Zwei Frauen tanzen vor einem kleinen Häuschen
26. November 2021 Lesezeit: ~18 Minuten

Im Gespräch mit Shirin Abedi

Shirin Abedi wurde 1996 in Teheran geboren und kam im Alter von sechs Jahren mit ihrer Familie nach Deutschland. Bereits als Jugendliche interessierte sie sich für den Fotojournalismus und machte mit 15 Jahren einen ersten Fotokurs. Mit 18 Jahren begann sie ein Studium des Fotojournalismus und der Dokumentarfotografie in Hannover und mit 20 ging sie für ein Jahr zurück in den Iran, um das Land besser zu verstehen.

Dort fotografierte sie auch ihre vielprämierte Fotoserie „May I Have This Dance?“ über iranische Tänzer*innen. Ich habe mit ihr über das Projekt, ihre Heimat Iran und die Vor- und Nachteile von Fotowettbewerben gesprochen.

Wenn Du den Iran in drei Worten beschreiben müsstest, welche wären das?

Heimat, Chaos, Leben.

Du bist 2016 für ein Jahr in den Iran gezogen. Wie war das und hattest Du Familie vor Ort?

Ja, ein Teil meiner Familie lebt im Osten Teherans und hat auch zuerst gar nicht verstanden, dass ich eine eigene Wohnung haben möchte. Ich wollte ins Zentrum der Stadt. Mein Bruder machte sich Sorgen und sagte: „Shirin, was, wenn Du bei Sonnenuntergang traurig bist und Leute um Dich haben möchtest? Nimm Dir lieber eine Wohnung im Osten.“

Zum Glück habe ich aber nach einigem Hin und Her durch Zufall eine kleine Kellerwohnung in einem Vier-Familien-Haus im Zentrum gefunden. In der ersten Zeit hatte meine Mutter mich noch begleitet, aber nachdem sie abgereist war, ging es mir in den ersten Tagen nicht gut. Es war schwer für mich, anzukommen und keine Freund*innen zu haben. Ich hatte zunächst auch kein Internet im Zimmer und der Handyempfang war schlecht. Ich fühlte mich komplett abgetrennt.

Aber nach zehn Tagen und einigen Telefonaten mit meinem Bruder ging es mir wieder gut. Ich habe mir gesagt, dass das toll wird. Und es wurde wirklich großartig. Ich konnte meine Großeltern treffen, wann immer ich wollte, konnte persisches Brot essen und fühlte mich sehr frei. Die eigene Wohnung war eine gute Idee.

Frau auf einem Bett telefoniert und raucht. Alles ist leicht unscharf

Das Gefühl, das erste Mal allein zu sein und eine eigene Wohnung zu haben, kennen sicherlich viele Menschen. Aber all das in einem Land zu erleben, in dem man nicht aufgewachsen ist, stelle ich mir sehr aufregend vor.

Ja, aber für mich war es nicht so richtig Ausland. Iran ist ja irgendwie auch meine Heimat, ich spreche die Sprache und ich sehe iranisch aus. Das war auch einer der Faktoren, warum es mit so gut tat, im Iran zu wohnen. Ich sah endlich normal aus und war visuell nicht fremd. Es tat gut, so normal auszusehen und manchmal auch in dieser Masse unterzugehen.

Gleichzeitig war ich durch die Art, wie ich mich gekleidet habe, oft doch auffällig. Damals trug ich auch noch so einen Nasenring. Ich habe auch gern provoziert und wollte etwas anders sein.

Du hast auf Deiner Webseite geschrieben, dass Du ein besseres Verständnis für das Land bekommen wolltest. Hast Du das geschafft und ist das in so einem komplexen Land überhaupt möglich?

Ja, auf jeden Fall ist mir das gelungen. Ich weiß gar nicht, wie man das so richtig in Worte fassen kann, aber vorher habe ich sehr viel nur durch die Werke anderer Kreativer über das Land erfahren. Viele von ihnen waren nur einen Monat im Land, teilweise auch schon mit einer Geschichte im Kopf.

Die wichtigste Erkenntnis war für mich, dass es alles ganz normale Leute sind. Sie sind nicht alle böse oder komisch. Es gibt zum Beispiel den Dokumentarfilm „Raving Iran“. Darin geht es um zwei junge DJs, die Raves machen und mit Leuten in der Wüste feiern. Ich fand die Darstellung zugespitzt. Klar kann man kein Alkohol mit sich tragen und Busse werden kontrolliert.

Ich war auch unterwegs. Zwar nicht auf Raves, aber als wir in die Wüste gereist sind, gab es auch Kontrollen. Meine Perspektive damals, als der IS auch noch aktiver war, war, dass sie manchmal auch Terrorist*innen aus solchen Bussen rauspicken. Das hat nicht nur diese negative Seite der Einschränkung von jungen Leuten, sondern manchmal ist diese Kontrolle auch gut. Vor Ort habe ich gemerkt, dass das, was ich erlebe, und die Darstellungen von außen oft anders sind.

Das finde ich spannend, denn Deine Familie kommt aus dem Iran und dennoch hattest Du scheinbar bis zu Deinem Umzug eher einen Blick von außen auf das Land.

Total. Manchmal frage ich mich auch, für wen man fotografiert und welche Bildsprache man spricht. Mit einem Fotokollegen aus dem Iran habe ich lange darüber gesprochen, dass wir westlich fotografieren für westliche Menschen und dabei auch Klischees bedienen oder das zeigen, von dem wir eher denken, dass es druckfähig ist. Immer mit der Frage im Kopf: Was will man im Westen sehen?

Du hast im Iran Dein vielprämiertes Projekt „May I Have This Dance?“ umgesetzt. Wie bist Du auf das Thema gekommen?

Ich fand Tanz immer sehr, sehr schön und wollte als Kind gern Ballettunterricht nehmen. Ich denke, meine Familie wusste nicht, dass ich so gern tanze und so habe ich keinen Ballettunterricht bekommen. Als ich jugendlich war, meinte mein Vater, dass eine Frau nur bei anderen Frauen oder ihrem Ehemann tanzen darf. Und mit 14 hatte ich natürlich keinen Ehemann, also durfte ich nur vor Freundinnen meiner Mutter tanzen. Ich durfte nicht auf Partys gehen und keinen Standard-Tanzkurs machen.

Zum einen, weil es sicher teuer war und wir es uns auch nicht hätten leisten können, aber zum anderen, weil ich mit einem Mann tanzen würde! Was, wenn ich mich beim Tanzen in diesen jungen Mann verliebe oder seine Hand auf meinem Po runterrutscht? Das wäre nicht zu verantworten für die Tochter.

Ich habe auch diese eine Erinnerung daran, dass ich auf der Hochzeit von Freund*innen meiner Eltern war, als ich 13 Jahre alt war. Ich habe nicht getanzt, obwohl meine beste Freundin die ganze Zeit auf der Tanzfläche war. Das war richtig traurig.

Mit 16 habe ich mich dann emanzipiert und die Familie wandelt sich ja auch mit einem. Wir sind alles ganz andere Menschen als wir vor zehn Jahren waren. Aber diese Erlebnisse haben mich zu der Überlegung gebracht, dass man in meiner Heimat auch nicht tanzen darf. Ich bekam das auch über die Medien mit, wenn Leute festgenommen wurden, weil sie ein Tanzvideo veröffentlicht hatten, das viral ging. Oder dass sich irgendwelche Menschen im öffentlichen Fernsehen im Iran dafür entschuldigen müssen, dass sie tanzen.

Leere Bühne

Du hast gesagt, dass Deine Familie sich wandelt und heute weniger konservativ ist als noch vor zehn Jahren. Siehst Du diesen Wandel auch insgesamt gesellschaftlich im Iran?

Ja, auf jeden Fall. Vielleicht auch nur in meiner Blase der Mittelschicht. Da beten die Mütter und tragen ein Kopftuch und die Mädchen nicht. In meinem Umfeld sehe ich viel Wandel, auch im Kleinen. In meiner Familie durfte man sich früher nicht die Augenbrauen zupfen bis man geheiratet hatte.

Die Generation meiner Cousinen ist zehn Jahre älter als ich, sie haben sich die Augenbrauen gezupft, wenn sie in die Uni gingen. Meine Generation zupfte sie sich, wenn sie in die Oberstufe ging und die Jugendlichen heute machen es einfach, wenn sie Bock drauf haben.

Auch ein Freund oder eine Freundin zu haben, war verpönt. Viele hatten Beziehungen, aber die meisten haben sich getraut, es den Eltern zu sagen. Heute erfahre ich von viel mehr jungen Leuten, dass ihre Familien darüber Bescheid wissen.

Hast Du Verständnis für Deine Eltern, dass sie Dir das Tanzen damals verboten haben? Bist Du ihnen böse, weil Du es heute dürftest?

Bestimmt werde ich als Mutter auch irgendwelche Dogmen haben. Ich rede öffentlich darüber, dass sie mir das nicht erlaubt haben, aber ich sag’s ihnen auch ins Gesicht und wir reden über alles. Über all die Macken, die man als Kind von den Eltern wahrgenommen hat. Über alles, was gestört hat und was sie gut gemacht haben. Diese offene Kommunikation hat in der Familie einen safe space geschaffen. Ich kann ihnen gar nicht so böse sein.

Haben die Frauen, die Du portraitiert hast, durch die Bilder Konsequenzen zu befürchten?

Ich habe ihnen immer gesagt, dass sie sich bewusst sein müssen, dass meine Bilder gesehen und weltweit veröffentlicht werden. Aber ich kläre auch jedes einzelne Foto mit ihnen vor der Veröffentlichung ab. Ich denke, sie wollten so gern ihre Geschichte erzählen und wissen, dass ich verantwortungsbewusst damit umgehe.

Ich habe lange überlegt, warum ich Deine Serie so stark finde. Deine Bilder haben nicht nur eine starke fotografische Qualität, sondern diese Thematik ist auch so anrührend. Tanzen würde ich fast als menschliches Grundbedürfnis beschreiben. Deswegen ist der Gedanke, das verboten zu bekommen, so unglaublich und genau dieses Gefühl, diese Sehnsucht nach Tanz, fängst Du unglaublich gut ein.

Mir ist auch wichtig zu sagen, dass es nicht irgendwelche Leute sind, die Gesetze machen. Die Revolution kommt ja vom Volk. Es waren die Menschen des Volkes auf den Straßen. Viele dachten damals, Musik sei schlecht, Tanz ist schlecht, wenn Frauen draußen laut lachen, sind es Prostituierte. Mir ist wichtig, immer wieder zu sagen, dass es nicht irgendwelche Gesetzgeber sind, die wie Außerirdische in das Land reinkamen und sagten: So, ab heute ist der Tanz verboten. Sondern es waren auch die Werte der damaligen Gesellschaft.

Als ich zum Beispiel mit einer Tänzerin einkaufen war und mein Kopftuch nicht auf meinen Kopf war, hat mich ein älterer Herr total pampig angemacht, dass ich doch mein Kopftuch anziehen sollte. Das war jetzt kein Mensch, der für die Polizei gearbeitet hat oder einer von den Revolutionsgarden, sondern es war irgendein Opa von einer Sima, Simin oder Maryam. Solche Leute haben auch dieses Tanzverbot ins Leben gerufen. Und das ist so traurig.

Ausstellungsansicht

Ich durfte Deine Serie bei der Ausstellung von Next!, dem Festival der jungen Fotoszene, in Köln sehen. Da lag auch ein kleiner Fotobuch-Dummy. Das Buch selbst gibt es aber noch nicht zu kaufen. Suchst Du einen Verlag?

Nein, es gibt nur drei Dummys davon. Ich mache mit dem Projekt noch weiter. Ich habe die Narrative in meinem Kopf verändert und beginne die Geschichte nicht mehr 2019, sondern denke sie von 2018, als alle auf der gleichen Bühne tanzen. Was ist dann passiert?

Nasanin wohnt jetzt in Münster und hat eine Tanzausbildung in Nürnberg gemacht. Jetzt arbeitet sie als Tanzlehrerin an einer Schule in Münster. Ich möchte sie bald besuchen, später auch noch einmal in den Iran fahren und das Ganze als Langzeitprojekt verfolgen, bis es sich für mich fertig anfühlt.

Damit verwerfe ich natürlich auch die Bildauswahl, die im Buch ist und brauche neue Bilder. Vielleicht merke ich auf dem Weg aber auch, dass es doch auserzählt ist und publiziere dann das Buch.

glitzerndes Fotobuch

Mich hat überrascht, dass Dein Buchdummy glitzert. Ich habe den Glitzer auch noch lange an meinen Händen mit mir herumgetragen. Was bedeutet dieser Glitzer für Dich?

Ich sehe auch immer, wenn ich Leuten das Buch gebe, dass sie den Glitzer im Gesicht haben. Ballett ist ja eine sehr glamouröse Welt und ich wollte diesen Glamour auch dem Objekt des Buches mitgeben. Dem Buch diese Bühne mit dem Scheinwerferlicht bieten. Alles glitzert und das wollte ich irgendwie übersetzen.

In meinem Buch gibt es ja keine Aufführungen. Man sieht nur verpixelte Fotos von einem Video, das vor der Premiere durchgesickert ist. Das hatte dazu geführt, dass die Leute nicht auftreten konnten.

Du hast unglaublich viele Preise mit der Serie gewonnen. Hat Dich das überrascht?

Am Anfang ja, aber irgendwie wollte ich das auch. Ich wollte gesehen werden ich hatte mich schon seit 2014 mit allen möglichen Geschichten auf Preise beworben und nie etwas gewonnen. Dann landete ich 2019 endlich auf der Shortlist und war beim BFF-Förderpreis. Es war schön zu sehen, dass all die Arbeit endlich mal Früchte trägt. Seit ich 15 bin, arbeite ich daran.

Du hast Dich bei vielen Wettbewerben beworben. Wie wichtig sind Fotowettbewerbe für Dich und Deine Arbeit jetzt?

Zum einen sind sie finanziell hilfreich, weil sie mir einen Puffer verschaffen. Das nächste halbe Jahr lang kann ich einfach weiter an meinen Projekten arbeiten.

Mein Dozent hat uns 2017 an der Hochschule Hannover ans Herz gelegt, uns überall zu bewerben. Zum einen, weil die Jurymitglieder meistens Leute aus der Industrie sind und so Deine Arbeit sehen. Selbst, wenn Du nicht gewinnst und nicht einmal auf die Shortlist kommst, lesen sie Deinen Namen. So wissen sie, dass Du arbeitest und was Du so in petto hast.

Die Wettbewerbe geben mir auch Bestätigung. Wenn ich jetzt einer Redaktion eine E-Mail schreibe, habe ich weniger Angst, mich überhaupt zu melden. Ich bin selbstbewusster und wenn die Person meinen Namen schon öfter gelesen hat, wird sie meine E-Mail nicht sofort löschen, sondern sie sich wenigstens ansehen.

Bekommst Du auch Aufträge durch die Bekanntheit Deiner Serie? Hat sich der Spiegel gemeldet und gefragt, ob Du diese oder jene Reportage fotografieren könntest?

Nein, das nicht. Aber ich suche auch nicht aktiv und mache aktuell auch keine Portfolioreviews. Aktuell bin ich an dem Punkt, mir zu überlegen, was ich wirklich möchte und was mich erfüllt. Möchte ich nur Auftragsfotografie machen oder möchte ich mit Auftragsfotografie Geld verdienen, um an meinen freien Projekten arbeiten zu können? Oder wünsche ich mir Aufträge, die ich richtig cool finde und die Puzzleteile der Projekte sind, die mich eigentlich interessieren? Ich denke, wenn ich das weiß, kann ich auch darauf hinarbeiten.

Frau tanzt auf dem Dach eines Hauses

Hast Du eigentlich nur gute Erfahrungen mit Wettbewerben gemacht? Bei Dir klingt das alles sehr positiv.

Nein, man sollte sich auf jeden Fall die Teilnahmebedingungen durchlesen. Manche Wettbewerbe kosten auch richtig viel Geld. Wenn ein Wettbewerb zum Beispiel 60 € kostet und weit aufgestellt ist, lohnt es sich vielleicht eher nicht.

Bei einem Wettbewerb, an dem ich teilgenommen hatte, habe ich eine ehrenvolle Erwähnung erhalten. Dabei gab es aber so viele Kategorien und so viele Menschen, die mitgemacht haben, dass diese ehrenvollen Erwähnungen irgendwie gar nichts mehr bedeuteten. Es war eher eine gekaufte Namensnennung.

Ja, ich habe auch bei manchen Wettbewerben das Gefühl, dass das so eine Marketingstrategie ist. Man verteilt ganz viele von diesen lobenden Erwähnungen, damit die Leute mit einem positiven Gefühl aus dem Wettbewerb gehen und auch wenn sie nichts gewonnen haben, beim nächsten Mal wieder mitmachen.

Ja, genau. Bei einem Wettbewerb hat unser Dozent uns auch darauf hingewiesen, mal auf die Teilnahmebedingungen zu achten. Ehemalige Teilnehmer*innen hatten einen offenen Brief geschrieben und darauf aufmerksam gemacht.

In den Bedingungen waren viele Kosten für die Gewinner*innen versteckt. Sie mussten bei der Ausstellung des Wettbewerbs im Grunde alles selbst bezahlen. Von der Anfahrt über die Drucke bis zur Rahmung. Im Grunde hatte man am Ende einen unglaublichen finanziellen Ballast. Und der Preis richtete sich sogar gezielt an Nachwuchstalente.

Ich kann mir vorstellen, dass ein so großer Erfolg, wie Du ihn gerade erfährst, auch einen gewissen Druck macht. Vielleicht hat man dann das Gefühl, dass die nächste Serie genauso gut sein und genauso gut ankommen muss.

Im letzten Jahr war ich deswegen sehr gelähmt. Ich habe meinen Abschluss an der Hochschule Hannover in diesem Sommersemester gemacht. Als ich das erste Mal mehr von meinem neuen Projekt über Mobbing erzählt habe, hatte ich Angst. Alle waren so positiv und fanden das Thema und was ich wohl daraus mache, spannend. Da wurde mir bewusst, dass ich jetzt liefern und das Niveau hochhalten muss.

Bei einem anderen Projekt meinte ein Dozent: „Shirin, Du hast die Latte jetzt hoch gesetzt. Du kannst jetzt nichts Schlechteres machen.“ Und ich dachte: „Krass, ich darf keine Fehler mehr machen.“

Ich habe auch ganz persönlich Schwierigkeiten mit dem Fehler machen und musste erst lernen, dass es eigentlich egal ist und ich für mich fotografiere. Dass ich meine Arbeiten lieben kann, auch wenn sie nicht dieses Niveau packen. Ich habe von anderen ganz viele Geschichten darüber gehört, wie sie mit dem Druck umgehen, mit dem Scheitern und welche Gefühle sie haben.

Was mir auch geholfen hat, waren Selbstportraits. Ich habe nur für mich viele Selbstportraits gemacht, um den Druck rauszubekommen. Ich hatte dadurch ein Hobby. Etwas, das völlig egal war, wobei ich scheitern konnte und schrecklich sein durfte.

Dabei ist auch wieder dieser finanzielle Spielraum wichtig, den ich durch die Wettbewerbe aufgebaut habe. Ich kann dadurch Fehler machen und bin nicht darauf angewiesen, sofort die nächste perfekte Geschichte abzuliefern.

Dann hoffe ich, dass Du noch ganz viele tolle Preise gewinnst, um in Ruhe an weiteren Projekten arbeiten zu können. Vielen Dank für das Gespräch!

Wenn Euch die Bilder gefallen und Ihr die junge Fotografin unterstützen möchtet, schaut doch mal auf ihrer Webseite vorbei. Hier verkauft sie seit kurzem auch Postcarten und Prints mit der Ballettbilder.

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2 Kommentare

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  1. Baut Vorurteile ab.

    Es gibt weder „den Iran“ noch „typisch deutsch“. Überall gibt es Individuen mit unterschiedlichen Lebensmodellen und Ansichten. Vielen Dank für die neuerliche Bestätigung dieser meiner Meinung. Meiner (unwichtigen) Meinung nach ist die journalistische Fotografie die wichtigste. Wenn sie gut ist so wie diese hier, dann bewegt sie uns und eröffnet einen Blickwinkel auf das Geschehen, das eine Text allein nie erreichen könnte.

  2. Fotografisch vielleicht ein bisschen wie William Eggleston … also sehr banale Fotos, eine Art „Demokratisierungsprozess“, die Dinge zu fotografieren, die üblicherweise nicht fotografiert werden, weil sie nicht so „fotogen“ sind. Aber so wie wir Egglestons Fotos aus 50 Jahren zeitlichem Abstand recht interessant finden, so machen uns auch banale Bilder aus dem Iran ein bisschen neugierig, weil wir diese Welt (fast) nicht kennen.