Jeden Tag, an dem Du nicht übst, bist Du einen Tag weiter davon entfernt, gut zu sein. Ben Hogan, amerikanischer Golfspieler, 1912-1997
Ein gutes Zitat, nicht wahr? Jedoch gefällt es mir anders herum noch besser: Jeden Tag, an dem Du übst, bist Du einen Tag näher dran, gut zu sein. Und (auch) darum geht es in diesem Artikel.
Als ich im November 2010 damit begann, jeden Tag mindestens zehn Aufnahmen zu machen, passierte etwas Seltsames und zugleich Faszinierendes. Ich bemerkte, wie schnell ich meinen Stil fand, wie zügig ich vorankam und wie ich von Monat zu Monat neue Dinge sah, die mir vorher nie aufgefallen waren. Ich kam mir vor wie in einem Kreativitäts-Turbo-Boost. Das Fotografieren fühlte sich irgendwann wann wie eine Spirale, die nach oben geht.
Weiter bemerkte ich, dass ich das Gefühl, die Kamera in der Hand zu halten und abzudrücken, nicht mehr missen wollte. Sie gehörte irgendwann zu mir wie meine rechte Hand. Und irgendwann bemerkte ich, dass ich mehr sah. An Orten, die ich schon drei, vier oder gar zehn Mal besucht hatte, fielen mir mehr und mehr Dinge auf, die für ein gutes Foto tauglich waren. Mehr fotografieren, mehr sehen. Klick-klack!
Das Üben und Beherrschen der Kamera machte mich bereit, besondere Momente festzuhalten. Ich mache die Momente nicht selbst, da ich sie vor allem auf der Straße weder herbeiführen noch verhindern kann. Ich dokumentiere lediglich und warte auch oft an einer Stelle, bis irgendetwas Ungewöhnliches passiert. Und je häufiger ich fotografiere, desto besser bin ich darin, Situationen aus einer von Milliarden möglichen Perspektiven mit einem Foto einzufrieren.




























