14. September 2013 Lesezeit: ~3 Minuten

Eine farbgewaltige Liaison

Dies ist die Geschichte einer Liaison zwischen Malerei und Fotografie, zwischen analog und digital, die in häufig auftretender Konkurrenz zueinander existieren. Fast wäre es nicht dazu gekommen, aus Zeitmangel und Kapazitätsauslastung. Aber glücklicherweise waren die Umstände gnädig und ich kann die nun folgende Geschichte erzählen.

Zunächst sind da Schall & Schnabel, hinter denen sich die Fotografen Pierre Horn und Eileen Huhn verbergen, die mit Modefotografie ihr Geld verdienen. Und Diana Wehmeier, Kunststudentin und Malerin aus Dresden.

Beide arbeiten unabhängig voneinander an einem ähnlichen Thema. Pierre und Eileen arbeiten in ihren Werken gern mit analogen und digitalen Prozessen, bringen eine malerische Komponente in ihre Bilder und überblenden Bereiche in ihren Bildern.

Diana möchte mit Hilfe von Störungen und Lichtern in ihren Portraits die digitalen Ebenen, die Technisierung, die uns umgibt und unmittelbar in unsere Beziehung eingreift, malerisch mit Ölfarbe, Lack, Acryl und Spray darstellen.

2012 lacquer & oil on canvas 120 x 70 cm © Diana WehmeierINTERFERENZ 2013 oil on canvas 120 x 70 cm © Diana Wehmeier

Ölgemälde von Diana Wehmeier

Die erste zaghafte Annährung beider erfolgte, als Diana Wehmeier Pierre Horn während eines literarischen Abends in Dresden ansprach, nachdem sie erfuhr, dass er Fotograf sei. Sie steckte ihm die Visitenkarte zu und erzählte ihm vom Plural-Projekt, einer Ausstellung, die dieser Tage angelaufen ist, in der verschiedene Kunstrichtungen und Wissenschaften miteinander arbeiteten.

Pierre besuchte daraufhin einige Wochen später Diana in ihrem Atelier, um ein Künstlerportrait für sie und ihren Katalog anzufertigen. Nach sechs Stunden entstand das Portrait, das seiner Meinung nach eine Annäherung zwischen ihrer Malerei und der Fotografie, wie Schall & Schnabel sie sich erarbeitet hatten, darstellte.

Während unseres Shootings entsponn sich dann bereits die Idee, andere Menschen zu bemalen und daraus ein längerfristiges Projekt zu machen. Das Plural-Projekt als Plattform drängte sich förmlich auf.

Und so vereinen sich Malerei und Fotografie, spielen miteinander so sehr, dass sie ineinander verschmelzen und die Wahrnehmung verändern, gleichzeitig die Vorurteile der sich konkurrierenden Medien verschwinden lassen.

© Schall & Schnabel© Schall & Schnabel

Skinwalker, Ergebnisse der Zusammenheit von Diana Wehmeier und den Fotografen Eileen Huhn und Pierre Horn

Es ist, als würden die sonsthin statischen Sujets von Diana aus dem Bild heraustreten, agieren, lebendig. Ein Shooting mit einer Tänzerin oder einem Tänzer dauert etwa eineinhalb Stunden oder länger. Diana bemalt während des Fotografierens weiter den Menschen und die Leinwand dahinter und Eileen und ich bringen verschiedene Materialien zum Einsatz, um verschiedene Störfaktoren zu erhalten. Geplant ist es, eigentlich noch stärker eine Räumlichkeit mit in die Bilder hineinzuarbeiten.

Dass diese Zusammenarbeit beide Seiten zutiefst beeinflusst hat und sowohl die fotografische Arbeit von Schall & Schnabel, als auch die künstlerische Arbeit Diana Wehmeiers verändern wird, steht außer Frage. Das zeigt wieder einmal, dass intermediales Arbeiten verbindet und sich die Gräben zwischen Malerei und Fotografie, analog und digital langsam schließen.

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Und wer sich nun selbst von den Arbeiten überzeugen möchte, ist eingeladen, am 28. September 2013 im Atelierhof Kreuzberg, Schleiermacherstr. 31-37, 10961 Berlin, ab 18 Uhr vorbeizuschauen und beim Entstehen der Bilder im Rahmen des Plural-Projekts Zeuge zu sein.

Artikelbild: Making of mit Diana Wehmeier und Tänzerin © Schall & Schnabel

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