Redaktioneller Beitrag17.05.2012 / 08:36

Geisterbeschwörung in der Fotografie

Schon in der Kindheit habe ich mir Geistergeschichten ausgedacht und jene nicht fassbaren Wesen vor allem in der Nacht hinter dem Fenster, unterm Sessel und in den Ecken und Winkeln unserer Wohnung vermutet.

Sie waren die stillen Beobachter meiner Jugend. Meine Eltern hatten scheinbar keine Angst vor meiner blühenden Fantasie und unterstützten diese Neigung mit Geschenken in Form von Büchern über angebliche Geisterfotos.

Im späten 19. Jahrhundert, in einem kleinen Kämmerlein irgendwo in Boston passierte nämlich eine schauerliche Absonderlichkeit. William H. Mumler, von Beruf Graveur und Fotograf, machte ein Selbstbildnis und entdeckte anschließend auf dem Bild neben seinem Konterfei das unscharfe und geisterhafte Portrait seiner 12 Jahre zuvor verstorbenen Cousine.


links: Master Herrod mit Geist.
rechts: Conant mit dem Geist ihres Bruders.
© William H. Mumler

Aber wie so oft gab es natürlich auch dafür eine wissenschaftliche Erklärung – leider. Für das Foto hatte er eine nicht ordentlich gereinigte Platte benutzt und das Produkt war eine Doppelbelichtung. Er erkannte ziemlich schnell, was für einen Schatz er mit dieser Fahrlässigkeit aus den tiefen unser fantasievollen Seele gehoben hatte. Er gab sich fortan als Medium aus und eröffnete 1869 in New York sein Geisterstudio.

Die Geisterfotografie erfreute sich großer Popularität, sodass viele andere Fotografen seinem Beispiel folgten und ihre gläubigen Kunden zum Narren hielten, indem sie ihr Handwerk begriffen und geisterhaft einsetzten. Es entstand eine neue Dienstleistung im Bereich des Paranormalen und viele Portraits mit verstorbenen Verwandten überschwemmten die Stuben der Hinterbliebenden.

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Artikel16.05.2012 / 09:32

Fotografieren gegen die Wirklichkeit

Dies ist ein Artikel von Florian Liebetrau. Er macht eine Ausbildung zum Kommunikationsdesigner und wohnt in Torgau, Sachsen. Er hat sich vor allem für Nahlinsen und die offene Blende entschieden, durch die er Bilder von Kunst und seiner Umwelt, mit Vorliebe auf körniges Material bringt. Seine Arbeiten findet Ihr auch auf flickr.

Therapie, Droge und Geliebte zugleich. Sich einfach auf den Boden zu legen und Bilder in den Wolken zu entdecken, so sehe ich das Fotografieren. Ich lasse die Gedanken treiben und gebe mir die größte Mühe, die Realität nicht so abzubilden wie ich sie sehe, sondern wie ich sie fühle, denn alles andere wäre nur der verzweifelte Versuch, das zu zeigen, was man sowieso bereits sieht.

So gieße ich lieber die Realität in eine gläserne Brillanz und passe behutsam darauf auf, ihr nicht zu nahe zu kommen. Stille und Einsamkeit sowie Intimität oder manchmal auch das leise Summen einer Neonröhre sind Dinge, die in mir den Drang wecken, den Auslöser zu drücken und ein Gefühl im Bild zu speichern, das mich in diesem Moment erfüllt.

Die offene Blende als offenes und sehr selektives Auge, das die Realität in Millionen von Dimensionsebenen zerfließen lässt und sie so zeigt, wie wir sie nicht wahrnehmen können. Auch Pushen und Pullen helfen dabei, in Sphären vorzudringen, die man so nicht kennt. Momente von Besonderheit in besondere Gewänder hüllen, die Realität verkleiden und schminken, Spaß am Spiel mit dem, was vielen von uns viel Stress bereitet – kurz: Eine Mal- und Basteltherapie für Realitätsflüchtlinge.

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Redaktioneller Beitrag15.05.2012 / 07:51

Die mystische Schönheit der Natur: Hengki Koentjoro

Weite Landschaften, atemberaubende Nebelschwaden in exotischen Urwäldern auf der anderen Seite des Globus. Wolkentürme über Tälern, in denen ein alter Tempelbau ruht. Sich brechende Wellen. Taucher, Schwimmer, fernöstliche Gelassenheit auf einem Steg am Wasser.

All das und noch mehr verbinde ich mit den Arbeiten von Hengki Koentjoro. Obwohl sofort klar ist, dass kontrastreiche Schwarzweißfotos in quadratischem Format der Rahmen seines Stils bestimmen, fällt es mir fast schwer, seine Bilder darüber hinaus zu beschreiben.

Es gibt eine unüberschaubare Zahl von Fotos, die alltägliche Naturgewalten und -ansichten zeigen. Auf denen man sieht, dass der Fotograf bewusst auf den richtigen Moment gewartet und ihn dann eingefangen hat. Was den Großteil dieser Arbeit aber von Hengkis unterscheidet, ist fast eine Nuance, die ich erst nach einiger Betrachtung benennen konnte.

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Aktuelles

Link zu browserFruits Mai #2

browserFruits Mai #2

Fotospecial: Stadt ~ Deutschsprachig • Der Künstler Timm Ulrichs hat von Shanghai bis Palermo Schilder abgelichtet, die das Fotografieren streng verbieten. • Hier jehtsn Menschen wien Leuten – die Berlinfolgen porträtieren je einen Menschen der Großstadt im Multimediaformat, erzählen dabei rührende kleine Geschichten und zeigen einen enorm facettenreichen Querschnitt durch unsere Gesellschaft. Das Projekt ist

13.05.2012 / 09:38 / 1 Kommentar
Link zu Warten auf das analoge Glück

Warten auf das analoge Glück

Ich wollte schon lange eine Lomography Kamera haben. Also habe immer wieder auf der Webseite gestöbert und mir Bilder angeschaut. Diese faszinieren mich bis heute und ich gucke mir immer wieder gern die Galerien an.

12.05.2012 / 10:46 / 25 Kommentare
Link zu Tilt- und Shift-Objektive im Einsatz an der Kleinbild-DSLR

Tilt- und Shift-Objektive im Einsatz an der Kleinbild-DSLR

Neben einer möglichst hohen Auflösung sind für mich als Landschaftsfotograf die technischen Finessen einer Fachkamera ein wichtiger Faktor, um zu optimalen Bildergebnissen zu gelangen. Das heißt aber zum Glück nicht, dass ich zehntausende Euro in ein schwerfälliges, digitales Mittelformatsystem investieren muss.

11.05.2012 / 08:09 / 23 Kommentare
Link zu Der Beginn der Aktfotografie

Der Beginn der Aktfotografie

Die frühe Aktfotografie findet sich bereits kurz nach der Entdeckung der Fotografie und steht in enger Verbindung zur bildenden Kunst, was man vor allem an der Auswahl der Modelle und der Motivik erkennen kann.

10.05.2012 / 08:58 / kommentieren →
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