23. Januar 2014 Lesezeit: ~3 Minuten

Die Magie der Pflanzen

Nicht vielen Fotografen gelingt es, die abstrakte Schönheit von Pflanzen und der Natur so einzufangen wie Iwona Drozda-Sibeijn. Ihre Arbeiten zeigen diese Magie in den kleinen Details, die jeder kennt, der gern mit einer Kamera und einer Makrolinse durch Wald und Wiesen zieht.

in Seclusion © Iwona Drozda-Sibeijn

Die Vorliebe für die Motive ihrer Fotografie entwickelte sich bei Iwona schon zeitig. „Meine frühe Kindheit habe ich auf der Farm meiner Großmutter verbracht“, erzählt die Künstlerin, „als ich in die Stadt gezogen bin, wurde mir klar, wie wichtig das eigentlich für mich ist. Ich liebe die Erscheinungsformen der Natur, die Stille, Komplexität und Unvorhersehbarkeit, man kann sie in jeder Lichtstimmung einfangen, was mir als Fotografin natürlich endlose Möglichkeiten gibt.“

red blessing © Iwona Drozda-Sibeijn

Dabei gilt ihre Liebe sogar zuallerst den Pflanzen und nicht der Kunst, was sich in Bildern widerspiegelt, die einen sehr präzisen, aber seine Motive auch sehr liebenden Blick offenbaren: „Ich mag es sogar lieber, wenn ich im Wald rumlaufen und die Dinge angucken kann, als sie zu fotografieren. Es ist natürlich am besten, beides gleichzeitig zu tun, aber das ist ein endloser Konflikt.“

sentient © Iwona Drozda-Sibeijn

Vor einigen Jahren zog die gebürtige Amerikanerin in die Niederlande und gründete mit ihrem Mann eine eigene Firma, in der sie Design und Fotomanipulation professionell betreibt. „Ich lerne gern neue Dinge“, sagt sie, „am Anfang habe ich mich auf meine fotografischen Fähigkeiten konzentriert. Dann lernte ich, meine Szenen besser zu präsentieren und Komposition wie Diptycha und Triptycha zu machen. Zur Zeit mache ich viele CD-Artworks für andere Künstler und der nächste Schritt wird wohl zu Motion Graphics gehen.“

inEvitable © Iwona Drozda-Sibeijn

Iwona differenziert in ihrer Arbeit aber strikt zwischen Fotomanipulation, Design und der reinen Fotografie. „Das ist wichtig, dass ich die beiden Facetten meiner Arbeit trenne. Ein Foto würde ich nie auf dieselbe Art bearbeiten, zum Beispiel keine Elemente entfernen, den Kopierstempel verwenden oder Dinge einbauen, die nicht da waren. Ich könnte das leicht tun, aber es würde sich falsch anfühlen.“

In ihren Naturbildern verändert sie Details, Farben, man könnte fast sagen, dass sie den Pflanzen eine Schönheitsretouche verpasst. „Ich verbringe viel Zeit damit, die Fotos in die Form zu bringen, in der ich sie präsentieren will. Farben, Vingetten und solche Sachen, in diesem Prozess verwerfe ich auch viele Bilder. Die Details sind mir sehr wichtig, wahrscheinlich sogar zu wichtig. Oft lasse ich die Bilder erst einmal liegen und schaue sie später wieder an. Ich bin Perfektionistin und veröffentlich nur sehr wenig von meiner Arbeit.“

injection © Iwona Drozda-Sibeijn

Der niedrige Zahl an Veröffentlichungen und das Streben nach den besten Bildern zahlen sich am Ende aus: Die machmal auch etwas düstere, aber immer sehr kraftvolle, fast magische Bejahung des Lebens in seinen pflanzlichen Erscheinungsformen in den Bildern von Iwona Drozda-Sibeijn ist einen zweiten, dritten und vierten Blick wert.

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8 Kommentare

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  1. wunderschöne bilder, schön geschrieben, danke
    interessant ist, dass sie ihre extrem bearbeiteten bilder nicht mehr fotos nennt, sondern fotomanipulationen, diese trennung find ich gut
    ich würde zu gerne in ihren papierkorb schauen, um zu sehen, was sie alles wegwirft, wenn sie so wählerisch ist

  2. Die Bilder zeigen, dass man nicht in Naturschutzgebieten herumtrampeln muss, um die letzten Orchideen zu fotografieren, denn für ein gutes Bild kommt es nicht so sehr auf das Motiv an, sondern vielmehr auf die Bildbearbeitung und die anschließende Präsentation.
    Klasse Bilder!
    Henry

    • Hallo,

      die meisten Orchideen in Deutschland wachsen außerhalb von Naturschutzgebieten! Ohne Bildbearbeitung keine guten Photos? Auch hier muß ich entschieden widersprechen. Abgesehen davon finde ich Iwonas Arbeiten interessant und ästhetisch einwandfrei.

      LG
      Stevie