05. September 2013 Lesezeit: ~3 Minuten

Analoge Fotografie aus Leidenschaft

Von fast allen geliebt, von vielen gehypt, aber nur von wenigen angewendet.

– Analoge Fotografie – Ari und ich mittendrin.

Was soll das Ganze hier? Im Prinzip möchte ich Euch meine Sammlung analoger Kameras vorstellen. Und das anhand von Fotos, die ich mit diesen Kameras von Ari gemacht habe. Als wir uns damals kennenlernten, stand sie bereits hauptberuflich, vor allem aber mit Leidenschaft, als Modell vor der Kamera.

Jedes unserer gemeinsam entstandenen Werke wird von mir immer mit dem benutzten Kameramodell in der Beschreibung veröffentlicht. Denn jeder Apparat hat seine eigenen kleinen Besonderheiten und diesen Charakter findet man auch in den Fotos wieder. Ich möchte auf diese Weise meine alten Schätzchen in den Vordergrund holen und vielleicht sogar etwas Interesse an der Technik schüren.

Zeiss Ikon Ikonta © Daniel SchöpsZeiss Ikon Ikonta  © Daniel Schöps

Kamera: Zeiss Ikon Ikonta

Denn das ist es, was mir an der analogen Fotografie so gut gefällt: Der Umgang mit diesen wundervollen alten Fotoapparaten und beim Bild die Reduktion auf das Wesentliche. Deswegen nutze ich auch am liebsten Schwarzweiß-Filme wie den Kodak Tri-X oder den Ilford HP5 Plus. Und je älter die Kamera ist, umso mehr Spaß macht mir das Fotografieren mit ihr.

Eines meiner absoluten Lieblingstücke ist die Zeiss Ikon Ikonta M (Mittelformat 6×6) aus den 30er Jahren, die auch rege von mir genutzt wird. Im Kleinbild-Bereich tendiere ich stark in Richtung Osten. Meine 4 Prakticas sind mehr sehr ans Herz gewachsen und es geht nichts über das Kalaschnikow-artige Auslösegeräusch einer Zenit ET. Als perfekte Reise- und Streetkamera hat sich aber die Yashica FX3 Super herausgestellt. Klein und kompakt, aber mit überragender Verarbeitung und toller Abbildungsleistung.

Praktica Super TL1000 © Daniel SchöpsYashica FX3 © Daniel Schöps

links: Praktica Super TL1000; rechts: Yashica FX3

Allerdings war aller Anfang schwer. Das Wort Leidenschaft beinhaltet ja ganz klar das Wort „Leiden“. Meine Leidenschaft zur analogen Fotografie begann im jugendlichen Alter, als ich eine Zeiss Ikon Contessa und eine Praktica SuperTL1000 als Familienerbstücke geschenkt bekommen hatte und nicht wusste, wie sie funktionieren.

So wanderten sie erst einmal in die Vitrine und sahen gut aus. Zum Glück blieben sie dort nicht lange und nach vielem Rumprobieren kamen dann auch tatsächlich Fotos dabei raus. Die waren weder gut noch künstlerisch wertvoll. Und aufgrund der defekten Belichtungsmesser auch entweder zu dunkel oder zu hell. Wie gesagt, mehr Leiden als Leidenschaft.

Praktica MTL5B
Kamera: Praktica MTL5B

Auch wenn mich die Lehrer in der Schule immer als lernresistent charakterisiert haben: Im Laufe der Jahre hatte ich mich weiter in die Thematik eingearbeitet und nach und nach den Umgang mit der analogen Technik erlernt.

Eine regelrechte Eigendynamik hat das Ganze aber erst nach dem ersten Shooting mit Ari bekommen. Nachdem ich die Dias abgeholt und gescannt hatte, gab es kein Zurück mehr. Das war es, wonach ich immer gesucht hatte. Blinker links und Überholspur!

Seitdem sind wir beide vor und hinter der Kamera ein perfektes Team. Viel Spaß mit den Fotos – alle analog und alle mit viel Leidenschaft. Nur jetzt ganz ohne Leiden!

Das Titelbild entstand mit einer Zeiss Ikon Contessa.

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17 Kommentare

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  1. Ich dachte eigentlich, das der Unterschied in den Bildern, vor allem im Film liegt und nicht in der Kamera? Gerade in der Analogen Zeit muss das abgesehen von den Objektiven, noch weniger ausgemacht haben als heute, wo der Chip und die Software, alles digitalisiert?

    Ich selbst konnte mich leider (oder zum Glück) nicht für die Analoge Fotografie begeistern. Aus der meinen Sicht ist es Zeitverschwendung. Aber wenn es Spaß macht – dann ist es immer ein Gewinn, egal wie viel Zeit es kosten mag! :)

    Weiterhin viel Spaß mit der Analogen Fotografie und möge die Leidenschaft dafür niemals verwelken!

    • Der Unterschied liegt schon hauptsächlich am Film … Aber jede Kamera/-type hat auch seine Eigenheiten. Und da hat jeder unterschieldliche Vorlieben. Die einen lieben Holgas, für die anderen ist das vielleicht nur Plastik-Müll. Die einen lieben die ukrainschen „Kieves 88“, die anderen wollen z. B. lieber eine originale Hasselblad in den Händen halten.
      Ich habe unter anderem z.B. eine Pentacon P6, die ich heiß und innig liebe und auch benutze, weil ich Kindheitserinnerung mit dieer Kamera verbinde.
      Also 1.000 mögliche Gründe für unterschiedliche analoge Kameras.
      Btw. einen Film selber zu entwickeln ist auch noch mal was ganz anderes als ein RAW-file in LR/PS zu importieren :)

      Grüße

      • @Alexander : In der Analogwelt machen zu einem gewissen (kleinen) Teil die Optik – ich hätte mich nie von meinem Imagon trennen sollen -, zu einem grossen die Wahl des Filmes und der Entwicklungsprozess den ‚Look‘ oder ‚Charme‘ aus. Beispielsweise AGFA APX100, Kodak T-Max100, Kodak Plus-X oder Ilford HP4, alle in der Klasse ISO 100 / 125, vier vollkommen andere Bilder. Bei Farbe ist es noch ‚extremer‘.
        Die Kamera als solche ist reine Haptik. Ob nun RitschRatschKlick oder System, das hat sich da nichts.

  2. Na Klasse!
    Jetzt hat er es geschafft mit seinem Artikel und den Kamerabeschreibungen!!

    Jetzt bekommt meine Kodak Retinette Konkurrenz: eben die beschriebene Yashica FX3 Super….
    Ich kann es gut nachvollziehen: Die retinette hab ich von einem Dachboden gerettet, mit 1x Farbfilm und 1x Schwarzweiss-Film gefüttert.
    Der Charme dieser Fotos ist überwältigend! Klar, könnte man digital mit Nachbearbeitung auch machen; diese Fotos jedoch sind „out-of-the-box“.

    Seit ich wieder analog fotografiere, verläuft mein Leben langsamer!!

  3. Sehr schöne Arbeiten. Film hat so sichtbare Eigenheiten, dass ich immer wieder in die Richtung schiele. Ich werde schon digital bleiben, habe mir aber gerade ne russische 50mm Jupiter 8-Linse bestellt. Bin eh mal gespannt wie nah ich noch ans analoge Feeling herankomme, denn das war und ist immer mein erklärtes Ziel…

  4. Sehr schöne Bilder auf der Webseite, sie haben den gewissen Schmelz und Look. Das schöne an der analogen Fotografie ist, das ich den „Sensor“/ Film wählen kann, dazu die passende Optik, die auch ihren eigen Charakter hat und nicht zuletzt die eigene Filmentwicklung und die Ausarbeitung zum fertigen Print.

    • Hi Ralf!
      Ich benutze meine Praktica SuperTL1000 tatsächlich ohne Batterie ;) Mit der Zeit habe ich mich daran gewöhnt, dass ich keinen Belichtungsmesser habe. Viele meiner Kameras haben noch einen Selen-Belichtungsmesser, der je nach Alter keinen Mucks mehr von sich geben.
      Du kannst es aber mit einer 1,5V Alkaline Knopfzelle vom Typ V-625-U versuchen. Das sollte klappen.
      Liebe Grüsse

    • Hallo,
      wenn du auf Praktica Kameras stehst, gehst du den ganzen Ärger mit den Batterien aus dem Weg indem du dir eine MTL 5b kaufst ( da ist das Gehäuse günstiger als jeder Adapter) Die MTL 5b verwendet als einzige alte Praktica die 1,5V Zellen.

      Gruß,
      Heiko

  5. Eine schöne Liebeserklärung an die klassische Fotografie mit mechanischen Wundermaschinen. Ich kann deine liebe zu den jeweiligen Kameras nachvollziehen, da ich auch unzählige Kameras in meinem – zu kleinen – Schrank stehen habe. Da gibt es Schönheiten mit Macken und Maschinchen, die durch ihre Eigenheiten liebenswert werden. Und die Auslösegeräusche einer jeden Kamera sagen mehr als tausend Worte…
    Schöne Bilder, die du gemacht hast.

    Die Mittelformatbilder haben natürlich ihren ganz besonderen Charme, der – meiner Meinung – mit digitaler Nachbearbeitung nicht nachgeahmt werden kann.

    Vielen Dank für den Bericht…