Dies ist ein Artikel von Florian Liebetrau. Er macht eine Ausbildung zum Kommunikationsdesigner und wohnt in Torgau, Sachsen. Er hat sich vor allem für Nahlinsen und die offene Blende entschieden, durch die er Bilder von Kunst und seiner Umwelt, mit Vorliebe auf körniges Material bringt. Seine Arbeiten findet Ihr auch auf flickr.Therapie, Droge und Geliebte zugleich. Sich einfach auf den Boden zu legen und Bilder in den Wolken zu entdecken, so sehe ich das Fotografieren. Ich lasse die Gedanken treiben und gebe mir die größte Mühe, die Realität nicht so abzubilden wie ich sie sehe, sondern wie ich sie fühle, denn alles andere wäre nur der verzweifelte Versuch, das zu zeigen, was man sowieso bereits sieht.
So gieße ich lieber die Realität in eine gläserne Brillanz und passe behutsam darauf auf, ihr nicht zu nahe zu kommen. Stille und Einsamkeit sowie Intimität oder manchmal auch das leise Summen einer Neonröhre sind Dinge, die in mir den Drang wecken, den Auslöser zu drücken und ein Gefühl im Bild zu speichern, das mich in diesem Moment erfüllt.
Die offene Blende als offenes und sehr selektives Auge, das die Realität in Millionen von Dimensionsebenen zerfließen lässt und sie so zeigt, wie wir sie nicht wahrnehmen können. Auch Pushen und Pullen helfen dabei, in Sphären vorzudringen, die man so nicht kennt. Momente von Besonderheit in besondere Gewänder hüllen, die Realität verkleiden und schminken, Spaß am Spiel mit dem, was vielen von uns viel Stress bereitet – kurz: Eine Mal- und Basteltherapie für Realitätsflüchtlinge.




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