Aufnahme eines alten, kaputten Zaunes auf einer Wiese im Nebel.
21. Januar 2017

Die Dinge, die gar nicht da sind

Ribe, die Stadt, in der ich lebe, ist eine alte Stadt. Es ist sogar die älteste in Dänemark mit vielen historische Orten und Gebäuden. Trotzdem interessiere ich mich eher für die Landschaft außerhalb von Ribe. Das Wattenmeer ist von meinem Haus nur ein paar Kilometer entfernt, weshalb ich oft dorthin fahre, um die Gegend zu erkunden und die Seele baumeln zu lassen.

Die Landschaft ist hier sehr abwechslungsreich. Es herrscht entweder starker Wind und sehr raues Wetter oder es ist ganz ruhig und dichter Nebel rollt vom Meer herein, der die flache Landschaft in eine Art mysteriöse Decke hüllt. Wenn man im Nebel oder Dunst fotografiert, dann ist es fast so, als wäre da noch etwas Unsichtbares, als gäbe es mehr zu entdecken und genau diese Antizipation möchte ich in meinen Bildern zeigen.

Diese Natur ist für mich eine riesige Quelle der Inspiration. Man findet fast nie Menschen in meinen Bildern, aber manchmal findet man ihre Spuren. Sie geben einen Hinweis darauf, dass es immer in gewisser Art einen menschlichen Einfluss gab, der die Szene veränderte. Es könnte ein Pfad sein oder ein Haufen Steine, etwas Müll oder ein Stück Plastik und so weiter. Es sind die kleinen Interaktionen der Menschen mit der Landschaft und umgekehrt.

Landschaftsaufnahme eines Sees im Nebel.

Minimalistische Landschaftsaufnahme eines Dammes im Nebel.

Minimalistische Landschaftsaufnahme eines Feldes im Nebel.

Minimalistische Landschaftsaufnahme eines Flusses im Nebel.

Aufnahme eines alten, kaputten Zaunes auf einer Wiese im Nebel.

Landschaftsaufnahme eines Strandes mit herausstehenden Holzpfosten im Nebel.

Ein Kreuz aus Ästen, das vor einem Strand aufgestellt wurde.Nadelbäume hinter einem Strauch aus Blättern.

Minimalistische Aufnahme einer Bank im Nebel.

Minimalistische Landschaftsaufnahme eines Hügels im Nebel.

Minimalistische Landschaftsaufnahme eines Flusses im Nebel.

Minimalistische Aufnahme eines Weges zwischen Sträuchern mit braunen und grünen Blättern im Nebel.

Dass die Landschaften in meinen Bildern so minimalistisch aussehen, ist eigentlich keine Absicht. Vielleicht ist diese Aussage aber auch nicht ganz korrekt. Fotografie ist für mich eine eigene Sprache und jedes Bild erzählt eine kleine Geschichte. Wenn man minimalistisch fotografiert, steckt sicherlich immer eine gewisse Intention der Fotograf*innen dahinter, allerdings überlasse ich die Interpretation lieber den Betrachter*innen.

Wenn ich Fotos mache, dann suche ich nach den Dingen, die nicht da sind. Etwas Verstecktes oder nicht immer Offensichtliches. Etwas, das man nicht mit Worten erklären kann, deshalb beschreibe ich es mit meinen Bildern, auch wenn es „gar nicht da“ ist.

Wir alle haben unsere ganz eigene Sichtweise auf die Welt. Durch Fotos, Zeichnungen oder jede andere Kunstform zeigen wir etwas sehr Persönliches. Unsere eigene Art, die Umgebung um uns herum zu sehen und zu verstehen.

Dieser Artikel wurde für Euch von Christopher Kreymborg aus dem Englischen ins Deutsche übersetzt.

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10 Kommentare

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  1. Zu fotografieren was eigentlich gar nicht da ist stellt einen bemerkenswerten fotografischen Ansatz dar, der meiner Meinung nach gut umgesetzt wurde. Die ruhige, auf das Wesentliche beschränkte Bildsprache mag ich sehr. Auch der Text passt dazu. Interessante Informationen und Gedanken zur Intention des Fotografen ohne viele Worte und ohne Herunphilosophiererei.