05. Dezember 2013 Lesezeit: ~ 2 Minuten

Straßenfotografie in Japan

Es war das Buch „A L’est De Magnum 1945-1990“ von Magnum Fotos. Ich sah es in meiner Jugend und es machte mich zum ersten Mal auf die Straßenfotografie aufmerksam.

© Shin Noguchi

Bevor ich das Buch kannte, dachte ich, dass Kunst und Dokumentation das jeweilige Gegenteil voneinander wären.

Als ich jedoch diese Bilder sah, überraschte mich, dass die Fotografen meisterhaft ihre künstlerische Meinung als Straßenfotografen äußerten, indem sie Elemente wie Komposition und den richtigen Augenblick sowie Licht und Schatten dafür benutzten.

© Shin Noguchi

Und das, während sie über unser alltägliches Leben mit seinen vielen überbordenden Emotionen wie Freude und Leid reflektierten. Ich selbst versuche heute so oft wie möglich, Farben als Hauptelement zu benutzen, um die Straße zu zeigen, wie sie ist.

© Shin Noguchi

Meine Bilder erklären oberflächlich, dass dies unser Leben und nicht irgendein spezieller Ort ist. Damit möchte ich Folgendes erreichen:

Und zwar, dass Betrachter meiner Bilder die Schönheit der lebenden Menschen, der Elemente wie Licht und Schatten und die Verbindung all dieser Komponenten sehen und zu schätzen lernen. Durch verschiedene Ebenen im Bild kann das erreicht werden.

© Shin Noguchi

Ich vermute, dass es unter Straßenenfotografen weltweit üblich ist, umherzuwandern und ein besonderes Licht, Schatten, spannende Momente und fotogene Charaktäre zu suchen.

Ich habe jedoch andere Prioritäten. Ich baue in meine Aufnahmen die Merkmale ein, durch die Japan als Nation und Zusammenschluss vieler Charaktäre gesehenen werden kann.

© Shin Noguchi

Und obwohl es sich hier um besonders spezielle Komponenten handelt, die in anderen Ländern in dieser Form nicht vorhanden sind, ist es gefährlich, den Charme eines Bildes nur aufgrund der subjektiven Perspektive zu beurteilen.

Wenn wir zu viel von uns selbst ausdrücken, können wir den Betrachtern aus anderen Ländern diese Eigenheiten nicht vermitteln. Was zur Folge hat, dass ihre Anziehungskraft in den Bildern (und die faszinierenden Verbindungen der Elemente) aus globaler Perspektive nicht verstanden wird.

© Shin Noguchi

Durch das Aufnehmen der Straßenszenen vom objektiven und zugleich subjektiven Standpunkt kann ich Fotografien anfertigen, die leichter zu interpretieren sind. Das ist mir wichtig. 

Dieser Artikel wurde von Martin Gommel aus dem Englischen ins Deutsche übersetzt.

Unterstütze kwerfeldein

Wenn Dir dieser Artikel oder das ganze Magazin gefällt, kannst Du die weitere Arbeit von kwerfeldein gern via Paypal, Überweisung oder Dauerauftrag mit dem, was es Dir wert ist, unterstützen. Vielen Dank!

kwerfeldein finanziert sich neben Werbeeinnahmen auch durch Provision von Verkäufen auf Amazon und freiwillige Beiträge der Leser*innen, um unabhängig zu bleiben.

Paypal


Überweisung

kwerfeldein
IBAN: DE0837050198 1933436766
BIC: COLSDE33XXX

Amazon
kwerfeldein @ Spreadshirt


3 Kommentare

Schreib’ einen Kommentar

Netiquette: Bleib freundlich, konstruktiv und beim Thema des Artikels. Mehr dazu.

  1. Von lustig (Jogger) über bizzar (Hund) bis befremdlich (Kinderpistole).

    Besonders in den mittleren Bildern kann ich Japan wiederfinden (obwohl ich es nur aus dem Fernsehen kenne). Der Schirm und die grüne Mauer sind für mich salopp gesagt “übliche” Streetfotografie ohne lokalem Bezug.

    Interessante Aspekte, die im Text aufgeführt werden. Ganz schön ambitioniert.

  2. Bis auf die schlafenden Zeitgenossen erkenne ich das “typische Japan” überhaupt nicht wieder. Mag sein, dass mein letzter Besuch zu lange her ist, aber meiner Meinung nach könnte das überall sein…

    Nichts gegen Shin – die Bilder sind gut – aber ich erkenne eher eine inflationäre Stilistik denn Magnum-inspirierte Fotografie.