiegelung frage ich mich die ganze Zeit was das da im Vordergrund ist. Sind das falsch hineinretuschierte Wolken oder einfach ein unscharfer Vordergrund?

    LG
    Stefan

  7. Die Aufnahmen gefallen mir sehr, was vielleicht daran liegt, dass das Thema auch ein Schwerpunkt meiner Fotografie darstellt. Den “Vorwurf” alles schon mal gesehen zu haben ist so richtig wie unsinnig, denn das ist mir einfach zu pauschal. Entscheidend ist für mich die Qualität der Aufnahmen und wie sie mich ansprechen.

  8. Blogartikel dazu: *White* von Nick Frank | MonoStep