Redaktioneller Beitrag30.01.2012 / 08:15

Bildervorstellung: “Triefendes Schwarz”

Ein Bild. Es weckt Erinnerungen an eine andere Zeit. Die 1980er Jahre, eine Zeit, in der ich selbst so sehr Kind war und die Zeit des jugendlichen Aufruhrs, des seitlich rasierten Kopfhaares meines Bruders und des Empörtseins meines Vaters. Dunkle und laute Musik aus dem Zimmer meines Bruders. Depeche Mode aus den Lautsprechern.

Martin gab uns Redakteuren die Aufgabe, uns jeweils ein Bild aus unseren Arbeiten herauszusuchen und vorzustellen. Ich habe mich für dieses entscheiden. Warum? Das lest Ihr hier:

2010, als ich dieses Bild machte, war ich gerade dabei, die Menschenfotografie für mich zu entdecken und machte mich auf, um nach Leuten zu suchen, die vor meiner Kamera stehen wollten. Dieser Mensch dort auf dem Bild war der erste mir unbekannte vor der Kamera. Wir trafen uns vorher, quatschten, mochten uns. Nachdem ich sie sah, hatte ich ein Bild im Kopf, Fever Ray, Musik die mich durchschüttelte, wenn ich sie hörte und Fever Ray mit der Totenmaske. So wollte ich sie festhalten. Sie selbst war von der Idee ebenfalls begeistert, da sie so etwas noch nie ausprobiert hatte.

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Artikel29.01.2012 / 11:43

Lars Licht: Fotokünstler der neuen Avantgarde

Dieser Artikel ist von Christof Schoppa. Er lebt und arbeitet in Gelnhausen. Doch die meiste Zeit widmet er seiner großen Leidenschaft, der Fotografie. Seine Fotos kann man auf Flickr betrachten und ihm gerne auf Twitter folgen.

Lars Licht, das ist der frische und prestigeträchtige Name auf dem deutschen Foto-Olymp, den man sich einprägen sollte. Schon seit seiner Geburt hat Lars den überdurchschnittlich originellen und ausgefallenen Blick für faszinierende, perspektivisch ergreifende Lichtbilder, die eine Augenweide für jedes Sehorgan sind. Die Kamera ist sein ausnahmslos immerwährender Begleiter.

Er ist sozusagen der zeitgerechte Leonardo da Vinci der Fotografie. Ein Universalgenie, welches seinergleichen sucht und in seinem Sektor einen herrlich innovativen Weg geht.

Als ich ihn bei der Verwirklichung seiner Kunst beäugt habe, merkte ich ohne Umschweife, dass er entgegengesetzt aller Normen funktioniert. Er hat diese gewisse Aura, die ihn umhüllt und ihm sinnbildlich gestattet, von einem Motiv zum nächsten zu schweben.

Ganz einfach so wie durch bezaubernd wirkende Magie. So ist das. Etwas Vergleichbares habe ich mit meinen Augen zu keiner Zeit ausfindig gemacht. Ich war zutiefst beeindruckt, als ich diesen brillianten Kopf und seine zeitlosen Monumente der fotografischen Kunst wahrgenommen habe. Augenweiden, die mich in seine Welt eintauchen ließen. Chapeau.

Artikel28.01.2012 / 11:05

Escalator Studies

Dieser Artikel ist von Malte Brandenburg, einem Berliner, der in Kopenhagen lebt und arbeitet. Malte konzentriert sich überwiegend darauf, die Architektur von Kopenhagen fotografisch festzuhalten. Seine Fotos finden sich auch auf Facebook und Google+.

Man kennt das ja: Hundertmal gesehen, aber nie wirklich bemerkt. So geschehen bei mir und der Kopenhagener Metro. Jeden Tag bin ich mit den Rolltreppen runtergefahren, habe auf die Metro gewartet und mich zu meinem Bestimmungsort fahren lassen.

Zu meiner Verteidigung sei gesagt, dass dies in der Regel morgens auf dem Weg zur Arbeit war, zu dieser Tageszeit reicht meine Aufmerksamkeit nicht über die nächste Tasse Kaffee hinaus.

Doch eines Tages fielen mir dann die Linien und Formen der Rolltreppen auf, wie sie sich geradezu schwerelos quer durch den Raum ziehen, in die Höhe strecken oder in die Tiefe fallen. Ich fasste augenblicklich den Entschluss, dies bildlich festzuhalten.

Escalator Studies

Jeden Tag mit den öffentlichen Verkehrsmitteln nutzte ich von da an, um die unterschiedlichen Rolltreppen der Stadt zu erkunden. Mir war sehr schnell klar, dass ich eine Bilderserie machen wollte. Es sollte jedoch eine Serie sein, auf der keine Menschen zu sehen sind, sondern nur die Architektur der Rolltreppen.

Ich musste daher ein Zeitfenster finden, in dem relativ wenig Menschen die Metro benutzen: Nachts. Ein paar Wochen später kam ich an einem Samstag kurz nach Mitternacht nach Hause und auf Anraten meiner Freundin fasste ich mehr oder weniger spontan den Entschluss, noch einmal mit der Kamera loszuziehen, um die erste Rolltreppe abzulichten.

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Artikel27.01.2012 / 08:04

Landschaftsfotografie im Mondlicht

Rainer Mirau Der folgende Artikel stammt von Rainer Mirau. Der studierte Umwelttechniker machte vor einigen Jahren sein Hobby zum Beruf und genießt nun die Freiheiten, die ihm die Landschaftsfotografie bietet. Viele Wochen im Jahr bereist er Nordeuropa, die Alpen und mediterrane Gebiete. Mehr Information zu seinem Schaffen findet Ihr auch auf Facebook und Google+.

Es ist dunkel, oft kalt und man ist sehr wahrscheinlich alleine. Das klingt nicht gerade nach einer lohnenden Beschäftigung. Aber genau das ist es für mich: Die Landschaftsfotografie im Mondlicht. Eine inspirierende Alternative zur typischen Landschaftsfotografie.

Bei Vollmond allein einen Spaziergang im Wald zu machen, stellt auch den mutigsten unter uns die Rückenhaare auf. Es sind magische Momente, die durch das fahle Licht und die oft gespenstische Stille mein Herz höher schlagen lassen. Um die Chance auf lohnendes Bildmaterial zu erhöhen, möchte ich im Folgenden meine Erfahrungen mit Euch teilen.

Wie die Sonne im Verlauf eines Jahres zwischen einem südlichsten und einem nördlichsten Punkt auf- und untergeht, so schwankt auch der Aufgangsort des Mondes am Horizont während einer Mondphase. Der Mond läuft im Verhältnis zur Erdoberfläche in entgegengesetzter Richtung, sein Aufgang erfolgt wie bei Sternen im Osten und sein Untergang im Westen. Mondlicht hat gegenüber direktem Sonnenlicht eine sehr geringe Farbtemperatur von 4100K, es hat also einen wärmeren Farbton.

Landschaftsfotografie im Mondlicht

Die Hochalmspitze im Kärntner Teil des Nationalpark Hohe Tauern in Österreich. Mit dem Zelt allein hochalpin unterwegs zu sein, ist immer ein Erlebnis. Eine klare Vollmondnacht auf 2500m Seehöhe ist eine Offenbarung. Den relativ hohen ISO-Wert von 500 wählte ich zwangsläufig, da ich (nicht zum ersten Mal) meinen Fernauslöser für Belichtungszeiten über 30 Sekunden im Tal vergessen hatte. (Canon EOS 5DII, 4/17-40mm @ f6.3, 30sek, ISO 500)

Mehrere Faktoren beeinflussen die Eignung des Mondlichts für die Fotografie. Den augenscheinlichsten Einfluss hat die Mondphase. Neumond, Halbmond, Vollmond – jeder kennt den Mond in seinen verschiedenen Phasen. Zwischen Halbmond und Vollmond ist Fotografieren im Mondlicht sinnvoll, wobei der halbe Mond nicht halb so hell wie der volle ist, sondern nur etwa 11% der Leuchtkraft besitzt. Die Erklärung dafür ist, dass die Strahlen der Sonne wesentlich schräger reflektiert werden als bei Vollmond.

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Redaktioneller Beitrag26.01.2012 / 08:05

Die Redaktion stellt sich vor: Marit Beer

Vorwort: Martin Gommel

Als wir Marit und ihre Fotos kennenlernten, war irgendwie klar, dass wir sie recht bald fragen würden, ob sie zu uns in die Redaktion kommen möchte. Wir alle mochten ihre “angenehm unbequeme” Schreibe (im positiven Sinne), die schön kwer, schräg und ungewohnt klang und somit perfekt zum noch jungen Magazin passte.

Außerdem fand ich persönlich den Gedanken faszinierend, jemanden in der Redaktion zu haben, der zu 100% analog fotografiert, weil uns das noch einmal eine größere Breite in dieser Thematik geben würde.

Dazu kam, dass Marit nicht nur auf Film fotografierte, sondern auch noch Bilder machte, die mir sehr gut gefielen. Ihre Herangehensweise, Menschen zu portraitieren beeindruckte mich zunehmend und ihr erster Artikel brachte mich quasi auf den Geschmack.

Mittlerweile ist Marit ein fester Bestandteil unserer Redaktion, von KWERFELDEIN. Darauf bin ich schon ein bisschen stolz, zugegeben. Jetzt aber reiche ich das Mikrofon an sie selbst und heiße sie nochmals herzlich willkommen.

Es ist nun einmal so, dass man sich vorzustellen hat. Das gehört zum guten Ton und man möchte ja wissen, mit wem man es da überhaupt zu tun hat. Das letzte Mal, dass ich mich vorzustellen hatte war, als ich mein Masterstudium begann. Da saßen mir 20 völlig fremde Menschen gegenüber und ich sollte ihnen mitteilen, wer ich bin.

Ich weiß nicht mehr, was ich sagte, aber ein paar lustige Sachen müssen es gewesen sein, denn ein paar lachten. Als die zehn Minuten Vorstellung vorbei waren, setzte ich mich mit trockener Kehle wieder hin und die anderen waren an der Reihe. Ich weiß übrigens nichts mehr von dem, was sie sagten, weder blieben mir ihre Namen in diesem Moment im Gedächtnis, noch ihre Ausbildungen oder Vorbildungen. Es war alles in einer grauen Suppen irgendwo im letzten Winkel des Stirnhinterzimmerchens verschütt gegangen.

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