Zwei Menschen laufen eine Straße entlang, die auf eine zerstörte Stadt zuführt.
07. Juli 2014

Parallelwelten

Bis 2004 war meine größte Leidenschaft die Malerei, mit der ich Visionen entwickeln konnte, die mit anderen visuellen Techniken nur schwer zu realisieren waren. Dann öffnete ich „die Tür“ zu meiner eigenen Welt, indem ich einen anderen Schlüssel benutzte: Die Fotografie und Fotomanipulation.

Ich habe immer alles selbst gemacht – was mir meine innere Stimme gesagt hat, Lernen und Fühlen, innere Bedürfnisse. Meine Inspiration für Kompositionen, Sättigung, Ausdruck und Szenen kommt eher von den Meistern der Malerei wie John Martin, Zdzisław Beksiński und Caspar David Friedrich. Meine frühe Faszination für Malerei und Fotografie wurde durch den Einsatz digitaler Werkzeuge in eine einzige kombiniert.

Digitale Fotografie und Software gaben mir die Gelegenheit, einzigartige Realitäten zu erschaffen, die man unmöglich mit herkömmlichen Dunkelkammertechniken erreichen kann. Die meisten meiner Arbeiten sind wie Reisen an Orte, die nicht existieren. Orte aus meinen Träumen, Wünschen, meiner Vorstellungskraft und meinen Ängsten. Sie sind meine Flucht aus der Realität, die für mich nicht genug ist.

Vor einem Tempel steht ein rot gewandeter Mönch mit einem Fackelstab.

Eine zerstörte Straße führt durch Sand und Felsen unter einer Gebäudekuppel.

Ein sehr spitzer Berggipfel ragt in den Himmel auf.

Eine Person steht allein am Rand einer Felsenlandschaft.

Ein metallisches Gebäude in Form einer großen Flosse, aus der blaues Licht strahlt, ragt aus einer Wüstenlandschaft auf.

Am Ende einer Steppenlandschaft steht ein Plateau, über dem eine Mondsichel am Himmel steht.

Zwei Menschen laufen auf eine Straße zu, die durch eine bis auf einige Betonrelikte leere Landschaft führt.

Eine Gestalt in violettem Umhang sitzt mit einem Stab auf einem Felsen vor einer Berglandschaft.

Ein Heißluftballon schwebt auf eine riesige schwebende Landmasse zu.

Ein Mensch steht auf einem Felsvorsprung in einer Höhle, in die Licht fällt.

Ein Mensch steht im Spalt einer riesigen Wand, hinter ihm ist Meer zu sehen.

Eine Spalte in einer Felshöhle wird von einer Brücke überspannt, über die ein Vogel fliegt.

Meine Inspiration kommt von vielen Künstlern und es macht keinen Unterschied, ob sie durchs Hören oder Sehen zu mir kommt. Ich kann aber sagen, dass Musik den größten Einfluss auf meine Arbeit hat. Sie ist ein von den Bildern in meiner Vorstellung untrennbares Element, so eine Art Musik-Illustration zur visuellen Szene.

Wohin ich auch gehe, ich nehme meine Kamera mit, denn irgendwann und irgendwo könnte dieser eine Moment sein, den ich durch meinen Vorstellungsfilter lassen möchte. Ort, Zeit, Erinnerung. Wenn ich die Realität ansehe, ist es, als würde ich durch eine Linse sehen. Ich sehe Frames, mögliche Bilder, Szenen, Kompositionen. In den meisten Fällen weiß ich schon von Anfang an, wie ich die Realität benutzen möchte.

Es ist, als würde ich die Kreativ-Maschine beim ersten Blick einschalten. Es beginnt mit einem Ausgangsfoto, zu dem ich mit Hilfe von bereits existierenden anderen Fotos eine Stimmung kreiere, dazu nehme ich noch Lichteffekte oder Farben, Gradationskurven oder tiefere Eingriffe mittels Fotomanipulation oder Collage mit anderen Elementen, die nach dem Zusammenbauen zu einem kompletten Werk werden.

Ein Berg mit rundem Fenster ragt aus dem Wasser auf, vor ihm liegt ein kleines Boot am Strand.

Hinter Felsen und von Pflanzen überwucherten Autowracks ragt ein hohes Gebäude auf.

Ein großer, dunkler Kubus mit Fenster schwebt über einem dunklen Strand, am Horizont die Lichter einer Stadt.

Auf einer Böschung aus großen Steinen liegt eine große Schlange, auf der eine Frau sitzt.

Auf einem Felsvorsprung an einem Hang sitzt eine violett gewandete Person, im Hintergrund eine Gebirgslandschaft.

An einem Abhang steht ein Haus, am Fuße des Abhangs liegt ein verrostetes Schiff, halb von Sand bedeckt.

Auf dem Gipfel eines schneebedeckten Gebirges steht eine kleine Hütte.

Auf einem Felsvorsprung in einer Steppenlandschaft hockt eine nackte Frau.

In einer Höhle steht auf einem Hügel ein kleiner Tempel, im Vordergrund fließt ein Fluss.

Über einige zerstörte Gebäude fliegt ein Flugzeug.

Aus einem See ragen hohe Felsen auf, die ein großes rundes Fenster und einen Tunnel haben. Davor fliegt ein Schwarm Vögel.

Ein hoher Felsen ragt steil aus einer Steppenlandschaft auf.

Ich versuche all das so gut wie möglich zu machen, also immer meine bestmöglichen Fähigkeiten in jedes Bild einzubringen, damit es nicht weit von meiner ersten Vision und der ursprünglichen Inspiration entfernt ist. Da jedes Bild tatsächlich existierende Orte verwendet, kann der aufmerksame Betrachter bekannte Teile in der Landschaft entdecken. Ich suche also passende Elemente für die Komposition, Orte und Momente. Sehr oft dauert das sehr lange. Ich habe noch viele Projekte, die bisher nicht fertiggestellt sind, weil einige Teile fehlen.

Wenn ich aus den Einzelteilen meine Bilder erstelle, achte ich besonders darauf, dass sie am Ende echt aussehen. Ich möchte alles so machen, dass man am Ende nicht mehr unterscheiden kann, was echt und was montiert ist. Die Farben, Schatten, das Licht, präzise Übergänge sind also wichtig.

Seit vielen Jahren haben mir viele Menschen dabei geholfen, zu verstehen, dass ich mich für den richtigen Weg der Selbstverwirklichung entschieden habe. Er hat mir die Möglichkeit gegeben, meine Welt zu zeigen und mit anderen zu teilen. Das ist es, was ich tue, was ich liebe und es ist noch lange nicht alles, was ich ausdrücken möchte. Jeden Tag entdecke ich neue Dinge in meiner Welt. Ich lade Dich in meine Welt ein.

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23 Kommentare

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    • HERR________FUNK !
      BITTE ! ÜBERDENKEN ! SIE! DIE!!! GROSSSCHREIBUNG UND INTERPUNKTION ! IHRER COMMENTZ !!!
      IST-GANZ_LEICHT! KANN_JEDER! AUCH!!!!!! SIE!
      VIELEN,., DANK!
      GRUSS – I.H.R? M. GOMMEL !_?_!

      • Sehr geehrter Herr Gommel,

        unabhängig davon, dass die Werke von Herrn Karcz unbeschreiblich und atemberaubend sind, finde ich es doch mehr als befremdlich, dass Kommentare, welche letztendlich dem Künstler gelten, beziehungsweise deren gewählter Schriftstil, hier offenbar nicht der gestalterischen Freiheit des Kommentierenden unterliegen, sondern eine gewisse Uniformität seitens der Redaktion eingefordert und eine Andersartigkeit der Lächerlichkeit preisgegeben wird.
        Schlussendlich möchte ich mich bei Herrn Karcz entschuldigen, dass auch ich mich hier nicht ausschließlich auf seine Kunst beziehe.

        Mit freundlichen Grüssen

        Veronika Pommer

      • Hallo Frau Pommer, ich werde drüber nachdenken. Wobei sie ja nun von mir das gleiche fordern, wie das, was sie kritisieren. Ich finde eine humorvolle, leicht überspitzte Spiegelung bzw. Kritik dessen, was ein Schreiber kommentiert, völlig in Ordnung, oder wie sehen sie meine Andersartigkeit der Umgangsweise? Da beißt sich die Katze wohl etwas in den Schwanz. ;)

      • Sehr geehrter Herr Gommel,

        gegen Humor, habe ich nichts einzuwenden. Im Gegenteil, er ist jederzeit willkommen.

        Aber entweder fehlt mir dieser völlig ( was durchaus möglich ist ), oder ich habe den von mir in der Vergangenheit verfolgten Austausch zwischen Ihnen/Ihrer Redaktion ( Frau Wesseley ) und M.FUNK völlig missverstanden ( auch das ist denkbar ).

        Dann ginge der „Punkt“ wohl an Sie ;-) und nichts für Ungut. :-)

        Mit freundlichen Grüssen

        Veronika Pommer

      • Ich bin so frei, mich hier noch mit einem kurzen Hinweis bzgl. der beklagten Einforderung von „Uniformität“ einzumischen: http://de.wikipedia.org/wiki/Netiquette#Themen (Absatz „Lesbarkeit“). Ich fühle mich nämlich von Herrn Funks Kommentaren tatsächlich regelmäßig angeschrieen…

        Die Bilder gefallen mir übrigens so gut, wie lange nichts mehr hier im Magazin.

  1. Wahnsinn, dass beeindruckt mich wirklich sehr. Ich bin erst seit 6 Monaten Leser von kwerfeldein, aber dieser Beitrag hat mich bislang am meisten beeindruckt. Tolle, sehr saubere Arbeiten. Ich kann mich mit dem düsteren anfreunden.

    Da würde mich wirklich mal ein Making-Of interessieren.

    Bitte machen Sie so weiter!

    Gruß
    marv

  2. Wie sagte einst Helmut Kohl: „Die Rea­li­tät ist in Wirk­lich­keit ganz anders!“ Technisch sicherlich brilliant, aber es erinnert mich sehr an Fantasyfilme mit computergenerierten Welten

  3. Zweifellos Bilder, die auf einem sehr hohen Photoshop-Niveau basieren, auf welches ich es niemals bringen werde! Dafür erst einmal ein riesiges Lob!
    Eine Anmerkung allerdings, da der Auto schreibt, dass er wünscht, dass der Übergang zwischen Bild und Photoshop nicht sichtbar sein soll:
    Bei dem Bild „Dark Companion“ scheint die Sonne gerade über den Berggrat hinweg. Somit würde der Bereich, der knapp vor dem Standpunkt des imaginären Betrachters liegt, im Schatten liegen. Die Reflektion der Sonne im Wasser kann also so, wie sie dort dargestellt wurde, nicht stattfinden, es sei denn, die Sonne ist eine sehr helle Lampe, die sich direkt auf dem Grat des Berges befindet und nicht, aus Betrachtersicht, dahinter!
    Aber wie schon geschrieben, das ist Mäkeln auf sehr hohem Niveau!

    Einen großen Respekt für die Bilder!

  4. Wie so oft in der Kunst, sei es nun Fotografie, Malerei, Musik usw.,
    Entweder man mag es oder aber auch nicht.
    Ich mag solche Bilder und möchte gar nicht abschätzen wie viel Arbeit und Zeit in solchen Montagen stecken. Hut ab.
    Einige erinnern mich aber auch sehr stark an Bilder von dem Maler Hans Werner Sahm, der ebenfalls (mit Pinsel und Farbe) solche „Traumwelten“ erschaffen hat.
    Das soll aber nicht als negative Bewertung verstanden werden.
    Geben wir es doch zu, letztendlich sind wir alle in irgendeiner Art und Weise geprägt von Menschen, deren Werke uns beeindrucken und inspirieren und somit ihre spuren in unseren „Arbeiten“ zu sehen sind.

    Danke, für diesen Beitrag, der auch über die „normale“ Fotografie hinausgeht.

    Mit freundlichen Grüßen
    Ilker Evcan

  5. Kenne seine Bilder seit geraumer Zeit jetzt schon und schau mir seine neuen Werke immer wieder gern an. Beeindruckende Kunst, welche er auch nicht ZU überspitzt unrealistisch wirken lässt. Das i-Tüpfelchen „Epic“ in ein Werk reinzubringen, hat er auch verdammt gut drauf. Klasse Typ.

  6. Ohne Wenn und Aber. Die Bilder beeindrucken tief. Man sieht sofort, dass hier einer am Werk ist, der auch die technischen Fertigkeiten besitzt, seine Visionen kompromisslos umzusetzen. RESPEKT