Mordancage-Landschaft am Meer
28. Mai 2021 Lesezeit: ~13 Minuten

Im Gespräch mit Ella Morton

Die kanadische Künstlerin Ella Morton verwendet alternative fotografische Techniken, um sichtbar zu machen, was wir in der Verbundenheit zu Landschaften manchmal fühlen, aber oft kaum beschreiben können: Wie überwältigend, aber manchmal auch fragil unsere Umwelt ist.

Im Interview sprechen wir über ihren experimentellen Arbeitsprozess, der zum Beispiel Techniken wie Mordançage und getränkte Filme umfasst. Außerdem geht es um Themen, die ihr am Herzen liegen, wie den Klimawandel und damit verbundene Widersprüche, wenn man darauf aufmerksam machen möchte.

Gletscherlandschaft mit bunten Bildfehlern

Pangnirtung Mountains #3, Chromira-Druck von getränktem Film, 24″ x 30″, 2019

Hallo Ella! Danke, dass Du Dir die Zeit für ein Interview nimmst. Zuerst, erzähl uns doch einmal etwas über Dich: Wer bist Du und was machst Du?

Ich bin bildende Künstlerin sowie Filmemacherin und lebe in Toronto, Kanada. Fotografische Medien und experimentelle analoge Verfahren verwende ich, um die überwältigenden und fragilen Charakteristika abgelegener Landschaften einzufangen. Bisher habe ich Arbeiten in ganz Kanada sowie in Dänemark, Norwegen, Island und Finnland erstellt.

Dabei beobachte ich, wie sich der Klimawandel auf diese nördlichen Regionen auswirkt und wie tief wir mit dem Land und den Geheimnissen, die sie durchdringen, verbunden sind. Meine künstlerische Praxis zieht auch in Betracht, wie sich das Medium Fotografie im digitalen Zeitalter verändert und die Alchemie analoger Techniken in der heutigen Zeit neu erfunden werden kann, um tiefgründigere Geschichten in Bildern zu erzählen.

Morcancage-Landschaft mit Hütte

House, Iqaluit, Chromira-Druck von Mordançage, 24″ x 30″, 2019

Wie bist Du zum ersten Mal mit der Fotografie in Kontakt gekommen und warum hast Du sie als Medium für Dich gewählt?

Als Teenager habe ich damit begonnen, mit Fotografie zu experimentieren. Ich war mir schon immer sicher, dass ich eine Art Künstlerin werden wollte, wandte mich aber speziell der Fotografie zu, weil ich das Überraschungselement liebte, das analogen Prozessen innewohnt.

Man hat niemals die wirklich vollständige Kontrolle über die Bilder, die man macht. Doch manchmal gibt einem das Medium etwas Unerwartetes zurück, das die eigenen Arbeiten noch besser macht als man es sich ursprünglich überhaupt ausmalen konnte.

bunte Eislandschaft

Ice Wall, Chromira-Druck von getränktem Film, 24″ x 30″, 2019

Oh ja, die Fotografie schenkt einem glückliche Zufälle! Kannst Du uns mehr über die Neuerfindung analoger Techniken erzählen, die Du erwähnt hast?

Meine Bilder bearbeite ich mit verschiedenen Techniken: Die Schwarzweißbilder etwa behandle ich mit dem Mordançage-Verfahren, das in den 1970er Jahren vom französischen Fotografen Jean-Pierre Sudre entwickelt wurde. Dabei wird der Silbergelatinedruck in ein Säurebad eingeweicht, um die Emulsion anzulösen. So heben sich die Schattenbereiche des Drucks vom Papier ab und können manipuliert werden, um interessante Texturen und Schleier zu erzeugen.

Für meine Farbbilder verwende ich oft Filmtränktechniken (manche Leute nennen es „film soup“). Ich tränke den Film in verschiedenen Haushaltsflüssigkeiten wie Wein, Bier, Zitronensaft, Reinigungsmitteln oder Joghurt. Diese verformen den Film auf unterschiedliche Weise und es entstehen ätherische, gesättigte Effekte. Bewegtbildfilm bleiche, lasiere oder bemale ich auch und vergrabe ihn im Boden, um ähnliche Effekte zu erzielen.

Mordancage-Landschaft mit Hütten

Little Fogo Houses, Chromira-Druck von Mordançage, 24″ x 30″, 2018

Was bedeutet Dir die Manipulation des Materials und die Verwendung alter analoger Techniken? Auf welche Weise denkst Du, kannst Du damit etwas vermitteln, was mit digitaler Fotografie nicht möglich wäre?

Die Verwendung analoger Prozesse hat für meine Bilder zweierlei Bedeutung: Ich möchte die besonderen Eigenschaften der Landschaft sowie ihre Fragilität und ungewisse Zukunft zum Ausdruck bringen. Abhängig vom Bild verstärken die analogen Techniken manchmal die Landschaft und betonen ihre Schönheit, aber in anderen lassen die Effekte das Bild so erscheinen, als ob es sich auflöst oder verschlechtert.

Digitale Fotografie allein hat nicht die Taktilität und Unvorhersehbarkeit, um solche einzigartigen Effekte zu erzielen, obwohl ich gar nicht dagegen bin, Elemente der digitalen Technologie zusammen mit analogen Prozessen zu verwenden. Darüber hinaus denke ich, dass die digitale Technologie die analoge Fotografie „befreit“ hat, um kreativer eingesetzt werden zu können: Sobald ein Prozess technisch veraltet ist, haben Künstler*innen mehr Freiheiten, damit zu experimentieren.

Küstenlandschaft mit bunten Bildfehlern

Antigua at Blomstrandhalvøya, Chromira-Druck von getränktem Film, 8″ x 12″, 2016

Was hast Du bei Deinen laufenden Beobachtungen zum Einfluss des Klimawandels auf diese Regionen bisher herausgefunden?

Ich hatte das große Privileg, aus Büchern, Geschichten und Gesprächen mit im Norden lebenden Menschen zu lernen. Ich habe gehört, wie viele Inuit-Jäger in der kanadischen Arktis bereits in den 1970er Jahren veränderte Wettermuster bemerkt haben, die sich nachteilig auf ihre Jagdpraktiken ausgewirkt haben.

Ich habe gelernt, dass PCB (von Menschen hergestellte Industriechemikalien) in die Atmosphäre gelangen und über Nordwinde in die Arktis wandern, wo sie in weitaus höheren Mengen als in gemäßigten Klimazonen in die Körper von Tieren und Menschen gelangen.

Ich habe auch bemerkenswerte Anekdoten über den drastischen Rückgang der Gletscher gehört, wie in Blomstrandhalvøya in Spitzbergen: Die „Blumenstrandhalbinsel“, wie sie früher genannt wurde, wurde kürzlich als Insel neu-entdeckt, nachdem ein nahe gelegener Gletscher so weit zurückgegangen war, dass die tatsächliche Form der Landmasse enthüllt wurde.

Dies sind nur ein paar wenige Beispiele für die vielfältigen Manifestationen des Klimawandels in den nördlichen Regionen.

Mordancage-Landschaft mit weißen Baumsilhouetten

Trees, Otamus #1, Chromira-Druck von Mordançage, 24″ x 30″, 2018

Wie gehst Du damit um, dass einige Aspekte im Feld der Fotografie, die das ökologische Bewusstsein schärfen möchte, als widersprüchlich wahrgenommen werden? Zu anderen Orten reisen – was Emissionen auslöst und die dabei entstehenden Werke inspirieren möglicherweise weitere Menschen, ebenfalls zu reisen.

Tatsache ist, dass es für uns fast unmöglich ist, uns vollständig von den globalen kapitalistischen Systemen zu lösen, die Umweltzerstörung verursachen. Es ist überall – die Lebensmittel, die man isst, die Kleidung, die man trägt, die Orte, die man besucht, die Werkzeuge, die man benutzt.

Ich denke, der beste Ansatz ist für uns, zu entscheiden, welche Veränderungen in unserem eigenen Leben möglich sind. Ich bin seit meinem elften Lebensjahr Vegetarierin, besitze kein Auto und spende, wenn ich kann, an Organisationen, die ich unterstütze. Dies sind nicht die einzigen Ansätze und sozioökonomische Privilegien sowie regionale und kulturelle Unterschiede spielen eine große Rolle bei dem, was jede*r einzelne von uns tun kann.

nordische Landschaft mit bunten Bildfehlern

Pyramiden #1, Chromira-Druck von getränktem Film, 24″ x 30″, 2016

Ich bin mir der Emissionen bewusst, die durch das Fliegen verursacht werden, aber es wäre logistisch sehr schwierig, auf dem Landweg zu vielen der Orte zu reisen, die ich besuche. Ich hoffe, dass in Zukunft weitere Transportalternativen verfügbar sein werden. Wenn ich an anderen Orten bin, versuche ich auch, kleine lokale Unternehmen so weit wie möglich zu unterstützen.

Was die Fotografie angeht, denke ich, dass die Menschen sich immer noch gezwungen fühlen würden zu reisen, selbst wenn die Fotografie nie erfunden worden wäre. Jedes Mal, wenn ich irgendwohin gereist bin, habe ich so viel über den Ort und die Menschen gelernt, was ich durch Online-Recherchen niemals hätte herausfinden können.

Ich habe das Gefühl, dass dies mir Demut sowie Empathie gegeben und meine geistigen Perspektiven erweitert hat. Wenn meine Arbeit oder die Fotografie im Allgemeinen andere zu ähnlichen Erfahrungen inspiriert, dann denke ich, dass Reisen sicherlich eine positive Seite hat.

Mordancage-Landschaft mit Hütte im Schnee

Cabin, Ritajärven, Chromira-Druck von Mordançage, 24″ x 30″, 2018

Wie kam es dazu, dass Du Dich auf das Thema Klimawandel konzentriert hast?

Der Hauptimpuls meiner Arbeit besteht darin, unsere Verbindung zur Landschaft zu untersuchen – dass wir uns auf das Erhabene darin beziehen und dass es ein Ort ist, an dem wir uns mit Rätseln auseinandersetzen. Von diesen Aspekten ausgehend ist das Thema des Klimawandels eine natürliche Erweiterung, da er derzeit ein unmittelbar bevorstehendes Problem ist.

In mancher Hinsicht könnte meine Arbeit als Wehklage für das Land oder als Ausdruck der Tiefe dessen gesehen werden, was wir im Verlauf des Klimawandels verlieren werden. Ich denke jedoch, dass meine Arbeit auch viel Optimismus und Wertschätzung dafür zeigt, was uns die Natur gibt und wie sie uns trotz des Missbrauchs durch uns überleben wird.

Welchen Einfluss haben Indigene Perspektiven auf Deine Arbeit? Ich habe gesehen, dass zum Beispiel in Deinen Filmen Inuit zu Wort kommen. Um ehrlich zu sein, scheint es hier in Deutschland kein weit verbreitetes Wissen zu sein, dass Dein Heimatland Kanada auch eine reiche Indigene Geschichte hat.

Leider hat Kanada eine ziemlich dunkle Geschichte in Bezug auf Indigene Völker, wie alle anderen Länder auch, die durch Kolonialismus geschaffen wurden. In den letzten Jahren hat Kanada begonnen, Schritte in Richtung Versöhnung zu unternehmen, aber es ist ein langsamer und komplizierter Prozess. Viele Indigene Künstler wurden in letzter Zeit in der zeitgenössischen Kunstszene gefeiert, ihre Führung und ihre Einsichten sind eine Bereicherung für uns.

In meiner eigenen Arbeit habe ich einen Film über Nunavut in der kanadischen Arktis erstellt, für den ich glücklicherweise eine ältere Inuk als Stimme gewinnen konnte, die hier in Toronto lebt. Demnächst folgt noch ein Film über Neufundland im Osten Kanadas, der von einer Künstlerin aus der Inuit- und Mi’kmaq-Tradition von dort gesprochen wird.

arktische Landschaft mit grünen Bildfehlern

Blomstrandbreen #2, Chromira-Druck von getränktem Film, 24″ x 30″, 2016

Wenn ich in Kanada Filme mache, ist es mir wichtig, dass Indigene Stimmen über das Land sprechen, da ihre Vorfahr*innen ursprünglichen das Land gehütet haben. Ich habe viel von beiden Erzählerinnen gelernt und festgestellt, wie sehr meine Ansichten zur Umwelt durch mein europäisches Erbe geprägt waren.

Selbst als gutmeinende und fortschrittliche Person denke ich, dass Indigene Perspektiven meinen Geist geradezu aufgebrochen haben, um nicht nur die Natur, sondern auch die Geschichte und die Politik auf eine neue, herausfordernde, aber auch aufschlussreichere Art und Weise zu sehen.

Mordancage-Landschaft

Trees, Otamus #4, Chromira-Druck von Mordançage, 24″ x 30″, 2018

Wie triffst Du Formatentscheidungen – welche Ideen werden zu Filmen, welche zu einer Fotoserie? Oder allgemeiner ausgedrückt: Wie sieht die Entwicklung Deiner Projekte normalerweise vom ersten Funken bis zum fertigen Werk aus?

Es variiert mit jedem Projekt, aber normalerweise beginnen meine Ideen damit, an einen Ort gezogen zu werden. Sobald ich die Möglichkeit habe, tatsächlich an diesen Ort zu gelangen, nehme ich sowohl Bewegtbilder als auch Standbilder auf und dann entwickeln sich die Ideen in der Postproduktion weiter.

Die Filme sind sehr stark von den Geschichten der Erzähler*innen geprägt und ich gebe mein Bestes, um mein Filmmaterial mit ihren Worten zu verbinden. Manchmal entstehen Ideen auch durch einen neuen Prozess, mit dem ich arbeiten möchte, und dann muss ich planen, welche Art von Bildern am besten damit funktioniert. Zum Beispiel benötigen Mordançage-Bilder viel negativen Platz, damit die Schleier in diesen Bereichen des Drucks entstehen können. Entsprechend fotografiere ich mit diesem Wissen im Hinterkopf.

Manchmal beziehe ich auch Negative aus früheren Projekten mit ein, um mit neuen Techniken zu experimentieren. Insgesamt ist es schwierig, meine Projektentwicklung linear zu beschreiben. Es geht eher um verschiedene Orte, Prozesse, Geschichten und Bilder, die sich gegenseitig referenzieren.

Gletscherlandschaft mit bunten Bildfehlern

Longyearbyen Harbour #2, Chromira-Druck von getränktem Film, 8″ x 12″, 2016

Wie kann man Deine Kunst unterstützen? Mir ist aufgefallen, dass es auf Deine Website im Gegensatz zu denen vieler anderer Künstler*innen heutzutage nur Filmtrailer und keinen Online-Shop gibt, in dem man Drucke oder Veröffentlichungen kaufen könnte.

Man kann meine Kunst unterstützen, indem man mir auf Instagram folgt und sich über meine Webseite für meinen Newsletter anmelden. Wenn Du an einem Druck interessiert bist, setz Dich bitte mit mir in Verbindung, sodass ich Dir eine Preisliste schicken kann, internationaler Versand ist auch möglich. Meine Filme werden immer noch auf Festivals gezeigt, also seid gespannt auf Updates zu kommenden Vorführungen.

Was sind Deine nächsten Projekte, kurzfristigen Ziele und große Träume für die Zukunft?

Ich bin gerade dabei, eine Reise in die Antarktis zu planen, die hoffentlich noch in diesem Jahr stattfinden wird, abhängig von den Reisebeschränkungen. Ich habe neue Ideen für Fotografie- und Filmprojekte, die ich dort erstellen möchte – mehr darüber werde ich in Kürze bekanntgeben. Ich hoffe auch, mein Filmprojekt in Neufundland abzuschließen, sobald es möglich ist, wieder dorthin zu reisen.

Mein Ziel für die nächste Zeit ist es jetzt erst einmal, es durch die Corona-Pandemie zu schaffen! Zu meinen langfristigen Zielen gehören das Erstellen eines Fotobuchs, die Teilnahme an Workshops, um mehr über experimentelle Prozesse zu erfahren, die Planung einer Reise nach Grönland und die Fortsetzung meiner Arbeit. Ich bin sehr glücklich, die Arbeit machen zu können, die ich mache!

Titelbild: Dyrhólaey, Chromira-Druck von Mordançage, 16″ x 24″, 2018

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8 Kommentare

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  1. „Ich bin mir der Emissionen bewusst, die durch das Fliegen verursacht werden, aber es wäre logistisch sehr schwierig, auf dem Landweg zu vielen der Orte zu reisen, die ich besuche. Ich hoffe, dass in Zukunft weitere Transportalternativen verfügbar sein werden.“

    Das ist zweifelsfrei ein Dilemma. Man kann sicher schon jetzt sagen: es wird KEINE Alternativen zum Fliegen geben, wenn man zwischen Europa, Island und Kanada reisen will. Man kann das aber reduzieren.

    Als Künstlerin und Mahnerin muss sie gar nicht persönlich all diese Dinge sehen. Sie könnte via Skype, Zoom, WeChat etc. mit Leuten in aller Welt kommunizieren. Diese Leute könnten die Fotos machen, die sie als Künstlerin bearbeitet.

    Leider finden wir allzu oft die Haltung, dass die, die vorgeben, die Natur zu lieben und gegen den Klimawandel vorzugehen, sich selber keineswegs einschränken, sondern das nur von anderen erwarten.

    • Hallo Jürgen W,

      ich erlaube mir mit meinem, wie ich finde, passenden Text (absichtlich ohne Punkt und Komma) zu antworten:

      „WENN ICH FLIEGE BETRACHTE ICH ZWISCHEN DEN TURBULENZEN DIE WELT DA UNTEN MIT DEN ZAHLLOSEN MENSCHEN DIE IN BERGWERKEN FABRIKEN ODER IN IHREN FLUGLÄRMGESTÖRTEN WOHNUNGEN IHR SCHÖNES LEBEN HINGEBEN FÜR MEIN HEKTISCHES VERGNÜGEN EINE ANDERE WELT ZU SEHEN ABER BEVOR MIR NOCH DARÜBER MULMIG WIRD ÜBERLEGE ICH LIEBER WIE ICH NÄCHSTES MAL DAS KOMPRESSIONSSTRUMPFBEDINGTE JUCKEN ABSTELLEN KÖNNTE“

      Gut, dass du auch diese Problematik ansprichst!

      Schöne Grüße von Armin

    • Den Ausführungen von Jürgen kann ich nur zustimmen.
      Erwähnen möchte ich noch, dass ich immer etwas verwirrt bin, wenn Künstler einerseits eine bestimmte „Botschaft“ /Aussage vermitteln wollen, gleichzeitig das Zustandekommen ihrer Werke aber zu einem Großteil dem Zufall (hier chemisch-/technischer Prozesse) überlassen.

  2. Kunst funktioniert ohne Freiheit nicht – und die von Ella ist es sicher wert, betrachtet, eingeordnet und diskutiert zu werden – aber sicher nicht ausschliesslich mit dem erhobenen Zeigefinger … Ich finde die Bilder interessant und poetisch – Ella und kwerfeldein teilen dieses Vergnügen mit uns: Ganz herzlichen Dank dafür!

    • „Kunst funktioniert ohne Freiheit nicht“ … das ist zunächst einmal nur eine These.

      Wenn man sie als Prämisse vornanstellt und dann noch suggeriert, dass jede Kritik an der Künstlerin eine Beschneidung ihrer Freiheit ist, dann ist die Diskussion natürlich sofort zu Ende.

      Man beschneidet auch niemandes Freiheit, wenn man vorschlägt, bestimmte Diskussionen via Skype oder Zoom zu führen statt zu fliegen.

      Zur Prämisse: stimmt die? Warum funktioniert Kunst ohne Freiheit nicht? Es funktionieren doch auch der politische Witz, die subversive Poesie oder das kritische Theater und alternative Kino gerade auch in Systemen der Unfreiheit sehr gut, also z.B. in Diktaturen und Theokratien.

      • Danke Jürgen W!

        Genau so ist es, denn was wäre das für eine Freiheit, auf Kosten der restlichen Menschheit durch die Gegend zu fliegen um seiner Kunst zu frönen?

        Mein Sendungsbewusstsein ist begrenzt genug, um frei zu sein, „Verzicht“ zu üben!
        Wer „Verzicht“ mal ausprobieren möchte, würde sehr schnell spüren, was der Begriff Freiheit wirklich meint…

        Und: Manchmal sind selbst Zeigefinger nicht mehr als, Helfer zur Bewusstseinserweiterung…

        Gutes Gelingen für Alle!

        Armin