19. August 2013

Stille und Isolation

Natürlich klingt es wie ein Klischee, aber die Fotografie ist für mich – wie für viele andere – eine Art des Ausdrucks. Sie führt sowohl die emotionale als auch die kreative Seite meines Charakters zusammen und erfüllt mich. Andere Menschen schreiben, zeichnen, musizieren, gestalten; das ist ihre Art. Aber für mich ist das die Fotografie. Sie ist das beste Medium für meine Persönlichkeit.

Obwohl durch meine Arbeit viele unterschiedliche Kameras involviert waren, bin ich nicht besonders interessiert an ihrer Technologie. Sie sind ganz einfach ein Mittel zum Zweck. Sie erlauben mir, auf die Straße zu gehen und die Welt da draußen zu fotografieren. Aber sie sind nicht die treibende Kraft meiner Kreativität.

Die Qualität des Lichts ist natürlich der wichtigste Faktor und zwischen Licht und Schatten die richtige Balance zu finden, ist die große Herausforderung in meinen Bildern. An feineren Details bin ich nicht so sehr interessiert, sondern was in den Schatten versteckt sein könnte, das fesselt mich. Das ist das Mysterium, dort liegt die Geschichte.

Meine aktuelle Serie „Man On Earth“ unterstreicht den dramatischen Kontrast zwischen urbanem Hintergrund und der kleinen, aber wichtigen Präsenz des menschlichen Lebens und der einzigartigen visuellen Charakteristika.

Space © Rupert Vandervell

Fragile © Rupert Vandervell

In The Line Of Light © Rupert Vandervell

Man On Earth © Rupert Vandervell

Fade To Black © Rupert Vandervell

Lightness Of Being © Rupert Vandervell

Metaphysical Moment © Rupert Vandervell

The Healing Place © Rupert Vandervell

Dabei ist es mir wichtig, die menschliche Form in ihrer alltäglichen Welt auf eine Weise festzuhalten, die normales menschliches Benehmen darstellt. Genau das definiert, wer wir sind.

Beim Arbeiten begann ich zu sehen, dass sogar in der Geschäftigkeit einer übervollen Stadt Stille und Isolation zu finden sind. Eine bestimmte Art Einsamkeit. Diese Momente, in denen wir getrennt von anderen und vielleicht zu einem bestimmten Maß verletzlich sind.

Distanziert bleiben, jedoch ein bisschen in diese Vertrautheit dringen und zeigen, wie faszinierend wir in unserer Umgebung sind, eingeschlossen in der großen Stadt: Für mich ist das essentiell. In unserer Welt mit immer weiter wachsenden Bevölkerungszahlen werden stille Momente wie diese immer schwerer vorstellbar.

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23 Kommentare

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  1. Ich sah eben diesen Post, konnte aber nicht herausfinden, von wem die Fotos sind, weil der Name des Fotografen erst ganz unten steht. Ich dachte mir, sieht aus wie Rupert Vantervell, einer der wenigen Fotografen, denen ich auf Flickr folge. Und siehe da, ganz unten sah ich dann, das die Bilder von ihm sind. Für mich einer der Besten auf diesem Gebiet.

  2. Seine Bilder sollten ein Beispiel für jeden „Straßenfotografen“ sein. Die scheinen nämlich in der Mehrzahl zu glauben, dass Nähe zum Menschen durch Indiskretion und Respektlosigkeit entsteht. Hier sieht man eindrucksvoll, dass das Gegenteil der Fall ist.

  3. Du schreibst das die Technik nicht weiter wichtig ist für dich, nur ein Mittel zum zweck aber dann auch folgenden Satz:
    „Die Qualität des Lichts ist natürlich der wichtigste Faktor und zwischen Licht und Schatten die richtige Balance zu finden, ist die große Herausforderung in meinen Bildern.“

    Die Qualität zwischen Licht und Schatten, also hell und dunkel, ist wieder Abhängig von der Qualität des Dynamikumfangs der Kamera, wie sie mit den beiden extremen umgehen kann. Somit ist die Technik, also wichtig. Mir bleibt es immer unverständlich wie man die Technik ausgrenzen kann. Früher musste man sich überlegen welchen Film man einlegt, heute welche Einstellungen man trifft. Je besser die Kamera in ihrem Fortschritt der Technik (gilt auch für die Objektive), desto besser das Ergebnis der Bilder. Letzt endlich ist es immer ein Zusammenspiel von allem und jeder muss seinen Mittelweg finden (Interesse, Geld, etc.).

    • Ich denke er meinte damit nicht, dass ihm vollkommen egal ist, welche Kamera er benutzt. Der Punkt, den er meiner Meinung nach klar machen wollte ist der, dass Ihn nicht primär die Technik interessiert.

      Liest man sich durchs Netz, beschleicht einem immer öfter das Gefühl, dass es eben vielen Fotografen primär um Pixel und Technik geht als um das eigentliche Ergebnis aus künstlerischer und fotografisch-handwerklicher Sicht. Ich denke er wollte klarstellen, dass es ihm auf den ein oder anderen Pixel mehr oder weniger nicht so sehr ankommt, solange er sein künstlerisches Ziel erreicht.

      Er liegt mit dieser Einschätzung nicht all zu weit entfernt von meiner Meinung zu diesem Thema. Ich verstehe aber auch, dass es Fotografen gibt, die sich eher zur technischen Seite der Fotografie hingezogen fühlen. Jeder eben so, wie er es mag.

  4. Blogartikel dazu: Wochenrückblick #54 » ÜberSee-Mädchen