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08. März 2014 Lesezeit: ~2 Minuten

Berechnung und Glück

Seit meiner Jugend interessiere ich mich für die Fotografie. So dokumentierte ich als Teenager Familientreffen und Schulveranstaltungen und war noch recht ungebildet über verschiedene Arten der Fotografie. Ich wollte einfach Bilder von besonderen Gegebenheiten machen.

Ungestellte Momente mochte ich schon immer und Filmfotografie war damals das einzige Medium für mich.

© Arthur Quejadas II

Als ich später mit der sogenannten Straßenfotografie anfing, konnte ich auf einmal Dinge auf eine ganz andere Art umsetzen und das Genre motivierte mich, viel neugieriger auf das Verhalten des Menschen in seiner Umgebung zu sein.

Straßenfotografie betrachte ich als Kunstform, die deshalb außergewöhnlich ist, weil der Betrachter nicht nur den offensichtlichen Kontext sehen muss. Regeln der Realität zu beugen, ist eine Form von Kunst und Poesie zugleich.

© Arthur Quejadas II

Heutzutage fotografiere ich sowohl digital als auch analog. Digital zu arbeiten erscheint mir sehr komfortabel, wenngleich ich das Konzept „Film“ immer noch liebe.

Alles, was ich interessant finde, wird fotografiert, jedoch mache ich nicht sonderlich viele Aufnahmen einer Szene. Eine zweite Aufnahme zu machen ist auch gut, klar. Aber meiner Meinung nach ist das viele Geknipse, um eine bessere Perspektive zu finden, ein bisschen scheinheilig.

© Arthur Quejadas II

Handwerkliches Können hat viel mehr mit Berechnung als mit Glück allein zu tun. Das antizipierte Herausarbeiten einer optimalen Perspektive vor dem „Schuss“ ist für mich dahingehend zentral.

Die sorgfältige Komposition und ihre Ausführung sind für mich Grundlagen der Straßenfotografie. Dabei handelt es sich um einen kontinuierlichen Lernprozess, die bestmögliche Koordination von zwei getrennten Subjekten zu erarbeiten.

© Arthur Quejadas II

Große Ziele für meine Fotokarriere gibt es nicht. Da halte ich es lieber einfach. Wenn ich mir ein Bild vorstelle und das Endresultat meiner Komposition ist das, was ich mir vorgestellt habe, nenne ich das Erfolg.

Die Kamera dient mir als Medium meiner Kunst. Dabei zu genießen, was ich tue und Spaß zu haben, ist das Beste daran.

Dieser Artikel wurde von Martin Gommel aus dem Englischen ins Deutsche übersetzt.

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3 Kommentare

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  1. „Das antizipierte Herausarbeiten einer optimalen Perspektive vor dem „Schuss“ ist für mich dahingehend zentral.“

    Ein zentraler Satz. Sehr direkter Artikel ohne „großes Theater“. Dazu einfach meist erfrischende bis amüsante Bilder. Es ist wie bei einem guten Witz: Die Pointe muss stimmen, aber auch der Erzählstil.

    Natürlich ist manchmal Glück im Spiel, gerade am richtigen Platz zu stehen mit dem richtigen Objektiv und und und.

    Aber das Glück lässt sich auch herausfordern, indem man genügend Gelegenheiten schafft. Eine Kamera dabei haben und mit dem Blick für die Situation auf der Lauer liegen.