Drei Personen stellen Hinrichtungen nach.
26. August 2014

Die Realität als Traum

Ilya Shtutsa ist einer von zwei Straßenfotografen aus dem Observe Collective, die wir Euch in den nächsten Tagen im Vollbild vorstellen wollen. Über sich selbst sagt er:

Tja, was soll ich über mich groß erzählen? Ich lebe seit drei Jahren in Sankt Petersburg, ich fotografiere auf der Straße, manchmal auch Reportagen für eine Lokalzeitung. Ich bin Mitglied des Fotografenkollektivs Observe Collective. Ich denke, so wie Arnold Mindell und die australischen Aborigines, dass unsere Wahrnehmung eine Art von Traum ist. In meinen Bildern versuche ich diesen Traumzustand unserer persönlichen sogenannten „Realität“ wiederzugeben. Das ist alles.

Shtutsa wurde 1972 im Osten der damaligen Sowjetunion geboren. Zur Fotografie, wie er sie heute betreibt, kam er erst vor sechs Jahren, als er die Kamera seines neuen Smartphones für sich entdeckte. Nachdem er auf ein Buch mit Bildern von Nick Turpin, Matt Stuart und David Solomons stieß, war sein Interesse für die Straßenfotografie erwacht.

Die Wahrnehmung der Realität als Traum wird in seinen Bildern sehr gut deutlich. Er hält Momente fest, die in seinen Bildern oft wie eingefroren wirken, als ob die Bewegung auch im Realen innehält. Ähnlich wie beispielsweise Matt Stuart hat er einen sehr guten Blick für Details, für surreale Konstellationen, die manchmal erst auf den zweiten Blick erkennbar sind.

Drei Menschen in Badebekleidung am Strand.

Junge Männer spielen Fußball, betrachtet durch eine Scheibe.

Einige Menschen vor einem Wandbild.

Eine Person hält sich Zeitung auf den Kopf, im Hintergrund rote Fahnen.

Eine Person und ein Hund auf der Straße im Gegenlicht.

Ein Mädchen mit gelber Mütze schaut aus einem Dachfenster.

Person steht in einem Raum zwischen zwei Skulpturen an einem Fenster.

Leerer Kinderwagen vor nebliger, trister Landschaft.

Menschen mit Jesusbildern und bunten Luftballons auf einem Umzug.

Menschen in Badebekleidung am Strand.

Straßenszene.

Eine Person greift sich in ihr lockiges Haar.

Eine Menschenmenge an einem öffentlichen Springbrunnen.

Obwohl man an manchen Details erkennt, dass Ilya Shtutsa wohl in Russland fotografiert, sind seine Bilder universal. Seine Motive beschränken sich auch nicht alleine auf die Straße, er findet lohnenswerte Szenen auch am Strand oder in fast menschenleeren Gegenden außerhalb der Städte.

Die Arbeiten von Ilya könnt Ihr nicht nur auf seiner Webseite, sondern auch auf Flickr, Facebook, in seinem Blog und natürlich beim Observe Collective finden.

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3 Kommentare

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  1. Es ist wirklich unglaublich was für absurde und aberwitzige
    Begebenheiten im (teilweise) alltäglichen Treiben festhaltbar sind.
    Ich musste mir etwas Zeit nehmen, um wirklich alle Verbindungen
    und Details verarbeiten zu können. Schön schön!

  2. Im nächsten Jahr zeigen wir Ilya und die anderen Fotografinnen und Fotografen von Observe erstmalig, sozusagen als Weltpremiere, in einer großen gemeinsamen Ausstellung in der Städtischen Galerie Iserlohn. Als Galerie, die sich auf Fotografie spezialisiert hat und bereits viele berühmte Meister zeigte, sind wir gleichsam fasziniert von der hohen fotografischen Qualität wie von der ungewöhnlichen Entstehungsgeschichte dieser Kooperative, die sich quasi über das Internet gefunden hat. Die Ausstellung wird im Frühsommer zu sehen sein. Die genauen Termine werden rechtzeitig auf unserer Webseite veröffentlicht.