01. Juni 2014

Von oben betrachtet

Die „Mall Armenia“, früher Galerie „Gabriel Mejia“, ist das Herz des beliebten Handelszentrums der Hauptstadt der Provinz Quindio in Kolumbien. Für wenig Geld kann man dort alle wichtigen Waren und Dienste erwerben. Auf extrem engem Raum sitzen die Händler und Dienstleister dort in ihren Kabinen, um sie herum drei Metallplatten, an denen alles untergebracht ist, was sie definiert oder was sie anzubieten haben.

Diesem skurrilen Mikrokosmos hat sich Gabriel Linares fotografisch angenommen. Der 23-Jährige ist Journalist und Sozialvermittler, angehender Fotojournalist und Designer für Audiovisuals. Im Spannungsfeld seiner Tätigkeiten interessiert er sich insbesondere für das, was er in seinem direkten Umfeld vorfindet.

Seine Serie „A vuelo de pájaro“ zeigt die Handwerker der Mall aus einer anderen Perspektive, die der normale Bürger nie haben wird, der ihnen und ihren Läden immer von vorn gegenübertritt. Aus der Vogelperspektive werden Details und Gegenstände hinter den Ladentischen ebenso sichtbar wie die unterschiedliche Art der Einrichtung.

Winziges Ladengeschäft eines Schneiders, weitwinklig von oben fotografiert.

Cesar Burbano, Schneider

Winziges Ladengeschäft eines Botanikers, weitwinklig von oben fotografiert.

Cesar Burbano, Botaniker

Winziges Ladengeschäft eines Sammlers, weitwinklig von oben fotografiert.

Alberto, Sammler

Winziges Ladengeschäft eines Händlers, weitwinklig von oben fotografiert.

Gustavo Rincón, Händler

Winziges Ladengeschäft eines Händlers, weitwinklig von oben fotografiert.

Alirio Zuluaga, Händler

Winziges Ladengeschäft eines Technikers, weitwinklig von oben fotografiert.

Gemay Marulanda, Techniker

Winziges Ladengeschäft einer Schuhmacherin, weitwinklig von oben fotografiert.

Laura Gómez, Schuhmacherin

Winziges Ladengeschäft eines Botanikers, weitwinklig von oben fotografiert.

Jose Noel, Botaniker

Winziges Ladengeschäft eines Schneiders, weitwinklig von oben fotografiert.

Edgar Alzate, Schneider

Winziges Ladengeschäft eines Sammlers, weitwinklig von oben fotografiert.

Fernando, Sammler

Winziges Ladengeschäft einer Stylistin, weitwinklig von oben fotografiert.

Luz Sánchez, Stylistin

In diesen winzigen Räumen herrscht teilweise Chaos, teilweise penible Ordnung, aber so richtig einladend wirkt keiner auf mich. Auf so engem Raum bleibt auch wenig Platz für Werbung oder ein ausgefeiltes System. Es muss nur alles untergebracht werden, was verkauft werden soll oder Gerätschaft für ein Handwerk ist.

Vor allem wird sehr deutlich, welche Vielfalt an Dingen hier auf kleinstem Raum seinen Platz findet, von dem aus eine Person ihr Überleben sichert. Gemein ist dabei allen Kabinenläden, dass sie nicht visuell ansprechend eingerichtet sind, wie wir es (hierzulande?) gewohnt sind.

Ähnliche Artikel


3 Kommentare

Schreib’ einen Kommentar

Netiquette: Bleib freundlich, konstruktiv und beim Thema des Artikels. Mehr dazu.

  1. Für mich ist es schier unglaublich, dass Menschen auf so einem kleinen Raum Dienstleistung oder Handwerk anbieten können.
    Die Fotografische Umsetzung ist gelungen und lässt mich staunen was alles möglich ist oder möglich sein muss. Die Idee diese Läden aus der Vogelperspektive zu fotografieren ist grandios, da ich einfach nur staunend dasitzen kann und nicht von diesen Fotos loskomme.

  2. Super Bilder! Interessant wäre noch zu wissen, wie der Fotograf gearbeitet hat – hat er die Kamera oben befestigt oder ist er auf eine Leiter gestiegen?
    Was die beiden Botaniker anzubieten haben ist mir auch ein Rätsel ;) Auf jeden Fall eine sehr spannende Serie!