24. April 2014 Lesezeit: ~2 Minuten

Von der Idee zum Bild mit David Uzochukwu

Mein ursprüngliches Konzept für das Foto „Shine“ war das eines vergessenen Jungen. Er sollte sich, mit Staub und Motten bedeckt, selbst umarmen und melancholisch in die Kamera sehen. Ich fand das Verlassene daran interessant, die Schönheit im Dunklen.

Eigentlich hatte ich das Bild als Selbstporträt geplant. Ich konnte mich bloß nie dazu überwinden, das Bild zu schießen. Irgendetwas schien schon vorher nicht zu passen. Langsam wurde es kalt und ich hatte keine Lust, mich mitten in ein matschiges Feld zu stellen, wie es das Konzept eigentlich vorsah. Noch dazu stellte ich es mir mehr als kompliziert vor, mich selbst mit Staub (also Mehl), zu bedecken und es dabei gut aussehen zu lassen.

Dann aber stand ich im Oktober mit Fotofreunden auf dem Dachboden eines verlassenen Hauses. Der dort aufwirbelnde Staub im Sonnenlicht sah mehr als faszinierend aus und ich hatte alles dabei, was ich für das Bild brauchte. Ich dachte mir: Jetzt oder nie. Nikolas erklärte sich bereit, Modell zu stehen und ich war froh, mich nicht selbst mit zwei Kilo Mehl beschütten zu müssen.

Making-Of © David Uzochukwu

Making-Of © David Uzochukwu

Making-Of © David Uzochukwu

Wir hatten alle einen Riesenspaß dabei, mit dem Mehl zu werfen und es wild herumtanzen zu sehen. Die Atmosphäre war toll und ich wusste, dass die dunkle Ursprungsidee einfach nicht mehr passte. Und so ließ ich Nikolas in Licht und Mehl baden und gab mein Bestes, die Stimmung einzufangen.

In der Nachbearbeitung veränderte ich die Farben leicht und schärfte nach, damit das Mehl noch besser zu erkennen war.

Shine © David Uzochukwu

Das Foto ist weit entfernt von dem, was ich ursprünglich geplant hatte. Aber das ist absolut in Ordnung, denn wenn ich mir das Bild heute ansehe, versetzt es mich jedes Mal zurück zur Entstehung. Es lässt mich an die Energie meiner Freunde und ihre fantastische Kreativität denken – und ich muss ganz automatisch lächeln.

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3 Kommentare

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  1. Dazu passt der Spruch von D. Arbus: „Ich habe noch nie ein Foto gemacht, wie ich es beabsichtigt hatte. Sie sind immer schlechter oder besser.“
    Planung ist das Eine, die Wirklichkeit das Andere – das Bild kommt zum Fotografen.