08. Oktober 2014

Burning Man: Willkommen zuhause

Diesen Sommer brannte ich. Ich war einer der glücklichen Menschen, die ein Ticket für das Burning Man bekommen konnten, ein Festival in der Mitte der Wüste von Nevada in den USA. Ich habe zuvor viel darüber gelesen und versucht herauszufinden, wie es sein könnte. Wie ich mich darauf vorbereiten kann, eine Woche ohne Strom zu verbringen, in einem kleinen Zelt bei 40 °C zu schlafen, mit einer stark reduzierten Menge an Wasser und Nahrung auszukommen.

Aber sobald ich ankam, verstand ich, dass man sich darauf nicht wirklich vorbereiten kann, weil man es einfach nicht kennt. Wie kann man auf Krieg vorbereitet sein, wenn man nie erfahren hat, wie man kämpft? Jedoch war, trotz dieses Vergleichs, mein einziger Kampf der, loszulassen, mein Selbstbewusstsein zu vergessen. Von da an war es plötzlich allumfassend.

Denn noch nie in meinem Leben habe ich mehr Liebe, mehr Freiheit und mehr Selbstverwirklichung erfahren. Denn es ist der einzige Platz auf der Welt, an dem Du sein kannst wie Du möchtest, solange Du damit nicht die Freiheit eines anderen beeinträchtigst. Hier merkt man, dass man sich von vielen Regeln der Gesellschaft losmachen kann, ja, sie nicht einmal braucht.

Wisst Ihr, was die erste Nachricht ist, die Ihr hört, wenn Ihr das erste Mal das Burning Man besucht? – „Willkommen zuhause.“

Ein seltsamen Gefährt gefolgt von drei Fahrrädern und einem kleinen Jungen in der Wüste.

Ein Boot auf Stelzen in der Wüste. Zwei Fahrräder davor.

Ein Mann in Kostüm mit ausgebreiteten Armen.

Ein Schiff in der Wüste mit Fahrrad.

Artisten turnen an Stangen.

Artisten zu einem Turm aufgebaut.

Zwei nackte Menschen vor einer Wüstenkulisse.

Zwei Menschen küssen sich im Wüstensand sitzend.

Installation mit zwei Personen, die mit einem Herzluftballon spielen.

Zwei Personen umarmen sich, neben ihnen ein Fahhrad, dahinter ein Auto.

Ein Zug in der Wüste.

Ein Schiff in der Wüste.

Ein Wegweiser. Links davon ein Mann mit Fahrrad, rechts ein nackter Mann mit zwei blauen Regenschirmen.

Große Buchstaben, die das Wort LOVE bilden.

Auf den Kopf gedrehtes Bild von zwei Turnern.

Zwei Menschen umarmen sich, darüber turnen Artisten.

Eine Frau mit Tuch im Wind auf einem seltsamen Holzgerüst.

Oktopusauto, welches Feuer aus den Armen sprüht.

Ein VW in der Wüste.

Eine Reihe Menschen tragen Laternen auf einem Holzgerüst.

Frau auf einem Fahrrad?

Menschen turnen an einem Gerüst. Davor ein Fotograf.

Und dann wiederum: Es war hunderttausend Kilometer von meiner Heimatstadt entfernt und trotzdem fühlte ich sicher aus den Tiefen meines Herzes, dass dieser Platz Heimat für mich ist.

Dieser Artikel wurde von Katja Kemnitz für Euch aus dem Englischen ins Deutsche übersetzt.

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45 Kommentare

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  1. Uff, absolut geile Fotos. Es ist schon verrückt, was die Leute da in der Wüste auf die Beine stellen und wie sie selbst ein Teil dieses Spektakels sind. Das ist wohl mit Abstand das verrückteste Festival, das ich je (zumindest auf Bildern, auch bei Paul Ripke) gesehen habe. Da sind meine Festivalfotos langweilig gegen.

    Vielen Dank fürs Zeigen.

  2. Wunderbare Bilder, aber einfach nur ein dämlicher Text. „Wie kann man auf Krieg vorbereitet sein, wenn man nie erfahren hat, wie man kämpft? Jedoch war, trotz dieses Vergleichs, mein einziger Kampf der, loszulassen, mein Selbstbewusstsein zu vergessen.“
    Was willst du denn mit so einem Blödsinn ausdrücken? Zum einen ist der Vergleich total daneben, es gibt keine Veranstaltung auf dieser Welt die mit den Höllen eines Krieges vergleichbar wäre, das ist verherrlichend und einfach nur falsch. Zum anderen, warum sollte man sein Selbstbewusstsein vergessen? Sicher können die Tage in einer solchen Location prägen, aber gerade dann ist es wichtig mit viel Bewusstsein daran teilzuhaben, mutig und offen zu sein, und soviel in sich aufzunehmen dass man die Energie auch mit nach Hause nimmt. Deine Formulierungen verstehe ich nicht, sie geben dem ganzen mehr eine abwertende Note.

    • Hallo Lizzi, ich kann Deine Verwunderung zum Teil verstehen, da ich selbst kurz drüber gestolpert bin. Jedoch sehe ich das so: Dem Autor geht es hier mitnichten um einen „echten Krieg“, sondern er benutzt die Vorbereitung darauf als eine Metapher, um seine eigene Vorbereitung auf das Festival zu verdeutlichen.

      • Ja, das habe ich auch so verstanden. Ist aber einfach schlecht und unpassend ausgedrückt, dann soll er das doch lieber mit einer Expedition durch die Sahara, einer Zeitreise oder ähnlichem vergleichen. Eine Riesenparty, ohne Strom und Buffet hin oder her, mit Krieg zu vergleichen, ist nunmal schlichtweg daneben und sowas gehört nicht geschrieben, das zieht derzeitige politische Situationen auf der ganzen Welt ins lächerliche.

  3. 400$ um sich die Regeln der Gesellschaft abzustreifen und so sein können wie man will, ist ein stolzer Preis. Es kann wohl nicht jeder so sein wie er will?

    Aber trotzdem ist die Show, die die Leute dort abziehen wirklich genial – Tolle Fotos!

    • Du hast vollkommen recht. Eine gute Show und bestimmt ein atemberaubendes Festival. In Deutschland vermutlich noch am ehesten mit der „Fusion“ vergleichbar, welche aber einen deutlich radikaleren, linken Einfluss hat: https://www.youtube.com/watch?v=-S6WcjiXgT0

      Natürlich sind diese Festivals kein komplettes Loslösen aus der Gesellschaft. „Völlige Freiheit und Selbstbestimmung“ gibt es dort eben nur für die gut betuchte Mittelschicht. Dinge wie Sexismus werden auch am Eingangstor nicht abgelegt, alles andere wäre eine Illusion. Wenn der Autor in seinem Leben noch nie „mehr Liebe, mehr Freiheit und mehr Selbstverwirklichung erfahren“ hat, dann tut mir dass sehr leid für ihn. Dann fällt er auf die gute Show und Illusion herein.
      Bitte nicht falsch verstehen. Ich finde diese Illusion toll. Ich liebe solche Festivals und würde, wenn ich es mir leisten könnte, sehr gerne einmal aufs Burning Man. Ich kann nur dieses Gerede von „So müsste die Welt aussehen…“ nicht mehr hören.

      Achso: Verdammt gute Fotos!

      • Wenn du Liebe, Freiheit und Selbstbestimmung an Industriesponsoren festmachst, dann magst du Recht haben. Das ist aber nicht meine Utopie. Für mich gehört da noch weit mehr dazu, aber wie gesagt: Ich find das Festival ne gute Sache, mich nervt nur dieses gehypte “ die Menschen da sind alle so toll und alles wäre gut in der Welt, wenns so wie da wäre“.

        „400 / 7 = nicht mehr als eine hotelübernachtung in deutschland“ -genau das meine ich. Klar ist das nicht viel Geld für so ein Festival. Aber es schließt, gerade in USA trotzdem einen Großteil der Bevölkerung aus. Klar ist das da alles so friedlich. Es sind ja auch kaum verschiedene konfliktträchtige Schichten vorhanden. Die Mittelschicht ist unter sich. Und nach 7 Tagen geht die eine wieder zur Polizei räumt von Obdachlosen besetzte Häuser, der andere zurück zu H&M wo er nicht verkaufte Ware zerschneidet, damit die Obdachlosen vor der Tür diese nicht mehr anziehen können und soweiter und so weiter (2 aktuelle Geschichten aus USA).
        Daran ändern tut dieses Festival nichts. Und das muss es auch gar nicht. Schade, dass viele Leute aber immer so tun als wenn das so wäre.

  4. Freunde von mir waren dieses Jahr das erste mal beim Burning man und ich hab schon viele Fotos (auch von anderen Fotografen) gesehen, da ich mich schon ein paar Jahren damit auseinander setze – um hoffentlich auch mal daran teilzuhaben.
    Lizzis Gedanken zum Text teile ich, aber die Fotos sind absolut wundervoll, sie transportieren für mich genau die Stimmugn die auch meine Freude beschrieben haben und ich liebe das was der Sand mit dem Licht macht.
    Wundervolle Bildgestaltung, Sinnlichkeit, loslassen … alles da. Ganz toll!

  5. Auch von mir ein wow – allerdings dazu, wie grandios hier ein Autor an seiner fotografischen Aufgabe gescheitert ist. Es fehlt an Gestaltung, an Komposition und nicht nur daran. Ein Durchaus interessantes Sujet jedoch gähnende Langeweile bei der fotografischen Umsetzung

      • Zunächst einmal eine Gegenfrage: Kann man in einer Wüste keine Bilder gestalten?
        Es geht auch nicht um besser gestalten – es geht darum überhaupt zu gestalten. Mit Verlaub, „Draufhalten“ führt auch bei interessanten Sujets nicht zwangsläufig zu interessanten Fotos.
        Es geht um das Erkennen und Verstehen einer (vorgefundenen) Situation. Das muss in der „Wüste“ möglicher Weise schneller gehen als im Studio. Dass das geht, stellen täglich viele
        (z.B. Street-)Fotografen unter Beweis.

        Gruß Jos

    • Vielleicht können SIe das ein wenig ausführen begründen, damit es nicht nur negativ ist und nicht vom Himmel fällt…obwohl es nicht von dort stammt ?

      (Fragt sich niemand außer mir, was an den Fotos real ist ? )

      Grüße
      Andreas

      • Einfach mal burning man 2014 bei der google-Bilder-Suche eingeben und man kann erkennen, dass das meiste real ist – so abgefahren es aussieht (und nachbearbeitet ist es natürlich auch ordentlich, aber prinzipiell real)

  6. Ich habe ja schon einige Bilder vom Burning Man gesehen. Die meisten sind eben deshalb spannend, weil sie etwas Spannendes zeigen. Diese Bilder hier sind aber auch ganz individuell spannend. Sehr gut umgesetzte – wow!

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