19. Januar 2015

Versteckspiel mit Sandra Lazzarini

An den Bildern der italienischen Fotografin Sandra Lazzarini bin ich lange hängen geblieben. Vielleicht, weil jedes ein gewisses Geheimnis birgt, denn den Portraits fehlt häufig das Gesicht, das für Aufnahmen von Menschen doch so wichtig erscheint. Aber dieses Versteckspiel gibt den Bildern etwas Surreales und sehr Interessantes.

Oft verstecken die Modelle von Sandra sich selbst hinter Blumen und Händen oder drehen sich mit dem Rücken zur Kamera. Sie stehen in der Natur oder im Urbanen. Man wartet fast schon darauf, dass sie gleich die Blumen fallen lassen oder den Arm senken, damit man einen Blick auf das vollständige Gesicht erhaschen kann. Aber vergebens, nichts passiert. Sandra selbst schreibt zu ihren Bildern:

Ich liebe es, Frauen zu fotografieren, insbesondere Frauen mit verdeckten Gesichtern durch Gesten, die unfertig wirken, als würde gerade etwas passieren. Dadurch werden wir alle Teil dieser pausierten Realität zwischen Nachdenklichkeit und Selbstvergessenheit.

Sich sehr wohl der Erfolglosigkeit bewusst, die es bedeutet, einer Liebe den Rücken zuzukehren oder sich vor der unerbitterlichen Kraft zu verstecken, die ausbricht, wenn eine Liebe in das eigene Leben tritt. In der Welt der Fotografie halte ich mich für einen Tropfen im Meer.

Eine Frau vor einem blühenden Baum hält sich ein Auge zu.

Eine Frau steckt mit dem Kopf in einer Hecke.

Eine Frau steht im Gebüsch und hält einen Tennisball vor ihr Auge.

Eine Frau mit Partyhut auf dem Gesicht, liegt auf einem Steg.

Eine Frau mit weißen Blüten in der Hand und vor dem Gesicht.

Eine Frau hält zwei Laubblätter wie Hörner an ihren Hut.

Eine Frau mit Blumenstrauß in der Hand steht an der Wand mit dem Rücken zur Kamera.

Eine Frau hält einen Strauß aus weißen Blüten vor ihr Gesicht.

Eine Frau hält in einer Hand eine Blume. Die andere streckt sie weit aus, so das sie durch den Bildrand abgeschnitten ist.

Hände umarmen eine Pflanze auf einem Balkon.

Eine Frau steht in einem eingezäunten kleinen Garten an einer Straße und umarmt einen Baum.

Wenn Ihr nicht genug vom Versteckspiel bekommt, dann besucht doch auch einmal die Webseite von Sandra Lazzarini.

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8 Kommentare

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  1. Tonus und Habitus entsprechen durchweg der gängigen Puppen- und Backfischphotographie, die momentan so angesagt ist, weshalb das sicher viele Anhänger haben wird. Aber das macht ja soweit erstmal nichts – ohne Exerzieren verschwinden und/oder verschwimmen die Dinge nicht.

    • „Anspruchslos“ würde ich es jetzt beim besten Willen nicht nennen. Es hat doch gerade einen Anspruch, aus der absoluten Jetztzeit geboren, welchem es gerecht zu werden versucht, was auch gelingt. Ob man dieses Gelingen nun für gut befinden mag, ist eine ganz andere Frage.

  2. Mhmm wenn man Freude an sowas hat, kann das ne Menge Spaß machen…. Mehr ist es dann auch nicht. Hat Magritte in der surrealistischen Malerei früher und besser gemacht… Daher für mich wenig spannend

  3. Meinen Geschmack treffen die Bilder auch nicht unbedingt. Dennoch sehe ich Potenzial für eine minimalistischere Serie, die ich mir mit Bild 2 und 10 vorstellen könnte. Eine Reduktion auf die Farbigkeit von 10 und den Surrealismus von 2 stelle ich mir ganz angenehm vor.