28. Juni 2012 Lesezeit: ~1 Minute

Gestalten auf Stein

An einem hellen, frischen Sommertag bin ich an der Friedhofsmauer entlanggeschlendert, als mir aus dem Augenwinkel aufgebrochene Steinkanten und -risse die Aufmerksamkeit stahlen. Ein paar Minuten war ich wie gefesselt von den versteckten Gesichtern und Formen, sodass ich ganz vergaß, warum ich mich eigentlich auf den Weg gemacht hatte: Um Fotos zu machen. So entschloss ich mich, die Gunst der Stunde zu nutzen, die Figuren und Körper aufzunehmen und machte mich auf eine spannende Entdeckungsreise.

Manchmal wusste ich gar nicht, was ich da eigentlich aufnahm, war mir aber sicher, dass ich das Richtige tat. Ich lief auf der Mauer, legte mich daneben oder starrte sie aus nächster Nähe durch den Sucher an, bis die nächste Überraschung aufblitzte.

Während ich so vor mich hin tüftelte und darüber nachdachte, fiel mir auf, wie viel Sehenswertes doch versteckt dem Blick nach verwehrt bleibt, wenn ich mich nicht bewusst darauf konzentriere. Deshalb machte ich mich in den Tagen darauf abermals auf die Suche und fand vielerlei Dinge, die ein Gesicht, ein Tier oder sonst etwas zeigten, das ich postfotografierend in der Bildbearbeitung hervorzuheben suchte. Voilà.

Noch bin ich unsicher, ob ich die wundersamen Dinge auch in Zukunft fotografieren werde – oder ob ich’s schlicht bei dieser einmaligen Erfahrung belassen soll. Die Zukunft wird’s zeigen.

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18 Kommentare

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  1. Ich hab mir das auch schon bei vielen Dingen gedacht. Ob das Gesichter sind in Holz, an der Wand, oder gemusterten Boden, … immer wieder finde ich etwas, das war schon als Kind so.

    Aber meist hab ich in genau diesem Moment keine Kamera dabei :) Und das beste dafür wäre immer RAW, ich hoffe das Apple auch mal RAW auf dem iPhone unterstützt :)

    Danke für den Artikel :)

    • Oder einfach die Kamera in die Hand und die Sachen abfotografieren. Das kostet natürlich Überwindung, aber wenn DU die Sachen schon seit Kindheit siehst, wird es Dir sicher leicht fallen. Sag ich jetzt mal so.

    • Ich habe mir für meine Canon Bridgecam mal Raw freigeschaltet. Manchmal möchte man gar nicht wissen, aus welchem Pixelmatsch die doch recht ansehnlichen JPG entstanden sind. Ich vermute, daß das Iphone da nicht besser ist.

    • Hm, ich bin mir nicht unsicher, ich habe nur noch nicht entschieden, ob ich den Weg weiter gehen möchte, solche Sachen zu fotografieren – oder einfach Hochzeiten und Street weitermache. Auf instagram hab ich ja auch ein Projekt laufen. ;-)

      • Ist doch auch ’ne Art Street-Fotografie :-) … erinnert mich so’n bisschen an diesen psychodiagnostischen Rorschach-Test (Flecken und so).
        Ist schon ganz lustig, sich in solche Gebilde hineinzudenken, -fühlen. Aber unter rein fotografischen Gesichtspunkten finde ich die Aufnahmen … hmm … mir fehlt da was.

  2. Hallo Martin, du musst doch nichts entscheiden, lass es doch einfach fliessen und geschehen, so wie es aus dir kommt. Ich finde es spannend, den kleinen Dinge des Lebens ihre Aufmerksamkeit zu schenken. Wichtig ist, dass es Spass und Freude macht.

  3. Erinnert mich ein wenig an die Höhle Altamira in Spanien, besonders die Formen sehen und dann noch herausarbeiten. Genau das haben unsere Verfahrens vor was weiss ich wieviel Jahren gemacht. Auf alle Fälle hast Du wieder tolle Details gefunden. Es lohnt sich immer auf solche Dinge zu achten. Wenn ein Bekannter von mir durch den Wald rennt, findet er immer etwas, aus dem man eine Figur oder was auch immer hinein interpretieren kann. Das passt dann schon.
    Finde ich super!