lightbox
09. November 2010 Lesezeit ~ 3 Minuten

Hör mal wer da hämmert! Eine Lichtbox selbst gebaut.

Wer kennt das nicht? Man möchte mal wieder etwas bei eBay verkaufen (z.B. ein altes Objektiv) und möchte sich mit seinem Produktfoto von der Masse an Bildern abheben, die das zu verkaufende Objekt frontal totgeblitzt auf dem Küchentisch zeigen.

Hör mal wer da hämmert! Eine Lichtbox selbst gebaut.

Für solche schattenarmen bzw. -freien Aufnahmen vor einem neutralen Hintergrund, die das Produkt gekonnt in Szene setzen, eignet sich besonders eine Lichtbox. Damit lassen sich außerdem Stillleben bzw. Makros isoliert ablichten.

Ich habe seit einiger Zeit mit dem Gedanken gespielt, mir solch eine Lichtbox bzw. ein Lichtzelt zuzulegen. Einfache Modelle sind schon recht günstig online zu erwerben, aber dann habe ich mich kurzerhand dazu entschlossen, das Ganze als spontanes Wochenend-Projekt selbst zu bauen. Kann ja nicht so schwer sein! Oder doch?

Los ging’s also: Ein bißchen googlen, ne grobe Skizze gezeichnet und schon ging’s einen Samstag morgen ab in den Baumarkt meines Vertrauens.

Gekauft habe ich:

  • 4 Kanthölzer, 17x35mm, 180cm langvielleicht etwas groß, aber sehr günstig; ich habe mir vor Ort direkt 12 Stücke à 50cm Länge zuschneiden lassen
  • 2 Sperrholzplatten, 4mm dick, 50x52cm auch direkt vor Ort zugeschnitten
  • doppelseitiges Klebeband
  • nen Batzen Schrauben (3x25mm und 5x50mm)
  • 1,5m Klettband

Dank einer unerwarteten 20%-Aktion gab’s das Ganze für 19,33 EUR.

Danach habe ich noch im Bastelladen Folgendes gekauft:

  • 4 Bögen Tonpapier, 50x70cm (weiß, schwarz, rot, blau)
  • 1 Bahn einfachen Baumwollstoff, 60x150cm

Dafür hatte ich 6,56 EUR zu berappen. Die Gesamtkosten liegen also 25,89 EUR, ohne den Rabatt bei knapp über 30 EUR.

Bevor man loslegt, sollte man daran denken, den Akkuschrauber aufgeladen zu haben! Ansonsten muss man wie ich mit der Hand schrauben warten, bis der Akku voll ist. Zunächst werden aus jeweils 4 Kanthölzern zwei Quadrate zusammengeschraubt (2 Schrauben 3x25mm je Verbindung).


Hör mal wer da hämmert! Eine Lichtbox selbst gebaut.

Die beiden Quadrate werden dann mit den restlichen Kanthölzern zu einem Würfel verbunden (1 Schraube 5x50mm je Verbindung).

Kleiner Tipp: Die Löcher am Besten vorbohren, dann splittert das Holz beim Schrauben nicht so leicht.

Die Unter- und die Rückseite des Würfels werden dann mit den Sperrholzplatten dichtgemacht, das sorgt gleichzeitig für Stabilität (je Platte 6 Schrauben 3x25mm, verteilt auf 2 Kanten).


Hör mal wer da hämmert! Eine Lichtbox selbst gebaut.

Nun werden noch mit Hilfe des doppelseitigen Klebebands Teile des Klettbands am Würfel fixiert, und zwar an den Außenseiten für den Stoff und innen für den Reflexbogen.


Hör mal wer da hämmert! Eine Lichtbox selbst gebaut.

Die Gegenstücke zum Klettband werden dann auf dem Stoff (Nähen, Juchu!) und an den Bögen Tonpapier (Klebeband) befestigt.

Ich musste allerdings feststellen, dass das Klettband auf dem doppelseitigen Klebeband nicht sonderlich gut hält. Ich habe das Klettband auf den Papierbögen zusätzlich mit einem Tacker fixiert, auf dem Holz hilft Heißkleber.

Die fertige Lichtbox sieht dann so aus:


Hör mal wer da hämmert! Eine Lichtbox selbst gebaut.

Man kann den Stoff und den Reflexbogen im Hintergrund dank des Klettbandes je nach Bedarf austauschen und frei experimentieren, wie das Objekt am besten wirkt.
Man arbeitet am Besten mit 3 Lichtquellen: eine über der Box und jeweils eine rechts und links. Man muss dann nur noch ein wenig mit der Lichtintensität und der Belichtungszeit experimentieren.

Hier sind einige erste Beispielfotos von einem meiner Objektive, ich habe in der Nachbearbeitung lediglich den Kontrast etwas erhöht. Die Reihe wäre ein prima Beispiel für neutrale Produktfotos für eine eBay-Auktion.


Hör mal wer da hämmert! Eine Lichtbox selbst gebaut.

Ich habe mich außerdem mit einem Freund an einigen Stillleben bzw. Makro-Aufnahmen versucht. Hier steht dann eher der künstlerische Aspekt im Vordergrund, die Ergebnisse könnt Ihr hier sehen.


Hör mal wer da hämmert! Eine Lichtbox selbst gebaut.

Der Zusammenbau der Box hat ca. 1,5 Stunden gedauert, trotz zweier linker Hände. Ich persönlich bin mit dem Ergebnis sehr zufrieden, die Box erfüllt ihren Zweck voll und ganz.

Vielen Dank für Euer Interesse und für’s Lesen und viel Spaß beim Nachbauen!

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33 Kommentare

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  1. Hehe, ja sieht schon schön aus. Aber ich hätte da auch immer ein Platzproblem, da leider keinen großen Keller oder Dachboden …
    Von daher und auch für die Leute mit 3 linken Händen ;-) noch der Hinweis, dass es auch von Walimex schon für 25 € nen fertigen Lichtwürfel (allerdings nur 40er Kanten) gibt.
    Ich hatte auch mal für nen guten 10er in der Bucht eine 50er Box (glaube von Hama) erworben. Die gabs mal ne zeitlang als Werbeprämie zu einer Fotozeitschrift und wurde dann vielfach verhökert.
    Vorteil bei Deiner Variante ist natürlich, man kann sie den eigenem Bedarf, z.B. Größe, anpassen.

  2. Genau mein Geschmack :) Hab mir auch schon länger vorgenommen, so ne Boy zu bauen und nehm das in der inzwischen kalt gewordenen Jahreszeit definitiv noch in Angriff. Danke für die Erklärung mit Bildern!

    Eine Frage hätt ich jetzt noch zu den Bildern. Welche Lichtquellen hast du dafür genutzt?

    • Für die drei Bilder mit dem Objektiv habe ich nur zwei Blitze genutzt und die rechts und links der Lichtbox platziert, gezündet über Funk. Genau wie oben im Bild mit der Duff-Flasche.

      Für die Zitronen-Glas-Bilder habe ich zusätzlich einen dritten Blitz von oben gezündet, auch wieder über Funk. Ich denke, das Ganze kann man aber auch mit Lampen simulieren, wenn man nicht so viele Blitze zur Verfügung hat.

      • Ich hab sie inzwischen als steckbare Variante nachgebaut, damit ich sie nicht so sperrig aufbewahren muss :)

        Deine Anleitung war auf jeden Fall super hilfreich, einfach um zu wissen, wonach ich im Baumarkt alles suchen muss. Danke nochmals dafür!!!

  3. Schön gemacht….aber das Duffbeer in Flensburg….nenene (auch wenn da kein Pfand drauf ist, ein bischen lokal Patriotismus darfs schon sein).
    Ich persönlich steh ja sehr auf DiY-Projekte, Kaufen kann schliesslich jeder.

    Es grüßt Exilflensburger und 20%-Jünger

    Nils

  4. Schöne Anleitung Tolle Idee

    Wäre ich nicht so faul zum Basteln würde ich es auch machen.
    Allerdings wenn man anstatt der Spanplatten Plexiglas nimmt und von unten denn noch eine Lichtquelle setzt dann sind die Fotografierten Objekte ohne Schatten.

  5. Schöne Anleitung und die Ergebnisse überzeugen auch.
    Allerdings wäre das auch nix für mich. Einerseits habe ich wohl noch ne dritte linke Hand (oder einfach keinen Nerv für handwerkliche Betätigung) zweitens gibt´s die für einen ähnlichen Preis zu kaufen und drittens kann man das Ding ja nicht mehr zusammen legen, oder? Braucht also Platz.

    Trotzdem, in einer großen Version bestimmt günstiger als gekauft?!
    Nicely done!

  6. Nicht schlecht und sehr sauber und robust gebaut.
    ABER … genau dieses robuste und sperrige stört mich. Ich will dann das Teil auch mal wegklappen und verstauen können um nicht jeden Tag auf diesen Kasten zu schauen.
    Ich habe mir damals “Jäll” von Ikea gegönnt – für schlappe 3,49€
    http://www.ikea.com/de/de/catalog/products/70118968
    Dieser Wäschesack auf die Seite gelegt und mit einer Schnur die Beine fixiert ist ein feines Lichtzelt. Man muss dann nur noch einen langen Bogen Papier oder Stoff einlegen und los geht´s.
    Bild davon gibt es auch drüben beim StyleSpion:
    http://stylespion.de/ikea-hacks-fuer-fotografen/2426/

    Will deine Box nicht schlecht machen – robust ist immer besser – sondern nur auf eine weitere Möglichkeit aufmerksam machen.

    Ich würde mich übrigens über weitere DIY-Projekte hier freuen! Ich finde so etwas immer spitze!

    • Kein Problem, es gibt genug gute Alternativen zu so einem Eigenbau. Ich hatte vorher auch mit einer Styropor-Box liebäugelt, mich wegen des transparenten Stoffs dann aber doch für mein Modell entschieden.
      Der Platz-Aspekt ist sicher ein Nachteil, ich habe bei mir aber zum Glück genug Platz. Für andere sind platzsparende Lösungen sicher besser.

      Und ich gebe Dir Recht, DIY-Projekte sind meistens sehr unterhaltsam! Mein Favorit ist immer noch der selbst-konstruierte Nodal-Punkt-Adapter eines Kollegen, dazu gibt es nur leider (noch) keine Online-Anleitung..

  7. Hallo Sven,
    nicht nur Dein handwerkerisches Können ist zu bewundern, sondern auch die Resultate in Form der gezeigten Produktfotos :-)

    Vermutlich stellt die Bastelei auch gerade für Dich als Winfo eine willkommene Abwechslung zur sonstigen Alltagsarbeit rund um Bits & Bytes dar und gerade das kann ich wiederum sehr gut nachvollziehen…
    ;-)

    @Christian: Die “Jäll” von Ikea muss ich mir mal real anschauen, wenn man aus einem Ikea nur bloss wieder schnell rein und raus käme…

    Danke für den netten Bericht!

    Viele Grüße
    Sascha

  8. Sehr schöne Lichtbox =) Leider erfordert sie handwerkliches Geschick und vor allem Platz, schließlich ist es ja kein Faltbares Modell. Und billig finde ich es für einen Schülergeldbeutel auch nicht. Dennoch bewundere ich, dass du eine für dich passende Lösung gefunden hat, an der du hoffentlich noch lange Freude haben wirst. Die Fotos die in dieser Lichtbox entstanden sind, sehen ja schon mal toll aus =)

    Der Point.

  9. Hab so ein ähnliches Ding auch gebaut. Mit Strahlern von der Ikea. Bei den Billigteilen die man kaufen kann ist das nämlich meist der Knackpunkt.
    Im Endeffekt hab ich einen weißen Pappebogen der von unten vorne nach hinten oben sich leicht biegt. Und eine Plexiglasscheibe als eine Art Kuppe von Links nach Rechts. Da befinden sich auch die Strahler.

  10. Wow, super Idee. Werd ich in den Ferien auch mal einplanen!
    Die Fotos sind echt gelungen und die Stillleben würde ich mir glatt an die Wand hängen!
    Dass unter den Objekten Schatten sind, stört mich nicht. Im Gegenteil! Sonst würden die frei im Raum “schweben” und das sähe recht langweilig aus.
    Also Resultat: Super Idee, super Fotos, ich will auch

  11. Ihr habt schon wirklich einige tolle Tipps hier gebracht und ich muß einfach auch an dieser Stelle ein großes Kompliment los werden. Hier steckt viel Zeit drin. Lieber Martin, woher nimmst Du die Zeit für Kwerfeldein, die ganzen Videos usw. Hut ab und ein lieber Gruß aus Köln, dirk

  12. Wenn es nicht ganz so stabil, aber genauso groß sein soll, kann man die Box auch aus Styroporplatten zusammenbauen. Die Platten, 2 cm dick, bekommt man im Baumarkt. Sie sind ca. 100 x 50 cm groß und lassen sich mit Uhu Styroporkleber verkleben (bitte keinen Pattex o.ä. verwenden, der löst das Styropor auf…).
    Mein Kasten ist an den Seiten dicht, man kann aber ohne weiteres auch Öffnungen ins Styropor schneiden, um von der Seite zu blitzen…
    Innen rein kommt dann auch ein Bogen Tonpapier, so wie Martin das beschrieben hat.
    Kosten: < 10 EUR, Bauzeit: 30 min

  13. Das mit dem Nodal-Punkt-Adapter würde mich fast noch mehr interessieren als diese wunderbare Anleitung! Hau ihn doch mal an ob er sich nicht ein bisschen Ruhm und Dank verdienen möchte ;-)

    Alles Gute, Florian

  14. Ist ja witzig!!!! Bin gerade seit 2 Wochen mit meiner Bekannten auch dabei uns ein Low Budget Studio Equipment zusammenzuzimmern….(*fragmichgeradeobMartinGedankenlesenkann…)Seit dem denk man fast nur noch in Baustrahlern…haha…hab mal 2 Bilder meines “Studios” angehängt (bitte nicht auf die Aufstellung der Strahler achten, war nur erstmal wild fürs Foto hingewürfelt

    http://up.picr.de/5497869.jpg
    http://s1.up.picr.de/5497871.jpg

    auf jeden Fall machts ne Menge Spaß und man lernt beim tüfteln und schrauben ne Menge =) Muß auch…. wir wollen demnächst ein möglichst professionelles Baby / Hundeshooting mit unseren Mäusen machen…. *schonvollaufgeregtbin*

    Lieben Gruß
    Katja

    • Hallo Katja, hast du nicht das Problem, dass die bilder oransch oder rötlich wirken, wenn du sie gemacht hast? Bei mir sieht es ziemlich ähnlich aus, habe aber orange Wände und das kommt dem bild gar nicht zu Gute. Ich denke ich muss da mal was umstellen und die orangen Wände weiss streichen.

      • sagen wir mal so wenn es so ist ist es mir bis jetzt noch nicht aufgefallen weil sie eh noch zu dunkel ausgefallen sind und ich noch an der optimalen ausleuchtung tüftel bzw. was heißt tüfteln dank web kenn ich sie schon konnte es aber zeitlich noch nicht umsezten..aber am wochenende weiß ich mehr =)

  15. Hey, super Anleitung! Hab mir sowas ähnliches vor ein paar Wochen auch schon zusammengebaut – allerdings nicht so robust, dafür nur ein Zehntel deines Preises. Wie? Ich habe mir eine alte Versandbox zurechtgeschnippelt und die Wände mit Pauschpapier abgeklebt. Funktioniert super, man ist nur an die Größe der Box gebunden (aber es gibt ja Boxen in allen Größen).
    Die Anleitung, falls man wirklich eine benötigt, findet man auf irgendeinem englischen Blog, Google spuckt es bestimmt aus ;)

  16. hallöchen nochmal
    hab mir deine seite jetzt angeguckt und die stillleben gespeichert ;)
    ich muss sagen, den rest der bilder find ich auch sehr beeindruckend.
    da kommt echt viel gutes zusammen! demnächst werde ich nochmal intensivst dein archiv durchstöbern!
    jaja, so gastartikel sind auch gleichzeitig gute werbung :D hehe

    keep going :)
    liebe grüße
    vanessa

  17. das ist ja ne total geniale sache!!!
    gerade für mich als blutige anfängerin in der fotografie, die leider auch nicht so viel geld zur verfügung hat, wie sie gerne ausgeben würde, ist das ne echt prima sache!! vielen dank für den super tipp!!

  18. Hallo, habe die Idee der Lichtbox im Selbstbau aufgegriffen. Gefällt mir sehr gut. Das Gestell ist fertig und nun werde ich noch eine Scheibe in den Boden einarbeiten – Klettband, Papier und Stoff befestigen. Die Lampen werden wohl das Teuerste an der Sache sein.
    Bin selbst auf die ersten Probeaufnahmen gespannt. Das sind für mich schon vorbereitende Arbeiten für die nächste Makro – Saison.
    BG Jürgen