08. November 2011 Lesezeit: ~4 Minuten

Moderne und Visionen vs. Tradition und Staub

Nach meinem diesjährigen Aufenthalt in Island bin ich davon ausgegangen, dass ich den Rest des Jahres in Berlin verbringen werde – hatte aber glücklicherweise falsch gedacht. Kurzerhand packte mich das Reisefieber und ich entschloss mich, einen starken Kontrast in meiner Planung des Zielortes zu berücksichtigen. Die Vereinigten Arabischen Emirate, genauer gesagt Dubai, waren mein neues Ziel.

Einen größeren Kontrast hätte man allein durch die Wahl des Reiseziels wohl nicht schaffen können. Im Gegensatz zu Island herrschten in Dubai täglich zirka 40°C bei einer Luftfeuchtigkeit von ungefähr 80%, was das Fotografieren teilweise sehr erschwert, aber dazu später mehr. Auch die Motive, die auf mich warteten, erforderten einen vermehrten Einsatz des Weitwinkelobjektivs.

Skyline, Dubai 2011

Angekommen in Dubai um 6 Uhr morgens kurz vor Sonennaufgang, präsentierte sich die Skyline mit ihrem wohl markantesten Wahrzeichen, dem Burj Khalifa, in einem wunderschönen zartrosa Licht, verschwindend im Dunst der Großstadt.

Ich habe mich natürlich gleich auf den Weg nach Downtown Dubai gemacht, wo sich der Burj Khalifa noch immer im Dunst des Morgens zeigte. Von der fahrenden Metro aus konnte man die Skyline am besten fotografieren, da die Metro führerlos den Blick nach vorn freigibt.

Jumeirah Beach, Dubai 2011

Das erste Problem zeigte sich aber sehr schnell. Durch die hohen Temperaturen und die vielen klimatisierten Gebäude und Metrostationen beschlugen die Objektive beim Herausholen aus der Fototasche so schnell, dass mir meist nichts anderes übrig blieb als zu warten bis die Linse wieder frei war. Sehr hinderlich, wenn es schnell gehen musste, aber damit musste man rechnen.

Technisch gesehen habe ich zuerst Bedenken gehabt, ob meine Kameraausrüstung den hohen Temperaturen stand hält, aber nach ein paar Tagen intensiven Fotografierens stellte sich schnell heraus, dass das überhaupt kein Problem darstellte. Selbst die Akkuleistung wurde durch die Temperaturschwankungen der Klimaanlagen nicht merklich beeinflusst.

Sheikh Zayed Road 5, Dubai 2011

In Dubai, einer Stadt, die stetig wächst, existieren Fotomotive, an denen ich mich nicht satt sehen konnte. Ein Mekka für Fotografen, die sich mit Architektur und alltäglichen Stadt- und Straßenszenen beschäftigen.

Marina Bay 3, Dubai 2011

Mein Weitwinkelobjektiv kam in keiner anderen Stadt öfter zum Einsatz als hier, da viele Gebäude sehr eng zusammen stehen bzw. die Wolkenkratzer so hoch waren, dass man sie nur mit 10mm und etwas mehr Abstand als gewohnt aufnehmen konnte. Bestes Beispiel war der Burj Khalifa, das höchste von Menschenhand errichtete Bauwerk, der oft einfach nicht auf den kompletten Bildschirm passen wollte.

Downtown Dubai, 2011

Einen passenden Standpunkt zu finden, war ein großes Problem und zu diesem Zeitpunkt hätte ich mir einen Nodalpunktadapter gewünscht, mit dem ich den Turm perfekt durch Panoramaaufnahmen hätte aufnehmen können. Leider war dieser nicht eingeplant, so dass ich viel Zeit damit verbracht habe, den Turm von einem geeigneten Standpunkt zu fotografieren. Letztendlich habe ich dieses atemberaubende Gebäude aber doch noch angemessen aufnehmen können.

Sheikh Zayed Road 2, Dubai 2011

Im Endeffekt waren die Emirate für mich absolut lohnenswert. Wieder fiel mir auf, dass jede Region auf der Welt ein völlig anderes Licht aufzuweisen hat, was das Fotografieren jedes Mal aufs Neue spanennd macht. Hier war es das sehr weiche Licht, das die Silhouette der Großstadt oft in den Dunst von Morgennebel, Sand und Staub tauchte. Selbst tagsüber war das Licht ideal, um diese Stadt in den schönsten Kontrasten und Farben darzustellen.

Sheikh Zayed Mosque 3, Abu Dhabi 2011

Mein Fazit: Unbedingt ansehen!

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