Eine Frau in schwarz gekleidet die einen Einkaufswagen schiebt. Dahinter ein verwischter Mann in Anzug.
09. April 2018 Lesezeit: ~19 Minuten

Überwinde Deine Angst vor der Straßenfotografie

Die Straßenfotografie ist mehr als nur ein simples Handwerk. Als fotografisches Genre ist es stark abhängig von Deiner Persönlichkeit und mentalen Stärke. Um die Straßenfotografie vollends zu genießen, musst Du die Angst besiegen, auf fremde Menschen zuzugehen und solltest dazu in der Lage sein, Deine Komfortzone zu verlassen.

Angst ist kein wünschenswerter Partner in der Straßenfotografie und in diesem Artikel gebe ich Dir Tipps und den Plan für eine Übungswoche, mit der Du die Angst besiegen und selbstbewusster an die Straßenfotografie herangehen kannst.

Das Stadtleben zu dokumentieren, bedeutet, in der Öffentlichkeit zu fotografieren. Unglücklicherweise gibt eine steigende Aversion gegen Fotograf*innen, obwohl die Anzahl der Bilder und Kameras stetig steigt. Wenn Du an der Straßenfotografie interessiert bist, aber negative Reaktionen scheust, dann habe ich hier das passende Sieben-Tage-Programm für Dich.

Mann mit Hut und gestreifter Krawatte sowie skeptischem Blick.

Straßenfotografie – das außergewöhnliche Genre

Es gibt wahrscheinlich einfachere Disziplinen als die Straßen- oder Dokumentarfotografie. Ich würde sogar so weit gehen, zu sagen, dass die Straßenfotografie das anspruchsvollste Gebiet ist, das Du verfolgen kannst. Portrait-, Landschafts- oder Tierfotografie sind in der Gesellschaft vollständig akzeptiert und stellen Dich in dieser Hinsicht vor keine Herausforderung.

Ich gratuliere Dir zur Entscheidung, das Leben zu dokumentieren und die Straßenfotografie auszuprobieren. Jetzt, da Du selbst aktiv wirst und Dich auf die Straße wagst, wirst Du jedoch höchstwahrscheinlich bemerken, dass es um einiges schwerer ist als erwartet. Menschen können Dich argwöhnisch anschauen und es ist ziemlich ungewohnt, plötzlich mehr Aufmerksamkeit auf der Straße zu erhalten, nur weil Du eine Kamera bei Dir hast.

So im Mittelpunkt zu stehen, kann auch dazu führen, dass Du schnell einen guten Fotomoment verpasst und anstatt näher heranzugehen, lieber weiter weg bleibst, aus Angst, noch mehr Aufmerksamkeit zu erzeugen. Mit dieser Angst im Hinterkopf macht Straßenfotografie keinen Spaß. In der Straßenfotografie geht es darum, selbst in das Leben einzutauchen und nicht nur von Weitem still zu beobachten.

Aber wie kannst Du nah rangehen, ohne die Personen zu beeinflussen? Die Straßenfotografie sollte ehrlich und ungestellt sein. Ich möchte echte Emotionen und reale Geschichten abbilden. Andernfalls könnte ich auch einfach wie ein Filmregisseur meine Szenen stellen. Aber gerade diese Echtheit stellt den Reiz in der Straßenfotografie dar. Es ist keine Fiktion, sondern Realität.

Um die Fotos zu bekommen, die wir möchten, müssen wir unsere Angst besiegen. Oder könntest Du Dir vorstellen, dass ein Hollywood-Regisseur Angst davor hat, seine Schauspieler*in anzuweisen? Auf ähnliche Weise müssen auch wir in der Lage sein, uns frei auf der Straße zu bewegen. Das können wir nur, wenn wir uns wohl fühlen, wenn wir keine Angst haben, irgendwo hinzugehen, nur weil möglicherweise manche Menschen dagegen wären. Für dieses Ziel braucht es Selbstbewusstsein.

Ein Mann mit Brille in einem Smoking.

Die Angst ist spürbar

Menschen haben einen ganz guten natürlichen Sinn dafür und werden bemerken, wenn Du Angst hast oder nervös bist. Natürlich wirst Du Respekt vor der Straßenfotografie haben, wenn Du das erste Mal raus gehst und fotografierst. Das muss nicht einmal etwas mit den anderen Menschen auf der Straße zu tun haben. Du könntest Angst davor haben, Deine teure Kamera fallen zu lassen, dass die Einstellungen nie hinhauen oder ganz einfach, dass Dir die Inspiration fehlt.

Dann gibt es natürlich noch die unbekannten Faktoren in der Straßenfotografie: Wie werden Menschen reagieren? Werden Sie mich anschreien, mir meine Kamera wegnehmen oder gar die Polizei rufen? Alles Themen, die Deine Angst in der Straßenfotografie steigern können.

Die Realität der Straßenfotografie

In Wirklichkeit sind 99 % dieser Angst nur hausgemachte Einbildung. Die Menschen sind zum Großteil nicht so unfreundlich. Okay, natürlich gibt es auch einmal Personen, die etwas lauter reagieren, aber mal ehrlich: Was ist so schlimm daran? Die meisten Menschen werden Dich ohnehin ignorieren und nicht interessiert daran sein, was Du fotografierst. Du bekommst auch nicht wirklich mehr Aufmerksamkeit zugesprochen.

Der Unterschied liegt in Deiner eigenen Wahrnehmung, dass Du fremde Reaktionen nun viel deutlicher wahrnimmst, weil Du sie auf Dich und Deine Kamera beziehst. In den drei Jahren, in denen ich die Straßenfotografie betreibe, wurde ich genau ein Mal nett darum gebeten, ein Bild zu löschen und vielleicht eine Handvoll Mal angeschnauzt. Nicht ein Mal hatte ich eine physische Auseinandersetzung, weder in Berlin, Deutschland, noch all den anderen Orten, an die ich in der ganzen Welt gereist bin.

Jetzt, da Du merken solltest, dass die Realität der Straßenfotografie gar nicht so negativ aussieht, sondern nur an Deiner Einstellung liegt, müssen wir daran arbeiten, diese negativen Gedanken loszuwerden.

Ein sich umarmendes Personenpaar.

Negative Sozialisierung

Um es noch einmal klarzustellen: Angst in der Straßenfotografie ist nicht unnatürlich. Höchstwahrscheinlich wird jede Person, die in unserer westlichen Kultur aufgewachsen ist, diese Angst spüren, egal wie selbstbewusst sie eigentlich ist. Wir werden bereits mit dem Hinweis, von Fremden wegzubleiben, erzogen, denn schließlich stellen fremde Personen eine potentielle Gefahr dar.

Ein anderer großer Einflussfaktor ist, dass wir Angst vor Zurückweisung haben. Als soziale Wesen möchten wir lieber Teil der Gruppe sein. Zurückweisung oder negative Reaktionen hingegen lösen negative Gefühle in uns aus und wir merken, dass wir nicht von der Gruppe akzeptiert werden.

Diese Angst ist allerdings in der heutigen Gesellschaft nicht mehr förderlich. Gerade in Großstädten sind wir nicht von den einzelnen Meinungen Fremder abhängig, sondern ohnehin nur ein winziger Teil einer anonymen Gesellschaft. Die Angst vor der Zurückweisung ist nicht nur irrational und tritt deutlich seltener auf als erwartet – nein, selbst eine mögliche negative Reaktion sollte Dich nicht in Deinem Bestreben beeinflussen, das Leben zu dokumentieren.

Verlasse die Komfortzone und werde selbstbewusster

Jetzt sollte Dir wirklich klar geworden sein, dass Angst in der Straßenfotografie nicht hilfreich ist. In anderen Situationen kann Angst ein lebensrettender Mechanismus sein, aber in der Straßenfotografie ist er nur ein Hindernis. Als ich mit der Straßenfotografie begann, hatte ich ebenfalls diese Angst in mir, die mich davon abhielt, die Bilder zu bekommen, die ich eigentlich haben wollte. Es hat eine ganze Weile gedauert, bis ich so selbstbewusst geworden bin, dass ich kein Problem damit habe, dass Leute mich anstarren oder mal einen lästigen Spruch bringen.

Ich fühle mich selbst mit einem Blitz auf der Straße wohl und habe eine Serie bei Nacht mit einem externen Blitz in Berlin fotografiert. Mit dem folgenden Programm möchte ich Dir sieben Aufgaben stellen, die Dich aus der Komfortzone zwingen und auf diese Weise Dein Selbstbewusstsein stärken. Du kannst diese Aufgaben schnell hintereinander in einer Woche absolvieren, wenn Du die Möglichkeit hast, Dich voll auf die Straßenfotografie zu konzentrieren.

Ein Mann mit Hemd und Anzugsjacke, der eine Zigarette im Mund hat.

Tag 1 – Die Kamera, Dein ständiger Begleiter

Der erste Tag beginnt noch verhältnismäßig behutsam. Du musst nicht einmal fotografieren oder irgendetwas anderes in diese Richtung tun. Dennoch ist es eine der besten Aufgaben, um selbstbewusster mit der Kamera zu werden.

Die Problemstellung: Du denkst, dass alle möglichen Leute Dich anstarren, weil Du eine Kamera bei Dir trägst. Anstatt Dich auf das Fotografieren zu konzentrieren, bist Du mehr damit beschäftigt, über die Meinungen anderer nachzudenken. Du bekommst Selbstzweifel und Menschen merken Dir Deine Nervosität an. Als Reaktion darauf werden sie misstrauischer und fragen Dich öfter, was Du eigentlich machst.

Die Lösung: Trage Deine Kamera den ganzen Tag bei Dir, als wäre sie eine hübsche Halskette. Trage sie während Deiner Arbeit und Deine Kolleg*innen werden Dich fragen, warum Du eine Kamera dabei hast. Antworte selbstbewusst, dass Du das Fotografieren für Dich entdeckt hast. Wenn Du in den Supermarkt gehst, trage die Kamera.

Nach einer Weile wirst Du merken, dass es gar nicht mehr so ungewohnt ist, die Kamera um den Hals zu tragen. Ob mit oder ohne Kamera, der Unterschied ist marginal. Dir wird ebenfalls auffallen, dass gar nicht so viele Menschen auf Deine Kamera reagieren. Manche sind vielleicht neugierig, weil sie selbst fotografieren, aber selbst das zeigt Dir, dass sie einfach nur interessiert sind und nicht feindselig eingestellt.

Eine lachende junge Frau mit Mütze.

Tag 2 – Erhalte Zurückweisungen

Für die einen mag diese Aufgabe zu einfach sein, für andere könnte sie eine Weltanschauung erschüttern. An diesem Tag wirst Du realisieren, dass Zurückweisungen von Fremden nicht das Ende der Welt sind. Zurückweisungen erhalten wir im echten Leben genauso wie in der Straßenfotografie.

Die Problemstellung: Ein Großteil der Angst in der Straßenfotografie entsteht vor dem Hintergrund, dass wir Angst vor negativen Reaktionen haben. Wir haben nicht besondere Angst vor körperlichen Auseinandersetzungen, da sie in der Öffentlichkeit und an belebten Plätzen eher unwahrscheinlich sind. Wir fürchten uns bereits davor, dass Menschen nicht einverstanden mit unserer Straßenfotografie sind. Dass sie uns auffordern, ein Bild zu löschen oder negative Kommentare abgeben.

Die Lösung: Frage Menschen auf der Straße nach einem Portraitfoto. Tu das so lange, bis zehn Personen Dir ein „nein“ gegeben haben. Falls sie zunächst wissen möchten, wofür das Bild ist, sag einfach, dass Du gerade dabei bist, die Fotografie zu erlernen. Bei dieser Aufgabe kannst Du zwei Lektionen lernen: Zum einen wirst Du bemerken, dass wahrscheinlich mehr Leute einwilligen als erwartet. Das zeigt Dir, dass viele Menschen gar nicht so negativ eingestellt sind und dass Du einen größeren positiven Einfluss hast als gedacht.

Die zweite wichtige Lektion ist, dass negative Reaktionen oder Zurückweisungen keinen negativen Einfluss mehr haben. Das erste „nein“ mag noch etwas merkwürdig sein, aber nach dem zehnten Nein wird es Dir mehr oder weniger egal sein. Es wird Dein Selbstbewusstsein nicht beeinflussen und Du kannst weiter an Deinen Zielen arbeiten und die Meinung von Fremden ignorieren.

Mann mit Kappe vor einem Gebäude.

Tag 3 – Fall auf

Als Straßenfotograf*in wird es dennoch manchmal notwendig sein, sich von der Masse abzuheben. Die folgende Aufgabe hilft Dir, dieses Gefühl der Angst loszuwerden, wenn Du aus der Masse hervorstechen musst, um Deinen eigenen Weg zu gehen.

Die Problemstellung: Alle können „normale“ Bilder an gewöhnlichen Orten machen. Als Straßenfotograf*innen müssen wir jedoch auch Grenzen überwinden können und uns von dieser gewöhnlichen Masse abheben. Das kann wortwörtlich bedeuten, dass wir an Orte gehen, zu denen uns der Zutritt nicht gestattet ist oder einfach, dass wir an Orte gehen, an denen wir uns unwohl fühlen.

Die Lösung: Begib Dich an einen belebten Platz, stelle Dich an einem Punkt auf und fotografiere etwa eine Stunde lang. Nicht mit dem Fluss der Masse zu gehen, wird Dich automatisch auffällig machen. Du wirst eine größere Aufmerksamkeit bekommen, während Du fotografierst und manche Menschen werden vielleicht sogar misstrauisch.

Die gute Sache ist jedoch, dass die meisten Menschen auf der Straße mehr daran interessiert sind, ihr Ziel zu erreichen, als darüber nachzudenken, was Du dort eigentlich tust. Sie denken mehr über sich nach als über Dich. Nach dieser Lektion wirst Du merken, dass Du ganz frei fotografieren kannst, auch wenn Du im Mittelpunkt stehst.

Ein erschrocken schauender älterer Mann.

Tag 4 – Fotografiere eine Veranstaltung

Direkt das erste Mal auf die Straße zu gehen, um Erfahrung zu sammeln, bringt selten gute Resultate. Meist wirst Du noch zu nervös und eher mit Deiner Kamera beschäftigt sein, sodass der erste Fotospaziergang keine schöne Erfahrung darstellt. Um einen positiven ersten Eindruck zu gewinnen, ist es ratsam, eine Veranstaltung aufzusuchen, bei der Menschen an Fotograf*innen gewöhnt sind.

Die Problemstellung: Obwohl wir jetzt schon einige Übungen hatten, um das Selbstbewusstsein zu steigern, wird das erste Mal zum Fotografieren in der Öffentlichkeit immer noch eine große Herausforderung darstellen. Nicht nur wird Deine Angst noch präsent sein, sondern auch ist die Straße ein hektischer Ort, wo es anfangs schwer ist, gute Bilder zu bekommen. In den meisten Fällen wirst Du von den Resultaten am Anfang enttäuscht sein.

Die Lösung: Anstatt sich der harten Realität der Straßenfotografie zu stellen, suchen wir zunächst einen einfacheren Übungsplatz. Politische Demonstrationen, Sportveranstaltungen oder Konzerte sind zum Beispiel gute Orte, um erste Erfahrungen zu sammeln. Menschen sind es gewohnt, dort fotografiert zu werden und sind offener für Fotograf*innen. Geh dorthin, finde einzigartige Blickwinkel und versuche, Deine eigenen Geschichten zu erzählen. Versuch ebenfalls, die Veranstaltung von anderen Blickwinkeln zu erzählen als all die anderen Fotograf*innen.

Eine Frau mit einem Lebkuchenherz vor sich.

Tag 5 – 100 Schnappschüsse

Nun hast Du erste Erfahrungen im Fotografieren in der Öffentlichkeit gesammelt. Der nächste Schritt ist vielleicht der härteste der gesamten Woche. Du gehst raus und betreibst zum ersten Mal „echte“ Straßenfotografie. Mach 100 Fotos und jedes davon soll Menschen beinhalten.

Die Problemstellung: Als ich das erste Mal mein Glück mit der Straßenfotografie versucht habe, war ich so nervös, dass ich im Grunde nicht ein Foto geschossen habe. Innerhalb der vier Stunden habe ich nur zwei Mal auf den Auslöser gedrückt und in beiden Bildern waren keine Menschen zu sehen. Den meisten Straßenfotografen geht es anfangs ähnlich. Die Angst kann Dich immer noch begleiten und nicht nur nervös machen, sondern auch Deine Inspiration stehlen.

Die Lösung: Du besitzt jetzt schon mehr Erfahrung, Selbstbewusstsein und Wissen als alle anderen, als sie anfingen, sich der Straßenfotografie zu widmen. Du kannst mit Zurückweisung umgehen und auch, wenn die Blicke sich auf Dich richten, hast Du kein Problem damit, „Dein Ding durchzuziehen“.

Ich vertraue Dir, dass Du jetzt an einem Punkt bist, an dem Du die Straßenfotografie betreiben kannst. Um noch einen zusätzlichen Anreiz zu schaffen, sollst Du 100 Fotos anfertigen, auf denen Menschen zu sehen sind. Suche zudem nach Gesten, Symbolen oder einfachen Geschichten, die Du erzählen kannst.

Begib Dich an einen belebten Platz in Deiner Stadt und fotografiere, als ob Du einem entfernten Freund Deine Stadt zeigen möchtest. Zuallererst jedoch: Hab Spaß! Die Qualität der Bilder ist nicht entscheidend. Es geht darum, dass Du Dich auf der Straße wohlfühlst.

Gruppe von Menschen mit Masken.

Tag 6 – Eine Armlänge Abstand

Nachdem Du die 100 Bilder aus der vorherigen Aufgabe bewältigt hast, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass Du die Menschen noch aus einer etwas größeren Entfernung aufgenommen hast. Das ist zu Beginn völlig normal, allerdings geht es in der Straßenfotografie auch darum, den Menschen näher zu kommen.

Eine größere Nähe macht es einfacher, eine Geschichte zu erzählen, vereinfacht die Bildgestaltung und transportiert die Emotionen besser. Um Dich selbst dazu zu zwingen, näher heranzugehen, fokussierst Du Deine Kamera manuell auf etwa 1,5 m Abstand (bei einer Brennweite von 35 mm).

Die Problemstellung: Nachdem Du die vorherigen Aufgaben erfolgreich absolviert hast, wirst Du Dich auf der Straße schon ausreichend genug wohlfühlen, um einfache Straßenfotos zu schießen. Das ist gut so, aber jetzt geht es darum, die Komfortzone tatsächlich zu verlassen, um großartige Bilder einzufangen.

Aus großer Distanz aufgenommene Fotos erzeugen auch immer eine größere Entfernung zur Person und die Betrachtenden fühlen sich vom eigentlichen Geschehen ausgeschlossen. Du wirst ebenfalls feststellen können, dass Deine 100 Schnappschüsse, verglichen mit großartigen Straßenbildern, nicht den gleichen Effekt erzielen. Ein großer Teil davon hängt mit der Distanz zusammen.

Die Lösung: Wie Robert Capa schon sagte: „Wenn Dein Bild nicht gut genug ist, bist Du nicht nah genug dran.“ Um also eindrucksvollere Straßenbilder zu erhalten, musst Du Dich selbst zwingen, näher ranzugehen. Der einfachste Weg, um Dich dazu zu zwingen, ist, den Fokus der Kamera auf eine kurze Distanz zu setzen und die Blende etwas zu öffnen. Um nun Menschen zu fotografieren, die im Fokus sind, musst Du näher rangehen.

Setze den Fokus auf eine Distanz von 1,5 m, öffne die Blende zum Beispiel auf f/5.6. Solche Einstellungen sorgen für eine kleinere Schärfeebene und engen den Fokusbereich ein. Nun musst Du näher heran, um Deine Protagonist*innen im Fokus zu haben. Arbeite Dich durch diese Aufgabe und beobachte, wie Menschen reagieren, falls sie denn überhaupt reagieren. Die meisten Personen werden nicht einmal bemerken, dass Du sie fotografiert hast, weil Du „zu nah dran“ warst.

Ein älterer Mensch mit Lichtschlieren im Hintergrund.

Tag 7 – Sei geflasht (Bonus)

Nachdem Du Tag 6 erfolgreich gemeistert hast, hast Du nun die richtige Einstellung, um gut zu sein. Jegliche Angst, die jetzt noch vorhanden ist, wirst Du überwinden können. Von jetzt an ist es größtenteils nur noch Übung und Wiederholung.

Im Laufe der Zeit werden die Dinge, die Du jetzt gelernt hast, zu einem natürlichen Teil Deines fotografischen Stils werden. Du wirst Dein Selbstbewusstsein aufbauen und Angst wird nicht mehr Bestandteil Deiner Straßenfotografie sein. Wenn Du die Straßenfotografie weiter ausbauen möchtest, kann der nächste Schritt die Blitzfotografie sein.

Die Problemstellung: Oftmals ist das Licht auf der Straße nicht ideal und langweilig. Es kann sehr frustrierend sein, wenn das natürliche Licht nichts Interessantes hergibt. Dasselbe trifft auf die Abendstunden zu, in denen die Straßenfotografie komplizierter wird.

Die Lösung: Fotografiere mit einem externen Blitz und erleuchte die Straße selbst. Um den vollen Effekt des Blitzes zu nutzen, musst Du wieder nah an die Menschen heran gehen. Egal, ob Du während der Nacht oder des Tages mit Deinem Blitz fotografierst – Du wirst mehr Aufmerksamkeit erregen. Wenn Du jedoch mit dem Blitz umgehen kannst, hast Du die schwierigste Stufe der Straßenfotografie erklommen.

Ein Mann und eine Frau, die sich beinahe küssen.

Mentale Aspekte der Straßenfotografie

Diese Sieben-Tage-Herausforderung abzuschließen, wird Dich nicht plötzlich zu einem*einer guten Straßenfotograf*in machen. Dennoch bereitet es Deinen Charakter auf die Schwierigkeiten in der Straßenfotografie vor. Ich schätze, es hat bei mir etwa ein Jahr gedauert, bis ich mich in der Straßenfotografie wohlgefühlt habe. Mit dem Absolvieren dieser Herausforderungen kannst Du diesen Erfolg massiv beschleunigen.

Straßenfotografie besteht wahrscheinlich zu zwei Dritteln aus der richtigen Einstellung und der jeweiligen Persönlichkeit und nur einem Drittel tatsächlich aus fotografischem Handwerk. Ich würde sogar so weit gehen, zu sagen, dass manche bekannte Straßenfotograf*innen keine Ahnung von der Fotografie haben und im Grunde ihre Bilder nur durch ihre außergewöhnliche Persönlichkeit entstehen.

Im Anschluss an diese Woche kannst Du Dich mit der Bildgestaltung auseinandersetzen und analysieren, weshalb manche Bilder eine bessere Wirkung entfalten. Die größte Herausforderung sollte jedoch sein, den Spaß an der Straßenfotografie zu behalten.

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24 Kommentare

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    • Hi Jens,
      ja durchaus ein mögliches und wahrscheinliches Szenario das eintritt. Leider. Alleine die Aufnahme ist ja durch die DS GVO ein Verbot. Sofern du keine Einwillung vorher einholst. Ich glaube die analoge Fotografie ist noch eine Möglichkeit dies zu umgehen. Aber ansonsten steht es aktuell nicht sehr gut für die Streetfotografie. Aber nicht nur hier.

      • Hmm, ich kann diese Aussage so nicht akzeptieren. Wurde due Entscheidung auf Basis der kommenden DSGVO getroffen und ist diese im Einklang? Wenn die Antwort ja lautet, dann okay. Ansonsten unterschreibe ich das nicht.

  1. Hallo zusammen,
    ich denke auch, dass uns mit der – rein juristischen – Wertung jedes Bildes, das wir publizieren als ‚Datei‘ (nicht als ‚Kunstwerk‘) wie es die Novelle des Datenschutzrechts vorsieht, da viel Ärger ins Haus steht … was können wir machen?
    Mike

  2. In 7 Tagen zum Straßenfotografen? Und dann noch am letzten Tag fremden Menschen ins Gesicht blitzen? Das kann und wird (natürlich) nicht funktionieren. Aber gute Ideen-/Übungsbeispiele sind natürlich dabei.

    Wenn von vornherein schon diese „Grundängste“ bestehen, mit Konfrontationen und Konflikten auf der Straße umzugehen -und diese sind vorprogrammiert!-, wird man sich nicht auf die Straßenfotografie konzentrieren können, geschweige denn überhaupt einmal interessante und gute Straßenfotografie abliefern. Das ist nicht von heute auf morgen zu „erlernen“. Vieles ist auch abhängig vom eigenen Charakter.

    Was den meisten Anfängern Probleme macht, ist natürlich diese Angst vor der Nähe. Und das ist das größte Hindernis, welches man in den Griff bekommen sollte (wenn man das denn überhaupt will!). Denn: Straßenfotografie bedeutet nicht, dass man den Leuten auf dem Schoß sitzen muss und mit seiner Fotografie ständig gegen Recht und Gesetz verstößt.
    Man kann aber auch Straßenfotografie betreiben, ohne Identitäten zu zeigen. Beispiele hierfür gibt es genug. Und sowas kann man auch (er-)lernen.

    Gute Straßenfotografie sollte im Einzelbild oder in einer Serie beim Betrachter Wirkung zeigen. Entweder durch seine Geschichte innerhalb eines Bildes oder einfach nur durch seine optische Gestaltung von Farben, Kontraste und Dynamik. Das wäre der Idealfall… denn: Den Jogger am Rhein bzw. Menschen auf einer Parkbank will doch auch keiner mehr sehen, oder?

    Es kommt viel zusammen, in diesem Genre der Fotografie. Man muss aber auch geduldig sein. Dieses „Sehen“ erlernen, bestimmte Szenerien zu erkennen bzw. diese im Vorfeld schon zu erahnen… das macht für mich den meisten Reiz an dieser Fotografie aus.

    Interessierten und Anfängern kann ich nur empfehlen, einfach mal mit einem erfahrenen Straßenfotografen loszugehen… dazu braucht man keinen überteuerten Workshop am Ende der Republik.

    Grüsse

    • Hi,

      sehr schön zusammengefasst und eine tolle Ergänzung. Ja gebe dir vollkommen recht. In 7 Tagen wird keiner zum Meister. Egal in welcher Disziplin. Und wie es schön beschreibst, man muss nicht nur Menschen bzw. identitäten ablichten. Es gibt so viel zu entdecken auf den Straßen. Wichtig ist, dass das Auge lernt wichtige Details zu erfassen. Was ich persönlich gar nicht mag ist dieses blitzen. Das ist eine Stufe, die für mich die persönliche Grenze dann doch überschreitet. Ist aber meine Meinung.

  3. Sebastian,
    ein motivierender gleichzeitig aber auch – für manchen Anfänger vielleicht – demoralisierender Artikel.
    Die „Angst“ betreffend kann ich Dir nur beipflichten; Kopfsache. Auch wenn ich selbst, als ich noch digital, mit einer Spiegelreflexkamera, fotografiert habe, nicht selten aggressiven Menschen begegnet bin.
    Auch heute noch begegne ich dummen Kommentatoren, die mit dummen Kommentaren mein Tun kommentieren. Manche aber auch halten die Hand vors Gesicht und gehen einen Umweg. Und das finde ich interessant, da inzwischen und gerade in Berlin, auffällig viel „fotografiert“ wird. Manche jedoch sind auch neugierig.

    Ich mache inzwischen jedoch Bilder, auf denen Menschen eher als Schemen auftauchen:
    https://flic.kr/p/FS9mzs
    https://flic.kr/p/DLCHRv
    https://flic.kr/p/ZXQRSW
    https://flic.kr/p/UKLiy6

    Bestes

  4. Die juristische Diskusion dauert ja schon lange an. Ich finde typisch deutsch – endlose Forenbeiträge seit ewlgen Zeiten. Manchmal habe ich den Eindruck wir unterstützen noch die Regelungswut durch unsere Bedenkenträgerei !
    Ein wichtiges Thema bei der „ Streetphotographie“ ist aber m.E. die „Story“ die mit dem Bild vermittelt werden sollte. Rentner beim Tchibo, Obdachlose und Tante Erna auf dem Rad, das ist in meinen Augen keine Streetphotographie nur weil die Aufnahme in schwarz/weiss und unscharf ist.
    Das ist die eigentliche Herausforderung für den Strassenfotografen.

    Just my 5 cents

    Gruss
    Frank

  5. Es gibt ja diesen Spruch: „A minute to learn, a lifetime to master“. Ich denke, nach sieben Tagen ist man/frau „schon ganz gut“, aber selbst nach sieben Jahren noch nicht „am Ziel“.

    Tag 7, „Flash“, ist für mich eher eine Mutprobe, oder sowas wie die Äquatortaufe oder sonstwelche Initiationsriten. Es gibt meiner Meinung nach keinen einzigen guten Grund, in der Street Photography mit dem Blitz zu arbeiten, allerdings ist auch das keinesfalls verboten.

    Wer sich von den besorgten Bürgern, die immer den Fall Eichhöfer zitieren, davon abbringen lässt, hat selbst Schuld. Solche Grundsatzdiskussionen, nur mit anderen Parametern, haben diese Leute nicht nur für Deutschland parat, sondern für jede Ecke der Welt: „Man kann in islamischen Ländern keine Street Photography machen“. Nonsens, da haben wir sogar Street Photo Workshops gemacht. „Man kann in Afrika oder Lateinamerika oder in Haiti keine Street Photography machen, viel zu gefährlich“. Bullshit, ich bfotografiere dauernd in Santo Domingo oder in Port-au-Prince. Alles easy.

    Einfach machen!

  6. Danke für die tollen Tipps !
    Ich finde es schön, dass du uns auch deine persönlichen Erfahrungen im Bereich der Straßenfotografie mitgeteilt hast.
    Ich denke genau so wie du, dass sich die meisten Menschen gar nicht dafür interessieren, was man auf der Straße fotografiert.
    Natürlich kann man die Angst gegenüber Straßenfotografie nicht sofort bekämpfen, aber Übung macht den Meister.

    Liebe Grüße

  7. Ich fotografiere schon seit 10 Jahren auf der Straße – über Angst habe ich mir noch nie Gedanken gemacht und die Gesetzeslage kenne ich .Auch ich wurde öfters schon mal negativ angesprochen aber ich konnte bisher jeden besänftigen (Wie man in den Wald hineinruft so….)
    Seit ich vor 10 Jahren etwa mein erstes wirklich gute Bild auf der Straße gemacht habe komme ich nicht mehr davon los.
    Mit der Zeit entwickelt man eine bestimmte Technik und verfeinert diese immer mehr.
    Ich kann nur jedem Interessierten raten ,tu es und überwinde Deine Angst – Es lohnt sich !!

  8. Sehr guter Artikel, Sebastian!

    Die Beschreibung der Übungen und der zunehmenden Routine in der anfangs ungewohnten Situation auf der Straße verdeutlicht Anfängern sehr anschaulich, wie schnell wahrgenommene Ängste sich abbauen werden und macht hoffentlich vielen Lesern Mut und Lust auf die Straßenfotografie.

    Ich möchte die Grundidee gern bekräftigen, in über sieben Jahren auf der Straße wurde ich nur zweimal – und davon einmal sehr freundlich – angesprochen.

    Wie einige Vorredner denke ich auch, dass man das vorgeschlagene Programm nicht wortwörtlich als ein Trainig verstehen darf, mit dem man in sieben Tagen zum ausgereiften Straßenfotografen wird. Aber so hat Sebastian das in meinen Augen auch gar nicht gemeint.

    Viele andere Aspekte, wie ein geschulter Blick für interessante Motive und eine spannende Bildkomposition bis hin zur schnellen – wenn auch möglichst einfach gehaltenen – Beherrschung der Technik, benötigen ebenfalls viel Zeit und so richtig am Ende seiner Entwicklung fühlt sich bestimmt kein Straßenfotograf. Übung macht den Meister!

    Die Idee, eine der wichtigsten Barrieren vor den ersten eigenen Straßenbildern durch diese schrittweisen Aufgaben abzubauen, finde ich aber wirklich toll.

  9. „Unglücklicherweise gibt eine steigende Aversion gegen Fotograf*innen, obwohl die Anzahl der Bilder und Kameras stetig steigt.“ Kein Wunder bei solchen Fotos. Ein Großteil der Bilder grenzt in meinen Augen fast an Körperverletzung.
    Auf Armeslänge an Unbekannte herantreten, ihnen mein Objektiv ins Gesicht zwängen und nach Möglichkeit noch mit Blitzlicht knipsen. Hallo?
    Welchen Wert haben solche Aufnahmen ohne Kontext, ohne Richtung. Dokumentation kann es wohl kaum sein. Denn was soll hier dokumentiert werden? Wie Leute aussehen wenn ihnen ungefragt und unvorbereitet ein Blitzlicht ins Gesicht flammt?
    Und Portraits sind es sicher auch nicht, denn wieviel wusste der Kamerabenutzer über die Person die er da erwischt hat um sie in Szene zu setzen, zu zeigen wer sie ist oder was sie macht? Nichts!

    In meinen Augen handelt es sich hier nur um wahlloses draufhalten und rumknipsen. Ohne Rücksicht auf die Menschen die abgelichtet wurden. Ohne Respekt. Zufällige Bilder von zufälligen vorbeikommenden Leuten in belangloser Art auf Sensor gebannt. Mehr nicht.
    Abgesehen von den lustig in Leder gekleideten Leuten, wollte wohl das wohl niemand von den hier gezeigten Personen.
    Wie zum Anfang des Textes schon gesagt, hier geht es nur darum, dass der Street“Fotograf“ seine Fotografie genießen, SEINE eigene Angst überwinden kann. Nicht die der Fotografierten.

    Und nein , auch ich finde das DSGVO geht in weiten Teilen an der Realität vorbei und schadet der Fotografie. Aber das was ich hier sehe, ist in meinen Augen einfach nur respektlos.

    Und bevor hier jetzt mit Kunstfreiheit oder ähnlichem argumentiert wird einfach mal in sich gehen und überlegen: wer würde solche Nahaufnahmen oder Fotos seiner Ehegatten, Freunde, Eltern oder nächsten Verwandten an Kwerfeldein senden, um sie hier großformatig veröffentlichen zu lassen? Natürlich ohne die Betreffenden vorher zu fragen oder zu informieren ob sie mit solchen Bildern von sich und deren Veröffentlichung einverstanden sind. Na?

    • Matthias, du ersparst mir viel Tipperei!

      Es ist für mich völlig unverständlich, dass keiner vorher auf die Menschen eingegangen ist, die fotografiert wurden. Abgesehen davon, dass ich mit diesen Zufallsbildern nichts anfangen kann, finde ich es unverschämt und indiskret, die Menschen ungefragt zu fotografieren und dann öffentkich zu zeigen und sich dann damit zu „schmücken“, auf Kosten der Abgebildeten.

      Habt ihr denn mal darüber nachgedacht, wie ihr es finden würdet, in einer zufälligen Pose und Situation euch in z.B. so einem Artikel wieder zu finden?
      In dem ganzen Artikel habe ich auch keinen Hinweis darauf gefunden, worauf es in den Bildern ankommen sollte, den Bildern, nicht den Ängsten des kleinen ego.

      Geht es außerdem nur um die Einhaltung von Gesetzen oder vielleicht auch um Respekt und Rücksicht auf die Privatsphäre anderer Menschen, oder ist es in Zeiten von facebook und Co. eh schon alles egal?

      dierk

  10. Ich finde ein paar Tipps ganz brauchbar für den Anfänger, aber das ist alles Theorie. Entweder man traut sich oder nicht.

    Die gezeigten Bilder sprechen mich leider überhaupt nicht an. DAS wäre für mich persönlich keine (gute) Straßenfotografie. Gute Straßenfotografie macht in meinen Augen Thomas Leuthard (wer ihn nicht kennt, einfach mal googeln): nie verletztend, interssant und oft mit einem gewissen Humor oder einer gewissen Satire. Nicht einfach nah rangehen und dem „Opfer“ ins Gesicht knipsen.

    • Einfach nah rangehen und dem “Opfer” ins Gesicht knipsen – das war doch wohl gerade die Philosophie von Thomas Leuthard ( zumindest die ersten Jahre)
      //MAtz

  11. Gruselig.
    Die DSGVO hat hier nur periphäre was damit zu tun. Das Recht am eigenen Bild wird hoffentlich noch weiter gestärkt. In Zeiten in denen man als Konsument und Bürger die Kontrolle über seine Daten immer weiter verlorengeht, ist die sogenannte Straßenfotografie bedenklich.
    Seltsamerweise macht sich keiner der „Fotografen“ Gedanken darüber. Als Abgelichteter weiß ich nämlich nicht, was mit den Aufnahmen geschieht und wo sie veröffentlich werden.
    Ist es nur ein untalentierter Knisper der Winogrand nacheifert oder gar einer der Portraits sammelt und damit Schindlauder betreibt. Und sind die Bilder erstmal online, ist jede Kontrolle darüber verloren.