Nikon D750
22. Dezember 2014 Lesezeit: ~12 Minuten

Testbericht: Nikon D750

Ich bin die Entwicklung moderner Kameras leid, die miteinander in ständigem Wettbewerb um die Vielzahl der Funktionen stehen und neue Höhenflüge theoretischer Messwerte bewerben, deren Auswirkung nur in so spezifischen Situationen relevant sind, dass sie mir getrost egal sein können.

Man könnte meinen, in dieser Betrachtung die Zielgruppe unterscheiden zu müssen. Da gibt es leidenschaftliche Leica-Nutzer, die gerade die Einfachheit ihrer Kamera schätzen und darin eine Befreiung sehen. Frei von technischen Spielereien, dafür mit wenigen, funktionalen Merkmalen ausgestattet, können sie sich ganz der Komposition ihrer Werke widmen. Es gibt aber auch Fotografen, die in jeder neuen Funktion, jedem extra Knopf und Hebel eine Bereicherung sehen, denn all dies lässt sich potentiell kreativ nutzen.

Jedes angekündigte „mehr“ an Megapixeln löst bei so manchem Euphorie aus. In meinen Augen kommt es aber vor allem auf Arbeitsweise und Sympathie an. Die Kamera muss zur eigenen Arbeitsweise passen und den kreativen Horizont erweitern. Wenn aber die Sympathie nicht da ist, die Annäherung an das Gerät einfach nicht als gut empfunden wird, dann ist es wohl die falsche Wahl.

Eine junge Frau und ein Hund

Ich stehe irgendwo zwischen Einfachheit und neuer Technik. Ich bin kein Fan von Spielereien, die ein ansonsten wenig überzeugendes Gerät aufwerten sollen. Von meiner Canon 5D Mark II, die mir die letzten zwei Jahre hervorragende Dienste geleistet hat, bin ich nach wie vor begeistert. Aber ich nutze selbst bei dieser, im Vergleich zu neueren Modellen, simplen Kamera nur die Grundfunktionen. Meine Arbeitsweise mit der analogen Canon AE-1 unterscheidet sich davon nur unwesentlich.

Dennoch werde ich mich bald von ihr trennen und so begann die Suche nach einer Vollformat-Kamera, die ein möglichst schlichtes Wesen mit bestmöglicher Leistung an den wesentlichen Punkten verbindet. Konkret geht es mir vor allem um das Handling, den Autofokus, und, meinem Hang zu schlechten Lichtverhältnissen geschuldet, den Dynamikumfang bzw. die Bildqualität in hohen ISO-Bereichen.

Die Scheuklappen der Markentreue einmal abgelegt und sich mit dem Gedanken an einen Systemwechsel angefreundet, ergaben sich neue Welten. Natürlich habe ich die Sony A7* in ihren diversen Varianten erwägt, zumal in Kürze die A7II* zu haben ist. Aber ich kann mich mit einem elektronischen Sucher einfach nicht anfreunden. Es hat sicher seine Vorteile, aber im Sucher künstlich anmutende Farben und ruckelige Pixel zu sehen, widerstrebt meinem Anspruch an Ästhetik leider so sehr, dass alle anderen Vorteile hinten anstehen müssen. Vielleicht stehe ich mir da selbst im Weg.

Die Nikon D750* ist eine positive Überraschung. Sie erringt einige Sympathiepunkte und passt sich nahezu perfekt an meine Arbeitsweise an. Ich möchte an dieser Stelle keine Aufzählung von Produktmerkmalen der Kamera präsentieren oder Testergebnisse diskutieren, aber da diese Informationen sicher interessant sind, möchte ich darauf verweisen. Technische Daten der Kamera sind hier und verschiedene Testergebnisse hier zu finden.

Eine Frau am Wasser

Haptik und Bedienung

Wichtiger als alle technischen Details ist die Frage, ob eine Kamera zum Fotografen passt. Sie muss sich in der Hand völlig irrational gut anfühlen, sonst wird sie nie zum gewohnten Begleiter. Die Beziehung zum Handwerkszeug ist wichtig. Die D750 ist kompakter und leichter als ich es gewohnt bin, was mir insgesamt, aber besonders auf Reisen, gut gefällt. Die ergonomische Form des Bodys macht die Kamera angenehm griffig, tatsächlich besser, als ich es von vielen anderen DSLRs gewohnt bin. Vor allem der weit nach vorn gezogene Griff trägt dazu bei.

Alle Knöpfe sind gut zu erreichen und die wichtigsten Belichtungseinstellungen lassen sich zügig verändern, ohne den Sucher vom Auge nehmen zu müssen. Hier arbeitet jeder etwas anders, mir gefällt es gut, das Wichtigste mit einer Hand machen zu können. Das Menü ist intuitiv angeordnet, wenn auch die Zahl der Menüpunkte überfordernd sein kann.

In Sachen Handling ist mir die erwähnte Einfachheit wichtig, aber auch die D750 bietet einige Funktionen, die ich nicht bräuchte. Klappdisplay, WLAN zur Fernbedienung oder der interne Blitz sind sicher für den einen oder anderen interessant, mir sind sie jedoch zuviel. Sie stören mich jedoch nicht und lassen sich bequem ignorieren.

Der Versuch eines Spagats zwischen einer Allround-Kamera für ambitionierte Hobbyfotografen und einem Spitzenmodell für professionelle Berufsfotografen bringt zwangsläufig eine eigenwillige Zusammenstellung von Funktionen mit sich. Wenn ich dies einfach als Abgrenzung zur D810* verstehe, nehme ich es gern in Kauf. Die Vorteile dieses Spagats zeigen sich neben dem kompakten und simpel gehaltenen Eindruck vor allem beim Sensor.

Eine Frau am Wasser

Bildqualität

24 Megapixel sind für mich vollkommen ausreichend. Die 36 MP der Sony A7R oder die 37 MP der Nikon D810 schrecken mich eher ab, was die Anforderungen an meinen Computer und Speichermedien angeht. Praktisch gibt es in meiner Fotografie keine Situation, in der ich eine derart hohe Auflösung brauchen würde, insgesamt gibt es aber natürlich genügend Einsatzgebiete dafür.

Farben und Kontraste sehen für mich so aus, wie sie sein sollen. Die Bilder meiner 5D Mark II kommen mir kontrastreicher vor, was aber auch an dem wahnsinnig großen Dynamikumfang der D750 liegt, die Zeichnung in den Tiefen absolut ausreizt. Nach etwas Erfahrung mit verschiedenen Objektiven auf derselben Kamera bin ich aber ohnehin der Meinung, dass Glas wesentlich wichtiger ist für die Bildqualität.

Besonders gespannt war ich auf Fotos in sehr schwachen Lichtverhältnissen, um das Rauschverhalten in hohen ISO-Bereichen testen zu können. Ich kenne von vielen Kameras unschönes Farbrauschen, das schlimmstenfalls sogar Streifen ins Bild zaubert, vor allem, wenn man versucht, dunkle Bereiche aufzuhellen. Der Vergleich zur Canon 5D Mark II ist natürlich Canon gegenüber unfair und ist hier keinesfalls als ernstzunehmende Konkurrenz zu verstehen, aber das ist nun einmal mein Ausgangspunkt. Kurz vor der Nikon D750 konnte ich die Canon 5D Mark III* in verschiedenen Situationen ausprobieren.

Eine Frau im Nebel

Meine 5D Mark II war, als meine erste Vollformat-Kamera, ein überwältigender Schritt nach vorne. Sie ist eine großartige Kamera, die mich fotografisch sehr viel weiter gebracht hat. Die 5D Mark III scheint mir die konsequente Fortsetzung zu sein. Die Offenbarung, die die Mark II damals für mich darstellte, blieb aber aus.

Die Canon 5D Mark III ist eine großartige Kamera, die ich niemandem, für den es die passende Wahl ist, ausreden wollen würde. Allerdings lassen sich meine ersten Erfahrungen mit der D750 durchaus als Offenbarung bezeichnen. Sie hat mich so überzeugt, dass nun ein Systemwechsel ansteht.

Die Berichte, die ich über das Rauschverhalten und den Dynamikumfang gelesen habe, musste ich selbst nachprüfen. Man mag sich fragen, wozu man mit derart hohen ISO-Werten fotografieren möchte. Ich nutze fast ausschließlich vorhandenes Licht und arbeite nicht mit Blitzen oder Dauerlicht. Ich mag die Atmosphäre in natürlichem Licht- und Schattenspiel genauso wie die Farben. Um nach Dämmerung draußen noch fotografieren zu können, eröffnet mir der ISO-Bereich jenseits der 4000 also neue Möglichkeiten.

Unter Rauschen habe ich nie etwas Positives verstanden, daher habe ich etwas gestaunt, als ich las, wie ein Fotograf die Qualität des Rauschens ansprach. Der Blick lohnt sich, denn anstelle von Farbrauschen und verschluckten Details kommt mir die Wirkung eher vor wie die künstliche Körnung, die ich in Lightroom gern hinzufüge.

Zwei junge Frauen

1/50 s, f/2.0, ISO 8000, Bearbeitung in Lightroom

Eine junge Frau auf einer Treppe

1/50 s, f/1.6, ISO 12.800, Bearbeitung in Lightroom

Es macht natürlich einen Unterschied, ob man zum Test das Maximum einstellt, ohne dass es die Lichtverhältnisse wirklich erfordern oder die Kamera wirklich an ihre Grenzen bringt. In vergleichsweise heller Umgebung lässt sich so auch bei erweiterter ISO 2 LW (51.200, nativ geht die Kamera bis 12.800) noch problemlos fotografieren, wie gesagt, mit Rauschen in Korn-Ästhetik. Der Spielraum, den die D750 in Sachen ISO bietet, ist so groß, dass ich draußen brauchbare Fotos erzielen kann, bis es zu dunkel ist, um mit bloßem Auge noch etwas zu erkennen.

Mit dem Nikkor 58mm f/1.4*, das ich hauptsächlich zum Test genutzt habe, versagt der Autofokus weit bevor der ISO-Wert die Toleranzgrenze erreicht. Alternativen sind dann das helle Autofokus-Hilfslicht oder das manuelle Fokussieren über Live View, beides funktioniert gut.

Der Dynamikumfang der Kamera hat mich sehr beeindruckt und ist für mich das stärkste Argument für diese Kamera. Unterbelichtete Bilder lassen sich in Lightroom problemlos um ganze fünf Blendenstufen aufhellen, ohne dass große Qualitätsverluste zu sehen sind. Interessant genutzt wird der Dynamikumfang von Fotografen, die ihre Bilder enorm unterbelichten, um die Informationen aus den Tiefen zu nutzen, ohne dabei die Höhen zu verlieren.

Ein Globus

ISO LW 2 (51.200), 1/200 s, f/3.2 unbearbeitetes JPG aus der Kamera

Eine Frau im Nebel - unterbelichtet

Eine Frau im Nebel

Zu erwähnen ist, dass einige Fotografen störende interne Reflexionen festgestellt haben, wenn eine Gegenlicht-Quelle knapp oberhalb des Bildausschnitts liegt. Aufgegriffen wird das Thema mit Beispielbildern hier. Ich konnte das Problem, jedoch nicht ganz so stark, reproduzieren. Der Fehler tritt allerdings nur in sehr wenigen, spezifischen Situationen auf, es geht hier um Millimeter in der Bildkomposition.

Performance

Das Autofokussystem ist sehr schnell und fokussiert zuverlässig auf den Punkt genau. Ich habe kein Motorradrennen damit fotografiert, aber ebenso wie mit Handling und Bedienung denke ich, man muss eine Kamera in der eigenen Arbeitsweise selbst ausprobieren. Die 51 Fokusmessfelder benötige ich nicht, da ich die Komposition ohnehin oft noch nach dem Fokussieren ändere. Mir genügt die Auswahl von 11 Kreuzsensoren also völlig. Um ehrlich zu sein, würde ich auch mit einem gut zurecht kommen. Die verschiedenen Autofokusoptionen sollten aber für jede Situation mehr als ausreichend sein.

Der Akku hält weniger lange, als ich es von meiner 5D gewohnt bin, was mich aber dank Ersatzakkus nicht weiter stört. Die verschiedenen Nutzungsmöglichkeiten der beiden Kartenslots sind gut durchdacht und klappen reibungslos. Das Menü ist, wie gesagt, recht umfangreich, aber die Gestaltung ermöglicht es, die jeweils relevanten Punkte schnell zu finden und zügig eine Routine zu entwickeln, ohne sich in einem Labyrinth aus Unterpunkten zu verlieren.

Unterbelichtetes Foto

Eine Frau vor einem Zaun

Die Videofunktion ist einfach zu bedienen und liefert alles, was man erwartet. Ein Nachteil, an dem Nikon nichts ändern kann, ergibt sich daraus, dass die beliebte Video-Firmware Magic Lantern nur für Canon-EOS-Modelle verfügbar ist. Auch das gut verarbeitete Klappdisplay liefert da kein schlagkräftiges Gegenargument, sondern lässt eher am Spritzwasserschutz zweifeln.

Fazit

Nikon macht es einem wirklich schwer, Argumente für die Kontra-Seite zu finden, sofern man nicht auf die hohe Auflösung einer D810 oder Sony A7R angewiesen ist. Die Leistung des Sensors und des Autofokussystems auf dem Niveau der größeren Modelle in einem kompakteren Body erleichtern es, den Blick auf die kreative Arbeit anstatt auf die Technik zu richten.

Was Geschwindigkeit und Dynamikumfang angeht, wird die D750 von der Nikon D4S übertroffen, die natürlich aufgrund von Anspruch und Preisklasse keinen Vergleich darstellt. Wer die D810 aufgrund der wenigen, jedoch signifikanten Unterschiede benötigt, muss bereit sein, den Aufpreis in Kauf zu nehmen. Nikon liefert mit der D750 insgesamt ein als Einsteiger-Modell verkleidetes Spitzengerät, das in einigen wesentlichen Punkten derart zu überzeugen weiß, dass man über technische Spielereien gern hinweg sieht.

Ähnliche Artikel

29 Kommentare

Schreib’ einen Kommentar

Netiquette: Bleib freundlich, konstruktiv und beim Thema des Artikels. Mehr dazu.

  1. Guten Morgen ;o)
    Gut zu lesender Bericht zur eigenen Kaufentscheidung, und angenehmer Vergleich der aktuellen Modelle.
    Was ich selbst immer interessant finde: bei Kaufentscheidungen und Tests wird eine Sony A… meistens wegen dem EVF, oder dem fehlen eines Suchers abgelehnt.
    Meine Frage mittlerweile: Braucht man noch (unbedingt) einen Sucher?
    Seitdem ich meine A7, und davor eine NEX, habe, habe ich so gut wie gar nicht mehr durch den Sucher geschaut…

    Grüße,

    Andreas

  2. Moin,
    Ich stand vor ähnlicher Entscheidung wie Du und liebe jetzt meine D750 auch. Bei fast schwarzem Bild noch etwas „rauszuziehen“ ist gewaltig, hier bei Feuerschein im Stockdunkeln:

    http://www.visualbakery.com/PhotoSession/Maren%20Feuertrunken

    Die von einem Freund angepriesene Sony A7 fiel v.a. aus, weil der Autofocus beim Test zu Hause bei wenig Licht und Bewegung schnell die Flügel streckte. Und es gibt kaum Objektive, von der sehr schwachen Akkuleistung mal abgesehen.

    > Dynamikumfang angeht, wird die D750 von der Nikon D4S übertroffen
    Das stimmt nur für ISOs >800. Darunter (hallo Landschaftsfotografen) ist die D750 der D4s im Dynamikumfang massiv überlegen, siehe Meßkurven im RAW von DXOMark,

  3. Guten Morgen!
    Nutze seit über einem Jahr meine Canon 6d und bin punkto Rauschverhalten und Autofokus nachts auch sehr zufrieden. Könnte mir aufgrund meiner „Gläsersammlung“ momentan auch keinen Systemwechsel vorstellen. Fotografiere damit sogar Sport abends/nachts. Bis auf die mäßige Serienbildfunktion, die man eh nur für Sport und Wildlife nutzt ist sie nur zu empfehlen.

    • Der Titel ist leider falsch gewählt, Ein „Testbericht“ ist dies sicher nicht, aber eine persönliche Meinung zu einer neuen Kamera die dem Autor gefällt, verglichen mit einer Kamera die schon ein paar Jahre auf dem Buckel hat.

      Und bitte immer dran denken: der Fotograf macht das Bild, nicht die Kamera, die ist nur ein Werkzeug. Neue Technik hilft, mehr auch nicht. Chris hat Recht, man muss die Kamera gerne benutzen (lieben wäre zu viel gesagt), sonst kann man sie gleich daheim lassen.

      Netter Beitrag.

  4. „Wichtiger als alle technischen Details ist die Frage, ob eine Kamera zum Fotografen passt. Sie muss sich in der Hand völlig irrational gut anfühlen, sonst wird sie nie zum gewohnten Begleiter. Die Beziehung zum Handwerkszeug ist wichtig.“

    Das finde ich auch sehr wichtig, aber es ist das erste Mal, dass ich das in einem Testbericht lese. Man kann das nicht genug betonen, denn es ist tatsächlich wichtiger als technische Eigenschaften. Für mich was das vor zwei Jahren der Grund, die 6D zu nehmen. Hauptsache man fasst die Kamera gerne an und kommt gut damit zurecht.

    http://www.spuelbeck.net/neues-jahr-neue-kamera-canon-6d/

  5. Irgendwie hat sich Kwerfeldein gefühlt in den letzten Wochen zu einem Technikmagazin entwickelt. Habt ihr neue Sponsoren und müsst darum Nikon, Leica und Co. pushen oder warum habt ihr nicht mehr die gewohnte Balance zwischen Kunst und der Philosophie Dahinter? Freue mich immer über Artikel von Marit und Anne, das sind für mich die Ideen und Positionen, die euer Magazin stark und vor allem besonders gemacht haben. Leider wird es inzwischen modern an andere Magazine angepasst, was wirklich schade ist. Widersteht doch dem Druck! Ihr habt das eigentlich echt nicht nötig ;)

  6. Jede DigiCam verlangt nach wenigen Jahren nach einem Ersatz (Pixel Mapping, Sensor Verschmutzung etc.), aber die D750 wäre mangels der AF-ON Taste für mich keine Option für meine betagte 5DII …

  7. Für mich sind die Berichte der Autoren über ihre Ausrüstung und ihre Arbeitsweise immer auch ein Highlight. Jeder Mensch denkt und fühlt anders, so entdecke ich immer wieder für mich neue Aspekte rund um die Anwendung der für die Fotografie notwendigen Technik.
    Auch wenn der Mensch im Zentrum steht und seinen künstlerischen Ausdruck verwirklicht, seit Anbeginn der Fotografie wird Technik benötigt, um Bilder nicht nur im eigenen Kopf festzuhalten. Deshalb bitte auch weiterhin hin und wieder aus persönlicher Erfahrung geprägte Technikartikel bringen, danke!

  8. Vielen Dank für den persönlichen Erfahrungsbericht. Ich finde diese Art der Besprechung von neuer Technik hilfreicher als einen Labortest. Denn wer fotografiert schon im Labor? Ich ziehe das Leben vor. Mit meiner D700 hatte ich seinerzeit auch diese Erfahrung beim Umstieg gemacht. Ich bin noch nicht an ihre Grenzen gestoßen, daher warte ich noch etwas… „never change a reliable tool“, sage ich mal in Abwandlung eines Sprichwort. Viel Freude mit der D750.

  9. Interessanter und gut nachvollziehbarer Artikel – zumindest für einen erfahrenen Fotografen.

    Was mich allerdings verwundert, warum muss es gleich ein Systemwechsel sein? Wäre die EOS 6D keine Alternative zu deiner 5D II? Sie wird gar nicht in deinem Artikel erwähnt, obwohl sie gerade in schwierigen, lichtarmen Situationen sowohl vom Rauschverhalten als auch vom Autofokus her als hervorragend eingestuft wurde. Und deine vorhandenen Linsen hätten weiterhin ein „Zuhause“.

    • Hallo Thomas,

      die 6D hatte ich in Betracht gezogen. Tolle Kamera, jedoch kommt sie die D750 in Sachen Dynamikumfang nicht heran, das war der ausschlaggebende Punkt für mich. Jeder setzt hier seine Prioritäten anders, für manch anderen wäre sie die beste Wahl. Für mich nicht. Sie wird hier nicht erwähnt, weil die Liste ja kein Ende nehmen würde.

      • Danke Chris für Rückmeldung!

        Werde mir mal jetzt die Nikon genauer anschauen. Dynamikumfang ist kein unwesentliches Kriterium und da ich bei DSLR’s nicht durch vorhandene Linsen „vorbelastet“ bin, kann ich im Moment ja zwischen Canon und Nikon frei entscheiden.

        Eine Frage noch: bezieht sich deine Aussage hinsichtlich des besseren Dynamikumfangs der Nikon gegenüber der Canon auf JPEG’s oder gilt dies auch wenn man die RAW’s beider Kameras vergleichen würde. Da ich grundsätzlich in RAW fotografiere, würden mich die herstellerspezifischen Eigenheiten bei den JPEG’s nicht weiter kümmern.

      • Ich fotografiere nur in RAW. Das eine JPEG im Bericht (der Globus) entstand etwas aus der Not heraus, da ich die Kamera wenige Tage vor dem Lightroom Update bekam und die RAW Dateien nicht öffnen konnte. Dafür finde ich die Qualität aber schon beachtlich.

        Die Grenzen des Dynamikumfangs in RAW habe ich an der D750 trotz bewusstem austesten nicht erreicht. Dazu muss ich aber sagen dass ich grundsätzlich unterbelichte und meinen Workflow daran angepasst habe.

  10. Super geschrieben, und mal ein sehr angenehm anderer Blickwinkel für einen Test. Bin ein eigentlich glücklicher Nutzer einer 40d, nur etwas weniger Rauschen und Dynamik in dunklen Bereichen fehlen mir. Und langsam möchte ich vollformat haben. Bis ich einen Vergleich zu den Details in den Tiefen gesehen habe hab ich nie an einen Systemwechsel gedacht. Jetzt werd ich Nikon wenigstens mal testen.

    Danke!

  11. Nunja, die Sache mit den Tiefen und den Lichtern ist ja genau so ein Unterschied zwischen Canon und Nikon. Ist nicht nur meine eigene Erfahrung, sondern auch die von anderen. Schatten aufhellen wird bei Canon schnell gruselig, während Nikon und Sony hier viele Reserven haben. Dafür hat Canon bei den Lichtern die Nase vorn – hier ist bei Nikon schnell mal was verloren. Daher finde ich es immer so schwer, solche Eigenheiten von Sensoren zu vergleichen.

    Technisch sind alle gut – man muss nur ihre Eigenheiten wissen und damit arbeiten :)

  12. Wohl eine der zentralen Aussagen: „Wichtiger als alle technischen Details ist die Frage, ob eine Kamera zum Fotografen passt.“ Danke für den persönlichen Bericht.

    Was ich an meiner Kamera am allermeisten mag, ist der U1-Knopf, der unkompliziert alles wieder auf den Startpunkt zurückstellt, wenn ich an sämtlichen Knöpfchen gedrückt, alle Rädchen gedreht und Menüpunkte verstellt habe… In der Hitze des Gefechts einfach unbezahlbar.

  13. Ich werde die Nikon D750 auf jeden Fall mal antesten. Danke für den Bericht. Die D750 scheint mir eine tolle Ergänzung zur D810 zu sein. Erstere für unterwegs und in Situation wo eine etwas „schnellere“ Kamera gefragt ist und zweitere für das Studio und für Landscape-Aufnahmen ;)

  14. Danke für Ihr Bericht.
    Ich habe die Nikon D750 seit 4 Wochen gehabt und muß sagen.
    Das ist die beste Kamera von Nikon,die Nikon bis jetzt gebaut hat.
    Ich bin restlos begeistert von dieser Kamera,Besonders die
    Dynamikumfang und hervorragende Rauschsverhalten.
    Mit RAW zu fotografieren und dann mit LR zu bearbeiten eröffnet
    die Welt der Fotografie.
    Wenn jemand schon von der Fotografie Ahnung hat braucht man
    in Zukunft keine neue Kamera zu suchen.Lieber das Geld für gute
    Objektive zu investieren.
    Ich bin sehr gespannt aufs Testbericht von dem neuen Nikon VR 4-300 mm.
    Es wird sicherlich ein gutes Objektiv sein.

  15. Blogartikel dazu: Nikon D750 | Wege zum Equipmentwechsel | fylyp.com

  16. Blogartikel dazu: Nikon D750 – Wege zum Equipmentwechsel – fylyp

  17. Ein Contra Punkt für Reportagen bei Nikon gibt es kein Vollformat Objektiv, das dem 24-105 f/4 L von Canon entspricht. Wäre es so, würde ich mir auch eine D750 kaufen. (Das Nikkor 24-120 fand ich nicht berauschend)