Alpen Glory
02. August 2012 Lesezeit: ~2 Minuten

Archivfunde

Wenn ich von einem Fototrip zurückkomme, kann ich es kaum abwarten, die ersten Fotos zu bearbeiten. Die Erinnerung ist noch frisch und ich habe eine klare Vorstellung davon, wie die fertigen Fotos aussehen sollen.

Die erste Sichtung des Fotomaterials bringt teilweise Ernüchterung, teilweise Begeisterung. Eine wirklich objektive Beurteilung der Fotos ist zu diesem Zeitpunkt jedoch meist schwer. Es fehlt der Abstand.

Das führt dazu, dass ich gelegentlich ein Foto bearbeite, obwohl ich nicht zu 100% davon überzeugt bin: Aber es sah doch so klasse aus, als ich das Foto aufgenommen habe. Das muss ich aus dem Foto irgendwie wieder rausholen.

Besser ist es da, die Fotos erst einmal ruhen zu lassen und vielleicht nach ein paar Wochen oder Monaten mit frischem Blick zu sichten. Auch, wenn es schwer fällt, werde ich das in Zukunft vermehrt versuchen. Der Grund ist die aktuelle Sichtung meiner Fotos aus dem letzten Jahr.

Ich habe in den letzten zwei Wochen ein paar Fotos aus meinem Archiv bearbeitet und bin richtig zufrieden mit den Ergebnissen. Wenn mir nach so langer Zeit ein Foto gefällt, kann ich mir sicher sein, dass sich das so schnell nicht ändert. Es waren sogar Fotos dabei, die mir damals nicht gleich gefallen haben.

Trotternish

Light of Adraga

Alpen Glory

Gloomy Lake

Anders ist es mit einigen Fotos, die ich kurz nach einem Fototrip bearbeitet habe. Manchmal gefallen sie mir schon nach ein paar Tagen nicht mehr so richtig oder erscheinen mir nur noch durchschnittlich.

Geduld ist also nicht nur beim Fotografieren nötig. Wenn man regelmäßig fotografiert, hat man immer Material zum Bearbeiten und Zeigen. Es ist sicher mal einen Versuch wert, dies auch verzögert zu tun.

Sicher gibt es auch bei Euch ein paar Archivfunde zu entdecken. Postet gern einen Link in den Kommentaren oder ladet Eure Funde gleich in unsere Flickr-Gruppe. Vielleicht sehen wir ja bald den einen oder anderen Archivfund im Ausblick.

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41 Kommentare

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  1. Passt jetzt nicht ganz zum Beitrag, aber ich muss mal sagen, dass ich das erste Bild (Trotternish) im Beitrag irgendwie gar nicht mehr als Foto wahrnehme. Es sieht irgendwie aus wie ein Gemälde, was jetzt aber auch nicht negativ gewertet ist.

  2. Lieber Michael,
    wirklich sehr schöne Motive für mich sind allerdings die Farben ein wenig zu intensiv/ hochgezogen – so wird man es in der Natur (die Du ja abbildest) kaum sehen. Bei den Bildern (1) und (3) fällt mir dies besonders auf!
    Gruß aus Köln
    Torsten

      • Also ich war dort schon des öfteren…so sieht es da wirklich nie aus…das kanst Du mir glauben…
        Interessant und damit meine ich abschreckend finde ich wie leicht so eine Farbenknallerei vom Betrachter als vermutlich real akzeptiert wird….

    • Hallo Torsten,

      „kaum sehen“ ist schon richtig. Aber es ist keine Fiktion, die ich hier zeige ;-) Dazu gibts gerade auch einen interessanten Artikel hier:

      http://www.magichourunplugged.com/2012/07/31/the-first-rule-of-photoshop/

      Klar drehe ich die Sättigung so wie sie mir gefällt, bei mir darfs ein bischen mehr sein, weil das für mich die Atmosphäre am besten wiedergibt. Aber wenn man oft zu Sonnenauf- und Untergang unterwegs ist, sieht man schon das ein oder andere intensive Farbenschauspiel. Obige Bilder sind nicht das Resultat von zufällig am richtigen Ort sein, sondern von mehrmaligem frühen Aufstehen oder wiederholtem besuchen des gleichen Ortes bis alles gepasst hat.

      Grüße

  3. Sehr beeindruckende Landschafts Aufnahmen!
    Das mit dem Abstand gewinnen unterschreibe ich. Es ist oft besser die erste Euphorie oder Enttäuschung sacken zu lassen. Aber das ist in vielen schaffenden Bereichen so :)

  4. Das kennen wohl alle. Aber das Warten lohnt sich, wie man sieht. Klasse Bilder! Ich schaue mir ebenfalls von Zeit zur Zeit meine alten Aufnahmen an und bearbeite sie neu. Mal gefällt mir das neue Ergebnis besser, mal das alte. Für mich ist die Hauptsache, daß es Spaß macht, sich mit den Bildern auseinanderzusetzen. Und den habe ich. :-)

  5. Bei mir ist es so, daß mir ein Bild gefällt, auch nach der Bearbeitung noch. Aber dann, mit immer mehr Abstand und erhötem Anspruch an die Bilder die ich machen möchte, gefallen mir manche Bilder immer weniger.

    Vielleicht ändert sich das, wenn ich mal ein konstantes Niveau erreicht habe…

  6. Hi Michael,

    du sprichst mir mit deinem Aritkel hier gerade aus der Seele. Ich beneide dich sozusagen immer wieder darum, dass du so viele tolle Aufnahmen machst und so viel rumkommst. Ich bin überwiegend am rumfahren hier in der Gegend um tolle Foto-Spots bzw. Landschaften zu finden. Und falls ich mal etwas finde und es ablichte dann bin ich auch manchmal nicht ganz zufrieden aber bearbeite es trotzdem – nonsens. :) Vielleicht sollte ich einfach mal – so wie du – das Foto etwas sitzen lassen :) Zu den Fotos .. was soll ich da großartig sagen ? Trifft einfach genau meinen Geschmack, vorallem Alpen Glory.. bin oft durch den Ort dort gefahren zum Radln ;)

    Weiter so !

    LG
    Dennis

    • Ich weiß was du meinst Dennis! Auch ich bin oft nach der Suche nach heimischen Fotospots oder Ecken die sich Fotografieren lassen! Ich finde es sehr mühselig gerade bei uns in der Ecke Mainz-Wiesbaden landschaftliche Highlights zu finden ohne gleich eine halbe Weltreise machen zu müssen! Andere Ecken von good old germany find ich interessanter…

    • Geht mir ähnlich. Ich muss meist etwas weiter fahren um was tolles vor die Linse zu bekommen. Vor 2 Wochen war sonnenblumenzeit und da hatte ich was vor der Haustür. Aber ansosnten ists immer sehr ernüchternd was ich im Umkreis von 100km fotografiere. Sowas landet fast ausschließlich im Archiv ;-)

  7. Manchmal sollte man das mit dem Bearbeiten aber auch ganz sein lassen :) Würde mich mal interessieren, ob die Bilder im Original noch nach Foto aussahen und nicht nach Computergrafik!

  8. Mindestens eine Nacht drüber schlafen, lautet meine Devise (Datensicherung jedoch sofort). Und dann aussortieren, was nicht sofort gefällt oder wo ich nicht 100 Prozent sicher bin. Damit bin ich bisher gut gefahren.

    Deine Aufnahmen gefallen mir allesamt!

  9. zu dem Thema heimische Photospots muss ich sagen dass ab und zu so ein Getreidefeld mit sich schlängelten Feldweg auch was gibt im Sonnenuntergang..
    kann natürlich auch sein dass ich es mit Bamberg und Umgebung ziemlich gut erwischt hab..;)

  10. Ähnlich ging’s mir auch schon sehr oft… Fotos aufgenommen, nach Hause um dann festzustellen, dass mir irgendwie keines davon gefällt… Nach nochmaligem Sichten stechen dann immer wieder Expemplare hervor, die mir dann doch gefallen. So ging’s mir beispielsweise mit diesem hier: http://500px.com/photo/4957726 Aufgenommen von der verglasten Besucher-Terrasse des Flughafen Frankfurt-Hahn und eigentlich nur ein halbherziger Schnappschuss. Da mir die Sicht von dort nicht wirklich gefiel, brach ich sofort nach der Aufnahme wieder in Richtung Heimat auf. Längere Zeit später schaute ich mir die Fotos nochmals an und stellte dann fest, dass eben dieses Foto doch Potential hat. Mir gefallen, die Spiegelungen, die ich Anfangs als störend empfand außerdem mag ich die Ruhe die das Foto meiner Meinung nach ausstrahlt. Außerdem passt die bläuliche Tonung sehr gut zum Blick durch’s Fenster der Terrasse.

    Aber nochmal zurück zu deinem Artikel und insbesondere zu den Fotos. Ich mag das erste und dritte sehr, auch wenn mir persönlich die Sättigung etwas zu stark geraten ist. Dem dritten hätte evtl. ein kleiner Schwenk nach links gut getan um die Hütte aus der Mitte zu bekommen. (Aber evtl. ging das ja dort auch nicht) Dem zweiten fehlt meiner Ansicht nach etwas mehr Luft nach oben… nicht viel, nur ein wenig. Was das letzte anbelangt, so muss ich sagen, dass ich schwarz-weiß Aufnahmen grundsätzlich sehr mag, aber hier fehlt mir irgendwas, an dem meine Augen hängen bleiben.

  11. Jawoll. Kenn ich sehr gut sowas.

    Trotzdem finde ich das Gefühl besser, wenn man LR öffnet, importiert, ein Foto sichtet, und sofort denkt: „Yes!“

    Könnte allerdings ruhig öfters vorkommen :D

  12. Auch mir geht es wie euch. Um emotionsvolle, stimmige Bilder zu produzieren, brauch es einen gewissen Abstand zu dem festgehaltenen Ereignis. Allerdings habe ich mir auf die Fahnen geschrieben, alle Bilder wenn möglich immer zu den gleichen Lichtbedingungen zu entwickeln. Das Umgebungslicht spielt doch eine immense Rolle. Hinzu kommt aber m.M.n. vor allem die persönliche Gefühlslage. Diese entscheidet zum Großteil über die digitale Bildentwicklung, was dazu führen kann, dass mir das Bild am nächsten Tag nicht mehr in seiner derzeitigen Form gefällt.

    Generell handhabe ich es nun so, dass ich meine Bilder nach ein paar Tagen entwickel und dann den PC einfach wieder ausmache. Wenn ich mir die Bilder mehrfach wiederholt anschaue und denke, das ist es – erst dann befinde ich sie für gut und lade sie z.B. hoch.

    Ein letzter, schon angesprochener Punkt – die persönliche Entwicklung und die damit verbundenen Ansprüche, lassen mich bei meinen Bildern aus der Vergangenheit öfters erschaudern, als dass ich mich freue. ;-) Aber das ist denk ich auch normal, bzw. gut so. Denn dann sieht man, dass man sich entwickelt!

    Ein schöner Artikel Michael! Danke dafür!

    Viele Grüße
    Marcus

    • Ein guter Punkt den du ansprichst. Zusätzlich zum Abstand zwischen Aufnahme und Bearbeitung bringt es meiner Meinung nach auch etwas, nach der Bearbeitung nochmal nen Tag zu warten und neu drauf zu schauen. Oder zu späterem Zeitpunkt nochmal drüberzugehen. Ich mache oft nochmal kleine Updtes zu meinen Bildern auf Flickr z.B..

      • Guten Abend,

        wo wir das Thema Lernkurve hier schon angeschnitten haben, interessiert mich ja eins brennend. Michael, siehst du bei dir im Bereich der Landschaftsfotografie noch eine Lernkurve -Dinge bei denen du dich selbst erwischt und denkst „das könnte ich besser machen“? Der Mensch als solches entwickelt und verfeinert seine Techniken meist durch Nachahmung, andere würden sagen abgucken. Ich denke aber, dass es bei so etwas in unserem Bereich eher um eine Art von Inspiration handelt. Kannst du dich noch von anderen Fotografen inspirieren lassen? Wenn ja verräts du uns wer das z.B. ist ;-)

        Schönen Abend noch und Gruß
        Marcus

      • Sicher gibt es einen Lernkurve. Letzte Reise nach Nordirland hab ich wieder einige neue Sachen gelernt und auch wieder experimentiert… mit mehr oder weniger Erfolg. Nach jedem Fototrip gehen mir Sachen durch den Kopf, die ich hätte besser machen können.

        Inspiration ist für mich Marc Adamus, besonders was er die letzte Zeit mit Perspektive anstellt finde ich fantastisch. Diesen Level werde ich womöglich nie erreichen, aber es ist immer wieder ein Ansporn, wenn ich seine Fotos sehe.

  13. Schöner Beitrag, kann ich so bestätigen. Mir fällt das selbst immer wieder auf. Gerade, wenn man versucht sich fotografisch ein wenig zu entwickeln oder mal in ein anderes Genre zu schnuppern, sieht man alte Aufnahmen in einem ganz neuen Licht. Ging mir erst letzten so, als ich mal wieder die Bilder eines USA-Trips von 2008 durchgesehen habe. Damals war die Intention eher, Architektur und einfach was für daheim zum Zeigen festzuhalten. Mittlerweile mache ich aber mehr Street und Dokumentation, und nun fallen mir Bilder ins Auge, die mir früher, unter den damaligen, von mir gesetzten Kriterien, nicht so sehr gefielen.

  14. Also jetzt muss ich es loswerden.
    Nachdem ich Deinen Fotos sehe, denke ich: WOW!!! Die meisten sind voll nach meinem Geschmack und ich denke, ich muss es hier schreiben. Dann denke ich, das hörst Du sicher andauernd und ich bin einer von vielen. Aber jetzt muss ich es doch loswerden :-).
    Genau das liebe ich an Deinen Bildern, dass sie schon fast wie ein Gemälde wirken aber doch noch den realen Touch haben. Auch wenn es vielleicht nicht der Realität entspricht, genau das macht die Fotos für mich so besonders. Der Ort ist real aber mit etwas verträumten (phantasy)Auge gesehen.
    In den Momenten in den ich die Fotos betrachte, bin ich kurz weg….. :-)
    Danke

  15. sind schon schöne Bilder… Für meinen Geschmack aber doch zu bunt und unwirklich. Wer es mag, okay, ich bin doch mehr der Realist.
    LG aus Berlin Jörg

  16. Hallo Michael
    Ich bin ein Fan deiner Bilder und das Obere am Kopf der Seite ist für mich der Leuchturm,
    da möchte ich mich irgendwann einmal hinentwickeln. Fotografie hat für mich nicht ausschließlich etwas mit einer 1:1 Abbildung der Wirklichkeit zu tun sondern auch damit wie ich es in meinem Inneren sehe oder besser gesagt gerne sehen würde.
    Zum Thema Archiv kann ich sagen das ich es mittlerweile so halte, sichern,sichten,eine Vorauswahl treffen,und dann erst nach einigen Tagen,es können auch Wochen werden,
    so weit bin das ich mich für ein Bild entscheide,es bearbeite und hochlade.
    Ich fotografiere ja erst set 1,5 Jahren aber auch zu diesem Thema mußte ich lernen,
    Geduld zahlt sich aus.

  17. Blogartikel dazu: linkTime – August 2012 – #2 | linkTIME | bhoffmeier.de

  18. Das ist ein guter Tipp – begleitet von guten Bildern.
    Ich habe meinen Photoblog (siehe Websitelink) eigentlich genau deshalb eingerichtet und mich zu täglichen Postings durchgerungen, weil ich dann im Archiv stöbern muss. Um Abwechslung zu schaffen, um Breite zu zeigen, um Themen zu beleuchten (Wasser, Licht, Weite… und so weiter).
    Es tut mir gut, in meinen eigenen Archiven zu wühlen und zu sehen, wie ich lerne, wie sich meine Ausrüstung verbessert, aber auch, was ich schon geleistet habe.

  19. Ja Hallo Micharel, alle die genannten Effekte kenne ich auch zur Genüge, Ich surfe oft in meinen älteren Archiven, gerade nach einer gerade gemachten Tour mit neuem material. Natürlich sichte ich dies auch ersteinmal, aber der Kopf sagt oft : „Nee das war es doch gar nicht“ Dann etwas Ablenkung mit älteren Sachen und ich freue mich über meine Leidenschaft, finde coolen unbearbeiteten Stuff, schraube ein wenig.. Nach ein-zwei Tagen versuch ich es dann mit den neuen Sachen, Abstand hilft, geile Sache! Gruß dave
    http://www.picjungle.de/ – gerade im Aufbau

  20. echt klasse Bilder! Mir geht es da genauso. Ich bin momentan ganz viele alte Bilder aus den Tiefen meiner Festplatte heraus zu fischen. Einige Perlen, die ich damals so garnicht wahrgenommen habe sind auch dabei. Habe im moment durch meinen Abschluss zum Mediengestalter kaum noch Zeit zum selbst fotografieren, deshalb macht es sehr viel spaß mal die ganzen alten Bilder zu betrachten und zu vergleichen wie man sich fotografisch entwickelt hat! Ich selber habe auch immer mehr dazu gelernt, was bearbeitung von Fotos angeht.

    Ich weiß nich ob es angebracht ist, aber in dem sinne mache ich mal Eigenwerbung. Auf meinem Profil kann man über die Exif-Angaben sehen, das wirklich der Großteil 2 oder 3 Jahre alt sind – neu aufbereitet. =D

    http://500px.com/Matthias_Eckert