Nadelbäume, davon einige tot und ein paar abgeholzte im Vordergrund.
09. Juni 2014

Der Blick auf die Umgebung

Ich mag Gehen und dabei die Langsamkeit, die vor allem beim Analogfotografieren eintritt. Sie zwingt mich, die Dinge zu betrachten. Man lernt, sich zu bescheiden und eine Wahl zu treffen. Das gefällt mir. Meine letzte Digitalkamera habe ich vor kurzem meinem Vater geschenkt.

Eigentlich ist es so, dass ich mich nicht besonders für Fotos interessiere, sondern Fotografieren einfach zu meinem Leben gehört. Es ist einfach Ausdruck eines bestimmten Lebensstils. Ich würde mich nicht als Fotografin bezeichnen. Ich fotografiere eben; andere machen andere Dinge.

Ich mag die Rauheit und Wildheit in der Gegend, in die ich gezogen bin. In der Oberpfalz, wo ich lebe, ist es nicht satt und üppig. Die Natur hier ist unaufdringlich. Auch das gefällt mir. Ich gehe lieber bei Wind, Regen oder Nebel nach draußen als bei mildem und sonnigem Wetter.

Wein Weg aus Holzplanken, der in ein Nebelfeld führt, in dem einige, vor allem tote Bäume, stehen.

Nebliger Weg im Wald.

Eine Blechhütte, die am Rand zwischen Wald und Feld steht.

Ein Basketballkorb, der vor einem Wald im Wasser steht.

Landschaft mit einem kleinen See.

Ein See, umgeben von Nadelbäumen.See mit einem kahlen Ufer, rechts im Hintergrund ein Wald.

Ein Bauwagen, der an einem bewaldeten Hang steht.

Eine Straße mit Telegrafenmasten, die zwischen zwei Feldern verläuft.

Ein schneebedecktes Feld, auf dem ein Fußballtor steht.

Eine neblige Wiese, auf der vor einem Baum und Gebüsch ein Fußballtor steht.

Ein Haus, umgeben von einigen Bäumen, am Rande eines Feldes.

Eine Hütte in einem nebligen Wald.

Tiefstehende Sonne bricht durch die Bäume in einem Wald.

Ein schneebedecktes Feld im Nebel.

Ein schneebedecktes Feld im Nebel.

Ich habe (möglichst) immer die Kamera dabei. Ich bin fast ständig in der Natur unterwegs. Ich liebe Unterwegssein; ich bewege mich gern in fremden Gegenden. Mein Pferd Csillag ist dabei, es gehört ebenso zu meinem Leben wie die Kamera.

Die Kamera verändert den Blick auf die Umgebung. Ich habe außerdem eine sehr persönliche Beziehung zu meiner Kamera. Diese kommt von meinem Vater, der mir als Kind seine Dunkelkammer gezeigt hat und der mir meine liebste Kamera geschenkt hat.

Mein Fotografieren ist eher intuitiv. In gewisser Weise geht es nicht so sehr um die Fotos, sondern um eine veränderte Haltung, die man einnimmt, wenn man sich mit der Kamera bewegt. Als Zugezogene ist die Kamera für mich auch ein Werkzeug, um mit dem Gefühl von Fremdheit und Nichtverbundenheit umzugehen.

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9 Kommentare

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  1. Wunderbarer Artikel…das erste Foto mit dem Nebel ist mein absoluter Favorit! Wirklich schön wie du die Stimmung im Wald eingefangen hast. Rausgehen bei Regen, Wind und Nebel kostet manchmal etwas Überwindung aber man wird meistens belohnt mit einer einzigartigen Stimmung. Liebe grüße :)

  2. Es gibt also doch noch fotografierende Menschen, die dem vermeintlich Spektakulären nicht hinterhecheln, sondern die Welt fotografieren, in der sie sich bewegen..
    Mir gefällt die Herangehensweise und, ja, mir gefallen auch die Bilder.
    Henry

  3. Auch auf die Gefahr hin, mich unbeliebt zu machen: ich finde einige dieser Bilder langweilig und etwas belanglos. Bäume. Felder, Wiesen, nichts besonderes, nichts, was dem Auge Halt gibt. Grau verhangener Himmel, so siehts hier jeder 3. Tag aus (gut, jetzt im Sommer gibts auch öfter mal blauen Himmel). Jedenfalls alles schon eine Mio. mal gesehen. Manche Bilder würden mit Öl auf Leinwand gemalt wahrscheinlich ganz gut wirken, weil sie dann die „Handschrift“, den Strich des Künstlers enthalten würden. Aber so schaue ich mir die Bilder an und mehr als ein Schulterzucken bleibt nicht.

  4. Du schreibst: … Ich mag Gehen und dabei die Langsamkeit, die vor allem beim Analogfotografieren eintritt. Sie zwingt mich, die Dinge zu betrachten. Man lernt, sich zu bescheiden und eine Wahl zu treffen. Das gefällt mir.

    Eigentlich ist genau das die Grundvoraussetzung für das Anfertigen von Bildern. Diese Langsamkeit – oder auch auf Neudeutsch Entschleunigung genannt – kann man sich ebenso auch digital anlernen. Und das ist gar nicht mal so schwer. Geht sehr gut mit Speicherkarten die ein sehr geringes Volumen besitzen. Und dann aber auch nur eine davon mitnehmen… :-)

    Der eigentliche Vorteil, ja ich nenne ihn so, ist die Anmutung des Filmes. Ich bin mir sicher, dass es auch so schnell keinen Ersatz dafür gibt. DXO Filmpack hin oder her. Analog bleibt analog. Und dafür sind die Motive sehr gut ausgewählt worden.

    Eine Leere wurde bei einigen Bildern festgestellt. Jo, das stimmt. Nix als Struktur. Aber wer einmal bei solch einer Witterung, frierend, solche Bilder gemacht hat, wird sich sofort wieder in diese Situation hinein versetzen können… und dann ist da plötzlich mehr als nur eine Leere… vor allen Dingen der Wunsch nach Wärme und einen heißen Tee. Da werden andere Sinne angesprochen. Man muss es nur zulassen.

  5. Liebe Lotta Heinz,

    diese Fotografien sind wirklich ganz großartig, eben weil sie nichts Großartiges suchen oder heraufbeschwören. Sie zeigen, was da ist…seltsam genug, dass man das eben nicht von jedem Foto sagen kann…sie werfen auch den Betrachter auf sich selbst zurück…das muss man aushalten können…ich habe hier in den Kommentaren das Wort Langeweile gelesen, und das kann natürlich für den ein oder anderen die Konsequenz sein daraus, auf das was ist gestoßen zu werden…
    In der Tat sind diese Fotografien überhaupt nicht langweilig, vor allem teilt sich da ganz viel Ruhe…in gewisser Weise sind sie enttäuschend in einem ganz positiven Sinn…Ich kann auch deine Gefühle in Bezug auf das Fotografieren sehr gut nachvollziehen, nehme eigentlich kaum noch selbst eine Digitalkamera zur Hand, eben aus den geschilderten Gründen…dem Prozess des Sehens, Fotografierens als solchen…ja, tatsächlich ist das Sehen wirklich ein anderes, die Wertschätzung der Umgebung eine andere, auch die in Bezug auf sich selbst…all das sieht man tatsächlich auch auf den Bildern…
    Viele Grüße,
    Markus Simon