25. Juni 2014 Lesezeit: ~8 Minuten

Fotos kaufen

Es ist großartig. Gute Bilder von guten Fotografen sind nur einen Klick entfernt. Tagtäglich verfolgen wir die Portfolios und Streams unserer Lieblingskünstler und lassen uns inspirieren, begeistern, nähren. Kurzum – wir konsumieren.

Ab und an schreiben wir vielleicht einen Kommentar unter ein Bild oder klicken es zu unserer digitalen Favoritenliste dazu. Diese Online-Sammlung unserer schönsten Bilderschätze wächst ständig. Aber wie oft schauen wir uns unsere alten Favoriten wirklich noch einmal an, wie lange schauen wir uns überhaupt Bilder an, die uns gefallen, bevor wir weiterklicken und das nächste konsumieren? Ich glaube, meistens weniger und kürzer als gute Fotos es verdienten.

Manchmal bin ich dieser Klickerei, dieser digitalen Bilderflut, absolut überdrüssig. Und dann kam letztes Jahr dieser Moment, als es in mir Klick gemacht hat.

Ich habe schon einige kleinere und größere bildhauerische Arbeiten von Künstlern und Kommilitonen gekauft oder getauscht und auch zwei ziemlich gute Rüdiger-Beckmann-Drucke hängen an meinen Wänden. Eine geschenkte Leinwand eines befreundeten Malers und auch ein paar fotografische und plastische eigene Arbeiten aus verschiedenen Schaffensphasen hängen um mich herum. Ich liebe den Dialog, den Kunstwerke miteinander eingehen, indem man sie in denselben Raum hängt oder stellt.

Sie wirken ganz anders, je nachdem, an welcher Wand und über welcher Skulptur sie hängen. Sie entfalten eine neue Präsenz und beeinflussen sich gegenseitig. Und auch, wenn mein relativ überschaubares WG-Zimmer schon aus allen Nähten platzt, hat es letztes Jahr wieder in mir drin geklickt und ich wusste:

Ich möchte ein Foto von Nastya Kaletkina kaufen!

Ich verfolge ihre Arbeiten seit längerer Zeit und finde sie fantastisch, surreal, betörend. Letztes Jahr im Februar habe ich dann dieses Foto gesehen. Eine halbnackte Frau liegt auf einem Bett. Um sie herum sind scheinbar wahllos Äpfel, Eier oder andere runde Kleinigkeiten verstreut. Halb fokussiert, halb verwackelt, schwarzweiß. Merkwürdig. Irgendwie nicht greifbar; ich verstehe dieses Bild nicht, doch fühle mich auf einen merkwürdige Art und Weise von ihm angezogen.

Eine Frau liegt auf einem Bett und ist von Äpfeln umgeben.

In mir wächst schlagartig der Wunsch, genau dieses Bild in meiner analogen Favoritensammlung an der Wand zu haben. Es nicht nur digital auf kleinem Monitor zu sehen, es laden zu müssen und am Ende doch wieder den Tab zu schließen. Ich will es real, hier an meinen eigenen vier Wänden. Gerahmt, groß, echt. Zum Anfassen und immer wieder Ansehen. Also nehme ich Kontakt auf.

Nach einigen Mails mit englisch-russischen Sprachbarrieren erfahre ich, wie es der Zufall so will, dass Nastya im Oktober nach Deutschland kommt, um in Düsseldorf an einer Ausstellung teilzunehmen. Sie wird diesen Akt mit Äpfeln auch ausstellen, ich darf das Original von da aus mitnehmen, habe Vorfreude, aber muss mich noch ein paar Wochen gedulden.

In der Zwischenzeit entdecke in im Luxad in Berlin einen wunderschönen Bilderrahmen. Mit Nastyas Bild im Hinterkopf muss ich das gute Stück einfach mitnehmen, dann habe ich immerhin schon den Rahmen, auch wenn ich auf den Druck noch warten muss. Ein Rahmen mit Geschichte für ein Bild mit Geschichte. Da die Bilderrahmen Einzelstücke aus recyceltem Holz sind und in ihrer Größe sehr individuell, möchte mein Rahmen auch das abenteuerliche Bildformat von 28 x 27,5 cm.

Bilderrahmen bei Luxad

Man schaut in den Verkaufsraum von Luxad und sieht einen Haufen Bilderrahmen.

Wie erwartet, ist die Kommunikation etwas holprig und meine exakten Formatwünsche vielleicht auch etwas unpräzise, sodass Nastya im Oktober mit dem falschen Format nach Deutschland kommt. Die Ausstellung ist dennoch wundervoll, es ist spannend, die Fotografin kennenzulernen, etwas über die Entstehungsgeschichte des Fotos zu erfahren und aufregend, das Bild an der Wand zu sehen, das ich von ihr kaufen werde.

Endlich hat es eine Oberfläche, hat den Computer verlassen und hängt dicht vor mir in einer kleinen Galerie in Düsseldorf. Das Schwarz ist viel dunkler als in der digitalen Version, alles wirkt noch verschwommener und surrealer. Leider ist die Qualität des Drucks nicht sonderlich gut, sonst hätte ich es mir vielleicht anders überlegt und es trotz falscher Größe gekauft. Aber auch so bin ich mir absolut sicher: Dieses Bild möchte ich haben.

Blick auf die Ecke eines alten mintgrünen Bilderrahmens.

Nachdem Nastya wieder in Moskau ist und ich ihr meine genaue Wunschgröße mitgeteilt habe, passiert erst einmal länger gar nichts. Wir sind beide zu beschäftigt für die zähe E-Mail-Kommunikation, sodass sich die Odyssee um meinen Druck noch viele Wochen ins neue Jahr trägt. Anfang 2014 meldet Nastya sich plötzlich und fragt nach meinem Wunschpapier. Hahnemühle, natürlich, denn nach dem halben Jahr Warterei kann mir das Papier nicht dick und haptisch genug sein.

Es dauert noch ein paar Tage, dann liegt der Akt mit Äpfeln in Moskau frisch gedruckt und wartet auf die Reise nach Köln. Vielleicht hätten wir es an dem Punkt einfacher haben können, aber nachdem wir eine monatelange E-Mail-Kommunikation, eine Ausstellung mit einer Version im falschen Format und dutzende Übersetzungsprobleme hatten, musste auch die Reise nach Deutschland abenteuerlich sein.

Ein einfacher Paketversand kam also nicht in Frage. Wir entschieden uns dafür, das Bild von Flughafen zu Flughafen zu schicken. Nastya wollte es in Russland irgendjemandem mitgeben, ich sollte es in Deutschland entgegennehmen. Doch das war gar nicht so einfach, wir haben drei Versuche gebraucht, bis Nastya am Schalter in Moskau wirklich jemanden gefunden hat, der bereit war, den gut verpackten Druck per Handgepäck nach Düsseldorf zu bringen.

Eine Mappe mit kyrillischen Buchstaben.

Nervös und doch voller Vorfreude stand ich also endlich vor ein paar Wochen am Düsseldorfer Flughafen, mit einem kleinen Schild in der Hand, auf der Suche nach einer wildfremden Frau mit Foto im Handgepäck. Die Odyssee ist gut ausgegangen, wir haben uns gefunden und mussten beide sehr lächeln bei der Übergabe. Und auch Nastya freute sich sehr über das gelungene Ende dieses Abenteuers.

Wir sehen ein Bild in einem Bilderrahmen.

Der merkwürdige Akt mit Äpfeln hängt nun an meiner Wand. Auch, wenn ich ihn nach über einem Jahr immer noch nicht ganz verstanden habe, immer noch Neues in ihm entdecke, ist das nun kein Problem mehr, denn ich habe jetzt alle Zeit der Welt, ihn zu betrachten. Kein Klicken, kein Laden, keine Pixel.

Nastyas Druck hängt, liebevoll signiert, in dem alten Holzrahmen, die Glasscheibe habe ich weggelassen, so wird er mit den Jahren vielleicht vergilben, aber dafür bin ich ihm ganz nah, kann über das Papier fahren und mich an diesem Kunstwerk mit der langen Reisegeschichte immer wieder erfreuen.

Umgeben von Erinnerungen an Ausstellungen drei meiner Lieblingsbildhauer, meinem Lieblingskinderbuch und einer schwebenden Wachsarbeit einer befreundeten Künstlerin, hat er genau diese Symbiose und Präsenz im Raum entwickelt, die ich an Drucken so liebe.

Ein Bild hängt in einem Bilderrahmen an der Wand. Daneben sind noch andere Bilder zu sehen.

Drucke sind das kleine gallische Dorf der Fotografie-Szene, denn das allermeiste setzt sich nur digital fort. Doch Drucke sind widerstandsfähig und haben eine betörende Wirkung, wenn sie erst einmal den Weg in den Bilderrahmen gefunden haben. Darum kann ich jedem nur empfehlen, sich Bilder zu kaufen, die einem am Herzen liegen, die begeistern, die einem nicht aus dem Kopf gehen. Die man sieht und bei denen es Klick macht.

Durch deren Kauf man den Künstlern und Künstlerinnen ein wunderschönes Kompliment macht und ihre Arbeiten auf eine sehr ehrliche Art und Weise belohnt. Die Mühe, das Geld, die Warterei, all das ist es wert, sie raus aus der digitalen Favoritenliste rein in die eigenen Vier Wände zu holen.

Und wie sieht es bei euch aus, welche fotografischen Schätze haben den Sprung von eurer Favoritenliste bis an die Wand geschafft?

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27 Kommentare

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  1. Bravo! Der erste Schritt ist es, mit den eigenen Bildern anzufangen. Mir geht es genau so, ich möchte die Favoriten aus meinem Kopf an der Wand oder im Album sehen, neben meinen analogen Arbeiten auch meine eigenen digitalen Bilder….und da ich bisher mit keinem Bilderdienst hinsichtlich Qualität der Ausdrucke zufrieden bin, war der Schritt zum eigenen Grossformat-Drucker zwangsläufig. Erst jetzt habe ich das Gefühl, wirklich wieder Bilder zu machen!

  2. Das Digitale Zeitalter, ein Zeit in der das Fotografieren günstiger geworden ist und die gemachten Aufnahmen für die „Ewigkeit“ zugänglich ist!
    Aber ist das wirklich so?
    Ein Foto mal ebend schnell bei Facebook, Google+ und Co. gepostet ist es theoretisch für immer für jeden zugänglich, aber wie oft werden die Bilder denn wirklich im nachhinein nochmal angeschaut?
    Wie oft durchforstet man sein eigenes Bilderarchiv?
    Nicht so oft, wie es einige Werke es verdient hätten.
    Ich selber bin gerade erst umgezogen und werde mir jetzt nach und nach eine Fotowand erschaffen. Es werden zwar nur meine eigenen Werke sein, aber ich freue mich jetzt schon darauf, dass einige schon fast vergessene Aufnahmen wieder präsent sein werden, und zwar täglich.

    Gruß,
    Andreas

  3. Was für eine tolle Geschichte und ich kann dich sehr gut verstehen. Noch heute spuken mir blaugetonte Stadtansichten aus Porto im Kopf herum. Leider konnte man die damals nicht erwerben oder ich war nicht hartnäckig genug damals 1999 und so wird nur die Erinnerung in meinem Kopf bleiben.

    Viel Freude mit deinem Bild und der schönen Komposition an der Wand wünscht Dir

    Annette

  4. ich habe einige abzüge der fotografin dara scully gekauft und tausche zudem mit befreundeten fotografen gern gegenseitige favoriten.ich mag es sehr, bilder, die ich liebe, um mich zu haben-sodass ich mit ihnen lebe…

  5. Ja, genau DAS ist es. Bei mir sind es selbst erschaffene Portraitskulpturen die ich im Raum mit allem möglichen kombiniere. Momentan stehen sie noch (wieder) alleine, da ich den Raum komplett geleert habe. Seit über einem Jahr hält der Zustand an… und nun langsam aber bewusst und sehr bedächtig werde ich beginnen ihn wieder zu füllen. Aber nicht zu sehr, damit es luftig und leicht bleibt :-) Meine wichtigsten Fotos sammle ich gerne in Büchern, und kombiniere sie mit eigenen Texten.

    lg Carsten

    • Super schöne Idee, die Bilder in Büchern mit Texten zu kombinieren. Das mache ich auch manchmal so, zumindest dass ich Handabzüge aus der Dunkelkammer mit Texten versehe. Irgendwie gehört das ja auch alles zusammen und sollte nicht so alleine stehen.

  6. Bei mir haben es einige Schätze von Favoriten zur Wand geschafft – Dank flickr ist es ja sehr leicht, den Photographen oder Zeichner anzuschreiben. Und meistens (bei Amateuren wie ich auch einer bin) kann man sich auf einen Print/Zeichnungstausch einigen. Oder die Gelegenheit macht es: Ein Photograph schriebt auf seiner Homepage explizit, das er ein Bild gesondert/besonders anbietet. Oft vergessen wir ja in der heutigen Zeit, das man sich Bilder auch an die Wand hängen kann….

    Bei mir hängen Bilder von Rüdiger Beckmann, Vernon Trent und ein paar unbekannten Photographen und Zeichnern, die ich nur über flickr kennengelernt habe (eine Wand in meiner Küche nimmt z.B. eine Zeichnung von Simbersein ein – ein wunderbarer Zeichner, bei dem man vor allem den Fortschritt über die Zeit seines schaffens mitverfolgen kann).

    Ich finde es wichtig, ein gutes Verhältnis in meiner Wohnung zwischen eigenen und fremden Bildern zu waren. Natürlich ist die eigene Wohnung auch mein „Showcase“ um eigene Arbeiten Freunden zu zeigen, bzw. mir auch manchmal klar zu werden, ob eine Arbeit über längere Zeit an meiner Wand bestehen kann. Genauso wichtig ist aber hin- und wieder der Blick auf das Photo (oder die Zeichnung), die mich zu einem bestimmten Zeitpunkt so begeistert hat, das ich dafür Geld ausgeben habe (trotz meistens klammer Kasse). Diese Erinnerung, zusammen mit den Beziehung die sich über die Zeit zu den Werken gebildet hat, macht eine Wohnung zu einer Kiste, in der sich Gefühle sammeln können.

    Viele Grüße,
    Markus

  7. Anne, sehr schöner Text, Danke !
    Ja Photographien die materiel existieren haben eine andere Dimension une emotionelle Wirkung als digitale Bilder…
    Aber warum kaufen ? Wir sollten viel öfter Bilder tauschen. Wie wäre es mit einer Tauschbörse auf Kwerfeldein ?

    • Hm, nein. Ich glaube nicht, dass das zukunftsfähig ist, wir haben in Form von Netzwerken auf kwerfeldein schon diverse Modelle durch und das schlief immer irgendwann ein. Außerdem muss ein Tausch für beide Seiten gleich befriedigend sein und das ist meiner Meinung nach sehr unwahrscheinlich – zudem viele Fotografen einen sehr ausgeprägten Geschmack haben.

      Warum kaufen? Nun, darauf gibt dieser Artikel genügend Antworten, ich denke dazu folgendes: Es ehrt den Fotografen und zeigt, dass es uns etwas Wert ist. Außerdem bekommt der Künstler tatsächlich etwas, und Geld ist meistens unter jungen Kreativen nicht das, was gerade so rumliegt, sondern gebraucht wird, um die Weiterarbeit an Projekten zu finanzieren.

    • Wir leben inzwischen in einer „Bilderwelt“ In der man als freischaffender Fotograf ggf. Verhungert weil jeder Bilder nur noch auf dem Bildschirm anguckt. Was nutzen tausend „likes“ wenn trotzdem niemand Bilder kauft.
      Zudem sind z.B. Eine Vielzahl meiner Bilder so angelegt, dass sie erst „richtig groß“ ihre volle Wirkung entfalten.
      Ich finde die Idee mit der Tauschbörse nicht schlecht. Was auch klasse Geschichten sind, sind gemeinsame Ausstellungen uvm.

  8. Mein bisschen Geld, das am Ende des Monats übrig bleibt, investiere ich auch am liebsten direkt wieder in Kunst. Leider reicht es dann meist nicht mehr für Bilderrahmen, die oft ja teurer als die Drucke sind, und irgendwie hat meine Wohnung auch zu wenig Wände.

  9. Kann ich alles sehr gut nachvollziehen – bei mir hat es ein provozierendes Potrait einer jungen Frau von Peter Kaaden an die Wand geschafft. Bei weitem nicht so kompliziert wie der obige Fall – bis auf die Klärung mit der Gallerie per Mail welches Bild ich eigentlich meine ;-)

  10. Schön geschrieben. Sehr abenteuerlich auf jeden Fall. Ich für meinen Teil habe ebenfalls jeden freien cm meines Wohnzimmers mit Analogen Bildern gepflastert. Aber abgesehen von 3 sind alles meine eigenen. Ich mache meine Bilder ja weil sie mir gefallen und die besten kommen auf bestem Papier auch gerne an die Wand.

  11. Danke für diesen wunderbaren Artikel! Mir ergeht es mit der wahnsinnigen Bilderflut im Internet genauso. In der Überfülle der Bilder kann ich bei wenigen Bilden ernsthaft innehalten und sie auf mich wirken lassen. Ein Kauf von Bildern würde nicht nur die Künstler in ihrerm Betreiben unterstützen, sondern vermutlich auch die Wahrnehmung von Fotografien extrem schärfen.

  12. Vielen Dank für eure Kommentare! Und ja klar, Tauschen ist natürlich super, aber über ein gekauftes Bild freut man sich doch auch sehr. Ich tausche regelßmäßig mit Kommilitonen Fotos, Objekte oder kleine Malereien, da man diese Sachen auch online nicht mehr sehen könnte.

  13. Ich freue mich auch immer wieder sehr, wenn ich neu entwickelte Bilder abhole.
    Zwar sind es immer viele und auch nicht die besten Druckqualitäten, aber für mich reicht es, und nur meine Favouriten werden größer entwickelt.
    Und jedes Mal, wenn man die Pappe, in der sich die Fotos befinden, dann aufmacht, freut man sich.
    Ich mag es einfach, meine Bilder wirklich richtig in der Hand zu halten. Sie nicht nur als digitales Objekt auf dem Monitor zu betrachten, sondern sie wirklich anfassen zu können.
    Und wenn ich auch wirklich nicht gerne Geld ausgeben, so bin ich doch bei den Fotos nie geizig. Das ist eben meins, etwas für mich, etwas, das mit meiner Fotografie zutun hat.

    Favouriten sammel ich auch, aber bisher nur auf der Festplatte. Es ist vielleicht wirklich einmal eine Idee, sich diese auszudrucken.

    Deinen Artikel finde ich sehr interessant und toll geschrieben. Da bekommen ein Rahmen mit Geschichte und ein Bild mit Geschichte eine ganz neue, eigene, etwas gemeinsame Geschichte dazu. Klasse!

    Verena

  14. „Irgendwie nicht greifbar; ich verstehe dieses Bild nicht, doch fühle mich auf einen merkwürdige Art und Weise von ihm angezogen.“
    Und das ist ja auch alles, was Gestaltung können muss – berühren. Toller Artikel.

  15. „Wenn du etwas von einem freien Künstler kaufst, dann kaufst du nicht einfach nur ein Bild oder einen Roman oder einen Song. Sondern Du kaufst Hunderte Stunden Experimentiererei, Tausende Stunden voller Misserfolg. Du kaufst Tage, Wochen, Monate, Jahre der Frustration und Momente der puren Freude. Du kaufst Nächte, erfüllt von der Angst, die Miete nicht mehr bezahlen zu können, nicht genug mehr bezahlen zu können, nicht genug Geld zu haben, um sich Essen zu kaufen oder die eigenen Kinder, den Vogel, den Hund zu ernähren. Du kaufst nicht nur ein Ding, Du kaufst ein Stück Herz, ein Stück Seele, einen intimen Moment aus dem Leben von jemandem.
    Aber das Wichtigste: Du erkaufst dem Künstler mehr Zeit dafür, etwas zu tun, für das er ernsthaft brennt; etwas, das all dem genannten, der Angst und den Zweifeln, einen Sinn gibt; etwas, dass das Leben lebenswert macht.“ – Rebekah Joy Plett

  16. Was für eine schöne Geschichte :)
    Ich persönlich habe auch schon ein paar Prints von eher unbekannen Künstlerinnen daheim. Es ist hald ein riesiger Unterschied, so etwas in „real“ vor sich zu haben, als nur in einem leuchtendem Plastikkasten anzusehen. Eigene Arbeiten möchte ich jetzt auch endlich mal drucken lassen, was bisher nur durch dieses Gewürge mit Farbprofilen, Softproof etc. verzögert wird, mit dem ich mich eigentlich gar nicht befassen will :/