26. März 2013 Lesezeit: ~4 Minuten

Der Frühling: Neues Leben überall

„Alles freuet sich und hoffet, wenn der Frühling sich erneut.“ – Friedrich Schiller

Gezwitscher klingt von überall her, ein feiner Duft von frischem Gras und den ersten Blumen liegt in der Luft. Es ist Frühling! Nichts ist so erfrischend wie diese jahreszeitliche Erneuerung der Natur. Während die letzten Schneereste schmelzen und die Temperaturen tagsüber den einstelligen Bereich verlassen, sprießt überall neues Leben hervor.

Auch für die Naturfotografen ist der Frühling eine wunderbare Zeit. Die Vögel singen und balzen um die Wette und während die Männchen um die Gunst der Weibchen buhlen, hat der Fotograf jedes Jahr aufs Neue die Möglichkeit und Chance, dieses Gebaren festzuhalten. Es ist ein faszinierendes Schauspiel, das sich jedes Jahr von Neuem abspielt.

Frühling © Kevin Winterhoff & Hermann Hirsch

© Kevin Winterhoff & Hermann Hirsch

Bei den Vögeln ist das Frühjahr geprägt von der Rückkehr aus den Überwinterungsgebieten. Kaum im Brutgebiet angekommen, beginnt der Streit um die besten Reviere. Die Männchen singen sich die Seele aus dem Leib und versuchen, die weiblichen Vögel mit sogenannten Brautgeschenken zu beeindrucken.

Es gibt aber auch Vögel, die nicht durch ihren Gesang auf sich aufmerksam machen, sondern andere Arten und Weisen finden, auf sich aufmerksam zu machen. Der Flussregenpfeifer ist ein Beispiel dafür: Das Männchen plustert sich auf, spreizt das Seitengefieder und lässt es seltsam hängen. Dies wird durch eigentümliche Bewegungen unterstützt.

Flussregenpfeifer © Kevin Winterhoff & Hermann Hirsch

Auch bei den Säugetieren beginnt im Frühjahr der Zyklus der Fortpflanzung von Neuem. Überall werden nun Tierkinder geboren, sei es bei den Wildschweinen, den Hirschen oder den Rehen.

Letztere legen ihre Kitze im hohen Gras der Wiesen ab, wo sie in den ersten Wochen, ohne sich zu bewegen, vollkommen von der Mutter abhängig sind. Dieses Verharren führt teilweise zu schrecklichen Ereignissen.

Kitz © Kevin Winterhoff & Hermann Hirsch

Nämlich dann, wenn die großen Mähmaschinen durch die Wiesen fahren, um die erste Mahd einzufahren. Kitze fliehen nicht und wenn zuvor die Wiese nicht durchsucht wurde, zerstört das dumpfe Geräusch eines stockenden Mähwerks die Idylle der Natur.

Von alledem bekommen die jungen Uhus im entfernten Steinbruch nichts mit. Sie sind bereits im April geschlüpft und verharren die erste Zeit in der Brutnische. Wenn es wärmer wird und sie bereits ausreichend groß sind, verlassen sie diese und sitzen zumeist gemeinsam an einer Stelle und üben das Flügelschlagen, während sie auf die nächste Fütterung durch die Mutter warten.

Uhu-Jungvögel © Kevin Winterhoff & Hermann Hirsch

Waldkauz Ästling © Kevin Winterhoff & Hermann Hirsch

Nicht ganz so sicher sind die jungen Waldkäuze, die in der sogenannten Ästlingszeit das sichere Nest verlassen müssen, um fliegen zu lernen. In dieser Zeit können sie nur klettern und sind somit den Gefahren durch Füchse oder freilaufende Hunde schutzlos ausgesetzt.

Für uns Naturfotografen ist das Frühjahr die wohl schönste Zeit im Jahr. Es gibt Motive im Überfluss und oft weiß man nicht einmal, wo man als erstes anfangen soll. Da hilft nur eines: Konzentration auf einige Themen und diese Projekte konsequent durchziehen.

Frühling © Kevin Winterhoff & Hermann Hirsch

Nur so können ausdrucksvolle Bilder entstehen, die das Leben der Tiere in vielfältiger Weise darstellen. Dieses Jahr haben wir uns den Dachs vorgenommen, bereits jetzt suchen wir wieder nach besetzten Bauen, denn schon bald beginnt die Zeit:

Dann blüht das Schneeglöckchen wieder, es wird wärmer und Gezwitscher liegt in der Luft…

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