Eine Collage verschiendster Aufnahmen von Martin Gommel
02. Juni 2014

Blut, Feuer, Sonne

Farben werden durch den physiologischen Prozess des Sehens in Gefühle umgewandelt, in Farbempfindungen. — Wolfarth

„Martin?“ Nichts. „Maaaaaartin!“ Als mich ein Klassenkamerad angestupst hatte, war ich plötzlich da. Die Klassenlehrerin hatte uns gefragt, was unsere Lieblingsfarbe ist. Ich lief rot an, fühlte mich ertappt, denn ich hatte schon wieder nicht aufgepasst.

Meine zittrige Antwort war der Farbe meines peinlich berührten Gesichtes gleich: „Rot.“ Eigentlich war die Frage für mich immer einfach gewesen, denn als Rothaariger hatte ich mich mit der Farbe des Blutes verbündet.

Und das, obwohl meine Haare gar nicht rot waren. Sie waren eher kastanienbraun oder orange, aber so richtig rot natürlich nicht. Rot sagte man nur dazu. Das wusste ich, doch innerlich mochte ich sie alle, die warmen Farben.

Sie waren nicht nur auf meinem Kopf, sondern in Form von Sommersprossen auf meiner Haut. Die übrigens auch des Öfteren rot wurde — das Wort „Sonnenbrand“ sollte an dieser Stelle reichen.

Straßenfotografie: Eine ältere Frau mit Hut und roter Jacke lacht in die Kamera.

Straßenfotografie: Frau in roter Jacke vor roten Schirmen.

Straßenfotografie: Mann in rotem Adidas-Trainingsanzug nach dem Essen.

© Martin Gommel

Ein Mädchen schaut zur Seite.

Straßenfotografie: Drei Personen in rot, weiß und schwarz.

Straßenfotografie: Mann mit roter Schildmütze vor einem orangen Auto.

Straßenfotografie: Eine ältere Frau wirf ihr Taschentuch in einen orangen Mülleimer.

Straßenfotografie: Drei Männer in Orange vor oranger Gießkanne.

Straßenfotografie: Ein Mann in orangem T-Shirt vor vielen anderen orangen Dingen.

Straßenfotografie: Verschiedenfarbene Marktplanen in orange und weiß.

Straßenfotografie: Eine Frau mit gelbem Schal um den Kopf schaut zur Seite.

Straßenfotografie: Mann mit gelbem Gurt steht vor gelbem Baustellenhäusschen.

Straßenfotografie: Bauarbeiter hinter gelbem Baustellengehäus.

Straßenfotografie: Ein älterer Herr vor gelbem Hintergrund.

Straßenfotografie: Frau in gelbem Jakett.

Straßenfotografie: Eine Wand mit roten Streifen.

Straßenfotografie: Ein gelbes Regen-Cape.

Straßenfotografie: Straßenmarkierungen in weiß und gelb.

Straßenfotografie: Eine Frau in goldener Kleidung schaut zum Betrachter.

Meine Begeisterung für warme Farben hat sich bis heute nicht verändert. Ich liebe den „Fluss der Farben“* von Raghubir Singh, die zahlreichen Braun- und Rottöne in Leiters „Early Color“* und diejenigen, die mir jeden Tag in der Stadt begegnen.

Karlsruhe ist derzeit vollgestopft mit roten Baustellenschildern, gelben Straßenmarkierungen und (Gott sei dank jetzt nicht mehr) oranger CDU-Werbung. Menschen tragen gern ein saftiges Gelb, rote Jacken fallen immer auf und die orange Gießkanne, nun, wer kennt sie nicht?

Die hier gezeigten Aufnahmen bilden übrigens einen guten Kwerschnitt meiner Arbeit der letzten zwölf Monate. Hält man ein Sieb darunter und lässt nur das durch, was warme Farben beinhaltet, bleiben diese übrig. Ich bin schon sehr gespannt auf die kommenden Jahre und wer weiß, vielleicht mache ich ja mal ein Buch daraus.

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3 Kommentare

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  1. hallo martin .

    sage einfach nur – g e f a e l l t , mir zumindest .
    sehr schoenes, in sich schluessiges projekt bzw. arbeiten .
    bin gespannt was da noch kommt .

    gruss – m.funk

  2. Das zweitletzte =)
    Also nachdem ich die Einleitung gelesen hab…finde es total interessant, dass du überhaupt mal in s/w fotographiert hast! Bleib dran, bin gespannt was noch so kommt und in welche Richtung es evtl noch gehen wird.

  3. Mir gefaellt, dass keine andere Farbe die Bilder stoert. Bei solch alltaeglichen, normalerweise recht bunten Bildsituationen bestimmt nicht immer einfach – gratuliere.