Ein rotes Absperrseil steht auf einer Eisscholle im Meer.
06. August 2016

Gray Malins Antarctica

Der Kontinent Antarktika, der umgangssprachlich die Antarktis genannt wird, ist mit knapp 13.000.000 km² um einiges größer als Europa und zu 98 % von einer dicken Eisdecke bedeckt. Umgeben ist er von kaltem Wasser und ewigem Packeis. Zumindest ist dies das gängige Bild des Südpols, doch die Realität sieht anders aus und das unendliche Weiß beginnt, Stück für Stück zu verschwinden.

Gray Malin stammt aus Kalifornien und fotografierte schon auf allen Kontinenten der Erde. Er schafft es, auf spielerische Weise und ohne den drohenden Zeigefinger, Veränderungen aufzuzeigen und auf seine ganz eigene Art zu vermitteln, oftmals durch witzige Utensilien oder absurde Gegensatzpaare. In seiner Serie „Antarctica“ versucht er, dem Betrachter das Gefühl der Vergänglichkeit und das drohende Schwinden der Gletscher und des Packeises vor Augen zu führen.

Denn von der globalen Erwärmung ist inzwischen auch die Antarktis betroffen. Studien konnten belegen, dass in den vergangenen 50 Jahren 87 % der Gletscher bereits zurückgegangen sind. Würde das Eis im Westen der Antarktis schmelzen, der immerhin fast 90 % des Süßwasser-Eises der Erde ausmacht, würde das den globalen Durchschnitt des Meeresspiegels um ganze 4 Meter erhöhen. Denn die Region gilt als der Kipppunkt des Klimasystems, hier zeigen sich Veränderungen dramatisch.

Natürlich geschieht all das nicht über Nacht und noch ist die 2-°C-Schwelle der Erderwärmung nicht erreicht, aber die Veränderungen sind sichtbar – ob im brechenden Schelfeis oder durch einen Rückgang der Artenvielfalt, weil einigen Arten die Nahrung ausgeht. Forscher streiten darüber, wie unsere Zukunft aussehen wird; klar ist nur, dass das Schelfeis verschwinden wird.

Wenn wir weiterhin unsere fossilen Ressourcen verfeuern und den C02-Ausstoß nicht verringern, vererben wir den kommenden Generationen eine Welt, in der lustige Badeenten auf Gletschern dann nicht mehr nach Spaß aussehen. Gray Malin führt es uns vor.

Silberne Luftballons mit den Buchstaben Antarctica vor Eisbergen.

Ein bunter Wasserball vor einem Eisgletscher.

Ein blauer Schwimmreif treibt vor einer Eislandschaft.

Ein bunter Sonnenschirm steht auf schneebedecktem Boden.

Ein Plastikschwan treibt unter einer Eisbrücke her.

Ein bunter Wasserball schwimmt zwischen kleinen Eisschollen umher.

Ein Schnorchel und eine Taucherbrille liegen auf einer Eisscholle.

Ein grüner Badereif treibt vor einem Eisberg im Meer.

Zwei pinke Plastikflamingos aus weißem Schnee.

Ein rotes Absperrseil steht auf einer Eisscholle im Meer.

Ein bunter Wasserball schwimmt vor einem Gletscher.

Ein grünweißer Sonnenschirm mit Badetuch liegen auf einer Eisscholle.

Auf skurril-ironische Weise kontrastiert der Künstler das Schmelzen der südlichen Eisbestände mit lustigen und quietschbunten Badeutensilien. Der Kontrast zwischen Sommerurlaub an warmen Mittelmeerküsten und der Kulisse der größten Eiswüste unserer Erde könnte nicht drastischer sein. Warnungen, Horrorszenarien oder Zukunftsvisionen? Ich weiß es nicht, aber die Bilder machen mich nachdenklich.

Die Antarktis ist die letzte wahre Wildnis auf unserem Planeten und sie verändert sich dramatisch, bevor wir überhaupt begreifen konnten, wie groß ihre Bedeutung ist. Während einer Bootsreise von Südamerika aus konnte ich die natürliche Landschaft des mit Gletschern bedeckten Kontinents ebenso wie die Formationen der frei treibenden Eisberge erleben.

Die große Herausforderung bei diesem Projekt war das unvorhersehbare Wetter und das unberechenbare Treiben des Eises. Ich wurde Zeuge, wie Millionen Jahre alte Gletscher in der Größe von Wolkenkratzern vom Schelfeis abgebrochen und im Ozean zerschlagen sind. Diese Serie hat meine Perspektive auf unsere Welt verändert und ich hoffe, dass sie auch andere Menschen beeinflussen wird.

Die Bilder des Künstlers können über seine Webseite erworben werden, ein Teil des Erlöses dieser Arbeit geht an das Climate Reality Project, das sich dafür einsetzt, das Bewusstsein der Menschen in Bezug auf den Klimawandel weiter zu schärfen und den Umstieg auf saubere Energien voranzutreiben.

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2 Kommentare

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  1. Die Idee zu der Bilderserie finde ich nicht gerade neu oder originell oder tiefgründig. Die Umsetzung, nun ja eher 0815 bis einfallslos.
    Aber da es hier um nichts weniger als die Rettung des Weltklimas geht, wird sich vermutlich kaum jemand trauen, Kritik zu üben.