02. Juli 2015

Lehm und Asche

Das Projekt „Clay and Ash“ entstand auf einer Reise durch Papua-Neuguinea. Der amerikanische Fotograf Roberto Falck besuchte verschiedene Stämme des Landes und interessierte sich dabei vor allem für die traditionellen Feste, Tänze und Bräuche. Einer der Stämme, die Simbu, haben die Tradition einer Körperbemalung im Stil von Skeletten, um ihre Feinde einzuschüchtern. Dies war die Inspiration für seine Serie.

Das Projekt entstand in wenigen Tagen mit einfachsten Mitteln. Robert nutzte ausschließlich natürliches Licht und fotografierte von einem Baum herab. Um ideales Licht zu bekommen, mussten sie kreativ werden. Die Tage waren sehr sonnig und so sammelten sie einige Betttücher und banden sie zusammen über den ganzen Baum. Das schuf ein weiches Licht am Boden. Ein wenig verrück, schrieb mir Robert, aber es funktionierte.

Inspiriert von traditionellen Elemenden verschiedener Stämme in Papua-Neuguinea wollte ich eine Geschichte erschaffen, die die Dichotomie zwischen dem individuellen Charakter und der Notwendigkeit der Gemeinschaft – als Teil eines größeren Ganzen – zeigt.

Durch die Verwendung von Materialien wie Lehm und Asche, um ihre Körper zu bedecken, nahmen wir auf grafische Art den Individuen die Identität und legten den Fokus auf den inneren Geist und die Beziehung zwischen ihnen. Es ist eine Abstraktion darüber, wie Menschen innerhalb ihrer Gemeinschaft miteinander interagieren. Den Formen zu folgen, die wir oft auch in der Natur finden, bringt Mensch und das Land zusammen.

Drei Männer in weiß bemalt auf dem Erdboden.

Drei Männer in schwarz und weiß bemalt liegen zusammen.

Zwei Männer als Yin und Yang

Ein weiß bemalter Mann umrandet von anderen schwarz bemalten Männern.

Männer in einem kreisförmigen Muster am Boden

Männer mit weiß bemalt

Drei Männer mit Lehm bemalt.

Zwei Männer in schwarz und weiß

Männer mit Asche bemalt

Männer mit Asche bemalt bilden ein Muster auf dem Boden.

Männer mit Asche bemalt bilden ein Muster.

Roberto Falck lebt in New York. Für seine Fotografien reist er jedoch um die Welt. Mehr von ihm findet Ihr auf seiner Webseite und bei Instagram.

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11 Kommentare

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  1. Komisch, auf was für sonderliche Ideen die Leute so kommen. Mir Sagen die Bilder gar nichts. Außer, dass da ein paar Menschen schwarz und weiß angemalt wurden und dann auf den Boden gelegt/angeordnet wurden.
    Was soll das für eine Aussage haben? Das hat nichts mit der Herkunft der Menschen zu tun, noch mit deren Gebräuchen oder sonstwas…. Soll das etwa „exotisch“ wirken? Ein paar Einheimische aus Papua Neuguinea (exotisch!) machen wir „noch exotischer“, indem wir sie anmalen. Und dann wie ein Mandala auf dem Erdboden (exotisch?!) verteilen.
    Sorry, ich finde diese Bilder albern. Das kann ich mit Mosaiksteinchen machen, mit angemalten Stöckchen oder mit sonstwas. Aber weshalb ich hier Menschen zu Dekozwecken anmalen und „ordnen“ muss, um nette „Dekobildchen“ zu erhalten? Und -besonderer Clou- das ganze dann nicht einfach in Amerika, sondern „so strange“ in einem Land mit „exotischen“ Einwohnern (ich weiß, ich wiederhole mich)…..
    Ich kapier’s nicht!

    • Die Intention des Photographen ist im Text beschrieben und meines Erachtens auch recht einfach zu verstehen. Grundsätzlich ist das Verständnis ohne Hintergrundinformationen alleine vom Betrachter und dessen Erfahrung, Bildung, Stimmung etc. abhängig. Eine „Aussage“ finde ich aber bei einem visuellen Medium nicht zwingend erforderlich. Die hier gezeigten Bilder gefallen mir aber leider auch nicht so gut.

  2. Von der Bildidee mag man halten was man will, die Art der Umsetzung scheint mir hier aber deutlich kritikwürdig.
    Da besucht ein Fotograf (weiß, westlich, männlich) die Simbu um sich ihre Traditionen anzueignen, umzuinterpretieren und seinen Zwecken nutzbar zu machen. Kulturelle Appropriation also, die plakativ das exotische Andere herstellt und damit auch zugleich Abgrenzung von der eigenen ‚zivilisierten‘ Position ausstellt. Zumal dann auch noch – jenseits dieses hierarchischen Aspektes – der Versuch etwas Authentisches oder Originäres zu zeigen, an der artifiziellen Inszenierung scheitert. Die Anderen dürfen dabei nicht einfach so anders sein, wie es vielleicht bei einer Serie mit dokumentarischem oder journalistischem Anspruch der Fall dargestellt worden wäre, sondern müssen sich der gewollten Form unterordnen.
    Dann schreibt Falck er wolle „die Dichotomie zwischen dem individuellen Charakter und der Notwendigkeit der Gemeinschaft“ zeigen, nimmt aber zugleich „auf grafische Art den Individuen die Identität“. Das Individuelle kommt also (wenn überhaupt) im Symbolischen vor, ansonsten bleiben die gezeigten Menschen entindividualisierte, formbare Körper, die der Fotograf nach Belieben anordnen kann. Hier tritt die physische Hierarchie zu der kulturellen.
    Der Vorwurf romantisierte Stereotypen jenseits sozialer Realität (‚Zen-Mönch‘, ‚Nomade‘, …) abzubilden scheint mir auch bei anderen Werken Falks angebracht(, auch wenn diese Klischees verschiedenen Jurys Preise wert waren). Eine vorhergehende Auseinandersetzung mit Fragen des Postkolonialismus oder auch nur der eigenen (Macht-)Position hinter der Kamera und in der globalisierten Welt hätte sicher zu interessanteren Bildern geführt.

    • Ich habe das Gefühl du missverstehst das Konzept. Es ist für die Serie völlig egal, dass der Fotograf weiß ist oder das die Männer einem Stamm angehören, den man hier als exotisch bewertet. Es ging darum, dass die Reise ihn auf die Idee einer inszenierten Fotoserie brachten. Ein paar Männer fanden das Konzept gut und haben mitgemacht.

      Er hätte auf die Idee auch während eines Festivals in Hamburg kommen können und das mit ein paar Hamburgern umsetzen können. Es hätte keinen Unterschied gemacht. Die Serie hat keinen dokumentarischen Ansatz.

      • Falsch! (tut mir Leid, für die harten Worte) ABER: da oben steht eindeutig: „Inspiriert von traditionellen Elemenden verschiedener Stämme in Papua-Neuguinea wollte ich eine Geschichte erschaffen…“ Da steht NICHT: ich hätte das Ganze auch in HH machen können! Sondern explizit: inspiriert von den …. Stämme… “
        Er wollte eben genau DAS! Nämlich das „Exotische“ in seiner Serie „verwursten“.
        Und dann auch noch: „nahmen wir auf grafische Art den Individuen die Identität und legten den Fokus auf den inneren Geist und die Beziehung zwischen ihnen.“ – Sorry! Ich lach mich tot! Ich male ein paar Männer (schwarze Hautfarbe) weiß an (wie einfallsreich) und die anderen male ich noch dunkler. Und damit „nehme ich ihnen die Identität“. ….Häää? Wieso das denn? Und selbst wenn man das noch im Ansatz durchgehen lässt, was soll dann das weitere Geschreibsel von “ … und legten den Fokus auf den inneren Geist und die Beziehung zwischen ihnen“. Wieso das denn? Wo sehe ich das? Ich sehe keinen Geist, keinen „Intellekt“. Ich sehe lediglich schwarz – weiße Körper, die wie Yin und Yang oder (wie originell) wie Sternchen zusammengelegt wurden.
        In meinen Augen ist das völlig banal!
        Und genau deshalb würde das eben nicht in HH oder sonstwo funktionieren! Das funktioniert lediglich vordergründig und scheinbar, wenn man es nicht hinterfragt, weil es eben „exotisch“ und „archaisch“ angelegt ist.
        Ich finde es peinlich, albern, banal! Und da hilft auch sein pseudointellektuelles Geschreibsel als „Erklärung“ nichts.

        So, das musste ich jetzt einfach mal loswerden ;-)

  3. hello…..
    ….ich meine, daß wir es hier mit einer art „meta_photographie“ zu tun haben:
    nicht wirklich dokumentarisch,
    weil sich keine authentizität zu am schauplatz vorfindlichen lebensformen darstellen läßt;
    für mich überwiegt einfach der graphische eindruck,
    das experiment mit schwarzweißen strukturen als trägermedium eine wie und warum auch immer verschlüsselten sicht,
    die man einem lichtbildner wohl immer zugestehn darf.
    mit freundlichem gruß,
    werner aus der hochsteiermark

    • +1

      Neid ist der schlimmste Feind jeder Kritik, denn der vernebelt die Sinne.

      Aesthetik des menschlichen Körpers ist abseits jeder „Exotik“ oder sonst etwaiger rassistisch distinguierten Begrifflichkeit.

      Aesthetik der hier gezeigten Bilder wurde bisher bedauerlicherweise noch nicht von o.g. menschlichen Komplexen abstrahiert bewertet.

      Der Zustand Im Rückblick auf den durchaus spannenden Kwerfeldein-Leserkereis vor wenigen Jahren ist – Mitleid erregend.

      • Wie wahr VicTor. Unter dem isolierten Aspekt der Ästhetik kann ich mich sogar für die Bilder einer Leni Riefenstahl (siehe „Die Nuba von Kau“) begeistern. Und wie wir alle wissen, hatte deren „Bildästhetik“ bereits in den 30er Jahren auch in Hamburg, München und Berlin eine enorme Wirkung.

        Um Missverständnissen vorzubeugen, ich sehe die Arbeiten von Roberto Falck keineswegs in der braunen Ecke einer Leni Riefenstahl!

        Was den Kwerfeldein-Leserkreis betrifft, habe ich bislang nirgends eine so ausgeprägte Diversität feststellen können. Es schreibt aber nicht immer jeder einen Kommentar. Insofern halte ich die bisherigen Kommentare (inkl. meinen) hier nicht für Repäsentativ.

      • das hast du aber sehr gut formuliert. VicTor – mir geht es ähnlich.

        mein versuch mir dennoch nicht das interesse an der seite zu »verhageln« ist, …..
        noch nicht mal ignorieren …. [anke engelke].
        schön, dass ich nach diesem rezept, doch noch bei deinem kommentar gelandet bin [bis hierhin gelesen habe].

        es gab vor langer zeit einmal ein statement der redaktion: … das hier ist unser »wohnzimmer« und wir lassen uns da nicht reinpinkeln ….

        ein apell an die schar der neuen leserschaft… stöbert mal in alten artikeln.

        oder seid ihr gekauft um kommentare zu generieren ?
        ich hoffe sehr, dass dem so nicht ist.