24. Juni 2014

Den Alltag lebendig machen

Julien Legrand ist Straßenfotograf und Teil des renommierten Kollektives Street Photographers. Erste Bilder im Netz finden sich auf Flickr aus dem Jahre 2009 und schon da lässt sich sein Können erahnen, das sich heute in voller Farbenpracht bestaunen lässt.

Es klingt wie ein Klischee, wenn ich vom Staunen spreche, doch ich meine das wirklich. Zig mal habe ich mir die Bilder des Franzosen angesehen und bin jedes Mal wieder baff, was der Junge fotografisch auf die Beine stellt.

Legrand wagt den Sprung ins Komplexe, jedoch ohne sich in vewirrend abgedrehten Bildarchitekturen zu verlieren. Und, das ist wohl entscheidend bei Legrand, ohne jemals einseitig zu werden. Nein, er greift auf alles zu, was der Moment erfordert: Farbparallelen, spannende Stukturüberlagerungen, Juxtapositionen und das entscheidende Quäntchen Humor, der nur ab und an hervorblitzt.

Ein Mann guckt in einen Strauch hinein.

Ein Mann schaut in seine bunten Akten, am Boden mehrere bunte Kreise.

Blick auf eine in der Ferne stehende Person am Meer.

Blick aufs Meer, im Vordergrund ein Geländer.

Eine Frau mit roter Tasche steht an einem Geldautomat.

Blick auf einen komplexen Vordergrund, weiter hinten die Silhouette eines Mannes.

Die Haare einer Frau werden vom Wind nach oben geblasen.

Eine Frau mit gelbem Fächer steht an der Straße und hält sich den Fächer vor das Gesicht.

Abstrahierte Aufnahme, in der zwei Menschen teilweise zu sehen sind.

Roter Strich auf dem Boden und ein Mann, der seine Schuhe ausgezogen hat und auch rote Socken trägt.

Blick auf eine leere Straße, die von einem großen Plakat mit Pommes Frites geschmückt ist.

Legrand setzt sich durch eine gleichmäßige Bildgestaltung vom aktuell gefeierten Trend des wild-abgedrehten souverän ab, ohne dabei fotografische Lebendigkeit einzubüßen. Und doch durchzieht bei aller Diversität die Fotografien eine stille Stringenz, die seinem Portfolio einen stilistischen Rahmen gibt. Die in sich ruhigen und klar komponierten Aufnahmen enthalten meist keinen Pixel zu viel oder zu wenig.

Julien Legrand kommt mit wenig aus. Ein Mann mit buntem Aktenornder am Straßenrand reicht ihm, um ein spannendes Bild zu machen. Dass dabei am Boden ebenfalls bunte Farbkreise zu sehen sind, ist der alles entscheidende Zufall; der will aber auch gesehen werden.

Für mich persönlich gehört Legrand zu denjenigen Fotografen, deren weiteren Werdegang ich auf keinen Fall verpassen möchte. Deshalb folge ich ihm überall wo möglich: Auf Flickr, Facebook und wenn es sein muss, auch auf Google+.

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8 Kommentare

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  1. mann, der hat aber auch ein Händchen für den passenden Moment! Entweder er macht extrem viele Fotos und hat dann ein paar „Glückstreffer“ dabei, oder er hat ein wahnsinnig geschultes Auge für den besonderen Moment… wahrscheinlich beides….

  2. Ich kannte Julien Legrand bis jetzt noch nicht, bin aber von seinen Werken begeistert.
    Recht schlicht gehalten, dennoch gibt es in seinen Aufnahmen vieles zu erkunden und hinein zu interpretieren.
    Vielen Dank für diesen Bericht mit den fantastischen Fotos.
    Auch ich werde ihm folgen, natürlich auf Google+ – wo auch sonst ;-)

    Gruß,
    Andreas