25. August 2015

Schönheitsideale im Iran

Als ich vor sieben Jahren nach Deutschland zog, hatte ich bereits das Studium der Fotografie an der Azad Universität Tehran abgeschlossen. Zu diesem Zeitpunkt war mir noch nicht bewusst, dass ich mich erneut für ein Studium der Fotografie in Deutschland entscheiden würde.

Aber als ich im deutschen Alltag angekommen war und mit den unterschiedlichen Sichtweisen der Menschen hier konfrontiert wurde, bemerkte ich, wie sehr sich unsere Weltbilder unterscheiden. Um die Parallelen und Differenzen besser zu verstehen und kennenzulernen, entschloss ich mich 2010 erneut für ein Studium der Fotografie an der FH Dortmund.

In kürzester Zeit wurde ich mit neuen Eindrücken, Ideen, Perspektiven und Meinungen überschüttet und ich war dankbar für diese Möglichkeiten. Unzählige Diskussionsrunden erweiterten meinen Horizont und ich fing so langsam an zu begreifen, wie diese unterschiedlichen Weltbilder zustande gekommen sind.

Vier Frauen an einer Bank am Flussufer.

Eine Frau rasiert einer anderen Frau die Gesichtshaare.

Eine Frau mit kleinem Jungen an der Hand.

Allerdings stellte sich auch heraus, dass viele nur sehr wenig über mein Heimatland Iran wissen und die einzigen Informationen meistens durch die hiesigen Medien entstanden sind. Leider berichten die meisten Medien über Politik und nicht über die Kultur und die Menschen im Iran. So hat sich eine relativ einseitige Sichtweise über den Iran etabliert, die in meinen Augen unfair erscheint.

Ich entschied mich ziemlich schnell während meines Studiums, meinen Schwerpunkt auf den Iran zu legen und im fotodokumentarischen Stil meinen Beitrag dazu zu leisten, dass der Iran auch aus anderen Perspektiven beleuchtet wird.

Eine Frau mit Kopftuch und Marilyn Monroe Jacke.

Eine Frau mit Handy und Kaffeetasse an einer Bar.

Frauen sehen sich einen Modekatalog an.

Zwei Frauen stehen an einem Tisch voller Essen. Im Hintergrund sitzt eine Gruppe Männer an einem Tisch.

Nach kleineren Fotoprojekten über den Iran entstand im Rahmen meiner Bachelorarbeit das Projekt „Unter Frauen“. In dieser Fotoserie sind die Schönheitsideale der jungen Generation im Iran dokumentiert worden. Das heutige Schönheitsideal im Iran ist geprägt durch verschiedene Faktoren. Dabei spielen die westlichen Vorbilder eine ebenso große Rolle wie die traditionelle Mode. Trotz der gesellschaflichen Einschränkungen hat es die heutige junge Generation im Iran geschafft, aus einer Fülle zwischen Modernität und Tradition ihr Schönheitsideal zu finden.

Diese Fotoreportage behandelt die junge iranische Generation in ihrem Alltag und das Streben nach ihrem Schönheitsideal. Ich begleite sie an verschiedenen Tagen und unterschiedlichen Orten wie zu Hause, im Friseursalon, beim Shopping und sogar bis in den Operationsraum während ihrer kosmetischen Korrektur.

Eine Frau mit einem Verband an der Nase.

Eine Frau mit Nasenverband beim Arzt.

Op-Raum während einer Schönheits-Op.

Frauen vor einem Schmuckaufsteller.

Frauen bei der Maniküre.

Es ist mein erster Beitrag, der über den akademischen Rahmen hinausgeht, auf eine breitere Öffentlichkeit trifft und hoffentlich ein Gegengewicht zu den üblichen Informationen über den Iran darstellt. Denn der Iran ist mehr als nur die Atomverhandlungen, mehr als Bilder und Nachrichten im Fernsehen und weit mehr als ich ablichten kann. Die Arbeit wurde im Frühjahr bis Sommer 2013 im Iran fotografiert.

Das Fotobuch „Among Women / Unter Frauen“ wird durch den Verlag Kerber verlegt und zurzeit durch eine Crowdfunding-Kampagne beworben.

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