12. April 2018

Apokalyptische Fotos aus Elektroschrott

Benjamin von Wong ist für seine aufwändigen Fotoserien und Installationen bekannt. Dabei hat er sich in den letzten Jahren auch immer wieder für die Umwelt stark gemacht. So zum Beispiel in einer Serie, für die er eine Meerjungfrau zwischen 10.000 Plastikflaschen schwimmen ließ, um auf die Plastikverschmutzung der Meere aufmerksam zu machen.

Auch in seiner Serie über Waschmaschinenmonster zeigt er auf, wie groß die Plastikverschmutzung allein durch unsere tägliche Wäsche ist und in seiner Serie Shark Shepherd, in der er Modelle mit Haien schwimmen lässt, möchte er ein Bewusstsein dafür schaffen, dass Haie geschützt werden müssen und nicht dem gängigen Ruf aus Hollywoodfilmen als blutrünstige Bestien gerecht werden.

In seinem neuesten Projekt möchte von Wong zum Recycling von Elektroschrott anhalten. Allein in den USA werden täglich 142.000 Computer weggeworfen. Sowohl in den USA als auch in Deutschland gibt es die Möglichkeit, den eigenen Elektroschrott recyceln zu lassen, um so wichtige Ressourcen wieder nutzbar zu machen und die Umwelt zu schonen. Doch noch viel zu wenige Menschen nutzen diese Möglichkeiten, so von Wong.

Installation aus Laptops

Surreales Portal aus Elektroschrott

Surreales Bild aus Tastaturen

Er fand heraus, dass DELL das weltweit größte globale Recycling-Programm hat und fand in der Firma einen Partner, der ihm bei der Umsetzung seines Großprojekts half. DELL stellte Räumlichkeiten und 1850 kg Elektroschrott zur Verfügung. Eine Masse, die etwa dem Elektroschrottdurchschnittsverbrauch eines Menschen in Amerika entspricht. 50 Freiwillige halfen zehn Tage lang, die geliehenen Materialien zu sortieren, zu bemalen, zu verbauen und die Idee Wirklichkeit werden zu lassen.

Frau zwischen Elektroschrott

Aufbau einer Installation

Aufbau einer Installation

Aufbau einer Installation

Aufbau einer Installation

Aufbau einer Installation

Aufbau einer Installation aus Laptops

Eine Frau wird bemalt

Aufbau einer Installation

Aufbau einer Installation

Aufbau einer Installation

Aufbau einer Installation

Aufbau einer Installation

Aufbau einer Installation

Gruppenpotrait

Es dauerte nur vier Stunden, um die zehn Tage harter Arbeit zu bereinigen. Natürlich wurde der verwendete Elektroschrott zurück an DELL in das Recyclingprogramm gegeben, das daraus neue Computerteile herstellen kann. Die Bilder werden hoffentlich ewig weiterleben und viele Menschen dazu aufrufen, ihren elektronischen Müll verantwortungsvoll zu recyceln.

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6 Kommentare

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  1. Wofür Elektroschrott noch gut ist. Aber leider bleibt das Problem dann doch irgendwie bestehen, denn auch diese großen Installationen müssen entsorgt werden.
    Aber die Umsetzung und die Aussagekraft der Installationen ist schon super gelungen. Es ist nicht sofort zu erkennen welche Materialien verarbeitet wurden.

  2. “…. viele Menschen dazu aufrufen, ihren elektronischen Müll verantwortungsvoll zu recyceln.” – wir können den Elektronikmüll nicht recyceln, höchstens zum Recycling abgeben. Was damit geschieht, wissen wir nicht. Laut Wikipedia sieht das so aus:
    “Einige industrialisierte Länder, darunter die USA, europäische Länder und Australien, exportieren ihren Elektronikschrott bevorzugt in Schwellen- und Entwicklungsländer. Es wird geschätzt, dass 50 bis 80 % des Elektroschrottes aus Industrieländern exportiert wird. Dort werden dem Elektronikschrott mit einfachsten Mitteln (Feuer, Hammer und Zange, Säurebad etc.) und großer Belastung von Mensch und Umwelt Stoffe entnommen. Neben Erwachsenen betreiben oft auch Kinder dieses Recycling.”
    Besser wäre, garnicht soviel Elektronikschrott entstehen zu lassen – die Sachen so lange zu nutzen, wie sie laufen und nicht immer das neueste Modell haben zu wollen (man denke nur an Smart phones).

  3. Hut ab! vor diesem Aufwand, und die technisch überzeugenden Fotos mögen eine gewisse Kritik üben … und doch: was bleibt von seiner Philosophie?

    Ein Besuch auf der Website von Wongs; von Wong wird gefördert von Firmen, die dem logischen Interesse des freien Marktes mit seinen hier kritisierten Konsequenzen folgen. Von Wongs Arbeitsweise basiert – zumindest materiell – auf dem, was er kritisiert; Der Aufwand an nicht fototechnischem Material für seine Werke, die überraschenderweise eine eher stereotype kommerzielle Bildsprache kultivieren, lässt mir die ganze Kritik wie ein Lippenbekenntnis erscheinen. Überdies zeigt sich von Wong (in brav einstudierter Pose, schick angezogen wie man es von seriösen Verkäufern erwartet, mit einem Luzifer im Hintergrund, der im Jahre 2018 Anno Domini, zu einer mit Schmuck besetzten, in Kniehohen Stiefeln aufgerichteten „Eva“ geworden ist) als Maskottchen für einen Konzern (Huawei), der mit Sozialverträglichkeit und Nachhaltigkeit wenig gemein hat und genau das tut, was von Wong kritisiert!

    Trotz dem Aufwand und seiner noblen Idee empfinde ich sie als nicht glaubwürdig!

    „Ich sah an alles Tun, das unter der Sonne geschieht; und siehe, es war alles eitel und Haschen nach dem Wind.“, denke ich und meine Frage lautet: „Wie kann Kritik geübt werden an einem System, dessen Nutznießer man ist?“