22. Januar 2015

Die filmischen Bilder von Valentin Astier

Der französische Fotograf Valentin Astier arbeitet als Vorsatzmaler für Spezialeffekte und seine Bilder sind dadurch stark inspiriert. Der filmische Einfluss ist nicht zu übersehen. Während seines Studiums lernte er die Grundlagen der Fotografie, begann jedoch erst danach, seine fotografische Arbeit zu entwickeln. Seine Fotos zeichnen sich durch dichte Atmosphären und Stimmungen aus.

Ich interessiere mich für das, was ein Bild erzählen kann, welche Gefühle es in mir durch seine Komposition, das Licht, die Farben, die Textur auslöst. Meine Arbeit als Vorsatzmaler in Spezialeffekten erlaubt mir, meinen Bildern eine filmische Sensibilität zu geben.

Mein übergeordnetes Ziel ist die Schönheit des Bildes und ich liebe es gleichermaßen, Bilder aufzunehmen und sie zu bearbeiten. Farbkorrektur ist ein untrennbarer Teil meiner Arbeit, bei der ich die Atmosphäre ändern und ein völlig neues Gefühl in meine Bilder bringen kann.

Valentin arbeitet nach Möglichkeit nicht an speziellen Projekten und versucht, sich nicht auf bestimmte Themen festzulegen. Er lässt sich gern überraschen von den Dingen, die ihn umgeben und von den Stimmungen, die sie vermitteln.

Natürlich sind einige Themen in meiner Arbeit dennoch wiederkehrend. Ich staune über die Natur und die Landschaft. Ihre Weite schüchtert mich ein, ihre Schönheit übertrifft alles und ihre Ruhe besänftigt mich. Aber auch Städte und Architektur faszinieren mich. Der Kontrast dieser beiden Welten, die sich gegenüberstehen und doch aufeinander reagieren, fasziniert mich. Implizit oder nicht, ich lasse das Konzept der Beziehung vom Menschen und seiner Umgebung immer mit einfließen.

Zwei Männer unterhalten sich, einer lehnt an einer Mauer.

Blick von oben in ein schneebedecktes Dorf.

Eine Straße führt durch einen nebligen Wald.

Ein Waldsee.

Haus an einem Wasserfall.Blick auf einen See.

Ein Mann geht durch eine dunkle Straße.

Eine Frau am Fenster.

Menschen am Strand.

Ein Mann mit Hund am See.

Ein Mann bewacht eine Tür.Ein Campingwagen unter dem Sternenhimmel.

Nebel über dem See.

Eine Frau vor einer Brüstung.

Wichtig ist Valentin auch eine starke Selektion seiner Aufnahmen. Ihn befremden Fotografen, die jeden Tag eine scheinbar endlose Anzahl an neuen Fotografien veröffentlichen und findet, dass man sich damit selbst benachteiligt, viel Qualität verliert – vor allem aber würde die Intention des Fotografen verwässert werden.

Mehr von Valentin könnt Ihr auf seiner Webseite sehen. Oder Ihr folgt ihm einfach auf Facebook, Tumblr oder Flickr.

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6 Kommentare

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  1. Danke, Katja, Kwerfeldein und Valentin Astier fürs Zeigen dieser Bilder, das war ein prima Anfang für den Tag. Ich würde mich freuen, wenn ich Antworten auf meinen Beitrag von den anderen Kwerfeldein-Lesern bekommen würde, würde mich interessieren, ob Ihr das genauso seht.

    Ich frage mich die ganze Zeit, was das Filmische an diesen Bildern ausmacht. Ein paar Antworten habe ich gefunden:
    – einige sehen aus, als wären sie nicht sehr hoch aufgelöst (Bilder 1, 5, 8, 9, 15) – wie von einer Filmkamera mit Billigchip
    – einige sehen so aus, als käme dieser billige Chip nicht mit den hohen Kontrasten zurecht. (Bilder 5 und 15).
    – Hauptmotiv liegt fast immer in der Mitte des Bildes, das ist beim Filmen oft so.
    – Die Hauptsache aber: Die Bilder haben eine Athmosphäre, als wären sie Teil einer Geschichte. In den abgebildeten Situation steckt eine Dynamik drin (eben keine Dynamik des Bildaufbaus, dafür sorgt schon die relativ spannungslose mittige Zentrierung), sondern eine Dynamik, die in der mit dem Bild dokumentierten Handlung ist. Wir sehen einen Moment in einer Geschichte und die spezielle und interessante Athmosphäre, die diese Geschichte erzeugt.
    – Wir sehen nicht eine Geschichte, die wir schon tausendmal abgebildet gesehen haben (z.B. Kinder auf dem Gehsteig, Ball rollt auf die Straße), sondern wir sehen einen Moment einer unklaren Geschichte. Wir wissen, dass es weitergeht, weil die Situation so intensiv ist. Wir wissen aber nicht, wie es weitergeht. Das geht mir sehr stark so bei Bild 12, dem Wachmann, der vor diesem (Sende-)Turm im Dunklen steht. Der ist weder freundlich noch bedrohlich, der ist einfach nur sehr präsent und man weiß, dass die Geschichte weitergehen wird. Und nun bleibt es der Phantasie der Betrachterin überlassen, was geschehen soll.

    Das alles finde ich ziemlich tricky. Habt Ihr, werte Mitleser, Ideen dazu, wie man so eine Situation, solche Motive findet? Wie man sie evt. erzeugen kann? Wie man sie fotografisch umsetzt?

    • Eine gute Analyse, wie ich finde und in dieser stecken auch schon die Antworten auf deine letzten Fragen. Der wichtigste Satzteil dazu wäre vielleicht „wir sehen einen Moment einer unklaren Geschichte“. Um das zu erzeugen, muss man sich vorher Gedanken machen über die zu erzählende Geschichte, und dann über ihre Umsetzung nachdenken, also Ort, Person, Bildaufbau, Lichtführung etc. In der Beziehung kann man viel von Jeff Wall lernen, der ein Meister der inszenierten und narrativen Fotografie ist.
      An kwerfeldein einen Dank für wieder tolle Fotos und einen interessanten Fotografen.
      Gruß Christiane

  2. Mir gefällt hier bei allen Fotos der Stil der Bearbeitung. Hätte es nicht im Text gestanden, ich wäre nicht von alleine darauf gekommen, dass dies ein „filmischer Stil“ ist. Banausig wie ich bin hätte ich auf „Retro-Look“ getippt.
    Was ich dann etwas irritiert oder enttäuscht hat war die Webseite.

  3. EIn starker Beitrag. Sehr stimmungsvolle Bilder, die tatsächlich eine Geschichte zu erzählen scheinen. Man kann sie immer wieder ansehen und immer wieder haben sie eine tiefe (andere) Wirkung.
    Danke für diesen beitrag (und auch danke an die guten Kommentatoren)