Artikel16.05.2012 / 09:32

Fotografieren gegen die Wirklichkeit

Dies ist ein Artikel von Florian Liebetrau. Er macht eine Ausbildung zum Kommunikationsdesigner und wohnt in Torgau, Sachsen. Er hat sich vor allem für Nahlinsen und die offene Blende entschieden, durch die er Bilder von Kunst und seiner Umwelt, mit Vorliebe auf körniges Material bringt. Seine Arbeiten findet Ihr auch auf flickr.

Therapie, Droge und Geliebte zugleich. Sich einfach auf den Boden zu legen und Bilder in den Wolken zu entdecken, so sehe ich das Fotografieren. Ich lasse die Gedanken treiben und gebe mir die größte Mühe, die Realität nicht so abzubilden wie ich sie sehe, sondern wie ich sie fühle, denn alles andere wäre nur der verzweifelte Versuch, das zu zeigen, was man sowieso bereits sieht.

So gieße ich lieber die Realität in eine gläserne Brillanz und passe behutsam darauf auf, ihr nicht zu nahe zu kommen. Stille und Einsamkeit sowie Intimität oder manchmal auch das leise Summen einer Neonröhre sind Dinge, die in mir den Drang wecken, den Auslöser zu drücken und ein Gefühl im Bild zu speichern, das mich in diesem Moment erfüllt.

Die offene Blende als offenes und sehr selektives Auge, das die Realität in Millionen von Dimensionsebenen zerfließen lässt und sie so zeigt, wie wir sie nicht wahrnehmen können. Auch Pushen und Pullen helfen dabei, in Sphären vorzudringen, die man so nicht kennt. Momente von Besonderheit in besondere Gewänder hüllen, die Realität verkleiden und schminken, Spaß am Spiel mit dem, was vielen von uns viel Stress bereitet – kurz: Eine Mal- und Basteltherapie für Realitätsflüchtlinge.

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Redaktioneller Beitrag15.05.2012 / 07:51

Die mystische Schönheit der Natur: Hengki Koentjoro

Weite Landschaften, atemberaubende Nebelschwaden in exotischen Urwäldern auf der anderen Seite des Globus. Wolkentürme über Tälern, in denen ein alter Tempelbau ruht. Sich brechende Wellen. Taucher, Schwimmer, fernöstliche Gelassenheit auf einem Steg am Wasser.

All das und noch mehr verbinde ich mit den Arbeiten von Hengki Koentjoro. Obwohl sofort klar ist, dass kontrastreiche Schwarzweißfotos in quadratischem Format der Rahmen seines Stils bestimmen, fällt es mir fast schwer, seine Bilder darüber hinaus zu beschreiben.

Es gibt eine unüberschaubare Zahl von Fotos, die alltägliche Naturgewalten und -ansichten zeigen. Auf denen man sieht, dass der Fotograf bewusst auf den richtigen Moment gewartet und ihn dann eingefangen hat. Was den Großteil dieser Arbeit aber von Hengkis unterscheidet, ist fast eine Nuance, die ich erst nach einiger Betrachtung benennen konnte.

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Artikel14.05.2012 / 07:49

Bestandsaufnahme

Der folgende Beitrag stammt von Florian Bachmeier. Er studierte Fotografie und Geschichte, nun lebt und arbeitet er als selbstständiger Fotograf in München und Madrid. Wenn möglich, verbindet er Auftragsarbeiten mit eigenen langfristig angelegten Projekten, zur Zeit beispielsweise über Grenzlandschaften in Osteuropa. Mehr erfahrt Ihr auch auf seinem Blog.

Nach so vielen Jahren, in denen ich jetzt schon fotografiere, ist die Lehrzeit, die ich mir einmal gesetzt hatte, immer noch lange nicht vorbei. Ich bin immer noch, fast Tag für Tag, auf der Suche nach Bildern, die mir etwas bedeuten könnten, bin immer noch hungrig, nie zufrieden.


Allerheiligen, San Adriá de Besós, Spanien

Wie vor vielen Jahren, als ich zum ersten Mal zu einer langen Reise aufgebrochen bin und die ich mir eigentlich als eine Art Abschluss meiner fotografischen Ausbildungszeit vorgestellt hatte. Ein Irrtum. Ich erinnere mich noch an den Hafenkai in Huelva, im äußersten Südwesten Spaniens. Der Atlantik war, wie so oft im Winter, unruhig und aufgewühlt, dunkelgraue Wellen, die in regelmäßigen Intervallen gegen die Betonmauern rollen, unaufhörlich.

Es war einen Tag vor meiner Abreise, einen Tag bevor ich einen Überlandbus nach Madrid bestieg, um von dort am nächsten Tag nach Abidjan, an der Elfenbeinküste, zu fliegen. Im Gepäck eine Hose, ein paar Hemden, ungefähr 70 Schwarzweißfilme und zwei verbeulte Nikon FM2. Acht Wochen, allein, durch unbekannte Länder, nur sehen und schauen.

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browserFruits13.05.2012 / 09:38

browserFruits Mai #2

Fotospecial: Stadt



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Deutschsprachig

• Der Künstler Timm Ulrichs hat von Shanghai bis Palermo Schilder abgelichtet, die das Fotografieren streng verbieten.

• Hier jehtsn Menschen wien Leuten – die Berlinfolgen porträtieren je einen Menschen der Großstadt im Multimediaformat, erzählen dabei rührende kleine Geschichten und zeigen einen enorm facettenreichen Querschnitt durch unsere Gesellschaft. Das Projekt ist seit einigen Tagen für den diesjährigen Grimme-Online-Award nominiert – Glückwunsch!

Sibylle Fendt über das Leben als Fotografin und die Erkenntnis, dass man mit diesem Beruf nicht reich wird.

• Sven Goder im Gespräch mit Klaus Pichler auf digitale fotoschule. Pichlers Arbeit “One Third”, die die weltweite Nahrungsmittelverschwendung thematisiert, ging kürzlich häufig durch die Medien und mag bereits ein Begriff sein.

• „Berlin ist eine große Klapsmühle und ich gehöre zum Personal.“ Christian Reister im Gespräch mit Rudi Meisel über das Geschichtenerzählen mit Bildern und das Fotografieren in der Stadt.

40,9 Prozent glücklich. Amrai Coen von enarro nimmt uns mit auf eine Reise ins Königreich Bhutan im Himalaya, wo nicht das Wirtschaftswachstum das Maß der Dinge ist, sondern die Zufriedenheit seiner Einwohner.

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Redaktioneller Beitrag12.05.2012 / 10:46

Warten auf das analoge Glück

Ich wollte schon lange eine Lomography Kamera haben. Also habe immer wieder auf der Webseite gestöbert und mir Bilder angeschaut. Diese faszinieren mich bis heute und ich gucke mir immer wieder gern die Galerien an.

Die gebende Stimmung, die diese Fotos erzeugen, ist einfach klasse. Irgendwann habe ich mich endlich dazu entschlossen, mir eine solche Kamera zuzulegen, was auch für mich einen der ersten Schritte in Richtung analoger Fotografie bedeuten sollte.

Natürlich kommt man nicht drum herum, sich zu fragen, für welche der vielen unterschiedlichen Kameras man sich entscheiden soll. Es gibt so viele verschiede Möglichkeiten: Weitwinkel, Fisheye, Panorama, Mittelformat oder gar Kameras mit Multilinsen, geschweige denn von den vielen verschiedenen verrückten Modellen.

Schlussendlich habe ich mich für die Diana Mini White entschieden. Schlicht in weiß gehalten und mit ein paar coolen Extras ausgestattet, habe ich mir gedacht, dass sie eine gute Gefährtin neben meiner Spiegelreflexkamera wäre.

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