14. Januar 2020 Lesezeit: ~6 Minuten

Die Welt langsam bereisen

Zusammenhänge wahrnehmen – das, was uns verbindet, aber auch das, was uns voneinander unterscheidet. Mit dieser Idee verließen wir im Oktober 2018 Berlin und reisen seitdem ohne Flugzeug mit dem Ziel, eines Tages Neuseeland zu erreichen. Wir sind beide Ende der 80er Jahre geboren und kennen deshalb keine physischen Landesgrenzen innerhalb Europas mehr. Für Reisen in das außereuropäische Ausland nutzt unsere Generation wie selbstverständlich das Flugzeug.

Dadurch haben wir ebenfalls keinerlei Erfahrungen mit Landesgrenzen, sondern kennen lediglich die immer gleichen kleinen Schalter in Flughäfen, in denen Beamte unsere Pässe abstempeln. Wir reisen also mit Bussen, Fähren, per Anhalter und manchmal auch zu Fuß. Den größten Teil der Strecke haben wir allerdings mit der Eisenbahn zurückgelegt. Meiner Meinung nach ein unterschätztes Verkehrsmittel, das eine echte Alternative zum Fliegen darstellt, wenn es zeitgemäß konzipiert ist.

Frau schläft in einem ZugBlick aus einem Zug heraus

Nicht mehr ganz zeitgemäß, aber dafür nach wie vor sehr zweckmäßig, ist das zum Teil über 100 Jahre alte Schienennetz, das zur Zeit des russischen Kaiserreichs und später der Union der Sowjetrepubliken gebaut wurde. In Kasachstan und Usbekistan werden auch heute noch knapp 50 % des Personen- wie auch des Güterverkehrs von der Eisenbahn abgewickelt. In der Mongolei sind es sogar über 90 % des gesamten Güterverkehrs.

Für Menschen mit niedrigem bis mittlerem Einkommen sind diese Züge nach wie vor das Verkehrsmittel der Wahl, um die Familie und Bekannte in ihren riesigen Heimatländern zu besuchen. Um einen Eindruck zu bekommen, was eine Reise für Einheimische durch diese scheinbar endlosen Länder bedeutet, sind wir in der 3. Klasse gereist, die auch als „Platskart“ bekannt ist. Es handelt sich um offene Großraumabteile mit Liegeflächen, auf denen man tagsüber gemeinsam an Tischen sitzt und nachts schläft.

Strommast in einer weiten Landschaft

Dort haben wir eine unvergessliche Gastfreundschaft erleben dürfen, die uns tief berührt hat. Auch ohne dass wir die Sprache des jeweils anderen sprechen konnten, haben wir uns doch verstanden. Wir teilten unser Essen, erzählten mit Händen und Füßen, woher wir kommen und wohin wir möchten. Wir verbrachten zwischen 12 und 32 Stunden in diesen Zügen. Genug Zeit, um einander kennenzulernen und am Ende jeder Fahrt ein wenig wehmütig auf den Abschied zu blicken.

Die alten Sowjetzüge sind nur teilweise renoviert worden, beim Betreten fühlten wir uns in eine andere Zeit versetzt. In Usbekistan und Kasachstan fahren die Züge selten schneller als 50 km/h. Draußen scheint die schier endlose Steppe in Zeitlupe vorbeizuziehen, während das Thermometer oft auf über 40 °C steigt.

Schlafende Menschen im ZugFrau in einem Schlafabteil im Zug

Jeder Waggon ist mit einem Heizkessel für Wasser, auch Samowar genannt, ausgestattet. Diese oft noch mit Feuerholz beheizten Tanks versorgen auf eine recht simple Art die Passagiere mit allem, was sie auf einer langen Fahrt brauchen. Tee, Müsli, aber vor allem Instant-Nudelgerichte lassen sich mit dem heißen Wasser einfach zubereiten. Außerdem dienen diese Kessel als sozialer Treffpunkt, um sich auszutauschen.

Da das Rauchen in den Abteilen verboten ist, sind die Bereiche zwischen den einzelnen Waggons ein beliebter Treffpunkt für alle Raucher*innen. Nicht selten wurde während der Fahrt auch mal die Tür geöffnet, um einen Luftzug zu spüren oder ein Foto zu machen. Die Welt scheint sich ein Stück weit zu verändern, während dieser langen Reisen in den alten Zügen.

Portrait eines Manns

Nachdem wir die Kaspische See mit einer Fähre überquert hatten, nutzten wir die Eisenbahn, um durch Kasachstan und Usbekistan zu reisen. Später fuhren wir mit dem Zug von Almaty in Kasachstan nach Norden, um über Nowosibirsk und Irkutsk in Russland weiter nach Ulan Bator in die Mongolei zu reisen. Während unserer Zugreise durch Russland sind wir mit der berühmten Transsibirischen Eisenbahn gefahren, die im Vergleich deutlich moderner als die Züge in den anderen Ländern war. Ein Zugewinn an Komfort und Geschwindigkeit, allerdings auch ein deutlicher Verlust an Charme.

Zugreisen ist, verglichen mit dem deutschen Preisniveau, in Kasachstan und Usbekistan relativ günstig. Beispielsweise zahlt man für eine Fahrt von Almaty nach Nur-Sultan in Kasachstan (etwa 19 Stunden) in der 3. Klasse pro Person ungefähr 16 €. In Russland und der Mongolei stiegen die Preise dann allerdings rasant an. Die Fahrt von Irkutsk in Russland nach Ulan Bator in der Mongolei hat pro Person ungefähr 100 € gekostet und dauerte etwa 18 Stunden. Allerdings sind wir diese Strecke in der 2. Klasse gefahren und haben anstatt in einem offenen Großraumabteil in einer geschlossenen 4er-Kabine geschlafen.

Güterzüge

Mittlerweile sind wir schon über ein Jahr lang ohne Flugzeug unterwegs. Wir haben gespürt, wie sich die Welt um uns herum langsam verändert hat. Diesen Artikel schreibe ich in Vietnam und es kommt mir keineswegs befremdlich vor, hier zu sein. Alles hat sich langsam verändert – die Menschen, das Essen und die Landschaft.

Mittlerweile fällt es mir schwer, Kulturen oder bestimmte Gewohnheiten einem Land, eingebettet in Grenzen, zuzuordnen. Ich finde es zutreffender, über Regionen auf dieser zu Welt sprechen, in denen es diese oder jene Kultur oder Gewohnheit gibt. Landesgrenzen erscheinen mir nach dieser langen Reise nicht mehr geeignet, um das Leben der Menschen zu beschreiben. An dieser Stelle möchte ich auch einmal erwähnen, dass wir uns durchaus bewusst darüber sind, welches Privileg wir haben, überhaupt reisen zu können und es auch auf diese sehr zeitintensive Weise tun zu können.

Oft werden wir gefragt, ob wir aus Umweltgründen auf das Flugzeug verzichten. Unser Reisestil ist, zur Enttäuschung vieler, nicht aus einem Gedanken des Umweltschutz entstanden. Ohne es wissenschaftlich belegen zu können, denke ich, dass wir deutlich mehr Luftverschmutzung verursachen, als wenn wir direkt von Deutschland nach Neuseeland fliegen würden. Ich kann allerdings keine Aussagen darüber treffen, wie die Rechnung aussähe, würden wir für jedes Land, das wir bereisen, auch einen eigenen Flug buchen.

Die Bilder in diesem Artikel sind während der Zugreisen durch Usbekistan und Kasachstan entstanden. Im Film sind dagegen Aufnahmen aus Kasachstan, Russland und der Mongolei zu sehen. Wer sich mehr für unsere andauernde Reise interessiert, kann uns auf Instagram unter @claas_lizzy folgen.

Ähnliche Artikel


22 Kommentare

Schreib’ einen Kommentar

Netiquette: Bleib freundlich, konstruktiv und beim Thema des Artikels. Mehr dazu.

  1. Es ist ziemlich versöhnlich, lesen zu dürfen, dass unter dem Aspekt der Langsamkeit eine Reise an Wert gewinnen wird. Kann ich super nachempfinden. Bin bislang nur einige wenige Male beruflich geflogen. Es bleibt das Gefühl, dass man selbst nicht genügend schnell hinter allem her kommt. 90% meiner eigenen Unternehmungen finden per altem VW Bus statt. Da hat die Seele genügend Zeit, Schritt zu halten, und die Eindrücke laufen nicht an einem vorbei. Danke für die wunderbaren Fotos einer guten, ehrlichen Welt, da in den Zügen. Herrlich!
    Herzlich grüßend, Dirk

    • Hallo Dirk,

      vielen Dank für dein Feedback – ich freue mich, dass dir der Artikel samt Bildern gefallen hat.

      Du hast es ganz schön ausgedrückt mit der „Langsamkeit und dem Zugewinn an Wert der Reise“. Wahrscheinlich ist es der spannendste Teil dieser Reise, die kleinen Unterschiede und auch die Gemeinsamkeiten zu entdecken. Außerdem vermittelt diese Art des Reisens erst ein Gefühl von Entfernungen. Durch meinen Beruf bin ich die letzten Jahre unzählige male sehr weite Strecken geflogen. Doch blieb es für mich immer ein Wunder, wie ich morgens in Berlin aufwache und Abends in beispielsweise Los Angeles zu Bett gehen kann …

      • Lieben Dank!
        Der bedeutsame Unterschied liegt wohl in der gewählten Priorität, wie ich finde. Beim Fliegen gehts ja nicht ums Reisen, sondern nur ums Ankommen. Beim Zugfahren oder wie in meinem Fall beim Fortbewegen in vergleichsweise langsamen, klassischen Fahrzeugen, geht es überwiegend ums Unterwegssein. Ankommen und bleiben ist da eher der schwierige Part.. ;-))

  2. Ein großartiges Projekt, um dass ich Euch beneide. Früher bin ich einige Male beruflich geflogen, aber ich mag das einfach nicht. Heute würde ich es in der Tat aus Umweltgründen ablehnen.
    Übrigens dürfte die Umweltbilanz mit dem Zug auch bei Euch immer noch sehr günstig gegenüber dem Flugzeug sein, wenn Ihr seht, wie ausgelastet die Züge sind.

    Sobald es bei uns logistisch möglich ist, werden wir wieder mit der Bahn reisen und vielleicht sogar unseren Bulli verkaufen. Weil wir bei uns anfangen wollen, einen kleinen Beitrag gegen die Erderwärmung zu tun. Die Zeit läuft uns einfach davon. Und es macht Freude.

    Oft geht es heute gar nicht mehr um das Reisen, sondern um das Ankommen. In meinem Elternhaus gab es kein Auto, nur die Bahn. Aber ich komme auch aus einer Eisenbahnerfamilie

    Übrigens kann ich aus Osteuropa eine unvergleichliche Gastfreundschaft bestätigen. Je weniger die Menschen haben, so mehr teilen sie und geben ab. Ich war immer wieder tief berührt und beschämt und werde meine Zeiten dort nie vergessen.

    • Hallo Kai,

      vielen Dank! Ich finde du triffst es mit der Aussage des „Reisens und des Ankommens“ ziemlich gut, ähnlich zu „der Weg ist das Ziel“.

      Was ich in dem Artikel meine ist, dass wir auf unserer bisherigen Reise auch oft mit Autos, Bussen und auch mit Fähren unterwegs waren. Leider kann ich dazu keine wissenschaftlich fundierte Aussage treffen, ich denke aber das ein einfacher Flug von Deutschland nach Neuseeland weniger zu Buche schlagen würde, als unsere Emissionen einer Reise über den Landweg. Allerdings sind diese beiden Formen um von A nach B zu kommen auch nicht ganz einfach miteinander zu vergleichen, da es sich um eine grundlegend verschiedene Reise handeln würde …

      Es scheint übrigens so zu sein, dass die Menschen, welche eher materieller Armut ausgesetzt sind, auch eher mit einem teilen. Vielleicht weil sie wissen, wie es sich anfühlt, wenig bis nichts zu haben?!

  3. Danke für den lesenswerten Artikel und die sehr schönen Fotos. Das sieht doch geradezu gemütlich aus in den Zugabteilen … macht Lust, selber so zu reisen.

    Bin gespannt, wo auf der kwerfeldein-Landkarte der Artikel verortet wird …

    Ich bin selber sehr oft in der Dominikanischen Republik mit „Guaguas“, oft durch Haiti mit „Tap Taps“ und gelegentlich durch Marokko mit CTM-Bussen sowie früher einmal per Anhalter durch Griechenland und per Dolmuş in der Türkei herumgereist, und ebenfalls nicht primär aus Umweltgründen, sondern ganz egoistisch deshalb, weil es so besonders preiswert und besonders abenteuerlich ist. Einmal durch Haiti von Nord nach Süd, von „Okap nach Okay“ (Cap-Haïtien nach Aux Cayes), kostet auf diese Weise hin und zurück ungefähr fünfzehn Euro.

  4. Hallo, Hut ab für diesen Schritt der mit sehr stimmungsvollen Motiven und vor allem spannenden Erlebnissen und Erfahrungen belohnt wird. Sehr stimmungsvolle und authentische Bilder und Film (Musik ist ein bisschen drüber). Das macht Lust auf mehr.
    Das erinnert mich an meine Kindheit Anfang der 80er als wir noch mit dem Zug von Deutschland nach Sizilien gefahren sind und 36h unterwegs waren. Essen, schlafen spielen, leben auf engsten Raum. Damals wurde noch im Abteil geraucht. Zumindest als Kind ein Abenteuer (wenn auch ein anstrengendes).

    Gute Reise noch!
    Angelo

    • Hallo Angelo,

      danke für deinen Kommentar!

      Ich finde es sehr interessant wie mein Artikel bei dir – aber auch bei anderen hier – Erinnerungen an früher weckt. Den Weg, welchen wir heute gehen und welchen viele als abenteuerlich beschreiben würden, war vor nicht allzu langer Zeit auch für die Menschen in Deutschland ein ganz normaler! Da waren Reisen innerhalb von Europa teilweise auch sehr abenteuerlich und vor allem zeitintensiv …

      • Zeitintensiv, das hat sicher was Anstrengendes in sich, aber eben auch was Intensives! Reisen bleibt kein Oberflächenerlebnis. So Geschichten wie die deine müssen ja auch nicht unbedingt dazu führen, dass jetzt jeder per Zug die Mongolei durchquert. Aber mal bei sich im Kleinen schauen, wo ggf bisschen was ins Ursprüngliche korrigiert werden könnte, ist doch ein wunderbarer Anlass.

  5. Entschleunigung

    Liebes Kwerfeldein Team, vielen Dank für diesen lesenswerten Artikel und den tollen Bildern, und dem Kurzfilm. Das löst sofort in mir ein Fernweh aus und bringt mich dazu, inne zu halten und zu verweilen.
    Bereits vor dreieinhalb Jahren habt ihr mich mit der Rezension von Janine Graubaums „Kosmos Train“ gehabt, heute war ein neues Kapitel.

  6. Wahnsinnig schöne, inspirierende Aufnahmen, auch oder vor allem auf der Website.
    Ich habe mich vor ca. 3 Jahren das erste Mal mit den Stan-Ländern und der Mongolei beschäftigt und seitdem mehrmals im Jahr Phasen, an denen ich mich wieder vollkommen und intensiv in alles, was mit diesen Orten zu tun hat, stürze. Die Weiten scheinen ewig zu sein, die Kulturunterschiede groß, die Landschaften wahnsinnig vielfältig. Auch das langsame Reisen finde genial, die Bilder bringen das Gefühl des Unterwegs-seins toll rüber.

    • Ergänzend: Am meisten fasziniert mich der Pamir-Highway (ich bin mir nicht sicher, ob auf der Homepage bei Tadjikistan Bilder davon zu sehen sind). Auf der einen Seite tadjikische Gastfreundschaft, auf der anderen Seite die Taliban, bewaffnet und bedrohlich. Wunderschöne Landschaften, dazwischen eine Drogenhauptschmuggelroute für afghanischen Schlafmohn. Und all das höher als der Mont Blanc gelegen. Manchmal wünsche ich mir, dass die Welt die gesamte ehemalige Sovietunion vermehrt für sich entdecken würde. Dafür muss man nicht mal in die Stan-Länder reisen, bereits Montenegro hat oftmals mehr zu bieten als Kroatien oder Italien.

      • Hallo Leon,

        vielen Dank für dein Feedback. Es freut mich zu lesen, dass ein „Reisegefühl“ über die Bilder transportiert wird.

        Zentral Asien ist ganz bestimmt ein Highlight auf unserer Reise, auch wenn wir von Vergleichen und „Top 10“ gerne Abstand nehmen.
        Eines möchte ich an dieser Stelle aber einmal etwas ausführlicher kommentieren, weil du es hier ansprichst: wir sind auf dem Pamir Highway über 300km an der Grenze zwischen Tadschikistan und Afghanistan entlang gefahren. Dieser nord-östliche Zipfel Afghanistans wird als Wakhan-Korridor bezeichnet. Es ist tatsächlich die Hauptroute um Roh-Opium von Afghanistan nach Europa zu bringen. Es ist aber auch die friedlichste und sicherste Gegend in Afghanistan. Wir haben einige Reisende getroffen, die mehrfach im Wakhan-Korridor wandern waren. In dieser Region leben unter anderem auch kirgisische Nomaden, welche aufgrund der gezogenen Landesgrenze von Großbritannien und Russland, ein sehr bedauerliches Dasein fristen. Nomadentum und eingeschränkte Bewegungsfreiheit verstehen sich nun mal nicht!
        In dieser Region markiert der Pandsch Fluss die Landesgrenze. An einigen Stellen trennten uns zu den dort lebenden Afghanen weniger als 10m. Wir haben ihnen oft gewunken, welches sie mit einem Lächeln und ebenfalls winken beantwortet haben. Die Taliban oder sonstige radikale Gruppen sind in diesem Teil Afghanistans kaum bis gar nicht vertreten. Es ist also keineswegs so, als ob die friedlichen Tadschiken den brutalen Taliban hier gegenüber stehen! Es ist mir ein Bedürfnis, dass an dieser Stelle einmal klar zu stellen und diesen oft behaupteten Mythos zu korrigieren.

  7. Ein ganz wunderbarer Beitrag. Ich bin angetan. Deine Fotos und Dein Text geben mir einen Einblick in eine andere Welt, sie lassen in mir eine Nähe zur Ferne entstehen, sie entfremden mich momenthaft von mir selbst und lassen das Fremde sehr nah sein. Damit entsteht eine Vertrautheit, was insbesondere bei, der stets von Heimweh umgeben ist, eine Kunst darstellt. Die Symbolik des Zugfahrens und sowie die Erfahrung, eine beträchtliche Anzahl von Stunden mit denselben Menschen auf einem engen Raum zu verbringen, hast du sehr fühlbar aufgenommen und dargestellt.

    Vielen Dank für den Einblick.

  8. Hallo Claas,
    vielen Dank für den wunderbaren Beitrag, und ebenso an Katja!

    „der Weg ist das Ziel“ – das ging mir dabei auch immer durch den Kopf.
    Das Flugzeug fliegt ja sowieso, höre ich oft – die Bahn auch, auch wenn beides gut ausgelastet ist, ist es ökologisch nicht neutral.
    Jede Form von Fortbewegung hat ökologische Konsequenzen (reiten auf einem Esel?), aber deine langsame, fast meditative Art von Reisen verbindet die Menschen und weitet den Blick und das Verständnis füreinander.

    Und mit Verständnis führt man keine Kriege.

    Schade, das wäre Material für einen wunderbaren Film zur Völkerverständigung.

    Vielen Dank!
    dierk

    • Hallo Dierk,

      Danke für deine Worte! Auch schön ausgeführt und weitergedacht mit dem „Verständnis“ …

      Vereinfacht und generell gesprochen verbraucht jede Form von (Fort)Bewegung Energie. Demnach sollte man schauen, ob diese Energie, einmal verbraucht, für lange Zeit verschwunden ist oder ob man sie nicht halbwegs einfach erneuern kann …
      Das Flugzeug fliegt ja nur, weil es gebucht wird! Ich finde diese Aussage, welche ich auch oft höre, schlicht und ergreifend falsch. Dahinter steckt die Logik von Angebot und Nachfrage, wobei es keine Angebote auf Konsumgüter gibt, welche (bewusst) nicht mehr nachgefragt werden … es gilt also wie immer, an die eigene Nase geht der Finger und nicht auf die anderen zuerst zeigen!

  9. Lieber Claas,
    vielen Dank für die eindrucksvollen Bilder und Momente, die du mit deinem Video einfühlsam und beherzt herausgehoben hast und uns „Zuschauern“ vermittelt hast und immer noch vermittelst. So bekommen wir einen wunderbaren Eindruck von der Welt und einen Einblick durch deine „Linse“. Ich freue mich sehr darüber. DANKE!
    Viele Grüße,
    Kathrin

  10. Es ist diese Art des Reisens, die das Reisen zum Erlebnis macht. Fliegen ist ankommen, abgefertigt werden. Schnell da sein.
    Ich habe viele Teile Asiens bereist. Hin per Flugzeug, vor Ort per Bus und Bahn durch die Länder.
    Es sind nicht die Flüge, die in Erinnerung geblieben sind. Es ist die Begegnung mit der Familie in dem Bus in Laos, ein Gespräch über Stunden mit dem jungen Sohn als Dolmetscher. Die Begegnung mit der fröhlichen Schulklasse auf einem Ausflug im Vorortzug in Japan, anfangs ein schüchternes „wo bist du her“, hinterher gegenseitig Fotos auf Mobiltelefonen zeigen und erklären und eine schöne Erinnerung haben. Es ist die Geburt eines Kindes im Schlafwagenabteil nebenan in einem 30h verspäteten Zug in Indien, nachts im dichten Nebel auf einem Gleis im Nirgendwo. Es ist die Erinnerung, von einer jungen Frau im Platz neben mir geweckt zu werden, weil wir gerade zu Sonnenaufgang entlang des Strandes in Thailand mit dem Zug fahren und Sie nicht wollte das ich dieses Bild verpasse. Es wird Zeit das ich wieder reise. Der Artikel spricht mir aus der Seele.