06. April 2014

Jesse Marlow: Melbourne in Farbe

Es stimmt tatsächlich: Jesse Marlow gehört zu meinen Vorbildern. Als ich seine hochkontrastigen Bilder zum ersten Mal in „Street Photography Now“* auf Seite 114/115 sah, prägten sie sich sofort ein. Marlow hat eines erreicht: Seine Fotos gingen in der täglichen Bilderflut nicht unter, die mich täglich überschwemmt. Im Gegenteil. Sie stachen heraus wie ein rotes Segelboot.

Der in Melbourne Geborene gerät ins Schwärmen, als ich ihn frage, warum er fotografiert. „Ich habe es schon immer getan. Im Alter von acht Jahren fing ich als kleiner Junge an, Graffiti zu fotografieren. Das war Mitte der Achziger.“ Von da an begann seine Leidenschaft für die Straßenfotografie zu wachsen. Der Grund dafür ist folgender:

Ich liebe die Unsicherheit der Straßenfotografie, insbesondere den Umstand, dass ich morgens das Haus verlasse und abends vielleicht mit einem Bild nach Hause komme, das mich für immer begeistern wird.

Und so auch mich.

Eine Frau hat ihre Beine hochgestreckt. Melbourne, Straßenfotografie von Jesse Marlow.

Eine Frau beugt sich und zwei Beine schauen unter Straße hervor. Melbourne, Straßenfotografie von Jesse Marlow.

Ein Mensch hält ein gelbes Teil nach oben und steht auf der Straße vor einer gelben Wand. Melbourne, Straßenfotografie von Jesse Marlow.

Ein Mann ist durch 6 Kacheln zu sehen. Melbourne, Straßenfotografie von Jesse Marlow.

Eine Frau hat einen leuchtend orangenen Hut auf. Melbourne, Straßenfotografie von Jesse Marlow.

Drei Männer sitzen in einem Affenkostüm auf einer Parkbank. Melbourne, Straßenfotografie von Jesse Marlow.

Eine Frau mit Kopftuch läuft direkt vor ein Fenster, das einen strahlenförmige Aufzug zeigt.Melbourne, Straßenfotografie von Jesse Marlow.

Ein Mann läuft gebückt auf die Kamera zu. Im Hintergrund steht ein Bus mit vielen Gesichtern drauf. Melbourne, Straßenfotografie von Jesse Marlow.

Zwei Männer tragen große Teile. Melbourne, Straßenfotografie von Jesse Marlow.

Eine weiße Katze springt eine Mauer hinunter. Melbourne, Straßenfotografie von Jesse Marlow.

Wir sehen ein Flugzeug vor einer Landkarte in einem Reisbüro, dessen Scheibe eingeschlagen wurde. Melbourne, Straßenfotografie von Jesse Marlow.

Viele Männer tragen eine Scheibe und halten ihre Hände komisch nach oben. Melbourne, Straßenfotografie von Jesse Marlow.

Ein Schwan steht an einem See vor einem Schild, das selbst auch ein Schwan ist. Melbourne, Straßenfotografie von Jesse Marlow.

Ein Mann ist scheinbar gefallen. Melbourne, Straßenfotografie von Jesse Marlow.

Auf mein neugieriges Nachhaken, wie er denn fotografiere, schreibt Marlow, er hätte sich die ersten zehn Jahre immer wieder Zeitfenster freigeschaufelt, in denen er mit der Kamera unterwegs war. Doch das schien ihm mit der Zeit zu restriktiv, weil er sich unter Druck gesetzt fühlte, etwas Besonderes zu finden.

Heutzutage fotografiert er täglich auf Reisen, da er als Werbefotograf ständig unterwegs ist. Die Bilder der hier präsentierten Serie fasst er unter dem ebenfalls merk-würdigen Titel „Dont Just Tell Them, Show Them“ zusammen. Der Name entstammt von einem Schriftzug, der auf diesem Bild zu sehen ist. Sie ist seit März 2014 als Buch erhältlich und auf 1000 Stück limitiert.

Jesse ist desweiteren Teil des Straßenfotografie-Kollektives iN-PUBLiC und auch auf Facebook zu finden.

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5 Kommentare

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  1. Starke Serie! Jedes einzelne Bild erzählt eine Geschichte, teils schön, teils bewegend. Aber auf jeden Fall sehenswert. Das Titelbild allein hat mich hierher gelockt und gerne würde man mehr dazu erfahren! Klasse! Melbourne kommt auf die ToDo-Liste! ;)