13. Februar 2014 Lesezeit: ~2 Minuten

Schwer in Worte zu fassen

Aufgewachsen bin ich in der Bronx von New York City. Vor meinem 18. Lebensjahr sah ich keine Zukunft in irgendeiner Form von Kunst. Meine Teenager-Zeit verbrachte ich mit Online-Videospielen, nach denen ich süchtig war.

Als ich dann die Schule abschloß, zwang ich mich dazu, ein neues Hobby zu finden, nachdem ich fast ein ganzes Jahr damit verbracht hatte, lustige Tanzvideos auf YouTube zu posten. Irgendwann fand ich die „Pentex ME“ auf dem Dachboden meiner Großmutter.

© Ben Zank

Ich durfte damit fotografieren und so begann eine ganz neue Leidenschaft. Zwei Jahre vergingen und ich hätte mich niemals als Fotograf bezeichnet. So meldete ich mich am örtlichen College an und fotografierte, wenn mir langweilig wurde.

Nachdem ich die Schule wechselte, musste ich eine grundsätzliche Entscheidung treffen und entschied mich gegen den Besuch einer Fotoschule.

© Ben Zank

© Ben Zank

Stattdessen entschied ich mich für den Journalismus. Jedoch bemerkte ich bald, dass meine Worte nie richtig passten und ich immer wieder roboterartig dieselben Geschichten hervorbrachte. Konsequenterweise musste ich mir eingestehen, dass ich nicht gut darin bin, meine Emotionen durch Worte auszudrücken. Einen „Rant“ schreiben konnte ich, aber jede relevante Bedeutsamkeit war tief in mir verschlossen.

Nicht wirklich glücklich mit meiner akademischen Karriere, startete ich ein 365-Tage-Fotoprojekt, das mir dabei helfen sollte, fotografisch weiterzukommen. Und das tat es auch.

© Ben Zank

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Das Projekt half mir auch persönlich und so lernte ich viele Menschen kennen, die ähnlich „tickten“. Online und in Person. Ich wurde Teil einer Community.

Wie ich fotografiere

Meine Fotos plane ich selten komplett durch. Die meisten entstehen sehr spontan. Faktisch verbringe ich mehr Zeit damit, vor Ort nichts zu tun, als tatsächlich das Bild aufzunehmen.

In fast allen meinen Bildern arbeite ich mit mir selbst als Modell. Einerseits deshalb, weil es schwierig ist, spontan ein gutes Modell für einen ungeplanten Fotoexkurs zu finden und andereseits, weil ich meine Fotos gern als eine Weiterführung meiner selbst sehe.

© Ben Zank

© Ben Zank

Ich fotografiere mit einer Canon 5D Mk III, einem Stativ und einem Fernauslöser. Diese Kombination ermöglicht mir, Selbstportraits zu machen.

Meine Gedanken und Gefühle sind schwer in Worte zu fassen, aber wenn ich ein Bild von mir selbst mache, verstehe ich genau, warum ich mich auf welche Weise zu dieser Zeit fühlte.

Dieser Artikel wurde von Martin Gommel aus dem Englischen ins Deutsche übersetzt.

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17 Kommentare

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  1. Jede Bild hat eine eigene Faszination. Kein durchgängiger Stil und dennoch wiedererkennbar. Ich bewundere, wenn Kreativität trotz aller Komposition so spontan wirken kann (wie du ja auch schreibst). Sind die alle aus dem 365 Tage Projekt?

    Ich kann gar kein Bild herausgreifen… aber der Mann im Regen hat mich im ersten Augenblick erfasst, der blutige Amerikaner verstört und der Regenmantelmann länger am Bild gehalten.

  2. Toller Artikel!
    Die Bilder zum 365 Tage Projekt sind ja auf Flickr zu sehen. Echt beeindruckend… Die meisten Bilder sehen enorm aufwändig aus!
    Wie kommt es zu den Artikeln wie diesen? Geht Ihr auf die Personen zu oder melden die Leute sich bei euch? Ist mir schon einige Male aufgefallen, dass der „gleiche“ Artikel auch in anderen Blogs zu lesen ist. Ist natürlich kein Problem!

    Schöne Grüsse
    Michele

  3. Seine Bilder hab ich erst vor ein Paar Monaten auf Flickr entdeckt, hab das erste gleich wieder erkannt. Die Kreativität für ein 365-Tage-Projekt hat er auf jedenfall. Ja, den Allerwertesten in Bewegung setzten und sich dazu aufraffen, daran scheitert es wohl bei mir, so ein Projekt zu starten…

  4. Hallo Ben,

    Das sind wirklich wunderbare Bilder.
    Bei fast jedem Bild kommt die Frage auf „wie macht er das nur?“ .
    Das ist so ein bisschen wie in einer Zaubertrickshow…
    Ganz große Klasse!

    Viele Grüße,
    Jana

  5. Blogartikel dazu: Wochenrückblick #73 » ÜberSee-Mädchen