12. April 2016 Lesezeit: ~7 Minuten

Quer durch Afrika

Innerhalb von vier Wochen auf dem Landweg von Namibia bis nach Tansania und auf Sansibar. Fünf schwarzafrikanische Länder, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Wir starteten in Windhoek, Namibia und fuhren durch die menschenleere Kalahari nach Botswana.

Eine Person vor einem Sternenhimmel

In der Dämmerung

Das Okavangodelta

Einige hundert Kilometer später erreichten wir das aufgrund seiner Artenvielfalt und Schönheit bekannte Okavangodelta. Hier erlebten wir eine Zeltübernachtung mitten im Busch, umzingelt von Elefanten und Löwen. Hier gibt es keine Infrastruktur, keine sanitären Anlagen, keinen Shop um die Ecke und ganz bestimmt auch kein Wlan. Unser Wasser, Nahrungsmittel und die Zelte sowie alles, was wir für die Nacht benötigten, nahmen wir selbst mit. Eine Nacht hört sich kurz an, doch wir hatten genug Zeit, um so einiges im Okavangodelta zu erleben. Ein besonderes Highlight war das Baden im Fluss des Deltas.

Man sollte davor die Einheimischen fragen, wo man ins Wasser gehen kann. Niemals, wirklich niemals sollte man in Afrika auf eigene Faust in stehende Gewässer gehen. Es lauern Krokodile, vielleicht sogar Flusspferde und auch unsichtbare Gefahren, wie etwa der Krankheitserreger der Bilharziose. Aber keine Sorge: Wer Bescheid weiß, bleibt kerngesund.

Ein Mann in einem kleinen Boot im Gegenlicht

Ein Flusslauf vom Flugzeug aus gesehen

Der Chobe-Nationalpark

Ein weiteres großes Highlight in Botswana ist der Chobe-Nationalpark. Wir standen auf einem Campingplatz an einer wunderschönen Lodge direkt am Fluss. Die Morgensafari machte Spaß und der Park hatte einiges zu bieten: Löwen, Elefanten, Zebras und Giraffen inmitten einer traumhaften Kulisse. Der Ausflug mit dem Schiff am späten Nachmittag sollte keinesfalls verpasst werden. Noch nie haben wir so viele wilde Elefanten und Nilpferde auf einem Fleck aus so kurzer Entfernung gesehen.

Löwen bei einer Safari

Ein Tier schaut aus einem Busch heraus

Viktoria-Wasserfälle

Wir verbrachten ganze vier Stunden bei den berühmten Viktoria-Wasserfällen auf der sambischen Seite. Genug Zeit für ausführliche Spaziergänge, auch abseits vom Hauptpfad. Aufgrund der großen Dürre im südlichen Afrika war leider nicht allzu viel Wasser vorhanden, aber auch das kann interessant sein und ist auf jeden Fall etwas Besonderes. Ein Regenschutz wurde jedenfalls nicht benötigt. Ein Besuch auf der Seite von Zimbabwe lohnt sich, da dort auch in Zeiten der Dürre noch ausreichend Wasser fließt.

Ein Wasserfall

Lusaka

Die Hauptstadt Sambias liegt auf einer Höhe von 1250 Metern über dem Meeresspiegel und hat ca. 1,5 Millionen Einwohner. Es herrschte Chaos wie in jeder afrikanischen Großstadt, aber auch das hat seinen ganz besonderen Reiz. Aufgrund einer leichten Überschwemmung nach einem heftigen Regenguss balancierten wir über die angelegten Trittsteine von Marktbude zu Marktbude und durch schmale Passagen wie in einem Irrgarten.

Eine Menschenmenge

Ein Tuchhändler

Südluangwa-Nationalpark

Unsere Reise fand zur Weihnachtszeit statt. Wir verbrachten die Feiertage im Südluangwa-Nationalpark in Sambia. Hier sah es zu dieser Zeit saftig grün aus. Es gab auch schon den einen oder anderen kleinen Regenschauer. So einen kleinen Guss zwischendurch kann man durchaus als sehr angenehm empfinden. Der Fluss Luangwa verlief direkt an der Lodge vorbei, sodass wir Nilpferde und andere Tiere von der Bar aus beobachten konnten.

Im Morgengrauen brachen wir zur Safari auf. Elefanten, Hyänen, Antilopen, Löwen, Zebras, Hippos und vieles mehr kam uns vor die Linse. Die Thornicroft-Giraffe lebt ausschließlich in dieser Region von Afrika. Am Abend gab es die Möglichkeit für eine zweite Safari zum Sonnenuntergang. Wir entschieden uns jedoch, an einer ganz besonderen Feier teilzunehmen und wurden nicht enttäuscht.

Die Einheimischen setzten sich rote Mützen auf und sangen traditionelle Weihnachtslieder inmitten der Wildnis, unter einem großen Baum. Das Unglaubliche daran war, dass wenige Meter entfernt eine Elefantenherde um uns herum wanderte. Ein faszinierendes Szenario, das man nicht mit Worten oder Bildern beschreiben kann.

Ein Baum und ein Elefant

Eine Elefantenherde

Der Malawisee

Malawi gilt in Insiderkreisen als eines der schönsten Länder Afrikas. Es ist grün und hügelig, die Menschen sind herzlich und der Malawisee hat viele unterschiedliche und traumhafte Ecken zu bieten. Trotz großer Armut im Land haben die Menschen immer ein Lächeln im Gesicht. Am Straßenrand präsentieren die Malawier mit viel Liebe ihre Kunstschnitzereien. Hier lohnt es sich, etwas zu kaufen. Das Holz fühlt sich hochwertig an und die Details sind perfekt ausgearbeitet. In Malawi solltet Ihr so viel kaufen wie möglich.

Die Menschen haben Anerkennung verdient, finden wir. Es sind perfekte Fair-Trade-Geschenke für das nächste Weihnachten oder zu Ostern. Der Malawisee bietet viele Möglichkeiten, um mit den Fischern in Kontakt zu kommen, zu baden oder einfach nur, um das Leben zu genießen. Malawi ist das warme Herz von Afrika, wie man hier so schön sagt.

Portrait eines Jungen

Männer am Strand

Tansania

Wir überqueren die Grenze zu Tansania. Direkt dahinter beginnt Chaos. Sofort stehen Händler für alles Mögliche bereit. Eine Verkaufsbude steht neben der nächsten. Bis nach Dar Es Salaam ist es noch weit. Wir fahren durch unendlich weite Landschaften, grüne Wälder und trockene Steppen. Hier scheint abseits der Städte nicht viel los zu sein.

In Dar es Salaam angekommen, arbeiten wir uns durch das Chaos der Stadt und kommen am frühen Abend an unserem Strandresort an. Es ist Silvester und wir erleben eine grandiose Feuer- und Tanzshow, bevor die Tanzfläche am Strand unter freiem Himmel eröffnet wird. Feuerwerk ist hier leider verboten, aber das macht ja nichts.

Ein Markt

Ein Mann mit Schlange

Sansibar

Die größte Insel Ostafrikas vereint die Ethnien und Kulturen Afrikas mit der Welt des Orients und bietet traumhaft weiße Sandstrände. Stone Town ist die Altstadt von Sansibarstadt und mit Stadtmauern, Kirchtürmen, Minaretten, prachtvollen Palästen und verwinkelten Gassen hat sie einiges zu bieten. Im Jahr 2000 wurde der Stadtkern zum Unesco-Weltkulturerbe erklärt.

Die meisten der gemauerten Häuser wurden vor ca. 150 Jahren aus Korallenstein gebaut. Die Stadt ist muslimisch geprägt und doch sind die Inselbewohner unglaublich tolerant. Alkohol wird in allen größeren Restaurants serviert und auch bei der Kleidung sind sie nicht so streng. Trotzdem sollte man gerade aufgrund dieser großen Toleranz auch einen gewissen Respekt entgegenbringen. Geht man mit einer offenen, respektvollen und höflichen Art mit den Menschen um, so wird man genauso offen, respektvoll und höflich behandelt.

Stone Town ist perfekt zum Spazieren, Verlaufen, Schlendern und Shoppen. Es gibt unzählige Souvenirhändler und viele tolle Malereien und Kunstgegenstände. In den Werkstätten kann man sogar bei der Entstehung dieser schönen Dinge zusehen. Die Suaheli sind immer für einen Plausch zu haben. Es bietet sich an, die wichtigsten Begrüßungsfloskeln auf Suaheli zu kennen, denn die Menschen freuen sich über das Interesse an ihrer Kultur und behandeln einen gleich ganz anders.

Ein Junge springt ins Wasser

Ein Strohschirm vor dem Sternenhimmel

Hier wird jedem was geboten, egal ob es die Kultur sein soll, ausgiebige Strandspaziergänge, Schnorcheltouren oder kulinarische Entdeckungsreisen. Die Zeit verging mal wieder viel zu schnell und schon saßen wir wieder Zuhause am PC, während draußen der Winter tobte.

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8 Kommentare

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  1. ein wirklich sehr schöner, lebhafter und gelungener Reisebericht mit tollen persönlichen Eindrücken und tollen Bildern! Bin beeindruckt – ein Bericht den ich so schnelll nicht wieder vergessen werde!
    //MAtz

  2. Hallo,
    ein schöner Bericht und schöne Fotos. Ich möchte auch irgendwann mal etwas ähnliches machen, daher würde mich interessieren, ob Ihr alleine unterwegs gewesen seid, oder ob es eine geführte Reise war. Falls ihr alleine unterwegs gewesen seid, wie seid ihr von A nach B gekommen?
    Gruß Martin

    • Was für ein supertoller Bericht – ich muss zugeben, dass ich Afrika glaube ich wirklich unterschätzt habe. Vielleicht auch wegen der Bilder, die wir meistens in den Medien zu sehen bekommen. Diese sind alles in allem ja weniger positiv… aber das was hier berichtet zeigt mir, dass der Kontinent wohl durchaus eine Reise wert ist.