Ein Kind mit einer Decke über dem Kopf steht in einem Feld.
23. Januar 2015

Die Dörfer der Yi

Hart arbeitende Menschen auf ihren Feldern, traditionell gekleidete Kinder, eine karge Landschaft, Alltagsmomente in den Bergen Chinas – Methadone Guo dokumentiert Szenen des einfachen Lebens in den kleinen Dörfern des Yi-Volkes.

Der chinesische Fotograf, der Malerei studiert hat und eigentlich Video-Künstler ist, kommt oft im Winter in die Hochgebirge der südwestlichen Provinz Sichuan. 48 Stunden reist er dafür von Beijing aus mit dem Zug, um dann zu Fuß den Rest der Strecke zu den kleinen Dörfern zu wandern.

Die Yi kleiden sich einfach, aber doch individuell und alle singen und tanzen gern. In jeder Region haben sie unterschiedliche Kleidung und Bräuche. Die Männer tragen Filz, die Frauen Faltenrocke. Durchschnittlich leben sie in 2000 Metern Höhe, die Lebensbedingungen sind dementsprechend sehr hart. Dennoch sind die Yi ein lebensfrohes Volk, fleißig, herzlich und gastfreundlich.

Über 3000 Jahre ist die Kultur der Yi alt, sie haben eine eigene Sprache, Schrift und sogar eine eigene Zeitrechnung. Sie sind eine der vielen Minderheiten Chinas und obwohl sie knapp acht Millionen Menschen zählen, schenkt ihnen die Volksrepublik kaum Beachtung und ebenso wenig Förderung. Die meisten Dörfer sind nicht ans Stromnetz angeschlossen, Menschen und Tiere leben zusammen unter einem Dach und immer noch sterben hier Kinder aufgrund mangelnder Hygiene.

Chinesisches Kind schaut in den Himmel.

Eine chinesische Yi-Familie sitzt vor ihrer Hütte.

ein Bauer trägt ein riesiges Paket Reisig auf dem Rücken.

Zwei kleine Mädchen, eines schneidet eine Grimasse.

Ein chinesischer Bauer hütet Schweine.

Drei Generationen von Männern stehen zusammen.

Ein kleiner Junge lacht, hinter ihm steht ein Hund.

Eine einsame Person auf einem nebeligen Acker.

Zwei Fotos chinesischer Menschen.

Eine einfache Feuerstelle umringt von einer Familie.

Ein einsames Kind steht auf einem schlammigen Dorfplatz.

Menschen des Yi-Volkes sitzen zusammen.

Ein chinesischer Mann hüllt sich in einen Decke.

Ein Huhn im Vordergrund, im Hintergrund laufen zwei Menschen.

Mit seiner Mamiya RB67 hält Methadone Guo alle Eindrücke auf Schwarzweißfilmen fest, die er auf seinen Reisen einsammeln konnte. Die Einfachheit der Menschen, das Leben in den kargen Höhen, in denen meist nur Kartoffen und Hirse wachsen – Guo dokumentiert, ohne dabei werten zu wollen. Er betont, seine Bilder seien unpolitisch und haben keinen erhobenen Zeigefinger.

Ich fotografiere einfach nur all die Dinge, die ich sehe. Politik mag ich nicht.

Dennoch schwingen neben all der Tristesse auch Stolz und Zusammenhalt in seinen Bildern mit. Das Leben in mehreren Generationen und lachende Kindergesichter – es fühlt sich nach ehrlicher und authentischer Dokumentation an. Dennoch besteht dieser harte Kontrast zu unserer Überflussgesellschaft. Ich kann Guos Bilder nur immer und immer wieder ansehen und sie doch nicht ganz begreifen.

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