03. April 2014

Gemischter Leibsalat

Marcel Pommer kennt Ihr vielleicht schon von ein paar ausgefallenen Rezepten im Augenschmaus. Er fotografiert Essbares aber auch zusammen mit nackten Frauen oder letztere ohne Gemüsebeilagen. Ausnahmsweise fällt es mir dabei schwer, zu beschreiben, was mich an diesen Bildern fasziniert, ohne festzustellen, dass alle anderen – auch die ach so großen Vorbilder im Genre – es einfach nicht gut genug machen.

Marcels Blick auf seine Modelle ist eindeutig in die Formen des weiblichen Körpers verliebt, aber ohne die ganz rosarote Brille, denn alle Speckrollen, Flecken und Streifen gehören auch dazu. Ebenso wie die Ironie, ohne die alle Angelegenheiten mit ein oder zwei nackten Personen schnell langweilig sind.

Man sieht die Damen also so klassisch schön oder auch unschön, wie sie eben sind. Abgebildet auf eine Weise, die die Realität betrachtet, ohne geifernd, lechzend oder – am anderen Ende der Skala – weichgezeichnet zu sein. Seine Modelle wiederum werfen mir als Betrachter, sofern ihre Gesichter zu sehen sind, keine „bitte nimm mich dringend“ sagenden Blicke zu, was mich enorm entspannt.

Das Ganze spielt oft in der Natur, aber nicht der friedrich-romantisch’schen, sondern gern mal im Walddreck gewälzt. Oder in Form von Obst und Zimmerpflanzen in geschlossenen Räumen, wo man den Balanceakt schafft, den lustigen Umstand, dass manche Körperteile Früchten ähneln, ohne (sichtbares) Kichern und Prusten in ästhetische Bilder zu bannen.

© Marcel Pommer© Marcel Pommer

© Marcel Pommer

© Marcel Pommer© Marcel Pommer
© Marcel Pommer© Marcel Pommer

© Marcel Pommer

© Marcel Pommer© Marcel Pommer
© Marcel Pommer© Marcel Pommer

© Marcel Pommer

© Marcel Pommer© Marcel Pommer
© Marcel Pommer© Marcel Pommer

alien technology © Marcel Pommer

© Marcel Pommer© Marcel Pommer

© Marcel Pommer

© Marcel Pommer

Es bleibt sichtbar immer eine Inszenierung und spielt genau damit. Der Fotograf und das Modell schaffen eine Szene, die nicht so furchtbar angestrengt versucht, natürlich, beiläufig oder alltäglich daherzukommen. Sondern: Ja, wir machen Nacktfotos, die später andere anschauen und die auch mal seltsam sind. Danke, dass ich Betrachter mich nicht als Voyeur oder zu Autoerotik genötigt fühlen muss.

Wer zur wahrscheinlich kleinen Gruppe – warum gibt es sonst so wenig Ähnliches? – gehört, der derlei analoge Schwarzweiß-Fotografien gefallen, der findet diese und viele andere Arbeiten von Marcel Pommer auf seiner Webseite sowie bei Facebook, Flickr oder deviantART.

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4 Kommentare

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  1. Ich finde es klasse, mag die Arbeiten sehr. Und deshalb bin ich ihm jetzt direkt mal auf Facebook gefolgt. Weil es eben leider nicht leicht ist, Aufmerksamkeit zu bekommen, wenn man sein Ding durchzieht, anstatt Kätzchenbilder auf Tumblr hochzuladen…