Titelbild © Martin Gommel
16. August 2013 Lesezeit: ~ 9 Minuten

Ein Jahr iPhone statt Kamera

Das iPhone als Kamera: Mein Jahresprojekt mit dem iPhone ist zu Ende. Vor zwölf Monaten hatte ich beschlossen, meine „echte“ Kamera (die EOS 5D) mal zur Seite zu legen und dafür nur mit dem iPhone zu fotografieren. Heute schließe ich dieses Projekt ab und schreibe darüber, was ich aus dieser Zeit gelernt habe.

Eigentlich ist mein Projekt erst am 9. September zu Ende. Da ich aber ungefähr einen Monat vor der offiziellen Ankündigung schon begonnen hatte und etwas verfrüht zu einer neuen Kamera gekommen bin, dachte ich, Martin, jetzt ist auch mal langsam gut.

Immer wieder sind im vergangenen Jahr Leute zu mir gekommen und meinten, dass sie meine Entscheidung „krass“ fänden. Ein Monat mit dem iPhone, ja, klar, kann man machen. Aber gleich ein ganzes Jahr?

Für mich fühlte sich das gar nicht krass an. Ich bin ein Mensch, der sich gern in eine Sache voll und ganz einarbeitet, um hinterher auch etwas davon zu haben. Ein Monat klingt nett, aber wenn ich in dem Monat ein paar Mal fotografieren gehe, was habe ich dann davon? Nicht so viel. Deshalb war die Entscheidung für mich stimmig. Und wichtig.

Über das Jahr hinweg habe ich bemerkt, wie entscheidend das Auftreten des Fotografen auf der Straße ist. Komme ich mit einer Riesenkamera auf Leute zu und mache unglaublich professionell wirkende Verrenkungen, kann ich das mit dem „unauffälligen“ Fotografieren vergessen.

Bin ich aber dezent schwarz angezogen und benehme mich so, als wäre ich wie jeder andere nur mal eben in der Stadt, werde ich fast nicht wahrgenommen. Kommt dann obendrauf noch eine Kamera ins Spiel, die als solche nicht profi-verdächtig aussieht, dann fühlen sich Menschen nicht bedroht. Sie verhalten sich natürlich.

Sunny © Martin Gommel

Das iPhone als solches ist für diesen Zweck perfekt. Es liegt gut in der Hand und es ist das Normalste auf der Welt, draufzugucken – schließlich machen das viele andere auch. Das Smartphone ist Teil unseres Aussehens geworden und wird daher nicht als Kamera identifiziert. Zumindest nicht in seiner primären Destination.

Und die ist in meinem Fall, Menschen so aufzunehmen, dass sie sich nicht des Bildes wegen in ihrer Gestalt und Mimik verändern. Denn es ist ein psychologisches Gesetz, dass wir uns, sobald wir wissen, dass uns jemand anschaut, verändern.

Und somit war schnell klar, dass ich nach meinem Projekt nicht mit der 5D wie zuvor in der Stadt fotografieren würde. Dahin gab es dann kein Zurück mehr.

Desweiteren habe ich im Bezug auf die Fotografier-App nach acht Monaten einen Wechsel vollzogen. So lange hatte ich mit ProCamera gearbeitet, doch als ich sah, was Camera+ kann, wollte ich dessen Vorzüge direkt nutzen.

Denn: In Camera+ ist es nicht nur möglich, die Belichtung getrennt von der Schärfe zu steuern, sondern auch getrennt zu speichern. Das heißt: Ich setze per Hand die Belichtung beispielsweise auf den Himmel, so wird das Bild insgesamt etwas dunkler und ich vermeide Ausrisse in den Spitzlichtern.

Dann speichere ich das auf dem kleinen Schloss-Icon, lasse das Fokus-Icon aber konstant offen. So habe ich immer die gleiche Helligkeit, kann aber dann vor Ort die Schärfe einfach dorthinsetzen, wo ich sie brauche. Beispielsweise auf das Gesicht eines Mannes oder auf eine Menschengruppe weiter hinten.

Sleep ©  Martin Gommel

Je länger ich die DSLR vergaß, desto weniger vermisste ich sie. Ich lernte, das iPhone einzusetzen, wo es einzusetzen ist. Doch das hatte viele Grenzen.

In komplexen Lichtsituationen? Nur vorgespeichertert mit Unterbelichtung. Nachts? Kaum. Jemanden beim Rennen fotografieren? Nur bei strahlender Sonne oder wenn ein Mitzieher gelingt. In Gebäuden Menschen fotografieren, ohne zu verwackeln? Nur bei hauseigener Beleuchtung. Im Winter Menschen halbwegs scharf fotografieren? Bei bedecktem Himmel keine Chance.

Zwar wurde mir in den Mund gelegt, dass ich mit dem Projekt beweisen wollte, dass die Ausrüstung völlig egal ist, aber eines ist klar: Wenn das iPhone abends nichts mehr erkennt, dann ist Ende Gelände. Nichts geht mehr.

Ich bin nach wie vor der Meinung, dass der ganze Technikkram in der Fotoszene komplett überbewertet ist und dem kollektiven Schwanzvergleich dient, aber egal ist die Technik für mich nicht. Beispiele?

Wenn es um die direkte Umsetzung spezifischer Vorstellungen geht, spielt die Technik insofern eine Rolle, dass sie einen Rahmen setzt. Und mit dem iPhone sind bestimme Dinge möglich, andere nicht. Ich kann gut auf der Straße Leute fotografieren, aber Hochzeitsfotos mit superkrassem Bokeh oder feindetaillierte Sport-Aufnahmen sind einfach nicht drin.

Auch, wenn es möglich ist, sich im Nachhinein mit diversen Apps wie tadaa zu helfen. Aber eine sensorbedingte Bewegungsunschärfe wird durch keine App zum knackscharfen Portrait, auf dem man die Härchen zählen kann. Das ergibt folgendes Szenario:

Die Tatsache, dass es sich beim iPhone um einen verhältnismäßig kleinen Sensor handelt (Technik), gibt vor, was ich mit der Kamera an Projekten und Genres (Kreativität) bedienen kann.

Und damit haben wir nur eine Variable im großen Apparaturkomplex behandelt. Ganz zu schweigen von der Bedienungssoftware über die Objektivqualität bis hin zur Abbildungsleistung. Und und und. So wäre es kompletter Bullshit, zu behaupten, dass jeder mit dem iPhone gute Bilder machen kann. Denn es kommt ganz auf das Einsatzgebiet und die Vorgaben an.

FernWärme  © Martin Gommel

Ich habe die Grenzen des iPhones ausgelotet und so viel herausgeholt, wie möglich. Heißt: Täglich raus auf die Straße und probieren, probieren, probieren. Und das macht – wenn man erst einmal den engen Rahmen akzeptiert hat – eine Menge Spaß. Denn so musste ich mir keine Gedanken darum machen, was alles in meine Fototasche müsste, denn das iPhone hatte ich sowieso stets dabei.

Kein Rumgeschleppe diverser Wechselobjektive und kein Speicherkartengefuddel. Eines nahm ich jedoch immer mit: Einen USB-Zusatzakku, der mir in vielen Situationen ermöglichte, weiter zu fotografieren.

Was habe ich also den Lesern zu sagen außer, dass es sich für mich gelohnt hat? Welche Erkenntnis des Projektes könnte auch anderen etwas bringen? Vielleicht eine: So, wie andere es als Genugtuung empfinden, analog zu fotografieren und damit gezwungen zu sein, über jedes Bild nachzudenken, so kann ich darauf schwören, dass die Begrenzung auf ein Minimum, und sei es das iPhone, viele, viele Vorteile mit sich bringt.

Wer schon exakt und auf den Pixel genau weiß, wohin die Reise gehen soll, kann getrost die Finger davon lassen. Wer jedoch noch nicht so genau weiß, wohin mit sich und der Kamera, darf das ja mal ausprobieren. Es muss ja nicht gleich ein ganzes Jahr sein.

~

Wenn ich mir nun diese Fotos so ansehe und mir bewusst wird, dass das iPhone-Projekt abgeschlossen ist, spüre ich Wehmut. Es war eine gute Zeit, auf die ich mit Stolz und Freude zurückschaue. Ich habe durch das Projekt einen ordentlichen Schub nach vorne bekommen und konnte im Genre der Straßenfotografie um einiges sattelfester werden.

Es folgt eine Auswahl der mir wichtigsten Fotos des vergangenen Jahres. Diese zu treffen war – wie zu erwarten – schwer, aber ich habe mich durch meine über 1000 finalen Fotos gewühlt und diese herausgesucht.

I love you  © Martin Gommel

Aus meinem Experiment mit Langzeitbelichtungen. Nach wie vor eines meiner Favoriten und ich kann mir gut vorstellen, mal wieder so eine Reihe (nicht mit dem iPhone) zu fotografieren.

Speedyspeedy  © Martin Gommel

Family  © Martin Gommel

Dog  © Martin Gommel

Die beiden oberen Fotos stammen von einer Oldtimer-Parade, auf die ich zufällig hier in Karlsruhe stieß. Ich hatte Glück – und gutes Licht.

Cement  © Martin Gommel

The King  © Martin Gommel

Scratches  © Martin Gommel

This is a flower  © Martin Gommel

Eines meiner witzig-komischsten Fotos. Die Dame kratzte sich am Rücken und zeigte dabei ungewollt auf die Blume. Ich machte ein paar Fotos und entdeckte mein Glück erst später.

Phone  © Martin Gommel

Erm  © Martin Gommel

Noch einmal Glück: Der Betrachter wird hier irritiert, da der Arm mit den Blumen nicht zu dem muskolösen Mann gehört. Geplant war die Aufnahme nicht auf diese Weise, aber ich wollte die beiden irgendwie draufbekommen.

Oben gut drauf  © Martin Gommel

Merveille  © Martin Gommel Leggies  © Martin Gommel

OK!  © Martin Gommel

Open  © Martin Gommel

Diese Frau sah ich von Weitem irgendwie seltsam daherlaufen und machte mich bereit, ihrem komischen Gang mit einem Foto auf die Schliche zu kommen. Dass sie ihre Zehennägel auch noch in gleicher Farbe wie die Hose lackiert hatte, machte den Moment perfekt.

Music  © Martin Gommel

The Big One  © Martin Gommel

Taptap  © Martin Gommel

Phony  © Martin Gommel On a way  © Martin Gommel

Abfahrt  © Martin Gommel

Abo  © Martin Gommel

Urban Landscape  © Martin Gommel

Push  © Martin Gommel Daughter  © Martin Gommel

Meine Tochter stand im Hof, schaute nach oben zu mir. Ich war schon die Treppe hochgelaufen und machte auf gut Glück ein paar Aufnahmen. Eine davon gelang.

Flowers © Martin Gommel

Hurry  © Martin Gommel

Cigarette  © Martin Gommel Summer  © Martin Gommel

So. Und jetzt wird erst einmal fotografiert. Und zwar mit meiner „Neuen“, der Fuji x100s, die nach diesem Jahr Beschränkung eine wahre Traumkamera ist. Wer will, darf mir gern auf Tumblr folgen, denn dort zeige ich wie immer die jüngsten Ergebnisse.

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45 Kommentare

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  1. Ich find’ da ja noch einen Aspekt wichtig. Ich mag es sehr, wenn man einen Stil hat. Der muss jetzt nicht wer weiß wie abgefahren sein, aber ich mag es, wenn man den Stil eines Fotografen erkennt.

    Und (leider) wirkt sich halt auch die Technik auf den Stil aus. Von daher dient es sicher einem einheitlichen Look, wenn man immer mit der gleichen “Ausrüstung” fotografiert.

    Bin mal gespannt, ob man durch die x100s einen Unterschied erkennen wird. Nettes Teil übrigens :)

    Grüße…

  2. Ja ich denke auch, dass Technik überbewertet wird.
    Da ich die jeweilige Technik als Werkzeug zur Umsetzung einer Bildidee sehe, halte ich von Selbstbeschränkung allerdings nicht viel. Als ambitionierter Heimwerker nehme ich mir auch nicht vor mal ein Jahr lang alle anfallenden Reparaturen nur mit einem Klappmesser zu erledigen.

    Natürlich hast Du in dieser Zeit etwas erfahren und das ist schön so.
    Der Trend das man in der Streetfotografie “unsichtbar” erscheinen möchte um unbeeinflusste Bilder machen zu können halte ich übrigens für Nonsens. Hinter dem Wunsch immer unfauffälliger zu werden und nicht entdeckt zu werden steht sehr häufig die Angst vor dem entdeckt werden, dem Kontakt, der Auseinandersetzung.

    Ich hätte Dir ein anderes Projekt vorgeschlagen:
    Fotografiere ein Jahr so, dass Du maximal 2 Meter von den Menschen die Du fotografiertst entfernt bist und bei 30% aller Bilder einen direkten Blick in die Kamera hast.
    Wenn du das Jahr hinter Dir hast musst Du nicht mehr “heimlich” mit einem I-Phone fotografieren und machst trotzdem Bilder die ungestellt und spontan aussehen.

    Bogi

    • Hallo Bogi
      Also das mit dem 2 Metern mache ich ab und zu. Aber das ist nach dem 20. Bild keine Herausforderung mehr, weil die Menschen es sowieso nicht merken, dass Du sie fotografiert hast. Das Problem, welches dann noch dazu kommt, ist dass sich alle anderen im Netz aufregen, wie respektlos man fotografiert.
      Ich denke nicht, dass heimlich das richtige Wort ist. Ich denke auch nicht, dass sich Martin verstecken will. Et will halt einfach den Menschen so fotografieren, wie er ist und möchte keine gestellten Bilder. Sobald jemand merkt, dass er fotografiert wird, gibt er sich anders. Das ist nun mal so. Also kann man auch nicht vorher fragen, ob man jemanden fotografieren darf.
      Man kann es nicht allen recht machen. Das wichtigste finde ich, dass man für sich selber fotografiert und das macht, was einem Spass macht. Und wenn es dann andere Leute auch noch gut finden, umso besser.

      Thomas

      • Hallo Thomas,

        Du hast ja recht mit Deiner äusserung zur Nähe und gleichzeitig denke ich, dass viele Streetfotografen erstmal dahin kommen müssen, dass Nähe für sie keine Herausforderung mehr ist.

        Sehr viele Bilder sind doch von hinten oder aus der Ferne. In den wenigsten Fällen schliesse ich daraus, dass der Fotograf das genau so wollte, vielmehr sieht man dass er dem Bild “hinterher schiesst”. Das macht auch leider sehr viele Streets einfach langweilig (ist natürlich subjektiv).

        Die Diskussion bezüglich Bildrechten etc, erlaubt oder nicht, habe ich für mich beendet., ich renne auch nicht Falschparkern hinterher.

        Lieben Gruss

  3. hey,
    also ich finde die bilder zum großen teil wirklich gelungen. das zeigt mal wieder dass der fotograf wichtig ist und nicht die kamera :)
    gute motive richtig einzufangen ist für viele fotografen wohl dann nur einfach, wenn sie die richtige ausrüstung haben. wobei ein gutes auge viel wichtiger ist!

    habs mir gerne durchgelesen und angesehen, respekt dass du das so durchgezogen hast

  4. Beindruckende und ganz ausgezeichnete Demonstration, vor allem einer Tatsache: Die Flexibilität mit dem iPhone ermöglicht den Zugang zu Szenen, die man so evtl. nicht bekommen hätte. Das Auge dahinter bleibt aber immer noch die wichtigste Hardware. Sehr schöne Serie!

  5. schöner bericht und du sprichst mir aus der seele und auch ich werde mich jetzt um meine fuji kümmern, denn seit ich mit dem iphone fotografiere ist für mich eine festbrennweite irgendwie interessanter geworden………… danke für den bericht, er hat mich nochmals bestärkt!

  6. Vielen herzlichen Dank für diesen Beitrag und der puren Inspiration und den Tipp mit den USB Accu. Iphone Fotografie ist ein wunderbares Experiment für mich persönlich, eben diese Momente die man nicht planen kann.
    Danke sagt Dani

    • Schließe ich mich an. Die finale Erkenntnis “less is more” ist spätestens seit den Zeiten van der Rohes und den Schraub-Leicas bekannt.

      Ich werd das mit dem iPhone nie verstehen. Oder mit der Holga. Oder den wiederbelebten Petzval Linsen…
      Dafür, dass das Equipment angeblich so wenig Einfluss auf die Qualität des Fotos haben soll, wird ein ziemlich großer Eiertanz um das iPhone, bzw. um Equipment generell gemacht.

      In Museen, neben den Gemälden sind ja auch kein Täfelchen angebracht auf denen steht: “Geschaffen mit einem Dachshaarpinsel”, “Fingermalerei” oder “Rotmarderpinsel”.

      Gruß
      Stefan

  7. Danke für den tollen Beiitrag. Ich kann Dir nur zustimmen, dass Streetfotografie mit einer großen DSLR sehr schwierig ist, denn man fällt als Fotograf auf und die Menschen reagieren darauf. Mit einer “kleinen” Kamera oder dem iPhone gelingen authentischere Fotos.

    Gruß
    Andreas

  8. Schöner Post ! Ich habe schon vor 3 Jahren meinen DSLR Knochen verkauft und knipse nur noch mit dem iPhone 5. Instagram und vieles andere reizt mich so dass ich nie meinen Entscheid bereut habe.

  9. Es werden derzeit dermassen viele Strassenfotografien geschossen, dass ich als Betrachter dem Thema mittlerweile etwas ermattet gegenübersitze. Trotzdem ein interessanter Bericht (Gratulation zur Ausdauer und auch zum Verzicht!). Gab’s im Verlauf des Jahres auch Erkenntnisgewinn auf die eigene Stilentwicklung, gewählte Motivthemen, gibt’s einen roten Faden etc., oder gehen diese 1’000 Fotos als Stockfotos ins Archiv ein? Kleine Ergänzung: Meine Immerdabei-Kompaktkamera hat sich nicht nur für Schnappschüsse bewährt, sondern mittlerweile als Speicher für Roh-Ideen, die ich später sauberer mit einer besseren Kamera umsetzen kann (oder muss: zugegebenermassen auch mit mehr Aufwand).

  10. Ein wirklich lesenswerter Artikel.

    In der Street Photography benötigt man einen ordentlichen Schuss Empathie, um das Besondere einzufangen, das auch einen zweiten Blick wert ist und dann eine Geschichte offenbart. Ich sehe diese Geschichte in vielen der hier präsentierten Bildern. Für mich sind sie wirklich sehenswert.

    Zur Technik: in den klassischen Foren hat man manchmal den Eindruck, Technik ist ein Selbstzweck. Ein Fotoapparat ist ein Werkzeug, mehr nicht. Dennoch ist Technik wichtig. In jedem Hobby / Beruf wird man mit den möglichst idealen* Werkzeugen arbeiten, wenn man die Möglichkeit dazu hat.

    * erfüllt die eigenen technischen und haptischen Anforderungen, ist ideal zur Realisierung der eigenen Bilder, passt in das Budget, …

  11. Guter Artikel. Ich hoffe, dass sich nun ein paar Fotografen Gedanken zu ihrer Ausrüstung machen. Es braucht ja wirklich nicht viel auf der Strasse, das stelle ich jeden Tag fest. Mit dem Mobiltelefon zu fotografieren fand ich nie so interessant, dass ich das machen würde. Aber ich bin mir sicher, dass man durch die Reduktion aufs Wesentliche viel dazulernen wird. Nur schon weil man weiss, was dieses Ding kann und was nicht. Von der Unauffälligkeit auf der Strasse ganz zu schweigen. Seit ich meine OM-D habe, wurde ich wohl nie mehr angesprochen. Vielleicht liegt es auch daran, dass ich mich wie ein Tourist kleide und verhalte. :-)

    P.S. Und was machst Du nun mit der neuen “Schwanzverlängerung”…?

  12. Ich kann mir nicht vorstellen, dass hier und dort ein Fotograf bei solchen Fotos immer die Menschen um Erlaubnis der Veröffentlichung fragt. Soviel ich weis ist es doch verboten oder hat sich da was geändert?

    • Nein, es hat sich nichts geändert. Aber es gibt Fotografen, die haben sich damit abgefunden, dass etwas theoretisch verboten ist. Ich frage mich, was Du alles verbotenes in Deinem Leben machst.

      Ich empfehle jedem die Lektüre “Mit einem Bein im Knast: Mein Versuch, ein Jahr lang gesetzestreu zu leben” von Jürgen Schmieder. Hat nichts mit Fotografie zu tun, aber mit Paragrafen und der Unmöglichkeit, jedes Gesetz einzuhalten.

      • Mit den “sich abgefunden haben” kann ich mich leider nicht wirklich abfinden. Ich jedenfalls möchte dann wenigstens nach der Aufnahme gefragt werden und nicht irgendwann mal ein Foto von mir zufällig entdecken müssen. Leider vermisse ich da bei manchen der sogenannten “Streetfotografen” das notwendige Unrechtsbewußtsein, zumal ich bei vielen Aufnahmen dann auch keine Kunst entdecken kann. Aber gut, das muss halt jeder für sich entscheiden.

  13. Interessanter Artikel. Ich bin eigentlich kein so großer Fan von Mobiltelefon-Fotografie, aber einige der Bilder die hier gezeigt werden sagen mir doch sehr zu. Vielleicht wärs n Versuch wert das Ganze selbst mal auszuprobieren.

  14. Ein nettes kleines Privatprojekt. Gut mit dem Iphone kann man vielleicht unauffälliger knipsen als mit einer DSLr, aber lohnt sich das für einen “echten Photographen” ein Jahr lang nur mit dem iphone unterwegs zu sein? Gut, du musst keine schwere Fototasche schleppen und wenn du mit Ausdrucken von 10×15 cm oder bis max. 20×30 cm zufrieden bist, dann ist das okay für Schnappschüsse. Aber streetphotographie besteht ja zu 100% aus situationsbedingten Schnappschüssen!
    Hast Du für Dein Projekt das iphone eigentich gesponsort bekommen, wenn du mit dem Projekt Werbung für Handyphotographie machst?
    Was machst Du nun, wenn sich einer der geknipsten Personen auf den veröffentlichten Fotos wiedererkennt und auf sein Persönlichkeitsrecht besteht, denn eine schriftliche Erlaubnis wirst Du Dir ja nicht nachträglich von den geknipsten Personen eingeholt haben?
    Privat kann ich alles und jeden photographieren, aber ohne Erlaubnis darf ich erkennbare Personen nicht veröffetnlichen! Ist doch so???

    • Prinzipiell hast du Recht mit deinen Vermutungen zu den Bildrechten, soweit ich weiß, kommt es aber auf das HAUPTMOTIV des Bildes an. Wenn ich auf dem Sportplatz bin und der Fotograf mich (erkennbar) im Hintergrund ablichtet, muss er sich von mir ja auch keine Erlaubnis holen, oder?

  15. Blogartikel dazu: Sechs Verweise | Rappelsnut

  16. Die Bilder gefallen mir durchwegs gut, top Leistung! Was mich aber noch brennend interessieren würde: Wie hoch war denn die Ausschussquote mit der “beschränkten” Technik?

    Und das Thema “heimlich fotografieren” könnte man doch auch einfacher über die Brennweite lösen, oder?

  17. Martin, eigentlich bin ich kein großer Freund von Street-Photography. Oftmals “verstehe” ich die Bilder nicht oder finde sie schlichtweg langweilig.
    Dein Projekt habe ich dennoch immer wieder bei twitter bzw. instagram verfolgt. Und immer wieder waren Bilder dabei bei denen ich auf “Gefällt mir” tippte. Nun ist dein Projekt dabei und ich habe mich durch den Blogpost gelesen. – bei den Fotos habe ich mehrfach laut “HAMMER” gesagt – das will doch was heißen! Du hast einen super Blick für die kleinen Dinge, die kleinen Dinge des Lebens. Ab und zu hast du sicher auch einfach “Glück” gehabt. Aber du hast es genutzt. Danke!

  18. Blogartikel dazu: Links fürs Wochenende

  19. Interessantes Projekt mit einigen schönen Ergebnissen. Ich fotografiere viel mit dem iPhone, fühle mich doch auch oft stark eingeschränkt. In dem Sinne, dass die Kamera eben nicht meinen Blick wiedergeben kann Lasse ich mich vom iPhone als Werkzeug inspirieren, auch beim Experimentieren mit Filtern, eröffnen sich anderseits neue Möglichkeiten… Es geht eben nichts über mehrere Kameras :-)

  20. Ich habe dieses “Projekt” laufend mitverfolgt und empfand sowohl die Vermittlung des Themas, wie auch die Diskussion als spannend. Danke dafür. Es hat an einigen Stellen zum Nachdenken angeregt und immer wieder für neuen Input gesorgt. Was will man mehr?

    Lg,
    Werner

  21. Blogartikel dazu: Fundstücke (4) | Viertelstunde

  22. Eigentlich doch ganz einfach ;-) Man kann fotografieren, hat einen Blick fürs Motiv, ein gewisses Auftreten, oder eben nicht… Jetzt, nachdem “1 Jahr mit dem iPhone” zu Ende ist, ist mir auch endlich eingefallen, woran mich das erinnerte. Als deutsche Fotofachmagazine noch Inhalt besaßen, gab es einen lesenswerten Beitrag. Dort durften, “mussten” ihre Ausrüstung tauschen: ein Knipser und ein gestandenener Profi. Der Knipser durfte die motorisierte SLR samt zwei, drei Festbrennweiten benutzen, der Profi die Pocket-Kamera.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Pocketkamera

    Motiv war ein Rummelplatz. Die viel, viel besseren Fotos brachte der versierte Fotograf mit der Pocket-Kamera. Obwohl er den Besuchern “auf den Pelz” rückte, hatte er die tollen Aufnahmen. Wie heute mit dem iPhone nahm ihn niemand ernst, wahr oder fühlte sich durch die Kamera bedroht… Auch die Motive ohne Menschen stimmten. Wobei das heutige iPhone eine viel bessere Qualität, wie die damalige Pocket-Kamera liefert…

    Ralf

  23. Blogartikel dazu: Woanders – diesmal mit der Heimat, dem Wiederlesen, einer Einschulung und anderem | Herzdamengeschichten

  24. Blogartikel dazu: Wochenrückblick #53 » ÜberSee-Mädchen

  25. Schön, mal wieder was von Dir auf “Deinem” Blog zu hören Martin!
    Du hast eine enorme Entwicklung hingelegt wie ich finde. Wenn ich so an die Anfänge von Kwerfeldein denke. Stark.
    Ich bedanke mich für ein paar sehr starke Fotografien. “Hurry” und “Taptap” erinnern mich stark an “Derrière la gare Saint-Lazare” von Bresson. Ich wünsche viel Spaß mit der neuen und würde mich da sehr über einen Bericht freuen. Gibt es schon tausende zu im Netz aber nicht von Dir.
    Beste Grüße!

    Daniel

  26. Blogartikel dazu: Fotoverweise #3 | Björn Salgert

  27. Blogartikel dazu: Linktipps – Der Netzcocktail | Freiraum

  28. Blogartikel dazu: Straßenfotografie in Deutschland: Anregungen und Tipps › kwerfeldein - Fotografie Magazin | Fotocommunity